Web 2.0 und die kollektive Intelligenz

Datenschutz als Abwägung im Web 2.0
Foto: Pixelkind

Tim O’Reilly, der sich selbst gerne als Erfinder des Begriffes Web 2.0 bezeichnet, wird im Interview mit der Deutschen Welle gefragt, was eigentlich Web 2.0 sei. Er antwortet:

Beim Web 2.0 geht es darum, Anwendungen zu bauen, die das Netz als Plattform nutzen. Und die erste Regel dabei ist, dass die Anwendungen von ihren Nutzern lernen, also besser werden, je mehr Menschen sie benutzen. Beim Web 2.0 geht es um die Nutzung kollektiver Intelligenz.

In der Folge spricht O’Reilly einen Punkt an, der durchaus zutreffen dürfte. Im Konflikt, sich zwischen Datenschutz und Online-Vergemeinschaftung zu entscheiden, werden viele Nutzer Datenschutzbedenken zugunsten der Vorteile einer funktionierenden Community aufgeben.
Das vollständige Interview:
«Es geht um die Nutzung kollektiver Intelligenz».

Wer Tim O’Reilly einmal sprechen hören (und sehen) möchte, kann dies in folgendem kurzen Video (Dauer 1 min.) von LibraryHouseLtd tun:
«Essential Web 2007».
[via zweinull.cc]

Internet, Politik

Die Schrift steht Kopf mit Flip (dılɟ)

¡ɟdoʞ ɯǝp ɟnɐ ʇɥǝʇs ʇxǝʇ ɹǝsǝıp
Als Kinder haben wir Zahlen in den Taschenrechner getippt, ihn auf den Kopf gestellt und versucht damit Text zu schreiben. In Zeiten des Internets gibt es nun ein vergleichbares Tool, das die Welt in den nächsten Tagen vielleicht ein wenig auf den Kopf stellen wird. Stellt euch mal vor, was man hiermit alles anstellen kann.

Ihr könnt mit dem Tool namens Flip

uǝʞɔǝpʇuǝ uǝʌıʇʞǝdsɹǝd ǝnǝu
uǝssɐ1ɹǝʇuıɥ sbo1q uı ǝɹɐʇuǝɯɯoʞ ǝpuǝɥǝʇs ɟdoʞ ɯǝp ɟnɐ
pun pun pun

Schabernack, nichts als Schabernack treiben. Lustig ist es trotzdem. Sollte schonend eingesetzt werden!
[via Downloadsquad]

Internet, Literatur

Letzter Appell an Bundestag zum Urheberrecht

Bitte Mail an den Bundestag einwerfen!
Foto: bies

Als Unterzeichner der Göttinger Erklärung zum «Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft» bin ich auch im Verteiler des gleichnamigen Aktionsbündnisses. Heute früh erhielt ich eine Mail von Prof. Dr. Rainer Kuhlen, dem Sprecher des Aktionsbündnisses „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“, verbunden mit einem Appell heute [update: oder morgen] noch (!) eine E-Mail an die Mitglieder des Bundestages zu senden, um Sie auf meine Haltung zur am Donnerstag im Bundestag anstehenden Entscheidung über die zweite Anpassung des Urheberrechtsgesetzes hinzuweisen.

[Update 3.7.07, 22.30 Uhr: mittlerweile weisen auch netbib und infobib auf diese Aktion hin, und Prof. Kuhlen hat sich hier in den Kommentaren mit einer interessanten „Geschichte aus dem Nähkästchen“ und mit dem Hinweis, dass auch morgen noch E-Mails an den Bundestag geschickt werden können, gemeldet. Ich danke euch allen für eure Teilnahme und für die Weiterleitung dieser Information.]

Normalerweise halte ich nicht viel von solchen Mailings, aber in Anbetracht der Tatsache, dass unsere Volksvertreter dabei sind am Donnerstag einen großen Fehler zu begehen, habe ich sofort eine solche Mail geschickt und möchte diejenigen unter euch, die an einem freien Zugang zu Wissen in Schulen, Hochschulen oder in den Bibliotheken interessiert sind, bitten, sich diesen Text einmal anzusehen und per Mail an die Mitglieder des Bundestages zu schicken. Dass einige der Politikerinnen und Politiker, die nach eigener Aussage nur 1-2mal in ihrem Leben ins Internet gegangen sind, oder nicht wissen was ein Browser ist, hier noch Informationsbedarf haben, das hat man ja in den vergangenen Tagen vielerorts im TV und im Netz erleben dürfen: «Internet-(In-)Kompetenz der Politik».

Im Anschluss also der Text des Aktionsbündnisses Urheberrecht und der Mailtext zum Download in den Formaten RTF (für Word), ODT (für Open Office) oder PDF. …

Internet, Literatur, Politik

Zusehen beim Älterwerden: 8 Jahre in 100 Sekunden


Direktlink YouTube

Unter dem Titel «Living my Life Faster» veröffentlicht Jonathan ein kurioses Foto-Projekt. Acht Jahre lang hat er sich – nach eigener Aussage – täglich fotografiert und die Bilder als Video in 100 Sekunden Schnelldurchlauf zusammen geschnitten. Zusehen beim Älterwerden. Wechselnde Frisuren, Brillen, Bartwüchse fliegen vor den Augen des Betrachters vorbei. Dafür muss Herr Timo aber noch lange knipsen ;-).

Jonathan begleitet sein Projekt mit ausführlichen Informationen auf seiner Website c71123.com, wo er die Bilder im gerafften Überblick (z.B. reduziert auf 7 unterschiedliche Fotos aus den 8 Jahren) zeigt und in zwei FAQs zu seinen Beweggründen für dieses außergewöhnliche Selbstportraitvideo Rede und Antwort steht.

MIKESTAR weist darauf hin, dasss es sogar schon einen Service für solche Vorhaben der ins Video überführten Selbstportraits gibt: flickaday.com, was der ganzen Sache natürlich ihren Charme nimmt. Viel beeindruckender finde ich die fotografische Selbstdisziplin, sich über eine so lange Zeit täglich (oder auch nur beinahe täglich, wie Oliver Gassner hier nachrechnet) abzulichten.

[via ekaabo Blog & twitter von oliverg]

Foto, Video

Neues Layout auf Text & Blog

neue Blogheader auf Text & Blog Wie ihr vielleicht bemerkt habt, hat sich das Design dieses Blogs etwas verändert. Die Blogheader wechseln jetzt, je nach gewählter Seite (je nachdem ob die Startseite, einzelne Artikel oder das Impressum aufgerufen werden).
Ich bin ja kein Freund von ständigen Layoutwechseln, aber nach über zweieinhalb Jahren gleichem Aussehen gibt es nun zum 1. Juli 2007 ein neues Look & Feel auf Text & Blog, bei gleichbleibendem Grunddesign (der Wiedererkennungswert im allzu wuseligen Web ist mir wichtig!).
Ich habe als Basis das minimalistische WordPress-Theme Cutline von Chris Pearson gewählt und es an meine persönlichen Vorstellungen angepasst.
Es ist noch nicht alles fertig, aber funktionieren dürfte Text & Blog auch mit verändertem Gesicht.

Internet, Webdesign

Neunkircher Zoo wirbt mit Kroko-Hund

Der Neunkircher Zoo im Saarland (by the way: der erste Zoo, in dem ich mal war) erfährt momentan weltweite Aufmerksamkeit. Eine von Scholz & Friends entwickelte Outdoor-Werbekampagne lässt die Promotion-Leute mit einem Hund herumlaufen, der gerade von einem Krokodil aufgefressen wird. Die schockierenden Bilder gibt es bei SpinWall und auf Ads of the World zu sehen.
Wird zur Zeit wie wild bei del.icio.us abgelegt und rangiert unter den popular bookmarks, den häufig abgespeicherten Quellen.

[via popurls.com, den Monitoring-Dienst hab ich mal hier vorgestellt.]

Allgemeines

Jörg Fauser: Der Strand der Städte

Elbstrand in HamburgJörg Fauser über den «Strand der Städte»:

Leben als Lust, als Spannung, aber Leben auch als Zwang, als Zwang zur Natur und zur Unnatur, vor allem Leben als Ausdruck, als Ausdruckszwang und Ausdruckslust – es stellt sich mit Terror und Leidenschaft mit Ekstase und Elend auch heute noch nirgend reiner dar als in großen Städten, wo sich in Stein und Fleisch und in Traum und Alptraum die Zivilisationen zergliedern und zerstören.

Der Berliner Alexander-Verlag veröffentlicht im Herbst unter dem Titel «Der Strand der Städte» die gesammelten journalistischen Arbeiten von Jörg Fauser. Am 17. Juli 2007 jährt sich der Tod des vielleicht wichtigsten deutschen Gegenwartsschriftstellers bereits zum 20. Mal. Fauser ist 1987, am Morgen nach seinem 43. Geburtstag, auf einer Autobahn bei München als Fußgänger von einem LKW überfahren worden.

Wer jetzt auf Anhieb mit dem Namen Jörg Fauser nichts anfangen kann, dem sei «Der Schneemann» genannt, den Roman kennen vielleicht Einige durch die gleichnamige Verfilmung mit Marius Müller-Westernhagen. Fauser hat auch Song-Texte geschrieben, unter anderem «Der Spieler» gesungen von Achim Reichel. Ein Experiment der beiden gleichaltrigen Freunde, dass es kurioserweise sogar bis in die ZDF-Hitparade gebracht hat (siehe auch Biografie Achim Reichel auf laut.de).

Charles Bukowski hat, als er vom Tod Fausers erfuhr, in einem Brief an seinen deutschen Übersetzer Carl Weissner geschrieben: «Goodbye, Joe. Ich bin froh, dass wir dich hatten.» Dieses Zitat habe ich heute wieder in einem Artikel von Rainer Weiss gelesen, der in der NZZ an Jörg Fauser als Aussenseiter des literarischen Betriebs erinnert: «Auf den Schattenlinien».

Hamburg, Literatur

2 Millionen Bookmarks bei Mister Wong

Mister Wong - Der nette Chinese bei der deutschsprachigen Bookmarkverwaltung Heute Nachmittag hat der deutsche Lesezeichenverwaltungs-Dienst Mister Wong die Grenze von 2 Millionen online abgespeicherten Lesezeichen überschritten. Herzlichen Glückwunsch zu diesem beachtlichen Erfolg, der zeigt, wie schnell die Möglichkeit auch in Deutschland angenommen wird, Lesezeichen online abzulegen und so von jedem PC aus darauf zugreifen zu können.

Ich habe nur vergleichsweise bescheidene knapp 400 Lesezeichen dazu beigetragen, möchte euch aber trotzdem einmal bei der Gelegenheit vorstellen, wie man diese Lesezeichen in Form einer Wortwolke (tag cloud) präsentieren kann. Zur Erklärung: In einer Wortwolke werden die Schlagwörter (tags), mit denen man seine Lesezeichen ablegt, in unterschiedlichen Größen dargestellt. Sprich: die Schlagwörter, die ich besonders häufig verwende (wie ajax, web2.0 oder webdesign), werden größer dargestellt. So bekommt man recht schnell einen graphischen Überblick über die Inhalte, die ein Benutzer bei Mister Wong ablegt. Alle Wörter sind natürlich verlinkt, das heißt folgt man dem Verweis, werden alle Bookmarks angezeigt, die ein Nutzer unter diesem tag abgelegt hat. Lange Rede, kurze Wolke, so stellen sich die 50 am häufigsten von mir verwandten Schlagwörter dar: …

Informationskompetenz, Internet
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