Über die Verhältnisse (der Anderen)

Traurig aber wahr.

Übersetzung des Dialoges der Karikatur «Viñeta de El Roto», die heute in der spanischen Tageszeitung El País erschienen ist:

Er: Haben wir eigentlich irgendwann mal über unsere Verhältnisse gelebt?

Sie: Nein.

Er: Dann muss es jemand anderes für uns getan haben.

Bluesky, Politik, Spanisch

Carlos in Hamburg: Loop Rider & Carl Morris Smith

Nach vier Jahren ist mein lieber Freund Carlos gestern endlich mal wieder in Hamburg aufgetreten. Und zwar mit seinem neuen Projekt «Loop Rider» im Molotow:

Es ist beeindruckend, wie Carlos es schafft, die doch recht komplizierten Abläufe auf einer kleinen Bühne geschickt zu koordinieren, ohne angestrengt zu wirken. Dabei muss er beim Singen und Abspielen seiner Loops höchst konzentriert vorgehen, denn die technischen Abläufe sind wie gesagt nicht ganz ohne (im Video erklärt er genau, was er da tut).

Ich habe gestern zwei Fotos aufgenommen, die sehr schön die Stimmung im Molotow auf der Reeperbahn einfangen: einmal beim Soundcheck am Nachmittag:

Loop Rider im Molotow (Probe)

Und dann am Abend beim Konzert:

Loop Rider im Molotow

Carlos und Joachim waren dann heute auch meine Übernachtungsgäste. Und mir wurde die Ehre eines Geschenkes zu teil, das ich hier gerne zeigen möchte: ein wunderschöner Siebdruck von Carlos (der kriegt natürlich einen besonderen Platz in meiner Wohnung) – «Stay tuned…» :

Stay tuned…

Carlos – offiziell: Carl Morris Smith – ist nicht nur ein Musik-Künstler sondern auch ein Siebdruck-Artist. Seine nächste Ausstellung wird in Berlin vom 11. Oktober bis zum 30. November in der dat galerie gezeigt: «The Living Lexicon».

Danke, Carlos, danke Joachim, dass ihr wieder mal hier wart. Beim nächsten Mal spielen wir auch wieder eine Partie Crossboule. 😉

Foto, Hamburg, Musik, Video

Tweet der Woche: Zwei Worte und ein Bild

Tweet der Woche Kann eigentlich auch ein Bild ein Tweet der Woche sein? Na klar. Ein Bild sagt bekanntlich nicht nur mehr als 140 Zeichen, sondern mehr als tausend Worte. Oder anders herum: Zwei Worte von @roy betiteln dieses Bild, das mit das beste ist, was ich diese Woche auf Twitter gesehen habe. Zugegeben, nur wer jene Serie kennt, kann darüber lachen:

Die vergangenen Tweets der Woche findet ihr hier.

Bluesky, Literatur

Sprachlos

Ok, ihr verweigert mir seit einigen Tagen komplett die Kommentare. Habe verstanden. Werde aber trotzdem weiter auch über Politik schreiben. Bitte um Nachsicht, es kommen garantiert auch wieder lustigere Sachen.

Literatur, Politik

Kattascha zur Notwendigkeit parlamentarischer Präsenz der Piratenpartei

http://youtu.be/HhqGbZkUpy8

Heute vor sieben Jahren, am 10. September 2006, wurde in Berlin die Piratenpartei Deutschland gegründet. Besser als in diesem kurzen Interview, aufgenommen am Samstag am Rande der «Freiheit statt Angst»-Demo in Berlin, kann man die Notwendigkeit der Piratenpartei nicht erklären. Katharina Nocun, aka Kattascha, die aktuelle politische Geschäftsführerin der Piraten erklärt hier, warum sie Piratin geworden ist und warum es wichtig ist, dass Piraten in die Parlamente einziehen.

Sieben Jahre Piratenpartei, wow. Ich bin seit dem 09. Juni 2009, also seit 4 Jahren und drei Monaten, Mitglied (Mitglied-Nr. 2487). So ganz hab ich ja die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ein Wunder geschehen möge und wir mit 5 Prozent in den kommenden Bundestag einziehen. Und sollte es nicht klappen, heißt es weiter dafür arbeiten, dass die Einsicht in die Notwendigkeit parlamentarischer Vertretung der Piraten auch in Bezirks- und Landesparlamenten wächst.

Politik, Video

Laura Poitras – die Frau im Hintergrund

Laura Poitras

Quellen für diese Collage: (li.) Screenshot Vimeo – (mi.) kris krüg (CC BY-SA 2.0) – (re.) NYT

Die Geschichte rund um die Enthüllungen von Edward Snowden, vor allem die Rolle von Glenn Greenwald und Loira Poitras, und wie die drei „zusammen fanden“, erinnert an einen Spionage-Film. (Hat eigentlich schon jemand die Filmrechte?). Erst heute habe ich die deutsche Übersetzung eines bereits im August in der New York Times erschienenen Artikels von Peter Maass gelesen (How Laura Poitras Helped Snowden Spill His Secrets), in dem vor allem die Rolle der in Berlin lebenden us-amerikanischen Filmemacherin beleuchtet wird. Es ist ja eben nicht nur Snowden, der viel auf sich nimmt und Grennwald, der ein hohes Risiko eingeht, wenn er der Welt hilft, von Snowdens ungeheuerlichen Enthüllungen zu erfahren. Nein, es war – und ist – eben auch Poitras, die viel einsetzt, und – auch das zeigt Maass‘ Text – ohne die Snowden und Greenwald wohl gar nicht zusammen gekommen wären:

Sie sorgt sich um ihre und Greenwalds Sicherheit, sie fürchtet, überwacht zu werden. «Ich möchte, dass mein Aufenthaltsort meine Privatangelegenheit bleibt. Das ist mir so wichtig wie nie zuvor.»

Sie haben jetzt Feinde. Da sind einerseits eine Menge Regierungen, andererseits aber auch private Interessenten, die nicht unglücklich wären, wenn sie die Tausende von Dokumenten in die Hände bekämen, die noch immer in der Obhut der beiden sind. Denn bisher haben Poitras und Greenwald nur eine Handvoll veröffentlicht. «Unser Ziel ist, das zu publizieren, was für die Öffentlichkeit von Interesse ist. Wir wollen aber auch selbst besser verstehen, wie die Welt heute funktioniert, und dieses Wissen möchten wir mit anderen teilen.» Das Paradoxe: Ihr Versuch, die Überwachung durch den Staat zu verstehen und zu enthüllen, hat sie dazu verurteilt, den Rest ihres Lebens überwacht zu werden.

«Unser Leben wird nie mehr dasselbe sein», sagte Laura Poitras. «Ich weiss nicht, ob ich jemals wieder irgendwo leben und das Gefühl haben werde, für mich zu sein. Das war einmal.»

Weiter in der deutschen Übersetzung des Textes von Peter Maas: «Die Frau An Snowdens Seite».

Obiges Bild ist – wegen der Filmreife der Geschichte – ganz bewusst an die Ästhetik der TV-Serie Dallas angelegt (für die Jüngeren: so sah das immer im Vorspann von Dallas aus: Beispiel JR). Lauras linkes Bild aus der eingangs gezeigten Collage stammt, wie in den Bildquellen angegeben, aus diesem ebenso kurzen wie sehenswerten Videoporträt Laura Poitras‘, aufgenommen für die MacArthur Foundation VOR der Enhüllung der NSA-Vergehen durch Snowden:

Artikel, Politik

Geh wählen – Warum wir ein Recht auf Remix brauchen

http://youtu.be/uy1af0A2Bn0

Der mit Abstand beste und deshalb bisher auch meist beachtete Wahlspot ist einer, der nicht von einer Partei kommt, sondern die Menschen in Deutschland dazu bewegen möchte, überhaupt erst zur Wahl zu gehen.

Neben dem originellen und gut gemachten Remix zeigt das Video selbst, wie reformbedürftig die Gesetzgebung rund um das Urheberrecht in Deutschland ist. In einem Posting auf irights.info geht Leonhard Dobusch, Juniorprofessor für Organisationstheorie am Management-Department der Freien Universität Berlin, genau darauf ein, anhand des obigen und eines weiteren Videos:

Ein erfolgreicher Wahlmotivations-Spot der IG-Metall verletzt höchstwahrscheinlich gleich mehrfach Urheberrechte; ein Religionslehrer kann eine Minute Material aus „Life of Brian” nicht legal verwenden. Zwei Beispiele, die zeigen, dass es ein Recht auf Remix braucht…

Weiter auf irights.info: „Geh wählen”, Life of Brian: Zwei Geschichten über Urheberrecht und Remix.

Politik, Video

Appelbaum zur Spähaffäre: «Entscheidet euch dafür, frei zu sein»

Ich glaube, wir brauchen starke politische Konzepte, aber das allein sorgt nicht für Privatsphäre. Wir brauchen Privatsphäre, die von Anfang an gegeben ist und dann eine Politik, die das stärkt und unterstützt – denn grundlegende Ideale einer liberalen Demokratie bleiben unter massiver Überwachung nicht erhalten. Wir brauchen Technologie, um diese Technologie zu bekämpfen. Aber wir werden die Welt nicht mit Technologie allein verändern. Wir müssen die fundamentalen individuellen Rechte aufrecht erhalten, damit Technologie sinnvoll sein kann und nicht nur zur Unterdrückung existiert.

Ein wichtiges und in seinem Appell an uns alle wesentliches Interview, das der Internetaktivist Jacob Appelbaum (Twitter: @ioerror) Christian Feld (Twitter: @ChrFeld) für die Tagesschau gegeben hat. Aus dem in englisch geführten Interview werden wesentliche Passagen auf deutsch auf der Website der Tagesschau wieder gegeben: «Entscheidet euch dafür, frei zu sein».

Achtet mal darauf, wie emotional berührt Appelbaum am Ende des Interviews ist, wenn er gefragt wird, warum er in Berlin lebt – bzw. leben muss. Wer dieses Gespräch sieht, wird hoffentlich auch emotional berührt sein.

Politik, Video
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