Mutti und ich

Podcast: Mutti und ich

Ich mag gar nicht viele Worte verlieren, denn man entdeckt sofort, was für eine wunderbare Idee Marietta Schwarz hatte, wenn man in den Podcast reinhört. Die 1972 in Mainz geborene Journalistin stellt in den Podcast-Folgen «Mutti und ich» ihre 1938 geborene Mutter (78) vor. Die Serie ist zunächst auf 10 Folgen (Dauer: je 6-7 Min. lang) geplant, zwei gibt es schon.

Wir sollten unsere Mütter befragen, solange sie leben. Denn jede hat ihre eigene Geschichte. Und vielleicht kennen wir sie gar nicht so gut, wie wir denken.

Bitte hier entlang zum weiterhören und abonnieren (nächste Woche geht’s um Schondecken): www.mutti-podcast.de.

[via @lajuliabcn]

John Grant – Entdeckung bei FluxFM Spreeblick

John Grant
John Grant in der Kulturarena Jena, Juli 2014
Die Sendung von Johnny Haeusler «Spreeblick auf FluxFM» gehört zu meinen absoluten Lieblingsradio-Sendungen. Das Einschalten des Streams am Sonntag-Morgen von 10-12 Uhr ist bei mir an Sonntagen, an denen ich zuhause bin, Pflicht. Auch wenn ich den zu interviewenden Gast überhaupt nicht kenne. So auch wieder heute geschehen: John Grant war mir bisher nicht bekannt. Und dann dieses Interview, zwei Stunden, mit diesem überaus sympathischen Gesprächspartner, und mit einer Musik, die es (zumindest für mich) noch zu entdecken galt. Weiter lesen

Digitaler Journalismus: Mehr Chance als Risiko

sz-feuilleton Sehr kluges Feature zum Digitalen Journalismus von Nea Matzen und Olaf Rosenberg im Deutschlandfunk. In der Reihe «NetzKultur!» beleuchten die Redakteurin bei tagesschau.de und der Fernseh- und Onlineredakteur bei arte das Thema unter dem Titel «Medial, digital, genial?». Untersucht werden im wesentlichen drei Aspekte:

  • Die Schnelligkeit: Nachrichten verbreiten sich in Bits und Bytes wie ein Lauffeuer.
  • Die Interaktion: Nutzer und Nutzerinnen digitaler journalistischer Angebote haben ein komplett anderes Selbstverständnis als traditionelle Zeitungsleser, Radiohörer und Fernsehzuschauer und müssen anders einbezogen werden.
  • Die multimedialen Möglichkeiten des Netzes: Sie erfordern ein neues, ein crossmediales Denken in den Redaktionen.

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Vom Leben im Überwachungsstaat

Wortwolke Überwachung
Wortwolke aus dem Text von F. Karig, erstellt mit Wordle
Die schlimmsten Krankheiten sind die, die schleichend daher kommen. Die wir gar nicht bemerken, oder nicht bemerken wollen. Und bei denen es vielleicht zu spät ist, wenn wir sie bemerken. In kluger Analogie befasst sich Friedemann Karig mit der Überwachung, den vom Staat nicht nur geduldeten sondern selbst verschuldeten Überwachungsvirus, der uns alle schon befallen hat. Und der uns noch weiter befallen wird, ohne dass wir absehen können, welche Folgen das haben wird.
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Ferdinand von Schirach: Der Anwalt und die Sprache

Ferdinand von Schirach

Am Sonntag-Morgen hab ich wieder mal meine Lieblingssendung im Radio gehört: Spreeblick auf Flux.fm (die kommt immer sonntags von 10 bis 12 Uhr). Dieses Mal hatte Johnny Haeusler, der morgen übrigens 50 wird, in seiner Interview-Sendung den Anwalt und Schriftsteller Ferdinand von Schirach zu Gast:

Mit seinen Erzählbänden – neben “Verbrechen” auch “Schuld” – hat Ferdinand von Schirach es geschafft, zu einem der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller zu werden. Auch international werden seine Bücher zu Bestsellern. Von der britische Tageszeitung Independent bis zur New York Times gibt es positive Kritiken und Preise. Die ersten Geschichten werden verfilmt. Von Schirach schreibt weiter sowohl Bücher, als auch Essays für den Spiegel. Ferdinand von Schirach lebt und arbeitet als Strafverteidiger und Schriftsteller in Berlin.

Ich hatte zwar zuvor schon viel von ihm gehört («Verbrechen und andere Kleinigkeiten»), hatte von Schirach aber noch nie sprechen gehört. Und von Anfang an zog mich diese Stimme und das, was sie sagte, in ihren Bann. Und ich dachte mir, wenn der Mensch so schreibt wie er spricht, muss es in der Tat eine wahre Freude sein, ihn zu lesen. Gleich am Montag Morgen hab ich mir in der Stabi «Verbrechen» ausgeliehen, und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Sendung von Sonntag kann, wie immer ohne Musik, nachgehört werden:
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Breaking Bad & Co: TV-Serien philosophisch betrachtet

breakingbad-illustrated

Gut gemachte, qualitätsvolle TV-Serien erreichen mittlerweile eine beeindruckende mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Mit großem Interesse habe ich in den vergangenen Wochen die Beiträge auf Deutschlandradio Kultur zum Thema TV-Serien verfolgt, die sonntags von 13:05 – 14:00 Uhr im Philosophiemagazin «Sein und Streit» gesendet wurden. Die heutige Folge möchte ich euch zum nachhören empfehlen, weil quasi Bilanz gezogen wird. In einem 30-minutigen Interview mit der Medienphilosophin Prof. Dr. Christiane Voss (Bauhaus-Universität Weimar) werden drei Serien nochmals kurz vorgestellt und es wird versucht, den Erfolg der Serien philosophisch einzuordnen:

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Nationalbibliothek in Sarajevo – DKultur-Feature zu Geschichte, Politik und Literatur

sarajevo-dkultur

Wer hier schon etwas länger mitliest, wird sich vielleicht erinnern, dass ich vor knapp fünf Jahren von einer Dienstreise nach Sarajevo erzählt habe und von der von den Serben im Krieg mit Phosphorbomben beschossenen Bosnischen Nationalbibliothek berichtet habe:

Aufs Äußerste bewegt war ich, als ich die Bosnische Nationalbibliothek (siehe Foto oben) gesehen hatte, die im Krieg von den Serben mit Phosphorbomben beschossen wurde (weil ganz bewusst die Kulturschätze der Bosnier zerstört werden sollten). Sehr bewegend, was mir Belma hierzu berichtet hatte: dass die Leute in die brennende Bibliothek rannten und halfen, so gut sie eben konnten, Bücher vor dem Verbrennen zu retten.

Zum 100. Jahrestag des Attentates von Sarajevo ist die Bibliothek nun fertig renoviert. Auf Deutschlandradio Kultur gab es dazu gestern ein Feature mit dem Titel «Verbrannte Erinnerung – Die Bibliothek von Sarajevo als Symbol einer wechselvollen Geschichte», das ich mit diesen Worten bewarb:

Und das ist keine Übertreibung. Stefan May hat hier ein sorgsam recherchiertes und sehr gut aufbereitetes Feature geschaffen. Unbedingt 53 Minuten Zeit nehmen und nachhören. Lohnt sich.

Hundert Jahre nach dem Attentat von Sarajevo wurde das Gebäude der Bibliothek, das einst das Rathaus beherbergte, wieder aufgebaut. Der österreich-ungarische Erzherzog und Thronfolger Franz Ferdinand war nach seinem Besuch in diesem Rathaus getötet worden.
[…]
Stefan May ist an zwei entgegengesetzte Enden des alten K.- und K.-Reichs gereist, nach Sarajevo und nach Lemberg. Dort hat er Schriftsteller über ihr kulturelles Selbstverständnis, ihre Sicht auf die untergegangene Monarchie und den Habsburgermythos befragt, der vielerorts seit dem Ende der kommunistischen Regime in Ost- und Südosteuropa aufsprießt. Dazu hat er Schriftsteller aus jenen beiden Nachfolgestaaten getroffen, die noch heute vom Trauma der Zeitenwende nach dem Ersten Weltkrieg geprägt sind: Österreich und Ungarn.

Nachhören kann man das Feature entweder auf der Website von DKultur oder hier:

Medium: MP3
Link: MP3

Wie immer, und man kann DKultur gar nicht dankbar genug sein für diesen Service, gibt es das Ganze auch als Manuskript zum nachlesen (als PDF- oder TXT-Datei).

Grafik: Die Wortwolke wurde mit Voyant-Tools aus dem Mansuskript der DKultur-Sendung erstellt.