Was hat der FC Bayern mit Sumatra zu tun?

Ich schätze Torsten Rox als kundigen Romanisten und Software-Experten sowie als ausgewiesenen Rechercheprofi auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Arbeit sehr. Aber sein Fußball-Sachverstand? … Nun ja, ich weiß nicht. Genau heute vor vier Monaten, am 9. April 2007, hat Torsten Rox jedenfalls eine verhängnisvolle Ankündigung in seinem Blog verlautbart:

Bleibt also nur noch der FC Bayern – der Verein wird ja auch dieses Jahr wieder Meister.

Dem habe ich in den Kommentaren widersprochen und es kam zu einer Wette: Gewinnt Bayern noch die Meisterschaft 2006/2007, schreibt Torsten einen Gastbeitrag hier auf Text & Blog, tja, und verliert Bayern die Meisterschaft… doch lest selbst auf Roxomatic, denn immerhin könnte auch die Leserinnen und Leser von Text & Blog der dortige Software-Tipp interessieren:

Dies ist ein Gastbeitrag aufgrund einer verlorenen Fußballwette. Hätte ja nicht gedacht, dass ich es einmal dem FC Bayern verdanken würde, in einem von mir gerne gelesenen Blog, einen Gastbeitrag schreiben zu dürfen. ;-). Doch nun zur Sache:

Da ich mit Torsten Rox nicht nur ein Interesse für die Belange des Breitensports und der Romania teile, sondern wir beide auch ein Faible haben für ressourcenschonende Software, die den Forschungs- und Arbeitsalltag erleichtert, gibt es hier nun einen Software-Tipp.

Weiter auf Roxomatic: «Sumatra: PDF-Dokumente lesen und drucken».

Fußball, Software

Dustin Hoffmann: Glückwunsch zum 70.


Direktlink YouTube

Dustin Hoffmann, der in dieser Szene beweist, dass gute Schauspieler nicht nur dann Humor haben, wenn es gilt, eine lustige Rolle zu spielen, wird heute 70 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

In der NZZ kann man heute (zurecht, wie ich finde) über ihn lesen:

Er ist einer der vielseitigsten Schauspieler Hollywoods und arbeitet mit einer Besessenheit an seinen Rollen, die Regisseure zur Verzweiflung bringt.

Weiter im Artikel «Schauspielern tut nicht weh».

Artikel, Kino, Video

Für Mama, statt Blumen

Bei Mama auf'm Schoss Heute vor 16 Jahren, am 8. August 1991, ist meine Mutter gestorben.
Mit 56 Jahren natürlich viel zu früh.

Auf diesem Foto hier hält sie mich ganz stolz ins Bild. Heute ist es umgekehrt, ich bin stolz auf sie, jeden Tag mehr.

Für dich, Mama, statt Blumen.

Foto

Walk2Web: das Netz zu Fuß erkunden

Walk2Web: das Netz zu Fuß erkunden
Es gibt ja unzählige Visualisierungs-Tools im Netz, mit denen sich die Verbindungen zwischen einzelnen Webseiten graphisch darstellen lassen. Als ich eben auf Download Squad einen Artikel über einen weiteren solchen Dienst gelesen habe («Explore web connections with Walk2Web»), wollte ich Walk2Web schon gar nicht mehr ausprobieren. Zum Glück hab ich es doch getan, denn diese Umsetzung ist a) nett gemacht und kann b) immer noch Aufschlüsse über das geben, was man manuell beim Verfolgen seiner Links und Trackbacks ja auch macht, nämlich die Frage beantworten, auf wen verlinken eigentlich so die Seiten, die ich verlinke bzw. die auf mich verweisen?

Mit Walk2Web kann man also per Fußstapfen durchs Netz wandern, die jeweils angeklickten Seiten eröffnen einen neuen Zweig samt Screenshot, vorgelesenem Blog-Titel inklusive Untertitel (natürlich mit grottiger PC-Stimme und auf den englischen Sprachraum gemünzt, was bei deutschen Blogs meist sehr lustig ist, denn da hört sich zum Beispiel ein vorgelesenes Antiteilchen nahezu sächsisch an 😉 ) und mit automatisch über den Bildschirm gescrollten letzten Blogartikeln. Selbstverständlich zeigt das Tool nicht die wirklich bedeutsamen Verlinkungen unter den Blogs, es ist somit inhaltlich nicht immer aussagekräftig, aber es stellt zumindest eine nette Spielerei mit durchaus explorativem Nebeneffekt dar.

Einfach mal ausprobieren, den eigenen URL eingeben und losstapfen: walk2web.com.

Informationskompetenz, Internet

Social Bookmarking und RSS per Video erklärt

Wenn ich versuche Menschen von den Vorteilen des Social Bookmarkings zu überzeugen, bekomme ich oft als Antwort: «Ja, du bist so ein Freak, für dich ist das was, aber ich brauche das nicht». Das waren auch ungefähr die Antworten, die ich Mitte der 90er Jahre in Bezug aufs Internet bekommen habe. Dann ärgerte und ärgere ich mich auch heute zunächst immer. Nicht über diese Antworten, sondern darüber, dass ich es offensichtlich nicht schaffe, mein Umfeld mit leicht verständlichen Argumenten zu überzeugen.

Viele denken offensichtlich, das Abspeichern von Lesezeichen im Netz wäre zu kompliziert und verwalten die Bookmarks lieber im heimischen Browser. Oder sie befürchten, man mache sich von Dritten abhängig, oder es wäre halt nur etwas für IT-Geeks. Nichts davon ist der Fall. Es bringt – bei allen sinnvollen Bedenken, die man durchaus haben kann – im Prinzip nur Vorteile. Die, die es mal probiert haben und wirklich eine zeitlang getestet haben, bestätigen mir das auch gerne.

Doch was mache ich mit den anderen, wie kann ich jene überzeugen, die bis jetzt von Sozialer Software und der Möglichkeit Lesezeichen online zu speichern, mit anderen zu teilen und dabei neue interessante Ressourcen zu entdecken, nichts wissen wollen? Ich versuche es jetzt mal mit einem Video, das ich heute gefunden habe, und das auf Download Squad mit den Worten vorgestellt wird:
A social bookmarking explanation your mom would understand:

Direktlink zum Video: Social Bookmarking in Plain English
[Edit via Robert: Übersetzte Versionen]

Im Video wird als Service, mit dem man seine Lesezeichen online verwalten kann, del.icio.us gezeigt, wer’s – wie ich – lieber deutschsprachig mag, der kann natürlich Mister Wong nehmen. So oder so: Hauptsache mal ausprobieren. Wirklich. Ist einfach und bringt was.

Auch klasse ist das ebenso von Common Craft erstellte Video zu den Vorzügen von RSS. Da geht’s mir nämlich auch oft so, dass es heißt «Ach, RSS-Feeds, das ist nur was für Experten». Nee, isses eben nicht. RSS ist ein alltagstaugliches, überaus praktisches Werkzeug für alle, die sich im Netz bewegen. Für alle, kein Geek-Zeug. Ehrlich. Nicht mehr lange rumklicken, wo sich was geändert hat, sondern einfach informiert werden, wo’s was Neues gibt, und dann hinklicken. Ist effektiv, spart Zeit und macht zuweilen sogar Spaß. 😉

Update 10:30 Uhr: Wie Peter Turi dankenswerterweise in den Kommentaren ergänzt, gibt es auch deutsche Übersetzungen dieser Videos, und zwar «RSS in verständlichem Deutsch» und «WIKIS in verständlichem Deutsch». Sehr fein, denn das baut ja eine mögliche weitere Verständnishürde ab: die Sprachbarriere.

Informationskompetenz, Internet, Video

Unkluge Ikea-Entscheidung: Ikeahacker geschlossen

IKEA Hacker geschlossen Eine Entscheidung, die zeigt, wie unklug das Beharren auf juristisch korrekten Positionen sein kann: Ikea untersagt Thomas Meyer das Fortführen seines Weblogs IKEA Hacker. Ich hatte das Blog ja hier im Frühjahr vorgestellt: «IKEA-Blog mit originellen Einrichtungsideen». Mit dieser Entscheidung hat der schwedische Möbelkonzern sich keinen Gefallen getan, ganz im Gegenteil.

Worum geht es? Thomas Meyer hat ein privat geführtes Weblog betrieben, indem er und seine LeserInnen Tipps gegeben haben, wie man mit Ikea-Produkten originelle Lösungen für den eigenen Haushalt finden kann. Ganz im Sinne des Ikea-Werbeslogans «Entdecke die Möglichkeiten» gab es zum Beispiel den Vorschlag, wie man den Küchenrollenhalter Grundal zu einem praktischen Laptop-Ständer umfunktionieren kann.

Im Artikel «Möbelhaus duldet keinen inoffiziellen Markenkult» kann nun in der Frankfurter Rundschau nachgelesen werden, dass Ikea hier sein Markenrecht verletzt sieht. Faktisch sind sie damit sicher auch im Recht, aber praktisch? Praktisch hat sich Ikea damit sowas von ins Knie geschossen und auch sein Image beschädigt, weil hier eine sympathische Initiative von Ikea-Kunden, die ja letztlich durch die Tipps auch zum Ikea-Konsum beigetragen haben, beendet wurde.

Ich kann Thomas Meyer verstehen, dass er, um die rechtliche Auseinandersetzung mit Ikea zu vermeiden, sein Blog zum 31.7.2007 geschlossen hat. Ikea jedoch verstehe ich nicht. Anstatt den Mann auf die Gehaltsliste zu nehmen, weil er einen prima PR-Job macht, zwingt man ihn faktisch zum Aus seines Blogprojektes. Daher möchte ich den schwedischen Möbelkonzern nochmal an sein eigenes Motto erinnern «Entdecke die Möglichkeiten» und frage: «Denkst du schon, oder schmollst du noch?».

Update 15:35 Uhr: Ikea-Pressesprecher Andreas Jantke hat sich mittlerweile per E-Mail bei mir gemeldet und gibt zu bedenken, dass es sich hier auch um Bedenken hinsichtlich sicherheitsgefährdender Umfunktionierungen von IKEA-Produkten handele und dass dies – kombiniert mit der Verwendung von Ikea-Logo oder Produktfotos – zum Eindruck führen könne, dass IKEA diese Umfunktionierungen wissentlich billige. Andreas Jantke erwähnt zudem, was natürlich zu loben ist, dass man in der Sache keinen Anwalt eingeschaltet habe, sondern sich direkt mit Thomas Meyer in Verbindung gesetzt habe.

Nun, vielleicht gibt es auch einen Kompromiss in der Sache: eine eindeutige Abgrenzung von der Marke IKEA (die, soweit ich mich erinnere, auf der Seite von Thomas Meyer auch angebracht war), dann eben auch ohne Logo und ohne Original-Ikea-Fotos, sondern nur durch Verlinkung auf die jeweilige Ikea-Produktseite) und im Bedarfsfall einen deutlichen Hinweis auf eine eventuelle Sicherheitsgefährdung (im Sinne von „Nachmachen auf eigene Gefahr“). Ich fände es jedenfalls sehr schade, wenn solch eine gelungene Umsetzung der Idee «Kunden berichten über die mögliche Verwendung von Produkten» einfach so im Sande verlaufen würde.

[via Basic Thinking]

Internet, Literatur

Gedanken über das Sammeln und Speichern

Renate Giacomuzzi stellt in einem lesenswerten Artikel im Literatur-Café das Projekt DILIMAG vor. An der Uni Innsbruck werden dabei «Digitale Literaturmagazine» bibliographisch erfasst und archiviert. Die Germanistin erläutert Hintergründe und Rahmenbedingungen der Langzeitarchivierung von Webdokumenten.

Das menschliche Gehirn ist, beim einen mehr – beim anderen weniger, weder ein verlässlicher noch ein dauerhafter Speicherträger, weshalb der Mensch auch immer schon auf der Suche nach prothetischen Erweiterungen seines Gedächtnisses war. Wer weiß, ob und wer mal was braucht – diese Frage ist die große, manchmal für Außenstehende nicht ganz nachvollziehbare und demgemäß oft belächelte Kraft, die die eifrigen Sammler beflügelt. Doch zum Sammeln braucht es keine Flügel sondern – zumindest für den Sammelbereich, um den es hier geht: Sitzleder plus Computer mit Netzanschluss.

Weiter im Literatur-Café:
«Save oder delete? Über die Langzeitarchivierung von Webdokumenten und Online-Literaturzeitschriften».

Internet, Literatur
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