Die Revolution im Musik-Vertrieb geht weiter
Die musikalische Revolution geht weiter: Nachdem Radiohead
Zu Ehren der frohen Kunde mein Lieblingssong von NIN «Closer»:
Direktlink Dailymotion
Die musikalische Revolution geht weiter: Nachdem Radiohead
Zu Ehren der frohen Kunde mein Lieblingssong von NIN «Closer»:
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Der verdiente Gewinner des Wettbewerbs von San Sebastián war Wayne Wang mit seinem Film «A Thousand Years Of Good Prayers». Der in Hong Kong geborene und in USA lebende Regisseur von Filmen wie «Blue in The Face» oder «Smoke» ist damit nach einigen Jahren der Abwesenheit auf die große Leinwand zurückgekehrt und war auch im Kino in San Sebastián anwesend, wie man anhand meiner dort geschossenen Fotos sehen kann.
Die bescheidene Quali der Fotos bitte ich zu entschuldigen, so sieht’s halt aus, wenn man ohne Blitz aus einiger Entfernung fotografiert. Lässig in seinen Sneakers vorne auf der Bühne beantwortete der großgewachsene Chinese die Fragen des internationalen Publikums in der Night-Session im Kursaal 2. …
Momentan erstelle ich die Website (Edit: Link eingefügt, denn mittlerweile ist die Seite online) für eine Ausstellung über die Geschichte der Linga-Bibliothek, eine lateinamerikanische Spezialbibliothek, hervorgegangen aus der Stiftung des Hamburgers Carlos Linga. Ein emsig agierendes Kuratorenteam arbeitet bereits seit Wochen an der Ausstellung, die am 23. Oktober 2007 in der Stabi Hamburg eröffnet werden wird, wo die Linga-Bibliothek angesiedelt ist. Die mit dem ungewöhnlichen Titel «Zuckerrohr und Bücherwelten» versehene Präsentation der Sammlungsschätze wird zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Linga-Bibliothek (1957-2007) gezeigt werden.
Der Stiftungsgründer und Namensgeber der Bibliothek hat eine dermaßen spannende Lebensgeschichte, dass es mich nicht wundern würde, wenn sich jemand im Anschluss an die Ausstellung für die Verfilmung dieses ungewöhnlichen Lebens interessieren würde. Er ist 1894 als 17-Jähriger (!) von Altona nach Mexiko aufgebrochen, hat dort unter anderem höchst erfolgreich Zuckerhandel betrieben und dadurch seine Bücherleidenschaft finanziert. 1957 hat er schließlich der Stadt Hamburg eine beeindruckende Sammlung vermacht, die seither erheblich ausgebaut wurde. Die Ausstellung zeigt nicht nur eine Auswahl aus den sehenswerten Beständen, sondern auch den Weg, wie Carlos Linga und seine Ehefrau Berta zu diesen gekommen sind, wie die Verschiffung der Bücherschätze von Veracruz in die hansestädtische Heimat und die Unterbringung an verschiedenen Orten der Stadt vor sich ging, und wie die aktuelle Situation der für Lateinamerika-Interessierte unentbehrlichen Bibliothek im Altbau der Stabi, ist. Nicht nur wunderschöne historische Bücher werden zu bewundern sein, auch zahlreiche Fotografien, sowohl aus der Sammlung Lingas, als auch von historischen und – unmittelbar gegenübergestellt – aktuellen Orten. Das Material, das gerade für die Ausstellung aufbereitet wird, lässt garantiert die Herzen aller Bücher- und Fotofreunde höher schlagen.
Alle Interessierten mögen sich schon einmal den Termin Dienstag, 23. Oktober 2007, 18 Uhr vormerken und zur Ausstellungseröffnung in die Stabi kommen. Ich werde auch da sein und würde mich freuen, euch dort zu treffen. Zu sehen sein wird die Ausstellung bis zum 29.11.2007 und auf der bis zur Eröffnung fertig werdenden Website, an der ich gerade arbeite.
Kurzer Einblick in die Statistik und Dank in eigener Sache: Ein Blog lebt ganz wesentlich von seinen Kommentaren. Da dies bei «Text & Blog» nicht anders ist, möchte ich mich nochmals bei all meinen Kommentatorinnen und Kommentatoren bedanken, ganz besonders und stellvertretend bei den Menschen, die durch ihre Beiträge am häufigsten auf diesem Blog aktiv sind:
Vorherige Top10-Auflistungen im Blog: 23.06.07 | 23.05.07
Natürlich bedanke ich mich ausdrücklich bei allen Kommentatoren und Lesern (m/w). Auch bei denen, die hier nur mitlesen, manchmal auch mailen, aber eben weniger oder gar nicht kommentieren. Auch für euch mache ich das hier.

Ein Warnhinweis vorneweg: Nur ganz Mutige sollten sich diesen Artikel auf PC World anschauen. Dort hat man die zehn schlimmsten Anschläge auf das Auge aus den letzten 40 Jahren Technik-Design zu einem Horrorkabinett der ästhetischen Beleidigungen zusammengestellt: Vom Akustikkoppler aus den 70ern, über das Motorola-Klob-Telefon aus den 80ern bis zum Microsoft Zune Player aus dem Vorjahr ist alles dabei. So, allen Mut zusammennehmen und tapfer hier klicken: «The Ugliest Products in Tech History».
Großartig: Die Berlinale 2008 wird eine Luis Buñuel-Retro zeigen. Ich freue mich, dass dem Regisseur, dessen mexikanischen Filmen sich meine Dissertation widmet, diese hochverdiente Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. So wird nicht nur mein Lieblingsfilm von ihm «Er» (Él, 1952), sondern auch der weithin unbekannte und durchaus geniale «Susanna – Tochter des Lasters» (Susana, 1951) zu sehen sein. Berlin, 7. bis 17. Februar 2008, schon in meine 2008-er Planung eingetragen. Ick freu mir. Gefunden im Achteinhalb-Blog, das auf die Morgenpost-Meldung zur Buñuel-Retro hinweist.
Für Buñuel-Fans und Liebhaber anspruchsvoller und außergewöhnlicher Filme gibt es seit neuestem auch eine DVD-Box mit 5 Filmen des surrealistischen Meisters, der 1900 als Spanier geboren wurde und 1983 als Mexikaner gestorben ist (siehe Wikipedia-Artikel).
Die Filme aus den Jahren 1950-1955 im Einzelnen:
«Die Vergessenen» / Los Olvidados (1950); «Susanna, Tochter des Lasters» / Susana (1951); «Er» / Él (1952), «Abgründe der Leidenschaft» / Abismos de Pasión (1953) und «Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz» / Ensayo de un Crimen (1955). Alle im spanischen Original mit deutschen Untertiteln. Zusätzlich gibt es in der Box eine Dokumentation «Un Buñuel Mexicano», den beeindruckenden und erschütternden Kurzfilm «Land ohne Brot» / Las Hurdes – Tierra sin pan (1932), sowie ein alternatives Ende zu „Die Vergessenen“ und ein 28-seitiges Booklet.
Auch wenn ich über das Filmmaterial schon durch die Recherche für meine Doktorarbeit verfüge (teilweise nur auf VHS, bzw. selbst digitalisiertes Material, das ich bisher in meinen Analysen und Vorträgen zu den Filmen Buñuels eingesetzt hatte), habe ich mir die Box auch bestellt und freue mich schon auf die Lieferung. Warum ich trotz der langjährigen Beschäftigung mit den Werken Buñuels immer noch nicht die Lust daran verloren habe (ich konnte leider nie durchgängig an der Diss arbeiten), weiß ich zwar auch nicht genau, aber vielleicht ist es auch ein guter Beleg für das faszinierende Werk dieses Filmkünstlers.
Wie die New York Times ihren Lesern 36 Stunden Frankfurt-Aufenthalt schmackhaft macht, hatte ich ja neulich schon vorgestellt. Nun ist Hamburg dran, laut NYT a city of jarring juxtapositions:
Sex workers ply their trade along the neon-lit Reeperbahn, while old-money families have made this Baroque port into Germany’s richest city.
Weiter im Touri-Pauschaltext für die schnelle Durchreise: «36 Hours in Hamburg». Aber wirklich sehr tourimäßig der Text, doch was will man in 36 Stunden auch an Authentischem erfahren? So wird der Besuch keineswegs refreshingly free of snap-happy tourists. 😉

Inka-Zeichnung zum Kinderopfer. Quelle: archaeomorsa
Die Inkas hatten mit dem Capacocha-Brauch ein grausames Opferritual. Auf Telepolis widmet sich Peter Mühlbauer heute mit seinem Artikel «Hänsel und Gretel bei den Inkas» dem Thema:
Eine Untersuchung der Haare von Mumien aus der Inkazeit ergab, dass Kinder ein Jahr vor ihrer rituellen Tötung deutlich besser ernährt wurden als vorher.
Zum Begriff Capacocha klärt die Wikipedia auf:
Im Abstand von vier Jahren begingen die Inka ihr Capacocha-Fest («capac» = quechua Priester, Astronom, König; «cucha» = quechua Bitte des Königs), zu der feierliche Prozessionen von Priestern, Würdenträgern und auserwählten 8 bis 12jährige Kindern mit ihren Eltern aus allen Landesteilen nach Cuzco zogen. Nach mehrtägigen Schlachtopfern von Lamas wurde ein Teil der Kinder in Cuzco rituell erschlagen oder erwürgt.
Die neuesten Erkenntnissen der Archäologie zu dem grausamen Opferritus der Inka beschreibt auch der Artikel «The Sacrificial Ceremony» auf Nova Online:
Very little is known about Capacocha, the sacred Inca ceremony of human sacrifice, but with each new archaeological discovery of a sacrificial mummy, more is revealed. The earliest and only known written accounts of the ritual are chronicles written by Spanish conquistador historians.
Die peruanische Zeitung La República berichtet über aktuelle Funde zum Kinderopfer der Inka in Cusco: «Restos óseos en San Cristóbal son de Paullo Inca».
Einen Überblick über Kinderopfer in den präkolumbianischen Kulturen Amerikas gibt der Wikipedia-Artikel «Child sacrifice in pre-Columbian cultures».