Wissen im kulturellen Netzwerk


Wir leben in einer Wissensgesellschaft, die nicht sehr viel über sich weiß. Wie lassen sich kulturelle Netzwerke gestalten? Reicht es, den amerikanischen Hyperknoten Amazon und Google einen europäischen hinzuzufügen?

Natürlich nicht. Und das weiß auch der Autor dieser hier zitierten Zeilen, Rüdiger Wischenbart. Im Virtualienmarkt des Perlentauchers ist seine Eröffnungsrede zur Konferenz «An Expedition to European Digital Cultural Heritage» vollständig nachzulesen: «Das Wissen und sein Preis».

Hier geht es um gigantische wachsende Informationsvolumina, die Dominanz des Englischen (im Wissenssektor und im Bereich der Übersetzung der Kultur und des Wissens), um Netzwerktheorien und kulturelle Verknüpfungen.

Viel häufiger findet ein dynamisches Neben- und Durcheinander unterschiedlicher Sprachen nicht in den klassischen kulturellen Bezirken wie etwa beim Buch statt, sondern in hoch spezialisierten Nischen, in der Bildenden Kunst, der Technologie (in der Open Source Bewegung), oder unter politischen oder sozialen Aktivisten, und fast immer handelt es sich um hoch vernetzte Communities, die über das World Wide Web kommunizieren, und nicht über das Buch.

Ein hochinteressanter Text voller Denkanstösse, der es verdient hat ausgedruckt und – auch das gehört zum kulturellen Netzwerk – gelesen und diskutiert zu werden.

Artikel, Internet, Literatur

John Battelle: Die Suche

John BattelleDie Suche. Geschäftsleben und Kultur im Banne von Google & Co
John Battelle ist vielen bekannt durch sein Searchblog , in dem er immer wieder kenntnisreich Kuriosita und Fakten aus der Welt der Suchmaschinen präsentiert (wie etwa die Geschichte eines Moldawiers, der 5 Mrd. (!) Webseiten in drei Wochen ins Netz stellte, oder auch seine Zusammenfassung von einem Jahr Suchmaschinengeschichte in einem einzigen Posting).
John Battelles letztes Jahr erschienenes Buch mit dem Titel: «The Search: How Google and Its Rivals Rewrote the Rules of Business and Transformed Our Culture» gibt es mittlerweile auch auf deutsch: «Die Suche. Geschäftleben und Kultur im Banne von Google & Co».
Im MBI-Blog findet sich eine gute Besprechung des Buches. Mark Buzinkay empfiehlt es dort als:

[…] eine leicht zu lesende und sehr persönliche Einführung in die Geschichte der Suchmaschinen und der Suche allgemein, der Focus auf Google ist jedoch bestimmend. Das Interesse des Autors für geschäftliche Vorgänge, Strategien und Geschäftsentscheidungen sind für die Börsen-interessierten LeserInnen besonders spannend. Themen wie Informationsethik kommen am Rande vor, sind aber meist im Zusammenhang mit Google’s Unternehmensphilosophie beschrieben und werden nicht in der Tiefe diskutiert. Ohne Zweifel, das Buch lebt am Puls der Zeit.

Steht ab sofort auf meiner Leseliste.

Informationskompetenz, Internet, Literatur

Deutschland auf Trapp

Deutschland-Karte mit Verbreitung des Namens Trapp
Christoph Stöpel hat eine Software entwickelt, mit der man die Verbreitung eines Familiennamens in Deutschland (basierend auf der Abfrage der auf diesen Namen angemeldeten Telefonanschlüsse) abfragen kann. Das ganze heißt Geogen und ist auch online abfragbar. Zugegeben nicht ganz wissenschaftlich korrekt, kann aber einen ungefähren Überblick über die geographische Verbreitung eines Namens geben. Zumindest macht es neugierig, deshalb hab ich’s natürlich gleich mal ausprobiert und kann oben die Verbreitung meines Nachnamens Trapp in deutschen Landen zeigen. Und selbst? -> Geoge(h)t doch mal hin.
[via The Exit]

Internet

Favorit unter den WM-Maskottchen?

WM-Maskottchen 1966-2002
Seit der Weltmeisterschaft 1966 in England hat es für jede WM ein eigenes Maskottchen gegeben. Oben sind sie in chronologischer Reihenfolge (von rechts nach links, und oben nach unten) aufgeführt. Aus pietätvollem Respekt für den gestern von bayrischen Jägern erschossenen Goleo fehlt ein Abbild des aktuellen WM-Maskottchens 2006.
Möge jeder aus der Reihe seiner zehn Vorgänger seinen persönlichen Favoriten auswählen.
Die Namen der lustigen Figuren, die jeweils ein Land und ihre WM präsentierten, waren (diesmal nicht chronologisch geordnet, es darf also geraten werden):

Pique, The Spheriks, Footix, Juanito, Striker, Ciao, Willie, Naranjito, Tip und Tap, Gauchito.

Na, alle erraten? Wer die Namenszuordnung nicht austüfteln möchte oder Zweifel hat, sei auf den Wikipedia-Artikel Fußballweltmeisterschaft-Maskottchen verwiesen, oder die schöne graphische WM-Übersicht der spanischen Sportzeitung AS, die gleichzeitig auch noch die jeweiligen WM-Poster und die wichtigsten Fakten (und dies von Anfang an, also ab 1930 Uruguay) mitaufführt.

Ich habe unter den oben aufgeführten Maskottchen einen persönlichen Favoriten, möchte aber hier erstmal niemanden beeinflussen und trage diesen später in den Kommentaren nach.
Welches Maskottchen gefällt euch am besten?

Fußball

Creep-Animation in einer Million Bildern

CreepCreepCreep
Laith Bahrani hat in Flash aus dem eh schon traurig-schönen Song Creep von Radiohead ein bewegendes Flash-Video gezaubert. Die Arbeit daran beschreibt er mit den Worten:

The Creep animation took 3 months to make, and contains over 1 million keyframes. I know this because I counted them. I counted them because I made the animation and delivered every one of those baby keyframes.

Anschauen kann (und sollte!) man sich die Animation hier und (wer möchte) das Original von Radiohead da.
[via Spreeblick]

Musik

Keine realistische Magie in Aracataca

Beinahe wäre aus dem «Realismo Mágico» (dem «Magischen Realismus») eines Gabriel García Márquez eine realistische Magie geworden:
In seinem wichtigsten Roman «Cien Años de Soledad» (Hundert Jahre Einsamkeit) beschreibt Márquez das Schicksal der Familie Buendía und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo. Bei dem fiktiven Ort Macando handelt es sich eigentlich um Aracataca (Lage siehe Google Maps), den Geburtsort des Nobelpreisträgers in Kolumbien.
Und eben dieses Aracataca hat einen pfiffigen Bürgermeister, Pedro Sánchez (39), und der ließ jetzt die Dorfbevölkerung über eine Namensänderung gemäß dem literarischen Vorbild von Aracataca in Macondo abstimmen. Die Werbegelder im Auge, sicher keine schlechte Idee.
Doch dankenswerterweise hat die Bevölkerung durch Fernbleiben der Urnen diese Umbenennung abgelehnt, und somit die Magie des literarischen Ortes Macondo erhalten: Von 22.000 Wahlberechtigten erschienen nur 3.600 zur Abstimmung; jedoch wären 7.400 Stimmen für eine gültige Wahl notwendig gewesen. Und so schreibt El País: «Macondo seguirá existiendo tan sólo en el mapa de las palabras» (dt: «Macondo wird weiterhin nur in der Landkarte der Wörter erhalten bleiben»). Und Aracataca bleibt Aracataca.

Literatur, Spanisch

Freies Zeichenprogramm Inkscape

Inkscape - Vektorgraphik
Golem meldet Verbesserungen bei der neuen Version (0.44) des letztes Jahr schon einmal auf «Text & Blog» vorgestellten Programmes Inkscape:

Das freie Vektorzeichenprogramm Inkscape ist jetzt in der Version 0.44 erschienen, die neben einer überarbeiteten Programmoberfläche auch die Maskierung von Objekten unterstützt. Der PDF-Export kann nun auch mit Transparenzen umgehen und das Programm soll insgesamt schneller laufen.

Weiter bei golem: «Freies Zeichenprogramm Inkscape 0.44 erschienen».

Webdesign

Netzwerkeffekt als Erfolgsfaktor bei Web-2.0

Computerzeitschrift c't 14/2006
Die c’t aus dem heise-Verlag ist für mich persönlich die mit Abstand beste Computer-Zeitschrift. Gerade auch für Geiseswissenschaftler ohne Informatik-Studium stellt dieses Magazin immer wieder komplexe informatorische Sachverhalte so dar, daß sie sich leicht in die Praxis umsetzen lassen.
In der aktuellen Ausgabe 14/2006 gibt es einen guten Artikel von Herbert Braun und Volker Weber über die Möglichkeiten des WEB 2.0: «Mehr als ein Hype». Dort heißt es in der Einleitung:

Web 2.0 gründet auf der Idee des Mitmachens. Das gilt nicht nur für die vielen Blog- und Wiki-Beiträger, die fremde Websites mit oft hochwertigen Inhalten bereichern, sondern auch für Entwickler, Hobbyprogrammierer und ambitionierte Website-Betreiber.

Die Bedeutung, die das Web-2.0-System für Anbieter von Inhalten im Netz (egal ob privat oder institutionell) haben kann, wird deutlich aus diesem Gedanken:

Die wichtigste Datenquelle für einen erfolgreichen Web-2.0-Dienst sind jedoch nicht externe Dienstleister, sondern die eigenen Besucher. Angetrieben von natürlichem Schaffensdrang und dem Streben nach Aufmerksamkeit steuern diese gern wertvolle Inhalte bei – vorausgesetzt, es gibt auf der Site genügend Leser für ihre Beiträge. Vor allem Blogs und Wikis stellen den dafür geeigneten Rahmen.

Dieser Netzwerkeffekt ist der entscheidende Erfolgsfaktor bei Web-2.0-Anwendungen: Ein Service wird umso attraktiver, je mehr daran mitwirken. Die große Zahl von Benutzern bildet im Idealfall eine Community, die mehr gewinnt, als sie hineinsteckt. In diesem Fall greift das „LOW-Prinzip“: Let others work.

Der komplette Artikel zum Web 2.0 ist online zugänglich. Ein Abonnement der c’t kann ich nur jedem und jeder empfehlen.

Artikel, Informationskompetenz, Internet
Buchseite 481 von 606
1 479 480 481 482 483 606