Pause auf Text & Blog bis Ende September

Por las mismas razones de siempre. (Aus den gleichen Gründen wie immer.)
Wer sich langweilt – was wohl niemand tun wird – lese zufällige Artikel.

Por las mismas razones de siempre. (Aus den gleichen Gründen wie immer.)
Wer sich langweilt – was wohl niemand tun wird – lese zufällige Artikel.
Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU), der im kleinsten Flächenstaat der Bundesrepublik mit absoluter Mehrheit regiert, hat zu Monatsbeginn einige Umstrukturierungen im Saarländischen Kabinett vorgenommen. Die bedeutendste ist wohl die Zusammenlegung von Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium zu einem neuen Super-Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaften. (Am Rande bemerkt: Die damit verbundene personelle Umbesetzung erspart dem Saarland schon mal ein gravierendes Problem.) Neuer Minister für Wirtschaft und Wissenschaften ist der ehemalige Homburger Bürgermeister Joachim Rippel (CDU), der sich im Deutschlandfunk zu Befürchtungen äußerte, die Geisteswissenschaften könnten hinter dem wirtschaftlichen Fokus zu kurz kommen:
Der Minister für Wirtschaft und Wissenschaften garantiert in seiner Person, dass die Geisteswissenschaften auch an der Universität des Saarlandes, auch in den anderen Bereichen unseres Hochschulwesens, nicht zu kurz kommen, weil er die Geisteswissenschaften zu sehr schätzt, weil er sie selbst studiert hat, weil er weiß, dass zu einem attraktiven Standort mehr gehört, als nur eine erfolgreiche Wirtschaft, sondern dass ein Gesamtbild eines erfolgreichen Wirtschaftsstandortes sehr viel Kulturgut, sehr viel Geisteswissenschaft einschließen muss.
Bleibt zu hoffen, dass den heeren Worten Taten folgen werden. Allzu oft wird in den Sonntagsreden das Hohe Lied der Geisteswissenschaft angestimmt und unter der Woche knallhart gekürzt. Das war auch in den vergangenen Jahren im Saarland so. Als Geisteswissenschaftler, der das Saarland aus beruflichen Gründen gen Norden verlassen musste, weiß ich, wovon ich rede.

«Auf der anderen Seite» des Hamburger Regisseurs Fatih Akin ist der deutsche Beitrag im Rennen um den Oskar für den besten nicht-englischen Film im nächsten Jahr.
Hier eine Szene aus dem Film mit der wunderbaren Hanna Schygulla und mit der Entdeckung Nurgül Yesilçay:
Direktlink YouTube
Der neue Akin-Film ist nach «Gegen die Wand» (den man komplett online sehen kann) der zweite Teil seiner Trilogie «Liebe, Tod und Teufel». Er wurde bereits in Cannes mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnet und kommt am 27. September 2007 in die deutschen Kinos.
[Update 15:30 Uhr: Wie ich gerade aus dem zeise-Newsletter erfahre, kommt der Film schon morgen in die Kinos und läuft bereits heute Abend um 22:30 Uhr als Preview. Zudem kommt der in Ottensen aufgewachsene und immer noch dort lebende Regisseur am 24. September 2007 zum Start der Türkischen Filmreihe «Fatih Akin zeigt: Türkisches Kino» ins zeise-Kino. Weitere Infos auf zeise.de.]
[via netzeitung]
Die Hammer-Nachricht erreicht mich gerade von Carmen per E-Mail:
Saarbrücken ist die teuerste Stadt Deutschlands – auf monopoly.de:
Mit über 10 Prozent der 550.000 Wahlstimmen wird das Saarbrücker Schloss zum Top-Grundstück und Schlossallee «Nachfolger»
Sehr schön. Gerade heute morgen konnte noch das Schloss im Portrait bei Herrn Exit bewundert werden, und nun diese schöne Nachricht. Saarbrücken hat sich bei der Abstimmung gegen 40 andere deutsche Städte durchgesetzt.
Die Wirtschaftswoche schreibt: Saarbrücken ist die neue «Schlossallee».
Die weiteren gewählten Städte führt die Wikipedia auf [via Würzblog]:
Aachen= Bahnhofsstraße, Augsburg= Goethestraße, Berlin= Parkstraße, Bielefeld= Elisenstraße, Bremen= Wienerstraße, Chemnitz= Schillerstraße, Düsseldorf= Seestraße, Frankfurt am Main= Museumsstraße, Halle= Hauptstraße, Hamburg= Rathausplatz, Heidelberg= Badstraße, Jena= Opernplatz, Köln= Berlinerstraße, Leipzig= Theaterstraße, Lübeck= Lessingstraße, Mannheim= Turmstraße, München= Münchnerstraße, Münster= Poststraße, Regensburg= Chausseestraße, Saarbrücken= Schlossallee, Schwerin= Neue Straße, Würzburg= Hafenstraße
Solange der Tagesspiegel meinen Leser-Kommentar unter dem Artikel «Das andere Gesicht» – Untertitel: Von Puppenstuben und Bloggern: Das Berliner Literaturfestival widmet sich Lateinamerika – noch zur Veröffentlichung prüft (und vor allem, weil ihn dort kaum jemand finden wird, auch nachdem er veröffentlicht wird), möchte ich ihn hier publizieren:
Die Diskussion um den korrekten Artikel des Wortes ‚Weblog‘ ist müssig und soll hier nicht fortgesetzt werden. Festzuhalten bleibt jedoch, dass Anfänger gerne den männlichen Artikel verwenden, und Menschen, die sich schon länger mit dem Thema Weblog auseinandersetzen, den ursprünglich verwendeten neutralen Artikel wählen und DAS Weblog schreiben.
Viel wichtiger ist allerdings die korrekte Wiedergabe von Namen: ein journalistisches Mindestmaß an Sorgfalt darf hier sowohl für die gedruckte als auch für die online erscheinende Presse gefordert werden. Der im Artikel behandelte peruanische Autor heißt Santiago Roncagliolo. Sein erwähntes Blog, über dessen Adresse sich sicher auch die am Thema interessierten Leser des Tagesspiegels gefreut hätten, findet sich übrigens hier: blogs.elboomeran.com/roncagliolo
Update 11:45 Uhr: Lob an die Online-Redaktion des Tagesspiegels: der Kommentar wurde immerhin zügig freigeschaltet.
Herr Exit hat seinen kürzlich absolvierten Saarbrücken-Aufenthalt nachträglich im Blog zu einem wundervollen Portrait über meine Heimatstadt verarbeitet: «Saarbrücken: Erfahrungen eines Reisenden».
Saarbrücken ist eine gemütliche Stadt.
Das ist nur eine seiner schmeichelnden Aussagen über die saarländische Landeshauptstadt. Wenn man als Saarländer in der Ferne diesen Text samt der bezaubernden Fotos sieht, kann man nur eines empfinden: Hemmweh.
Die Marketing-Agentur JWT hat sich folgenden Spruch auf die Fahnen geschrieben:
We create ideas for our clients that people want to spent time with.
Und nicht nur die Spots der Werbeprofis sind originell, auch die gewöhnungsbedürftige Navigation auf der Website fällt aus dem Rahmen und lässt den Besucher beim Reinklicken in die Textteile des Firmenmottos die Webpräsenz entdecken. Zur Auflösung der Abkürzung JWT und zum Hintergrund der nach eigenen Angaben ältesten Werbeagentur der Welt mit ihrer durchaus originellen Historie siehe Wikipedia.
Doch zurück zu den Spots: Der französische Ableger JWT Paris zeigt, dass Werbung für Rassierer nicht langweilig sein muss. Bereits letztes Jahr haben sie das schon mit der DARE-Kampagne für Wilkinson bewiesen, bei der neben dem Spot auch eine richtige virale Kampagne eingesetzt wurde:
Direktlink YouTube
Herrlich: Dit non a la dictature du rasage conventionelle… 😉
Doch mit ihrer neuen Kampagne für die Rasiermarke mit den gekreuzten Klingen setzt JTW Paris dem ganzen noch die Krone auf: Fight for kisses. Wieder viral unterstützt und ganz getreu dem zu Anfang zitierten Motto: «We create ideas for our clients that people want to spent time with». Mit diesem Spot verbringt man gerne Zeit, schaut ihn euch mal an. Ob ihr euch das Spiel auf der Website ffk-wilkinson.com (die Domain wurde übrigens seltsamerweise in Deutschland registriert) runterladen wollt, überlasse ich euch und eurem Zeitkontingent. Die Information, dass es sie gibt, wollte ich euch jedenfalls nicht vorenthalten. Und nun das Beste zum Schluss, der geniale Fight-for-kisses-Spot:
Direktlink YouTube
[via Jans Technik Blog]
Direktlink YouTube
Am 18. September 1987, einem Datum, das sich am kommenden Dienstag zum zwanzigsten Mal jährt, hielt Uwe Barschel seine Ehrenwort-Pressekonferenz. Am Vorabend dieses, nennen wir es mal, Jubiläums der frühen Zeitgeschichte zeigt die ARD die Dokumentation «Der Tod des Uwe Barschel – Skandal ohne Ende», die im Vorfeld schon für Aufsehen gesorgt hat und die auch dazu führen könnte, dass der Fall Barschel noch einmal aufgerollt wird. Zum Film von Patrik Baab, Andreas Kirsch, Stephan Lamby weiter unten mehr.
Am 11. Oktober 1987 wurde Uwe Barschel mit Medikamenten vergiftet tot in der Badewanne des Hotels «Beau Rivage» (Zimmer 317) von zwei Stern-Reportern gefunden. Er hatte dort Zwischenstation auf der Rückreise von seinem Urlaub auf Gran Canaria gemacht. Wie Uwe Barschel, habe auch ich vor 20 Jahren Urlaub in Spanien gemacht. Ich glaube, das ist aber auch das Einzige, was ich mit ihm gemeinsam habe. Natürlich erinnere ich mich noch daran, wie ich von seinem Tod erfahren habe: Ich war damals im Oktober 1987 mit Freunden zu meinem letzten Urlaub vor dem Studium, das ich im Wintersemester 1987 aufgenommen hatte, zum Urlaub an der Costa Brava, im beschaulichen katalanischen Fischerdörfchen La Escala. Morgens beim Baguette-Besorgen für das gemeinsame Frühstück entdeckte ich an einem Zeitungskiosk eine französische Zeitung mit der Schlagzeile „L’étrange mort du Ministre-Président“. Da darunter noch was stand von Hotel en Genéve, dachte ich beim ersten Hinschauen, ein mysteriöser Toter sei in einem Genfer Hotel gefunden worden, in dem auch der damalige Ministerpräsident Barschel abgestiegen sei. Nun ja, es war halt noch früh am Morgen und die Nachricht, dass Barschel tot sei, schien mir irgendwie so unglaubwürdig, dass ich sie erst beim zweiten Hinschauen begriff. Das Exemplar der Midi Libre wurde gekauft und den Freunden zum Frühstück die Nouvelle überbracht. Später am Tag haben wir uns am Strand (es war wohl ungefähr hier) noch den Jux gemacht, ein Foto von mir mit der Zeitung aufzunehmen. (Obiges Foto auf sevenload in groß.)
Doch nun Näheres zum TV-Tipp für morgen Abend, 17.09.07 um 21:00 Uhr in der ARD: Der Tod des Uwe Barschel – Skandal ohne Ende.
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