Jetzt muss ich ja auch mal ’nen Screenshot von meinem Tweet von heute Morgen machen. Nachdem ich es mit einem Tweet mal in die New York Times (und Hunderte weitere internationale Meldungen geschafft hatte), hat es der heutige Tweet in der Mittagszeit als Screenshot offensichtlich zwei mal ins ZDF-Programm geschafft, einmal davon in die Sendung ZDF-Drehscheibe. Ich selbst habe es nicht gesehen, es wurde aber mehrfach auf Twitter davon berichtet.
100 mal geretweetet, 30 mal gefaved. Hatte ich so auch noch nicht. Danke Roland Koch. Vor allem für den Rücktritt. Am Towel Day.
Update 00:10 Uhr: So, jetzt hab ich mir’s dann auch noch schnell in der ZDF-Mediathek angeschaut. Ab Minute 38 in der ZDF-Drehscheibe, im Kapitel «Reaktionen aus dem Internet» zu sehen. Sonja Schünemann (Foto unten, links) von heute.de erklärt auch meinen Tweet ganz ausführlich für die Zuschauer. Hier zwei Screenshots meines Screenshots im TV:
Ich habe diese Woche schon einmal über eine Meldung gebloggt, die mit dem Bild «Las Meninas» von Velázquez zu tun hatte und zwar im ciberaBlog, weil die Infanta Margarita durch den wirklich sehr gut gemachten Audioguide für Kinder im Madrider Prado führt.
Gestern bin ich erneut auf das durch seine vielschichtigen Ebenen und wegen des intelligenten Spiels mit der Perspektive berühmt gewordene Gemälde gestoßen, und das nicht in kunsthistorischem Zusammenhang, sondern in Verbindung mit moderner Webtechnik. Der begnadete Webdesigner und CSS-Zauberer Román Cortés hat den Versuch unternommen einen Pseudo-3D-Effekt in das Bild zu zaubern: CSS 3D Meninas. Nur mit CSS wohl gemerkt, kein Flash oder JavaScript. Sehr beeindruckend sowohl der Effekt, als auch die technische Realisierung, die Cortés auch detailliert beschreibt: 3D Meninas explained. Auf Cortés aufmerksam geworden bin ich durch seinen in dieser Woche erschienenen Artikel: «Pure CSS3 Page Flip Effect».
Wer sich weniger für die CSS-Technik sondern für das faszinierende Gemälde von Velázquez interessiert, dem empfehle ich, es sich ganz nah anzuschauen. Man muss dazu nicht die Reise in den Prado antreten: «Meisterwerke aus dem Prado in Google Earth».
Aber auch die Kunstfreunde – selbst wenn sie sich nicht für CSS interessieren – sollten sich wie gesagt den 3D-Effekt nicht entgehen lassen: Einfach mit der Maus drüber gehen und über den Perspektivwechsel staunen. Cortés‘ Meisterwerk: CSS 3D Meninas.
Ich hätte ja schon gern ein iPad. Aber erste Erfahrungsberichte, wie der durchaus abschreckende von Anatol Stefanowitsch, relativieren diesen Wunsch doch sehr. Der ansonsten sehr Apple-freundlich gesinnte und Apple-erfahrene Nutzer legt den Finger auf die Wunde des Nachteils eines extrem proprietären Systems:
Ich warte seit Jahren auf ein magisches und revolutionäres Gerät, das kleiner und leichter als ein Laptop und größer und leistungsstärker als ein Mobiltelefon ist.
Das iPad hätte durchaus das Zeug dazu, dieses Gerät zu sein. Es hat die richtige Größe, der leuchtende, kontrastreiche, farbenprächtige Bildschirm ist fast zum Weinen schön, das Gerät liegt gut in der Hand und ist nur ein kleines bisschen zu schwer, und seine schlichte Eleganz zeigt einmal mehr, dass Apple die besten Produktdesigner der IT-Welt beschäftigt. Dass das Gerät keinen USB-Anschluss hat, ist ärgerlich, aber da es Bluetooth hat, könnte ich vielleicht sogar damit leben. An die virtuelle Tastatur habe ich mich in wenigen Minuten gewöhnt und wie ja bekannt ist, kann ich auch mit dem Namen des Geräts leben.
Das Problem ist, dass Apple sich entschieden hat, auf diesem magischen und revolutionären Gerät ein manisches und reaktionäres Betriebssystem zu installieren.
Was mich weiter am iPad stört, und weshalb ich zumindest noch abwarte, bis ich mir eins bestelle, falls ich mir überhaupt eines holen werde, ist die Tatsache, dass man für das iPad – will man es nicht nur via WLan nutzen – nochmals extra eine Internet-Flat bei seinem Provider abschließen muss, wenn ich das Tarif-Gewirr richtig verstehe. Ich bezahle bei ePlus schon eine Internet-Flat für mein iPhone und sehe nicht ein, fürs iPad nochmal zu zahlen.
Unabhängig davon, ist es sicher spannend zu verfolgen, wie man diesem Gerät Digitalisate betrachten und ihn als e-Book-Reader einsetzen kann. Rudolf Mumenthaler, seines Zeichens Bereichsleiter Marketing & Innovation der ETH-Bibliothek in Zürich, untersucht das seit Wochen im Blog der ETH, in den mit iPad getaggten Artikeln. Er relativiert die Verschlossenheit des Systems, wenn er in seinem Artikel «Eigene E-Books auf dem iPad» schreibt:
Das iPad ist also weniger verschlossen gegenüber fremden (oder eben eigenen) Inhalten, als ich zunächst den Eindruck hatte.
Das iPad ist viel mehr als nur ein eReader, so viel war schon vor der Einführung klar. Ich habe mir auch schon im Vorfeld einige Gedanken darüber gemacht, wie das iPad wohl für das wissenschaftliche Arbeiten eingesetzt werden könnte. Mit den ersten Tests ist für mich klar geworden, dass tatsächlich einiges an Potenzial im iPad angelegt ist.
Ich bin gespannt, was man so alles erfahren wird, wenn die iPads bei einer breiteren Nutzerschicht ankommen werden (ab nächste Woche sollen ja die ersten in Deutschland ausgeliefert werden). Allen iPad-Interessierten möchte ich das gut gemachte iPadMag meines Twitkrit-Kollegen Dirk Baranek empfehlen, wo es ständig Neuigkeiten rund um das Apfel-Tablett gibt. Selbstverständlich auch mit zugehörigem Twitter-Account: @iPadMag.
Und zum Abschluss noch ein nicht ganz ernst gemeintes Video, was man mit dem iPad und beidseitigem Klebeband auch noch so anstellen kann:
Heute ist zum 100. Geburtstag des Vereins ein wunderbares Dossier über den FC St. Pauli in der Frankfurter Rundschau erschienen (Danke an Text&Blog-Leserin Carmen für den Hinweis!). Dort heißt es treffend:
Der FC St. Pauli […] malt nicht nur mit am Bild vom „etwas anderen Fußballverein“ – er füllt es mit Inhalten…
Und wie Ihr alle wisst, bin ich ja ein unverbesserlicher Modefan:
Deshalb hab ich mir auch das super schicke neue FC St. Pauli-T-Shirt («Wir spielen in einer anderen Liga») gekauft, das jeder Modefan natürlich sofort haben muss. Heute Abend werde ich es beim Badminton einweihen, samt neuem Schläger (den letzten hab ich im harten Federfight zu Bruch geschlagen) und neuer schwarzer Short.
Und um mich komplett der Lächerlichkeit preis zu geben, zeig ich Euch noch in einem ebenfalls heute aufgenommenen Foto, wie ich im Anzug aussehe: Selbstporträt mit neuem arte-Magazin – Wer jetzt hier noch in Zukunft weiter liest, ist selbst dran schuld. 😉
„Mission impossible completed oder: Der Kapitän verlässt die Brücke aber nicht das Schiff. Konkret heißt das: Ich bleibe Geschäftsführer der FC St. Pauli Service GmbH und trete mit sofortiger Wirkung als Präsident des FC St. Pauli zurück.
Zu diesem Schritt hat mir keiner geraten, geschweige denn hat mich einer dazu gedrängt. Ich habe diese Entscheidung ganz alleine getroffen, es ist sozusagen eine einsame Entscheidung.
Endgültig klar war diese Entscheidung für mich mit dem Schlusspfiff in Fürth. Da war es definitiv: Wir haben den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Und das war der Moment, an dem nicht nur ich gedacht habe: mehr geht nicht!
Grafik (basierend auf dem vorgestellten Text von Kathrin Passig): Wordle
Kathrin Passig hat wieder Mal einen wunderbaren Text geschrieben. Ein Ritt durch die Kulturgeschichte der Bedenkenträger und Fortschritts-Skeptiker. Das Neue ist ihnen grundsätzlich suspekt. «Früher ging es doch auch ohne» sagen sie, wenn etwas Neues am Horizont der kulturellen Entwicklung auftaucht. Die Schreibmaschine macht das Schreiben zunichte, die Erfindung des Telefons ist eine unnötige, weil die Menschen sich nichts zu sagen haben werden. Computer braucht kein Mensch, und so weiter und so fort. Ihr alle kennt diese Vorurteile und man braucht, um davon genervt zu sein, kein Anhänger eines blinden Fortschrittsglaubens zu sein – der natürlich genau so fehl am Platze ist, wie die sture Technikkritik. Doch lest selbst bei Kathrin Passig:
Das eigentlich Bemerkenswerte am öffentlich geäußerten Missmut über das Neue aber ist, wie stark er vom Lebensalter und wie wenig vom Gegenstand der Kritik abhängt. Dieselben Menschen, die in den Neunzigern das Internet begrüßten, lehnen zehn Jahre später dessen Weiterentwicklungen mit eben jenen damals belächelten Argumenten ab. Es ist leicht, Technologien zu schätzen und zu nutzen, die einem mit 25 oder 30 Status- und Wissensvorsprünge verschaffen. Wenn es einige Jahre später die eigenen Pfründen sind, die gegen den Fortschritt verteidigt werden müssen, wird es schwieriger.
Gestern beim Streifzug durch Hamburg mit liebem Besuch aus dem Saarland hab ich dieses Foto in St. Pauli aufgenommen (auf Posterous komplett zu sehen). Die Leute schmücken allerorten ihre Fenster und Balkone in St. Pauli-Farben, weil der Verein seit gestern hundert Jahre alt ist. Passend zu diesem Ereignis ein Porträt des Kiezes und des Vereins auf Deutschlandradio Kultur: «100 Jahre Freud und Leid»:
Der FC St. Pauli ist nicht unbedingt der Champagner-Verein. Dagegen sprechen der Stadtteil, die Fans und auch die Fieberkurve seines fußballerischen Vermögens. Ganz oben stand der Kiez-Club nie, auch wenn er sich 2002 nach einem überraschenden Sieg gegen die übermächtigen Bayern zum „Weltpokalsiegerbesieger“ ausrief.
Über Jahrhunderte waren Bibliotheken „nur“ Aufbewahrungsorte von bedrucktem oder von Hand beschriebenem Papier, recherchiert wurde in Zettelkatalogen und beim Gang durch die RegaleDie Bilder zu Beginn des Blogartikels wurden bei einer unmittelbar vor dem Start des BibCamps extra für die TeilnehmerInnen abgehaltenen Führung durch die TIB/UB Hannover aufgenommen. Die beiden interessiert den Zettelkatalog betrachtenden Damen sind Library Mistress und meine Bürokollegin Anne Christensen aka @xenzen..
Während in den heutigen Bibliotheken weitestgehend elektronisch recherchiert und sowohl digital als auch physisch Kulturgüter und Wissenschaftserzeugnisse aufbewahrt werden, ist das Themenspektrum und sind die zu erfüllenden Aufgaben der öffentlichen und der wissenschaftlichen Bibliotheken im Lauf der Zeit immer komplexer geworden. Moderne Bibliotheken nehmen diese Herausforderungen in einem – für mich als Seiteneinsteiger – immer wieder beeindruckenden Ausmaß an. Doch die Umsetzung des enorm gestiegenen Aufgabenpaketes bei meist gleich bleibenden oder gar rückläufigen Mitteln ist nicht immer einfach. Um sich darüber auszutauschen, wie Bibliotheken dem Ziel nachkommen können, gedruckte und elektronische Literatur und Medien weiter zu bewahren und zur Recherche anzubieten und sich gleichzeitig den in gewaltigem Tempo voran schreitenden Umbrüchen der Informationsgesellschaft zu stellen, haben wir uns vor einer Woche mit ca. 150 Teilnehmern auf dem BibCamp in Hannover getroffen.
In meinem positiven Fazit direkt nach der Rückkehr aus Hannover hatte ich ja angekündigt, noch einmal auf das BibCamp einzugehen. Ich fand alle angebotenen Sessions durchgehend sehr interessant und das an den BarCamps orientierte Konferenzformat bringt es mit sich, dass in der Tat ein reger Austausch statt findet und dass es keine langweiligen Monologsituationen (wie bei Vorträgen sonst üblich) gibt, bei denen eine schweigende Mehrheit kaum zu Wort kommt und wo ein Diskurs so gut wie nicht geführt werden kann.
Einen Überblick über die gehaltenen Sessions findet Ihr im BibCampWiki, die Berichte dazu sind dort direkt im Timetable verlinkt.
Ich möchte noch kurz auf die von Lambert Heller initierte Session «Die Professionalisierung von Bibliothek 2.0» eingehen (die ich sonst auch vorgeschlagen hätte, und an der ich mich natürlich – da unmittelbar davon betroffen – stark beteiligt hatte). Hier haben wir darüber diskutiert, was es denn bedeute, dass nun einige Bibliotheken extra Stellen zum Thema Social Media einrichten und inwiefern es beurteilt wird, dass vermehrt in Anforderungsprofilen für Stellen im bibliothekarischen Bereich der Punkt Web 2.0-Kompetenz auftaucht. Die in der dankenswerterweise sehr offen geführten Diskussion angedeutete Gefahr, die Kollegen in der Bibliothek könnten sich was dieses wichtige Thema angeht, danach zurück lehnen und sagen «Für das Thema Web 2.0 haben wir ja jetzt einen Experten, da brauche ich mich nicht mehr drum zu kümmern», sehe ich so nicht. Viel mehr finde ich, es gehört zu den Aufgaben des Personenkreises, der – wie ich – eine Social Media-Stelle im Bibliothekswesen inne haben, die Kollegen für dieses Thema weiter zu gewinnen. Keine leichte Aufgabe für beide Seiten, schon klar, aber auch keine, die nicht gestemmt werden könnte.
Thomas Hapke danke ich für die nette Betitelung in seinem BibCamp-Resüme:
«In Erinnerung der Diskussion bleibt mir … die Beschreibung des strategischen Bloggens durch Markus Trapp, der den Begriff Community Technology Stewards für mich mit Leben ausfüllte.»
Weitere Blogartikel zum BibCamp³ hat Dörte auf bibliothekarisch.de zusammengefasst.