Tweet der Woche – ein Pointentweet

Was eine Pointe ist, können wir in der Wikipedia nachlesen. Zur Wortbedeutung lernen wir: v. französ.: pointe Spitze, aus spätlat.: puncta Stich. Inhaltlich klärt uns die gemeinschaftlich erstellte Enzyklopädie auf, eine Pointe ist…

…die Bezeichnung für einen überraschenden Schlusseffekt als Stilfigur in einem rhetorischen Ablauf, z. B. eines Witzes.

Ja, so kann man sie beschreiben. Eine Pointe in einem Tweet geschickt zu setzen, ist gar nicht so einfach. Klar, sie gehört an den Schluss. Der beste aller denkbaren Pointentweets ist folglich jener, der mit der Pointe als Schlusswort endet. Die Schwierigkeit, den rhetorischen Ablauf der Pointe voran zu stellen, liegt im begrenzten Raum. Doch die Kürze gehört eben mit zur Pointe. Der Leser möchte pointiert zum Ziel geführt werden. Deshalb wird diese verschwurbelte Rezension auch eher nicht als pointiert empfunden (hehe). Ich fasse daher zusammen: kurz muss er sein, der Pointentweet und – hinten sticht die Biene – die Pointe kommt ganz am Schluss. Mit so einem wohl formulierten Tweet haben wir es beim Tweet der Woche zu tun. Verfasst hat ihn – aufbauend auf einem alten Witz, einem Scherz aus dem Deutschen Ärzteblatt (!) – Tanja aka @ohkleinerdrei:


Solange sich meine Twitkrit-Kollegen im kollektiven Winterschlaf befinden, der sogar schon im vergangenen Frühjahr einsetzte, erscheint statt meiner freitäglichen Twitkrit hier die Reihe «Tweet der Woche».

Bluesky, Literatur

Was mache ich hier?

Was mache ich hier?

Was mache ich hier? Der mitlesende Fotograf darf selbstverständlich nicht mit raten. Auflösung in zwei Tagen oder vorher, wenn’s jemand korrekt errät. Kleinere Hilfen in den Kommentaren sind nicht ausgeschlossen.

Foto

10 Jahre Guantanamo – Kafkaeskes Unrecht

hr2 Der Tag Dass dieses kafkaeske System der unrechtmäßigen Folter – leider auch mit Todesfolgen – immer noch existiert, ist ein unfassbarer Tatbestand. hr2 Der Tag erinnert an das traurige Jubiläum und die anhaltende Unrechtmäßigkeit des Gefangenenlagers:

Guantanamo: das ist der exterritoriale US-Stützpunkt auf Kuba, das Lager, wo normales Recht nicht gilt. Dorthin wurden vor zehn Jahren die Männer in den orangenen Anzügen verbracht und in Drahtkäfige gesperrt, oftmals ohne Aussicht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren. […] Noch 171 Männer sind derzeit in Guantanamo inhaftiert, ursprünglich waren es 775. Nur sechs Gefangene wurden verurteilt, die beiden letzten Freigekommenen traten ihre Reise im Leichensack an.

Im Interview mit dem Anwalt von Murat Kurnaz kommt auch die unrühmliche Haltung der damaligen deutschen Bundesregierung zur Sprache. Maßgeblich verantwortlich dafür ist Frank Walter Steinmeier, der bis heute behauptet, er würde wieder so handeln. Sprich: er würde einen unrechtmäßig inhaftierten deutschen Staatsbürger – der erwiesenermaßen vollkommen unschuldig auf Guantanamo festgehalten und gequält wurde – dem Foltersystem der US-Amerikaner überlassen. Das ist etwas, was Steinmeier für mich bis heute zur untragbaren Person macht.

Der Beitrag kann auf dieser hr-Seite oder hier nachgehört werden. Wie jeden Tag nachhörenswert. Man kann dem Hessischen Rundfunk für diese sauber recherchierten Beiträge (Podcast-Abo dringend empfohlen!) gar nicht genug danken:

[flash]http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/derTag/derTag_20120110.mp3[/flash]

Zu Guantanamo gibt es auch einen Dokumentarfilm von Thomas Wallner: Die Guantanamo-Falle (D, Can, Ch, 2011; Info), den man (noch) auf YouTube sehen kann:

Immer wieder wurde das Internierungslager Guantanamo als Schandfleck der USA beschrieben. Im Zuge des Krieges gegen den Terror hat das US-Militär über eintausend Männer aus mehr als 40 Ländern in dieses Sonderlager verschleppt.

Der Film erzählt von vier Menschen, deren Leben von Guantanamo zerstört wurde.

http://youtu.be/sD2MkxDBoo0

Politik, Radio, Video

Arte zeigt, was im Zusammenspiel mit dem Web und mobilen Endgeräten möglich ist

Dass ich von dem deutsch-französischen Kulturkanal Arte begeistert bin (nicht nur, weil ich ab und an als Übersetzer für ihn arbeite), dürfte für meine regelmäßigen Leser kein Geheimnis sein. Seit gestern hat der Sender ein neues Programmschema (unbedingt das dort verlinkte PDF anschauen, da steht Großartiges auf dem Plan!) und bietet sein Programm auch komplett als Livestream im Netz. Und es waren gestern wirklich schon geniale Sendungen zu sehen. Hier nur ein Beispiel zum Nachschauen in den nächsten sieben Tagen (oder zum Abspeichern; wie das auf dem Mac und bei Windows geht, erfahrt ihr hier), eine wunderbare Dokumentation über Françoise Hardy:

Françoise Hardy – Ikone der Melancholie

Übrigens: wer ein iPhone oder ein iPad hat, dem kann ich nur die kostenlose Arte-App empfehlen (siehe Screenshot). Damit hat man stets das Programm im Überblick und mit einem Klick kommt man zum Livestream. Einzelne Sendungen kann man von dort aus auch Anderen per E-Mail empfehlen.

Musik, Software, TV

Dexter – Tiefgang und Spannung auf hohem Niveau

Ich hätte mir ja denken können, dass mir die Serie Dexter ausgesprochen gut gefallen wird. So oft, wie sie mir schon empfohlen wurde. Bin ja Serienspätstarter und kenne kaum TV-Serien, weil ich bisher zu wenig Zeit dafür hatte und auch nicht glauben konnte, dass es Serien von so hoher Qualität gibt. Letztes Jahr hatte ich erst mit «Six feet under» angefangen, obwohl die Serie ja für TV-Verhältnisse mit 11 Jahren schon ur-alt ist. Und der gleiche Hauptdarsteller, Michael C. Hall, spielt auch die Hauptfigur der gleichnamigen Serie Dexter (Info auf deutsch in der Wikipedia).

Dexter im Wasser mit innerem Monolog In der 2. Episode gibt es eine Einleitung von nahezu poetischer Brillianz:

Ich träume.
Ich träume, ich drifte auf der Oberfläche meines Lebens dahin.
Vor meinem inneren Auge entfaltet es sich.
Ich schau mir zu.
Ich bin der stille Beobachter meiner innersten Vorgänge.

Dass so etwas einmal auf so einem schrottigen von mir sonst nie eingeschalteten Sender wie RTL II gesendet wird, hätte ich auch nicht für möglich gehalten. Auf YouTube zu sehen ab 3:55.

Aktueller Sendetermin in Deutschland ist natürlich zu einer Zeit, wo man seltenst den Fernseher einschaltet, aber es gibt ja Aufzeichnungsgeräte. Wen die späten Sendezeiten nicht abschrecken, kann es natürlich live schauen: Immer Donnerstag- auf Freitag-Nacht wird auf RTL II eine Doppelfolge von 1:00 bis ca. 02:35 Uhr gesendet. Wer den gestrigen Start verpasste, kann die beiden ersten Episoden auch auf YouTube nachschauen. Den Anfang der 1. Folge gibt es hier.

Kritisch anzumerken bleibt, und der Umblätterer hat recht, wenn er das tut:

Eine Serie wie »Dexter« kann wahrscheinlich nur in einem Land entstehen, in dem die Todesstrafe noch nicht abgeschafft ist.

Die Serie fasziniert trotzdem durch Tiefgang und Spannung. Bin jedenfalls froh, dass ich durch @Jekys Tweet letzte Nacht gerade noch rechtzeitig daran erinnert wurde, dass ich sie mir ja immer einmal anschauen wollte. Wer es lieber auf englisch tut, kann ja zur DVD greifen.

TV

Kalkofe hilft sprachlosem Wulff: Presseerklärung

Wenn Wulff denkt, er könne seine Kredit- und Anruf-Affäre einfach so aussitzen, hat er sich geschnitten. Natürlich muss er zurück treten. Er hat bereits viel zu lange gewartet und das Amt des Bundespräsidenten so sehr beschädigt wie noch keiner seiner 9 Vorgänger zuvor. FAZ-Feuilletonchef Nils Minkmar hat in seinem großartigen Artikel zu dem Thema alles geschrieben, was es dazu zu sagen gibt: «Der Anruf des Präsidenten».

Die Presseerklärung, die wir uns alle von Wulff gewünscht hätten, hat unterdessen Oliver Kalkofe für ihn abgegeben:

Politik
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