Musste gerade herzhaft lachen, als ich den Artikel «Wege aus dem Suppenkoma» auf monster.de gelesen habe. Dort heißt es:
Regelmäßig nach dem Kantinengang stellt sich in deutschen Büros das Suppenkoma ein – die Müdigkeit nach dem Mittagessen. In den Wintermonaten ruft der Körper besonders laut nach einer Siesta. Mit der richtigen Ernährung und regelmäßigen Pausen lässt sich dem gegensteuern.
Genial finde ich den letzten Satz des suppenkomatösen Arbeitsratgebers:
Gute Arbeit hängt nicht von der Zeit ab, die man am Schreibtisch verbringt, sondern von der Qualität.
Ich bin beeindruckt von dieser Musik-Box der Pandora: man tippt einen Lieblingssong ein oder eine/n Gruppe/Interpreten, die man gerne hört, und lauscht den automatisch generierten Vorschlägen, die in meinem Test mit INXS meinen Geschmack ganz gut getroffen hatten.
Zum Ausprobieren bitte hier entlang: Pandora.
Zum Studieren der Hintergründe kann man einen Artikel bei ComputerBase lesen: «Pandora: Musik nach dem eigenen Geschmack».
Und wer des Spanischen mächtig ist, kann Juan Varelas Kurzvergleich von Pandora und Last.fm lesen: «¿Pandora o Last.fm?», durch den ich heute erst wieder auf Pandora aufmerksam wurde.
Über die Planungen zur Digitalisierung der spanischen Zeitschrift «Triunfo» habe ich bereits vor über einem Jahr auf «Text & Blog» berichtet.
Heute stellt «El País» (die leider immer noch nicht verlinken können !) seinen Online-Lesern das mittlerweile bis zum Jahrgang 1976 komplett digitalisierte Archiv der Filmzeitschrift vor, die in den Jahren von 1962 bis 1982 stets auch die Zeitgeschichte reflektiert hatte und sich zunehmend neben dem Kino auch der Politik gewidmet hatte:
La revista Triunfo, que se publicó desde 1962 a 1982, y fue referente de la resistencia intelectual al franquismo reaparece en versión digital (www.triunfodigital.com). En su origen fue un semanario cinematográfico, después pasó a la información general y poco a poco se fue orientando hacia la política.
Komplett recherchierbar stellt das von der Universität Salamanca ins Leben gerufene Digitalisierungsprojekt – trotz fehlendem Volltextzugang – eine wichtige Recherchequelle zur jüngeren spanischen Geschichte dar. Alle Seiten sind im jpg-Format einseh– und ausdruckbar. Da ich meine Doktorarbeit über Luis Buñuel schreibe, hab ich gleich mal nach dem in Spanien geborenen und später nach Mexiko ausgewanderten Regisseur recherchiert und bin auf den Artikel «Tristana – o Gallos querían cantar» gestoßen. Folgende Zeilen in der 1969-er Ausgabe von «Triunfo» eröffneten damals den Artikel zu Buñuels Film Tristana, dessen Realisierung in Spanien ein ganz besonderes Projekt für den zu jener Zeit schon seit über 20 Jahren in Mexiko lebenden Regisseur war:
Ocho años después de «Viridiana», treinta y siete después de «Las Hurdes», Buñuel rueda su tercer film español. […]
1984 landet die spanische Gruppe «La Unión» mit «Lobo hombre en París» einen Riesenhit und bleibt damit 11 Wochen an der Spitze der Charts. Ich habe dieses Lied erst Ende der 80er Jahre zum ersten Mal gehört, doch seither ist es mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Gerade eben habe ich es per Zufall auf YouTube entdeckt. Man kann dort eben so herrlich videoschmökern.
Wenn man dann ein bisschen nach «La Unión» recherchiert, um zu erfahren, was die heute so machen, findet man eine elektronisch aufgemöbelte Remix-Version «Lobo Hombre en Paris 2006», die sich La Union getrost hätte sparen können. Dann schon lieber das grell-bunte Video «Vuelve el amor». Der Titel erschien 2002 auf der Platte «El Mar de la Fertilidad» und ist schön schräg wie die frühen Almodóvar-Filme ist, auch wenn die Ästhetik sich mehr zwischen schlechtem Warhol und schäbiger Werbung für Handys bewegt.
Aber mit «Lobo hombre en París» hat sich «La Unión» in das musikalische Gedächtnis des spanischen Pops eingeschrieben, und da bleibt die Gruppe, die sich selbst als «supervivientes de los 80» (dt.: «Überlebende der 80er») bezeichnet, auch – trotz aller Verfehlungen der Neuzeit.
Was geschieht morgen mit den Daten von gestern und heute? SWR2 – Wissen berichtet über Archive von morgen.
KOPAL – Ein nationales Gedächtnis für deutsche Bibliotheken. Bücher sind geduldig. Sie überdauern Jahrhunderte und bleiben für jede Generation lesbar. Mit digitalen Informationen, etwa auf CD-ROMs oder Festplatten, ist das anders. Viele können bereits auf dem nächsten Computer nicht mehr geöffnet werden. Zudem ist die Haltbarkeit dieser Speichermedien ungewiss.
Die SWR2-Sendung kann bei podster.de als mp3 heruntergeladen und angehört werden.
Informationen zur Langzeitarchivierung KOPAL finden sich hier.
Golem weist auf das Buch «Wiki. Web Collaboration» hin, das der Springer-Verlag kostenlos zum Download anbietet:
Nicht zuletzt durch den Erfolg der Wikipedia hat das Wiki-Prinzip enorm an Popularität gewonnen. Doch Wikis lassen sich in vielen Bereichen sinnvoll einsetzen. Einen Einstieg in das Thema und insbesondere die Software MediaWiki und TWiki bieten Anja Ebersbach, Markus Glaser und Richard Heigl in ihrem Buch „Wiki. Web Collaboration“, das im September 2005 bei Springer erschienen ist.
Die einzelnen englischsprachigen Kapitel zu den wichtigen Themen Wiki-Konzept, zur konkreten Installation und zur Administration können auf den Springer-Seiten als pdf heruntergeladen werden.
Dan Gillmor, Profi-Blogger und Journalist, Autor des Buches «We the Media», das bei O’Reilly im Open Book-Format eingesehen werden kann, steht Mario Sixtus in der 10. Folge des Elektrischen Reporters (ER) Rede und Antwort. Dieser Ausdruck passt wortwörtlich zum Stil der ER-Beiträge, weil Mario Sixtus seine Interviewpartner oft in einer Mischung aus Redebeiträgen (meist aus gehaltenen Vorträgen) und direkten Antworten im Interview zu Wort kommen lässt.
„Meine Leser wissen immmer mehr als ich“, sagt Journalist und Autor Dan Gillmor. Konsequenterweise veröffentlichte er sein Buch „We the Media“ zunächst etappenweise in seinem Blog und nutzte so seine Leserschaft als Lektorat.
Gillmors Kernthese lautet: In einer Welt, in der jeder, der will, publizieren kann, muss sich Journalismus vom Vortragsmodell lösen und zu einem Gespräch werden. Medienmacher müssen auf die Stimme ihres vormals stummen Publikums hören und sie in den journalistischen Prozess integrieren.
Was ich wichtig finde ist, dass Gillmor betont, dass die Veränderungen der Massenmedien einen andauernden und langwierigen Lernprozess mit sich bringen, indem wir uns ja gerade alle befinden. Da wird kein Hebel umgelegt und es heißt – schwupp – nun gibt es Bürgerjournalismus. Doch niemand wird mehr ernsthaft leugnen wollen, dass der Begriff der Massenmedien in Zeiten der breitgestreuten Publikationsmöglichleiten des Internets nicht mehr nur auf die Rezipienten, sondern eben auch auf die Produzenten von Information bezogen werden muss. Was wir nach wie vor brauchen – egal in welcher Form oder durch welchen Personenkreis vertreten – sind Filter für die Konzentration aufs Wesentliche.
Während an diesem Wochenende in Deutschland bei frühlingshaften 18 Grad viele Weihnachtsmärkte meteorologisch und stimmungsmäßig leicht deplaziert wirken – und doch irgendwie die Weihnachtszeit einläuten – geht für viele Spanier die (Vor-)Weihnachtszeit erst los, wenn Freixenet seine berühmten Weihnachtsspots schaltet. So erzählt zum Beispiel Manuls in «¡Vaya Tele!» (einem der vielleicht besten spanischen TV-Blogs):
Recuerdo que cuando era pequeño mi madre me decía: «Sabes que la Navidad está llegando cuando aparece el anuncio de Freixenet».
dt.: Als ich klein war, hat meine Mutter einmal gesagt: «Weißt du, Weihnachten ist nicht mehr weit, wenn die Freixenet-Werbung zu sehen ist».
Zu sehen ist in den Werbefilmen der katalanischen Sektmarke immer ein Paar, bestehend aus einem internationalen und einem spanischen Star. Das Freixenet-Weihnachts-Werbepaar werden dieses Mal Gwyneth Paltrow und der spanische Tänzer Angel Corella sein. Das klug gehütete Werbegeheimnis, wie der Spot wohl aussehen mag, wird am Mittwoch, dem 29. November ab 22 Uhr gelüftet, wenn die neue Freixenet-Werbung zentral zur Ausstrahlung freigegeben werden.
Man darf gespannt sein, wie lange es dauern wird, bis der 2006er Spot auf YouTube zu sehen sein wird. Vor Mittwoch keinesfalls. Solange kann man in den Vorgängern stöbern. Meinen Geschmack treffen sie größtenteils nicht. Werbekulturgeschichte sind sie allemal. Und in obigem Freixenet-Special-Spot von 1999 ist gleich zu Anfang eine in 16:9-Format [;-)] bildschirmfüllende Montserrat Caballé zu bestaunen und eine ganze Reihe weiterer spanischer Künstler: Carlos Nuñez (ab 1’27), Cristiana Pato (ab 2’41 in einer rot-grün-Farbkombination zu sehen, auf die Claudia Roth neidisch wäre), Ketama (ab 3’49) und viele weitere.