Vom zeitgemäßen und für die Künstler profitablen Umgang mit Urheberrechten

Es gibt immer wieder Menschen, die nicht verstehen können, wie Künstler und sonstige Urheber davon leben sollen, wenn ihre Werke frei im Netz verfügbar sind. Mit Beispielen wie diesen, die zugegeben ganz besonders herausragend sind, wird es vielleicht ein bisschen besser deutlich, wie das gehen kann:


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Für einen Promotion-Film zu einem japanischen Aquarium (Okinawa Churaumi Aquarium) wurde der Song «Please don’t go» der Band Barcelona eingesetzt. Ungefragt, wohlgemerkt. Die Band oder deren Urheberrechtsvertreter hätten also die Löschung des YouTube-Videos beantragen können, oder zumindest die Entfernung des Songs aus selbigem. Was machen die Jungs stattdessen? Sie freuen sich über die steigenden Verkäufe ihres Liedes und ihres Albums und über ein enorm gestiegenes Interesse für ihre Tournee und bedanken sich wiederum in einem YouTube-Video dafür:


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Einen ähnlich gelagerten Fall, in dem der zeitgemäße Umgang mit Urheberrechten nicht zum Schaden, sondern – ganz im Gegenteil – zum Nutzen der Betroffenen führt, schildert mein Hamburger Blogkollege Svensonsan in seinem lesenswerten und ausführlichen Artikel über den wunderbaren Hochzeitstanz «JK Wedding Entrance Dance», wodurch der Song «Forever» von Chris Brown plötzlich ungeahnte Verkaufserfolge feiert. Mehr dazu bei Svensonsan: «Hochzeitspaar geht tanzend in Kirche – mit jeder Menge Bonusmaterial».

Zu beiden Fällen des für die Künstler ertragreichen Einsatzes von freier Kultur im Netz durch Dritte gibt es auch zwei Artikel in meinem mexikanischen Lieblingsblog ALT1040 (auf spanisch, por supuesto):

Musik, Politik, Video

Steffen Büffel zu Sozialen Netzen & Freiem Arbeiten

Edlef Stabenau, Markus Trapp, Steffen Büffel
v.l.n.r.: Edlef Stabenau, Markus Trapp, Steffen Büffel. Dieses Foto entstand im Sommer 2007 bei einem Plausch zum Thema Bibliothek 2.0 im Café Schmidt in Hamburg.

Steffen Büffel (oben ganz rechts im Bild) schätze ich sehr. In mehrfacher Hinsicht: sowohl persönlich als sympathischen, hilfsbereiten Zeitgenossen, als auch fachlich als ausgewiesenen Kenner der medienwissenschaftlichen Betrachtung des Internets. Heute hat er in seinem Blog media-ocean einen längeren, überaus lesenswerten Blogartikel veröffentlicht, der drei Jahre in ihm herangereift ist. Dort beschreibt er unter anderem, dass der Schritt in die Selbstständigkeit, den als als Berater vor drei Jahren vollzogen hat, zu Beginn auf eine zentrale Sicherheit baute, das soziale Netz:

Das soziale Netz, die fachlichen und privaten Kontakte im und außerhalb des Netzes, würden mir vom Ufer jederzeit ein Leuchtturm sein. Und genau das war damals nicht nur eine stille Hoffnung, sondern war und ist auch noch heute Realität: Das Sozialkapital, die Hilfsbereitschaft, die Uneigennützigkeit, die Freundlichkeit und der wertschätzende Umgang, der mir mein soziales Kontakte-Netz entgegenbringt und die ich umgekehrt auch selbst versuche ständig in meine Netze und die Netze meiner Kontakte hineinzugeben, bilden als Grundwerte quasi das Rettungsboot in diesen stürmischen und gerade deswegen so spannenden medialen Zeiten.

Steffen Büffel: «Über freies Arbeiten und das digitale Erwachsenwerden»

Artikel, Internet, Literatur

aspekte-Beitrag zum Zugangserschwerungsgesetz


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Dunja Stamer und Peter Schiering haben heute Abend in der ZDF-Kultursendung aspekte einen wichtigen Beitrag zum Thema Aufklärung in Sachen Websperren geleistet. Mit sachverständigen Kommentaren (u.a. von dem Hamburger ehemaligen Bundesverfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem) macht der Beitrag deutlich, welche juristischen Mängel und Gefahren dem Zugangserschwerungsgesetz von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen inne wohnen.

Keine neuen Informationen für alle mit dem Thema #Zensursula Befassten, aber hoffentlich ein Wachmacher für das kulturell interessierte TV-Publikum, das bisher vielleicht noch irrtümlich davon ausgegangen war, die Kampagne des Familienministeriums sei eine unterstützungswürdige gesetzgeberische Initiative. Dem ist natürlich nicht so und hoffentlich sehen wieder ein paar Menschen etwas klarer, was hier auf dem Spiel steht. Nicht mehr und nicht weniger als die Netzfreiheit.

Politik, TV, Video

Downloadtipp: Titanic-Ausgabe November 1989

Sowa - Hommage à Johannes R. Becher
Sowa – Hommage à Johannes R. Becher (Titanic, 11/89 S.35f)

Meine erste Banane Bald jährt sich der Fall der Mauer zum 20. Mal. Die Titanic macht allen geschichtsbewussten Lesern ein kaum abzulehnendes Angebot: Man kann sich auf der Titanic-Site die berühmte Zonen-Gabi-Ausgabe 11/89 kostenlos und komplett herunterladen (als PDF, ca. 19 MB). Nicht nur wegen des legendären Titels von Erich Broiler ist dieser Download empfehlenswert. Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis der Ausgabe November 1989:

Robert Gernhardt – Die Volkspolizei, dein Freund und Helfer
Schmidt/Zippert/Greser – GENSCHMAN
Eckhard Henscheid – Menschenverachtend
Waechter – Das stille Blatt/Die Rückseite
Gernhardt – Die Tränentiere
Sowa – Hommage à Johannes R. Becher
Rattelschneck – Das Betonköpfe-Haßblatt
Max Goldt – Aus Onkel Max‘ Kulturtagebuch
Boroiwak/Pfarr – Sondermann

[via Matthias Richel]

Literatur, Politik

Die Piraten bitten zur Abstimmung


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Mein Favorit unter den Piratenpartei-Spots. Weil er das wichtige Thema Open Access – also die Forderung nach Freiem Zugang zum Wissen – gut und für einen Wahlwerbespot in der gebotenen Kürze darstellt. Noch bis zum 7. August kann auf piratenspot.de abgestimmt werden, welches der offizielle Wahlwerbespot der Piratenpartei wird, der dann zur Bundestagswahl 2009 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird. Leinen los für das Wahlwerbespot-Voting.

[via Piratenpartei Deutschland]

Politik, Video

Iles Flottantes à la Fool for Food

Frau Fool for food schafft es immer wieder, mich mit ihren Rezepten nicht nur zu beeindrucken, sondern ihr gelingt es auch, dass ich mir fest vornehme, das Vorgestellte auch mal auszuprobieren. Neuestes Beispiel: der Klassiker der französischen Desserts, die Iles Flottantes. Reinspringen könnte man, so lecker sieht das aus:

Iles flottantes à la Fool for Food

Und wie die Crème Anglaise, die sie dazu als Meer um die Inseln spült, zu zaubern ist, hat sie auch genau erklärt. Wenn ich dieses wunderbare Rezept sehe, muss ich unweigerlich daran denken, wie ich mit einem lieben Freund aus dem Saarland auf der Durchreise zum Weinkauf ins Baskenland in Poitiers einen Zwischenstop einlegte und Iles Flottantes in einem großartigen kleinen Restaurant in der Altstadt von Poitiers genossen habe, im «Le Saint Nicolas»Adresse: 7, Rue Carnot, 86000 Poitiers, Tel : 05 49 41 44 48, falls Ihr mal in Poitiers vorbei kommt, unbedingt dort mal essen gehen.

Um zum Rezept zurück zukommen, ich werde das wirklich mal ausprobieren, bin schon ganz Fool for Flottantes.

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