Reconquista: Google News in USA auf Spanisch

Google Noticias Als Liebhaber der spanischen Sprache, der zudem lange in Spanien und Mexiko gelebt hat, freue ich mich die ständig steigende Bedeutung des Spanischen in der Welt zu beobachten, vor allem auch auf dem Gebiet der USA. Die Rückeroberung von ehemals mexikanischem Gebiet, das der US-amerikanische Staat den Mexikanern einst für’n Appel und ’n Ei abgekauft hat, ist heute sozusagen eine Reconquista über die Sprache.

Selbstverständlich wird diese Rückeroberung nicht nur im Land selbst immer spürbarer, sondern auch im Netz. Etwa in einer facettenreichen und äußerst aktiven spanischsprachigen Blogosphäre und in immer mehr zentralen Netz-Diensten, die zunehmend auch in den USA auf spanisch angeboten werden. Über das neueste Beispiel dieser Entwicklung hat mich gerade eben ein Freund aus San Francisco informiert: Google-News gibt es nun auch für amerikanische Nachrichten in spanischer Sprache: Google Noticias.
Nicht zu verwechseln mit dem spanischen und mexikanischen Portal von Google News über die dortigen nationalen Nachrichten. Nein, Google News bringt spanischsprachige Meldungen zu US-amerikanischen News oder zu in den USA erscheinenden News über den Rest der Welt. ¡Muy bien!

Verbreitung Spanische Sprache Zum Begriff der Reconquista: wie man ihn auf der Iberischen Halbinsel versteht (christliche Rückeroberung der an die Araber verlorenen Gebiete), siehe auch den Wikipedia-Artikel Reconquista. Die Verbreitung der spanischen Sprache wird in dem Artikel Die Spanische Sprache erklärt, dem auch die nebenstehende Karte entstammt. 360 Millionen Menschen sprechen sie als Muttersprache, das sind damit 20 Millionen mehr als es englische Muttersprachler gibt. Den „Siegszug“ der spanischen Sprache macht die hellblaue Färbung, vor allem im Süden und Westen der USA, deutlich.

[via Achim per Mail. Danke für den Hinweis und Grüße nach California ;-)]

Internet, Spanisch

LitePost – die leichte Open Source Mailsoftware

LitePost [Update: Der hier vorgestellte Dienst existiert nicht mehr!] Psst, geheim, nicht weitersagen: Bei dem klasse Mailanbieter LitePost, einem schnörkellosen Service, der das Verschlagworten von E-Mails und sehr intelligente Suchroutinen im eigenen Mailbestand möglich macht, kann man sich nach der zunächst geschlossenen Betaphase jetzt für eine E-Mailadresse registrieren.

Wer die genialen Features von Google Mail schätzt, aber dem unaufhaltsamen Macht- und Funktionszuwachs des Softwareriesen aus Atlanta skeptisch gegenübersteht, der sollte mal LitePost ausprobieren.

Neben dem kostenfreien Mailhosting ist das Interessante an der LitePost-Software, dass sie auch als Open Source Software angeboten wird, das heißt man kann sie auf dem eigenen Server installieren und so einerseits die von Google Mail gewohnten Vorteile genießen (u.a. die geniale Gruppierungsfunktion, die mir oft den Überblick im Mailchaos erhalten hat), und andererseits die Nachrichten mit allen sensiblen Daten aber auf dem eigenen Server vorhalten.

Die Entwickler schreiben über den «Litepost Webmail Server»:

The very software that powers our webmail service can be installed on your own server. Ideal for small businesses and workgroups, the Litepost Webmail Server provides even more flexibility and security, as all of your messages reside on your own servers. This decentralized approach to email offers complete control to those organizations and individuals that need it.

Siehe hierzu auch den Artikel «Litepost Introduces Open Source Webmail Solution» im LitePost Blog.

[via Download Squad]

Software

ttt – Tatbestand Soziologie und anderes

Den an Kultur interessierten Lesern von Text & Blog brauche ich ja nicht zu erzählen, dass Titel Thesen Temperamente eine gute Kultursendung ist. Aber manchmal lohnt es sich ja darauf hinzuweisen, wenn besonders interessante Themen anstehen, wie etwa heute:

ttt befasst sich in dem Beitrag «Tatbestand Soziologie» mit dem vor zwei Wochen auch hier im Blog geschilderten Fall des Wissenschaftlers der Humboldt Uni Berlin, der unter Besorgnis erregenden Umständen unter Terrorismusverdacht festgenommen wurde. Siehe hierzu auch meinen Artikel «Forscher auf Verdacht in Untersuchungshaft».

Und alle Hamburgerinnen und Hamburger, die mit der Idee spielen, am 19. September 2007 auf die Lesung von Nicholas Shakespeare im Hamburger Literaturhaus zu gehen, dürften sich für den Beitrag «Paradies am Ende der Welt» interessieren, der den neuen Roman „Sturm“ des Autors aus Tasmanien behandelt, in dem dieser das Leben in einer paradiesischen Landschaft schildert.

Wem das noch nicht genügt,den lockt ttt mit einem Film über Paul Pott (den klassiksingenden Handy-Verkäufer, über die bezaubernde Jasmina Tabertabai, die zu ihren persischen Wurzeln zurückkehrt und über den litauischen Maler Samuel Bak, der als neunjähriges Kind im Ghetto von Wilna seine erste Kunst-Ausstellung hatte.

Hamburg, Literatur, Politik, TV

Erbarme, die Amis komme

Die New York Times erlebt «36 hours in Frankfurt» und begeistert sich für den ERSATZ CHARM (the old-world mood with a stroll through Römerberg), die NIGHTS OF SACHSENHAUSEN (fermented apple juice served in glazed jugs known as Bembel) und betreibt mitternächtliches COCOONING (the Cocoon Club is run by Sven Väth).
Was die US-Amerikaner darunter verstehen, wenn Sie ein Städteportrait mit den Worten

Spend 36 hours getting to know the city’s ersatz charm and glittering skyline

ankündigen, kann mit einem Augenzwinkern in der New York Times nachgelesen werden.

Artikel

Gumbrecht zur Neu-Übersetzung der Klassiker

Ich bin nicht der Ansicht Hans-Ulrich Gumbrechts, dass die Neu-Übersetzung von Klassikern etwas mit einer «Ebbe in der literarischen Produktivität», wie er es nennt, zu tun hat. Lesenswerte Literatur, spannende und gute Geschichten werden nach wie vor geschrieben und veröffentlicht, und ich finde, dass das eine – die Neuübersetzung der Klassiker – nichts mit dem anderen – dem Angebot an aktueller Literatur – zu tun hat.

Nichtsdestotrotz ist es natürlich höchst erfreulich, dass suboptimal bis schlecht übersetzte Werke der klassischen Literatur durch Neu-Übersetzungen endlich die Wertschätzungen erfahren, die sie verdienen. In der Freude hierüber gehe ich mit dem Romanisten und Komparatisten konform. Gumbrecht, der im «Department of Comparative Literature» an der Universität Stanford in Kalifornien unterrichtet, führt in seinem heute in «WELT Online» erschienenen Artikel «Das Echo des Originals» aus:

Zum Typus dieser Bände gehören ausführliche Kommentare, Glossarien und editorische Notizen. Oft geraten die Erläuterungen über einzelne Wörter und Referenzen zu dichten kulturhistorischen Vignetten, wie etwa in der erwähnten Dostojewskij-Ausgabe («Idiot»), wo sich die Etymologie des russischen Wortes für „Bahnhof“ („woksal“ nach dem englischen „Vauxhall“) zu einer kleinen Geschichte der europäischen Vergnügungsindustrie entwickelt. Die Leser des neuen „Moby Dick“ können sich beim Studium eines „Glossars ausgewählter nautischer Begriffe“ zu veritablen Spezialisten in der Geschichte der Seefahrt fortbilden.

[via Perlentaucher]

Artikel, Literatur, Übersetzen
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