Von bleibenden Blogs, zu feierndem Twitter und kommendem Google+

Nein, niemand soll denken, nur weil es hier gerade etwas stiller wird, ich wäre schon in Urlaub oder würde das Blog sonst irgendwie vernachlässigen. Die Gründe liegen woanders: Erstens schreibe ich ja immer auch in anderen Blogs, wie z.B. jeden Freitag bei Twitkrit – dazu gleich mehr – und außerdem bin ich zweitens gerade heftigst am Austesten von Google+.

Doch keine Angst: Genau so, wie ich damals beim Aufkommen von Twitter das Blog auch fleißig fortgeführt habe – als viele schon voreilig schrien: «Blogs sind tot!»–, gebe ich so eine wertvolle Schatzkiste wie mein Blog nicht wegen eines neuen Trends in der Social Media Kommunikation auf. Als neugieriger Mensch und aus diversen beruflichen Gründen, muss ich mir aber die Zeit nehmen, Google+ auf Herz und Nieren zu prüfen. Dass ich das tue, ist sinnvoll, denn ohne Zweifel, entsteht da gerade etwas Wichtiges.

Damit hier aber niemand von interessanten Infos ausgeschlossen wird, der noch nicht bei G+ ist oder dort nicht zu meinem Netzwerk gehört, hier ein paar Tipps, die ich heute dort gepostet habe:

Bluesky, Internet, Literatur

Google+ im ZDF-Morgenmagazin

Guter Beitrag im ZDF-Morgenmagazin. Ich finde, Sonja Schünemann, macht das immer ganz gut, dem TV-Publikum neue Dienste leicht verständlich näher zu bringen. Hat sie ja bei Twitter letztes Jahr, bei der Vorstellung meines Roland-Koch-Tweets im ZDF-Mittagsmagazin, auch schon gezeigt. 😉

Ich bin selbst auch ganz angetan von Google+. Es ist ja noch in einem sehr frühen Beta-Stadium, außer den üblichen Verdächtigen, den Early Adopters, die sich neue Webdienste immer rasch anschauen, sind noch wenig Menschen drin. Der Andrang ist riesig. Google drosselt die Zulassung der Einladungen, die jeder Nutzer verschicken kann iund führt täglich kleine Neuerungen, Veränderungen ein. Google+ hat, mit der geballten Netzmacht von Google und der Verknüpfung von zahlreichen bereits stark genutzten Diensten dahinter, durchaus Potential und wird sehr schnell immer weitere Nutzer anziehen. Mich erreicht man bei Google+ unter der Kurzardresse https://textundblog.de/+ Wie das mit der Erstellung eines Google+-KurzURL geht, erklärt Perun in diesem Posting.:

Mein Profil mit meinem dortigen persönlichen Stream (= Abfolge der Meldungen und Links, die ich dort zur Zeit testweise poste) kann man sich auch ansehen, wenn man nicht bei Google+ angemeldet ist.

Internet, Software

Deutschlandquer – die Waldläufer erkunden den Eifelstieg

Eifelsteig - Screenshot aus dem Film über die 2. Wandertour

Felix Haupts ist ein lieber Mensch, mit dem ich im beruflichen Kontext von cibera sehr gut und sehr gerne zusammengearbeitet habe. Er hat in diesem Frühjahr mit seinem Vater ein Wanderblog mit dem schönen Namen Deutschlandquer aufgemacht. Das Ziel der Waldläufer ist es, ich zitiere aus dem Startartikel vom April:

…eine neue Art der Dokumentation mehrtägiger Wanderungen zu entwickeln, bei dem das Gefühl des „draußen Lebens“ vermittelt wird.

Und ich finde, dieses Gefühl vermitteln sie sehr gut. Es sind professionell festgehaltene (kein Wunder: Felix‘ Vater, Markus Belde, ist freiberuflicher Kameramann und Cutter), und doch ganz und gar unaufgeregte Filme, die Details im Bild festhalten, wie man sie nur erleben kann, wenn man mit der nötigen Ruhe unterwegs ist.

Im 2. von 3 Teilen nehmen die beiden Milagros mit, die eigentlich eher die peruanischen Anden gewohnt ist:

Auf unserem zweiten Teil des Eifelsteigs ist Milagros mit dabei. Sie kommt zwar aus den peruanischen Anden und hat mit ihrem Vater schon viele Wandertouren gemacht, allerdings trugen Maultiere das meiste Gepäck. Diesmal muss Milagros ihre 15 Kilo Gepäck selber, 5 Tage lang und mehr als 120km über den Eifelsteig tragen und lernen, dass das „Wandern“ manchmal auch mit „Qualen“ verbunden ist.

Alle Infos und Karten gibt es auf Deutschlandquer. Wer die erste Tour und die Vorbereitung auf die zweite Wanderung sehen möchte, und wer schon neugierig darauf ist, was Teil drei der Eifelstieg-Wanderungen der Waldläufer bringen wird, sollte bei Deutschlandquer vorbei schauen und das Blog in seinen Feedreeder aufnehmen.

Internet, Literatur, Video

ByteFM: Mobiles Webradio mit Zugriff aufs Archiv

Den Webradiosender ByteFM habe ich hier schon vor dreieinhalb Jahren zu seinem Start vorgestellt. Wer mal reinhören mag, klicke auf den rechten ByteFM-Player. Nachdem ich den Sender mehrmals die Woche höre (und fast immer mit großer Begeisterung), war es an der Zeit einmal mehr zu tun, als ByteFM immer nur im Blog, auf Facebook oder Twitter zu loben und weiter zu empfehlen.

Viel zu lange habe ich gewartet, den Sender auch dadurch zu unterstützen, dass ich ByteFM-Freund werde. Für nur 50 € / Jahr (erm. 30 €) wird man Mitglied im «Freunde von ByteFM e.V.» und erhält exklusiven Zugriff auf das komplette Archiv. Warum das – neben der sinnvollen Unterstützung für ein qualitativ wertvolles Radio – praktisch ist? Man kann die Sendungen dann hören, wenn man Zeit hat, und nicht bloß, wenn sie ausgestrahlt werden. Zum Beispiel startet morgen die Themenwoche Synthpop, zu deren Terminen ich nie Radio hören kann, deren Thema mich aber brennend interessiert:

30 Jahre ist es her, dass Bands wie Depeche Mode, Heaven 17, The Human League oder OMD ihren Durchbruch feierten und den Sound von Synthesizern endgültig in die DNS der Popmusik einführten.

Im ByteFM Programm vom 11. bis zum 17. Juli geht es um Musik von Vorläufern und Pionieren, um Experimente und Hits, um Meilensteine, vergessene Perlen und die Folgen der Synthpop-Revolution. Von Pierre Henry bis Kraftwerk, von George Duke bis Georgio Moroder, von The Normal bis Ladytron, von den Düsseldorfern Propaganda bis Hot Chip.

byte:FM auf dem iPhone Da ich eh fast immer Radio höre, wenn ich online bin, ist der Webempfang des Hamburger Senders geradezu ideal. Natürlich kann man ihn auch mit sämtlichen mobilen Endgeräten und Playern hören. Auf dem iPad und iPhone kann man das Programm mit der ByteFM-App verfolgen.

Für’s iPad hab ich noch die besondere Empfehlung, den Sender in die Favoritenliste der für mich besten Radio App Tunemark Radio aufzunehmen (bei Vorstellung hier im Blog noch kostenlos, jetzt immer noch gnadenlos günstig für 0,79 €). Als Streamadresse für diese und andere Player http://www.byte.fm/stream/bytefm.m3u oder http://www.byte.fm/stream/bytefm.pls eintragen. Das Beste: man kann ByteFM im Hintergrund laufen lassen und auf dem iPad weiter arbeiten. Sehr praktisch wenn man den Tunemark Radio im Vordergrund laufen hat: die Cover der gespielten Titel samt Titelinfo werden fortlaufend eingeblendet. Wie das ausschaut, zeigt dieser Screenshot:

byte.FM auf dem iPad: Tunemark Radio

Internet, Musik, Radio, Software

Wer liest was warum? Fünf Bücher

QR-Code mit Verweis auf eine Website, auf der ich demnächst auftauchen werde. Ich hab vom letzten Wochenende noch ein QR-Code-Rätsel aufzulösen. Bei der Vorstellung der QKies hab ich ja einen QR-Code abgebildet, der auf eine Website führt, auf der ich etwas Persönliches vorstelle. Der im verpixelten Quadrat verschlüsselte Link führt zum Projekt Fünf Bücher, bei dem Menschen fünf Bücher vorstellen, die ihnen wichtig sind. Gestern war ich dort an der Reihe. In schwarz/weiß zu sehen, verrate ich meine fünf Bücher und sage, warum ich sie für wichtig halte.

Fünf Bücher

Ich finde die Idee der persönlichen Literaturvorstellung ganz großartig. Und nicht bloß, weil ich die Ehre hatte angefragt zu werden. 😉 Es ist einfach toll zu lesen, warum Menschen welche Bücher für sich selbst als bedeutend einschätzen und wie sie das kurz begründen. Das ist auch interessant bei Personen, die man gar nicht kennt.

Literatur

Gestern am Millerntor: FC St. Pauli – Bröndby Kopenhagen

Gestern beim Testspiel des FC St. Pauli gegen den dänischen Erstligisten Bröndby Kopenhagen. Mein erstes Spiel, das ich von der Gegengerade aus gesehen habe. Anbei ein schönes Foto vom sonnigen Nachmittag. Ich poste dieses Foto obwohl man laut Stadionordnung keine Bilder ohne Erlaubnis des Vereins veröffentlichen darf (eine Anordnung, die keinerlei nachvollziehbare Grundlage hat, denn ich darf im öffentlichen Raum Bilder machen und diese auch privat publizieren). Für diese Fan-Gängelung habe ich kein Verständnis.

Zur neuen, alten Mannschaft kann ich sagen, dass das schon ganz viel versprechend aussah, obwohl so ein Testspiel natürlich keinen echten Aufschluss gibt. Die Trainer (auf obigem Foto auch zu sehen) waren engagiert bei der Sache und haben sich viele Notizen gemacht. Wir haben 2:0 gewonnen. Spielbericht im Kicker: St. Pauli schlägt Bröndby.

Freue mich schon auf den Saisonstart in die 2. Liga, bei unserem „Heimspiel“ in Lübeck gegen den FC Ingolstadt. Samstag, 16. Juli um 13 Uhr starten wir in die 2. Liga. Bin gespannt, wie es wird. Gestern konnte man vorsichtig optimistisch sein, dass wir dort keine schlechte Rolle spielen werden.

FC St. Pauli, Foto, Fußball

Tagebücher von Erich Mühsam

Dies twitterte ich gestern, und da ich weiß, dass nicht alle meine Blogleser auch meine Tweets verfolgen, möchte ich die Tagebücher von Erich Mühsam auch im Blog vorstellen:

Mein Tweet zu den Mühsam-Tagebüchern

Schon der Anfang erinnert beinahe an den zögerlichen Start eines Blogs. Er kauft sich im Sommer 1910 ein leeres Heft und beschreibt es auf der ersten Seite mit den Worten: „Ich werde schwerlich jeden Tag zu Eintragungen kommen – und jedenfalls kaum je zu ausführlichen.“. Doch das sollte alles ganz anders kommen. 7.000 Seiten sind von dem, was er beschrieben hat, erhalten geblieben und sind nun online zugänglich. Abfragbar nach Stichworten, mit Register und Erläuterungen zu den schwer verständlichen Begriffen und zum Hintergrund.

Erich Mühsam. Foto: Wikipedia Eine Leseprobe aus den frühen Jahren, wo es unter anderem auch ums Geschäftliche ging. Am 13. August 1913 schrieb Mühsam in sein Tagebuch:

Jetzt begann der Berliner Betrieb mit seiner Geschäftigkeit und Nervosität, erschwert immer wieder durch die bodenlose unerhörte Hitze, die uns schon ganz hat vergessen lassen, was Regen überhaupt ist. Lotte sah ich täglich im Café, und sie war nett und ungeheuer lieb mit mir, besonders wenn wir allein waren. Sonst durfte nichts Auffälliges geschehn, da Strich viele Freunde hat. – Ich war also draußen in Waidmannslust, am andern Tage suchte ich die Herren Eckert und Co (die Compagnie heißt Schwartzkopf) auf, und nun hatte ich mit der Bande genug zu tun. Es wurde geschachert und gehandelt, und das Ergebnis ist, daß ich jetzt einen Kontrakt in der Tasche habe, nach dem ich das Buch „Glaube, Liebe, Hoffnung“ an den Verlag für 500 Mk mit allen Rechten (außer dem Aufführungsrecht) abgebe. Leider erhalte ich erst 50 Mk, da die Gesellschaft einen großen Dalles zu haben scheint. Ich hörte zu, wie Schwartzkopf am Telefon einen Geldgeber bewegen wollte, für die Sache Geld zu lockern und wäre vor Lachen fast geborsten, wie er die Aussichten übertrieb, erlogene Zahlen nannte und dgl. – Ich betrachte das Geld als gefunden, da ich längst verzweifelt hatte, für die Arbeit noch mal Geld zu sehn. Von der Deutschen Montagszeitung holte ich mir 25 Mk, die, was ich garnicht wußte, für mich noch gut waren. Die 100 Mk vom alten Verlag des Blattes, hieß es, seien auch ganz sicher. Tant mieux.

Foto: Wikipedia

Der Freitag hat vollkommen recht, wenn er im Artikel Zurück im Hypertext schreibt: Literatur im Netz ist kein toter Hund.

Die Online-Edition von Chris Hirte und Conrad Piens in Kooperation mit dem Verbrecher Verlag Berlin ist ein tolles Projekt zur Bewahrung von Literatur. Von einer ganz persönlichen Literatur, die uns die fast 100 Jahre zurückliegende Zeit sehr erlebbar macht. Zum Lesen und Stöbern bitte hier entlang: Tagebücher von Erich Mühsam.

Update 10.7.2011: DRadio Kultur: Lebenschronik eines Anarchisten

Akribisch notiert Erich Mühsam Tag für Tag die Namen derer, die er täglich im Stammlokal der Bohème, der Torggelstube, angetroffen hat. Es ist ein Who is Who der damaligen Kulturszene, das dort verkehrt: Wedekind, Feuchtwanger, Fridell, Roda-Roda, Waldau, Oppenheimer, Moissi, Thoma. Und Mühsam kennt sie alle, wird von allen gekannt. Auch wenn sein beruflicher Erfolg als bekennender Anarchist im ausgehenden Kaiserreich gebremst ist und er dem Tagebuch regelmäßig seine permanenten Geldnöte klagt.

Literatur
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