Ikea: Entdecke die Möglichkeiten!

Wer gestern die Sendung Trackback gehört hat, kennt jetzt den aktuellen Stand zum Thema «Schließung des Blogs IKEA Hacker» (im Podcast [Website nicht mehr online, aber noch zu hören via Archiv-Link Podcast], behandelt von Minute 38-50). Thomas Meyer wird das Blog, das er bis zum 31.07.2007 betrieben hat, nicht mehr weiterführen. Die Firma IKEA Deutschland ist nach wie vor ausdrücklich dafür zu loben, dass sie in diesem Fall nicht die Anwälte bemüht hat, sondern den direkten, wenn auch – so Meyer – nur einmaligen, Kontakt zu dem betroffenen Blogger gesucht hat. Deshalb will ich jetzt auch gar nicht weiter auf die Versäumnisse eingehen, die sich nach Aussagen von Thomas Meyer vor und zu Beginn seines Blogprojektes auch bei IKEA zugetragen haben, sondern verweise hierzu auf den Kommentar von Thomas bei mir im Blog.

Sehr wohl möchte ich aber noch einmal betonen, dass mit mir viele in der Blogosphäre – und sicherlich auch zahlreiche kreative Menschen aus dem Marketing, ja vermutlich sogar die Mitarbeiter von IKEA (siehe hierzu den Kommentar eines IKEA-Mitarbeiters) – enttäuscht sind über die Reaktion von IKEA Deutschland auf den kreativen Umgang mit den Produkten des Möbelhauses in einem privaten Blogprojekt. Da ich selbstverständlich nicht für andere reden kann, stellt das im Folgenden Gesagte nur meinen Standpunkt dar (wer sich anschließen möchte oder gegenteiliger Meinung ist, sei wie immer herzlich in den Kommentarbereich von «Text & Blog» eingeladen, um Stellung zu beziehen).

Allgemeines, Internet

Erdbeben der Stärke 4,7 in Spanien

Vor 10 Minuten meldet die spanische Tageszeitung El País ein Erdbeben in Spanien (4,7 auf der Richterskala) mit Epizentrum in Ciudad Real, doch zu spüren im ganzen Land, und zwar um 9:47 Uhr: «Un seísmo de 4,7 de magnitud sacude la zona centro de España». In den Kommentaren des Artikels melden sich Betroffene aus den verschiedenen Regionen des Landes.
Die spanischen Blogs berichten natürlich früher.

Ein Beben der Stärke 4,7 bedeutet laut Wikipedia:

wird von den meisten Menschen bemerkt; freies Pendel schwingt deutlich; Gläser und Teller klappern, Fensterläden schwingen; abgestellte Autos schaukeln leicht; geringste Schäden.

Update I – 12:10 Uhr: Über den Artikel von David, der hier eben kommentiert hat und sich aus Herencia (Ciudad Real), 25 km vom Epizentrum entfernt, meldet, bin ich auf die Seite des «European-Mediterranean Seismological Centre» gestoßen, wo die detaillierten Daten und Karten zum Erdbeben aufgeführt sind.

Update II – 12:55 Uhr: Die Stärke des Bebens wurde nun auf 5,1 korrigiert.
Diesen Bereich der Richterskala beschreibt die Wikipedia wie folgt:

von allen Menschen mit Schrecken wahrgenommen; viele Menschen verlassen ihre Häuser; Schornsteine können einstürzen; Möbel bewegen sich; einzelne Risse im Putz; es besteht die Gefahr von Verletzungen

Artikel, Spanisch

Rom brennt wieder in Cinecittà

Wer denkt bei dem verheerenden Brand in den Cinecittà Filmstudios in Rom nicht an die Szene aus «Quo Vadis?», in der Peter Ustinov in einer seiner für mich stärksten Rollen den wahnsinnigen Nero gibt und «Rom brennt!» ausruft. Das Feuer, das in Rom in den Filmbauten der britischen Serie «Rom» [sic!] ausgebrochen ist, konnte zum Glück gestoppt werden, ehe es historische Filmbauten zerstören konnte. Digital TV schreibt etwa:

Die Löschtrupps versuchten, ein Übergreifen des Feuers auf andere Film-Sets zu verhindern, was ihnen auch gelang. Etwa die weltberühmten Bauten für William Wylers Epos „Ben Hur“ (1959) mit Charlton Heston sowie Federico Fellinis „Schiff der Träume“ (1983) seien nicht beschädigt worden.

Auf der Suche nach Informationen über den Brand in Rom bin ich noch einmal auf den über fünf Minuten langen Trailer von «Quo Vadis?» gestoßen:


Direktlink YouTube

Ja damals, vor über einem halben Jahrhundert, da hatte man noch Zeit für lange, ausgiebig die neuen technischen Errungenschaften (Technicolor, Massenstatisten-Szenen) lobende Trailer. Herrlich. Und ein Film mit einer Gesamtlänge von 171 Minuten, der darf dann auch mal überfünfminütig beworben werden. Sehenswert!

Kino, Video

Übersetzer-Zentrum auf der Frankfurter Buchmesse

Übersetzer-Zentrum auf der Frankfurter Buchmesse, 10.-14. Oktober 2007
Die Frankfurter Buchmesse widmet sich dieses Jahr im Schwerpunkt bekanntlich der Katalanischen Kultur (siehe hierzu auch meinen Artikel «Tilbert Stegmann: Wer gehört zur katalanischen Kultur?»).
Dies berücksichtigt auch das Übersetzer-Zentrum, alljährlich der Anlaufpunkt auf der Buchmesse für Literaturübersetzer und aller am Thema der Sprachübertragung Interessierten:

Quim Monzó So kommen im Rahmen der vielfältigen Veranstaltungen des Übersetzer-Zentrums der in meinem oben zitierten Artikel bereits erwähnte katalanische Kultautor, La Vanguardia-Kolumnist und Comic-Zeichner Quim Monzó (s. Foto rechts) mit seinem französischen Übersetzer Edmond Raillard und seiner deutschen Übersetzerin Monika Lübcke zusammen (Samstag, 13.10.07, 13.30 Uhr). Aber auch die mich so sehr faszinierende baskische Sprache kommt nicht zu kurz (etwa in Programmpunkten wie «So nah und doch so fern? Die baskische Sprache ‚Euskera‘ & ihre Nachbarn»), von sich gegenseitig übersetzenden Dichtern aus der Schweiz und Katalonien wird die Rede sein und dem Literaturkritiker Denis Scheck (vielen bekannt durch seine ARD-Literatur-Sendung druckfrisch) wird für sein Engagement für die Belange der Literaturübersetzer die Übersetzerbarke des VdÜ überreicht werden. Vom 10.-14. Oktober 2007 gibt es ein Füllhorn von Veranstaltungen rund ums Thema Literaturübersetzung.

Ich habe heute auf der Website literaturuebersetzer.de, die ich für den Verband der deutschsprachigen Literaturübersetzer betreue, das Programm des Übersetzer-Zentrums der diesjährigen Frankfurter Buchmesse eingebaut. Schaut’s euch mal an und wenn ihr auf der Buchmesse seit, dann sollte euer Weg unbedingt auch ins Übersetzer-Zentrum in Halle 5.0 führen.

Literatur, Spanisch, Übersetzen

Text & Blog hat nie und nimmer zugestimmt

'Text & Blog' in Software 'Blog-Blaster'

Auch wenn es offensichtlich anders lautende Erklärungen von Seiten Sebastian Foss‘ bzw. von seinem Anwalt gibt: Nein, ich habe natürlich nicht zugestimmt, im Kommentarbereich meines Blogs ungefragt Werbung zu erhalten. Einen ungeheuerlichen Missbrauch von Daten hat Mario Sixtus aufgedeckt. Mario war so nett und hat mir gerade auf meine Anfrage hin diesen Screenshot geschickt, der beweist, dass auch «Text & Blog», das unschuldige Blog am Rande der Blogosphäre, im ominösen Datenpool der Spamsoftware ‚Blog-Blaster‘ gelistet ist.
Doch lest selbst bei Mario:
«Wir alle haben Kommentarspam zugestimmt, sagt Sebastian Foss».

Internet, Software

Ikea versus Blogger bei Trackback

Trackback
Meine Hörempfehlung für morgen nachmittag (Samstag, 18:00-20:00 Uhr):
Die Sendung Trackback auf Fritz-Radio. Es könnte sein, dass ihr in der zweiten Stunde dort jemanden hört, den ihr kennt bzw. regelmäßig lest. 😉
Es geht in der mit «Alles, was Recht ist?» betitelten Sendung unter anderem um «Ikea versus Blogger», aber auch darum:

In dem Umfeld wollen wir uns gleich noch einmal mit dem Themenkomplex “Abmahnung” befassen und auf ein ungewöhnliches Urteil eingehen, bei dem es (um) Tauschbörsen ging. Diese Ansammlung von juristischen Fragen führt dazu, dass wir 3 Rechtsanwälte in der Sendung haben werden. Ein neuer Rekord! =)

Empfangsmöglichkeiten für die Hörerinnen und Hörer außerhalb des Berliner Sendegebietes: Frequenzen oder live im Netz hören: im Real Player- oder im Windows Media-Stream. Wer die Sendung verpasst, zum Beispiel weil er oder sie die Sportschau schaut, kann natürlich auf den Podcast zurückgreifen…

Update 21:30 Uhr: …der jetzt auch online ist, die Sendung ist als mp3 auf Trackback zu hören. Die 2h wurden auf [01:06:32hm] zusammengeschnitten.
Wie ihr durch obigen Text unschwer erahnen konntet, und wie es auf Trackback in der heute aktualisierten Sendeankündigung zu lesen war, war ich einer der Interviewgäste der Sendung. Die Ikea-Geschichte wird von Minute 38 bis Minute 50 behandelt. Hätte man meine zahlreichen Ähms noch rausgeschnitten wäre der Beitrag zum «Ikea Hacker» wahrscheinlich ungefähr 10 Minuten lang geworden. 😉 Doch … ähmhört selbst.

Internet, Politik, Radio

Están vivos! – Sie leben noch 2.0

días estranhosIn den letzten Tagen sind so viele Menschen aus dem Filmbereich gestorben, dass man kaum noch hinterherkommt, sie zu betrauern: Mühe, Bergman, Antonioni, gestern auch noch Plenzdorf. Manchmal weiß man ja bei Namen, von denen länger keine Rede mehr war, gar nicht mehr, ob sie überhaupt noch leben. Dem will jetzt Martin Pawley in einem der meist gelesenen galizischen Blogs días estranhos (seltsame Tage) entgegenwirken und sammelt die Namen von Schauspielern, Regisseuren, Produzenten etc., die noch leben:
Están vivos! (v2.0).
Alle mit Geburtsjahren vor 1930, ihre Namen verlinkt mit der IMDB. Dort zu finden sind noch zum Beispiel Shirley Temple, Deborah Kerr, Luise Rainer, Stanley Donen, Luis García Berlanga oder Andrzej Wajda. In den Kommentaren ergänzt jemand Johannes Heesters. Schaut mal rein: Sie leben noch 2.0.

[via Libro de notas]

Internet, Kino, Spanisch

Ikea versus Blogger – ein Zwischenfazit

Nachdem die Auseinandersetzung zwischen dem schwedischen Möbelhaus und dem Blogger Thomas Meyer um dessen Blog IKEA Hacker immer weitere Kreise zieht (heute berichtet zum Beispiel Spiegel Online unter dem Titel «Ikea-Hacker basteln bunter»), möchte ich ein kurzes Zwischenfazit ziehen:

Aufgrund meines Artikels «Unkluge Ikea-Entscheidung: Ikeahacker geschlossen», über den ich sowohl IKEA, als auch den betroffenen Blogger per E-Mail informiert hatte, haben sich erfreulicherweise beide bei mir gemeldet. Zuerst der IKEA-Pressesprecher Andreas Jantke, der mir in einer ausführlichen E-Mail durchaus nachvollziehbar die Gründe der Haltung seines Hauses geschildert hatte, als auch der Blogger, der sich in seinem Kommentar genauso wie die Blogcommunity darüber freut, dass IKEA hier nicht gleich juristische Schritte eingeleitet hat, der aber auch enttäuscht ist, dass man sich nach der Aufforderung, Markenrechte in seinem Blog nicht zu verletzen und die Domain ikeahacker.de, die den Namen IKEA enthält, nicht weiter zu führen, nicht mehr bei ihm gemeldet habe. Auch nicht, nach der Kontaktierung des Pressesprechers durch die Frankfurter Rundschau und der anschließenden Veröffentlichung des dortigen Artikels «Möbelhaus duldet keinen inoffiziellen Markenkult».

Ich kann nur hoffen, dass beide Parteien die nun bestehende Chance nutzen werden, und dass dieser Konflikt, der keiner bleiben muss, in eine Win-Win-Situation münden wird. Thomas Meyer könnte gewinnen, indem er die momentan bestehende Publicity für einen Neuanfang des Blogs unter Berücksichtigung der von mir skizzierten Kompromisspunkte nutzt (Respektierung der Markenrechte, keine Verwendung von Ikea-Produktfotos, Sicherheitshinweis bei gefährlichen Bastelanleitungen) und IKEA könnte gewinnen, indem sie der interessierten Öffentlichkeit (und ihren Mitarbeitern) beweisen, dass sie einer sympathischen und zugleich umsatzfördernden Blogidee im Sinne ihres Firmenmottos («Entdecke die Möglichkeiten») nicht im Wege stehen.

Nun heißt es abwarten: Entdecken beide Seiten tatsächlich Ihre Möglichkeiten? Zu hoffen wär’s.

Internet
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