Piraten: Eintagsfliege oder neue politische Kraft?

Die Piratenpartei fährt zur Zeit auf einer Erfolgswelle – in Berlin und dem Saarland haben sie bereits das Landtagsparlament geentert, nun stehen die Wahlen in Schleswig Holstein und NRW bevor. Was steckt hinter der Partei und deren Erfolg.

Wohltuend objektives, unaufgeregtes Gespräch von Jürgen Zurheide in der WDR-Sendung eins zu eins mit Christoph Bieber, Politikwissenschaftler an der Uni Duisburg-Essen (@drbieber steht aktuell auf Platz 2. im Ranking der Twitternden Wissenschaftler und Journalisten auf Wissenswerkstatt).

Verdienst der deutlichen Statements von Bieber – der sich schon seit 2008 mit dem politischen Phänomen der Piraten beschäftigt – ist das Aufräumen mit den von Piratengegnern gern vorgebrachten Klischees, es handele sich bei der Piratenpartei um eine Ein-Themen-Partei, sie sei lediglich eine Netzpolitik-Partei und habe ausschließlich Erfolg als Protestpartei.

Politik, TV, Video

«The Black Power Mixtape 1967-1975» auf Arte

Habe die Doku «The Black Power Mixtape 1967-1975» über die schwarze Bürgerrechtsbewegung im letzten Jahr auf der Berlinale gesehen. Morgen Abend (und in der Folge 7 Tage lang in der Arte-Mediathek) besteht die Chance sie auf Arte zu sehen. Morgen, am Mittwoch, den 4. April, von 22:20 – 23.20 Uhr einschalten oder aufzeichnen.

Rezension auf kino-zeit.de:

„America is a dumb puppy with big teeth that hurt and bite. But we took care of it“, beschreibt ein afroamerikanischer Dichter die ambivalente Beziehung zu seinem Heimatland. Seine Worte eröffnen The Black Power Mixtape 1967-1975. Einige der bedeutendsten amerikanischen Bürgerrechtler wie Stokley Carmichael und Angela Davies, schwarze Künstler der Sechziger und Siebziger und der Gegenwart wie Danny Glover und Harry Belafonte, Augenzeugen und Historiker sprechen über die Zeit, in der die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung die US-Gesellschaft für immer veränderte.

Musik, TV

Piratenerfolge alarmieren und verändern die Politik

Ein gut gemachter, humorvoller Beitrag des Bayerischen Fernsehens: In der Sendung Quer versucht man, dem Geheimnis der Wahlerfolge der Piraten auf die Spur zu kommen. Dabei kommt auch der sympathische Romanist und Linguist Martin Haase zu Wort und ins Bild (@martinhaase wurde übrigens 2011 für das wunderbare neusprech-Blog mit den Grimme Online Award in der Kategorie Wissen und Bildung ausgezeichnet.

Politik, TV

Tweet der Woche: Twittertalent

Als jemand, der mit Twittern quasi sein Geld verdient (ich bekleide, wie die meisten von euch wissen, eine Stabsstelle Social Media an der Staatsbibliothek Hamburg), gefällt mir dieser Tweet natürlich besonders gut. Trotz des kleinen Buchstabendrehers hat @guehart mit diesem Dialog aus einem Vorstellungsgespräch für mich den Tweet der Woche verfasst:

Tweet der Woche von @guehart

Die vergangenen Tweets der Woche findet ihr hier.

Bluesky, Literatur

Bettina Timm: Ich Koch (TV-Tipp)

Großküche und Sternerestaurant, der Film zeigt zwei Welten und zwei Träumer, Julien und Georg, ihre Frustration und ihre Begeisterung und ihre sehr individuelle Art, damit umzugehen.

TV-Tipp: Ich Koch, heute Nacht, 0:45 – 1:55 Uhr auf SWR/SR.

Natürlich wieder viel zu spät, um’s live zu sehen. Aber man kann den humorvollen Film von Bettina Timm, der 2011 auch einen First-Steps-Award gewann, ja auch aufzeichnen oder in der Mediathek (SWR oder evtl. auch ARD) nachschauen.

Kino, TV

Geschichte der Philosophie – Nach Online-Version wieder als UTB-Taschenbuch-Reihe erhältlich

Jacques Derrida: Zwei Tweets

Aus Jacques Derrida wäre wohl kein Twitterer geworden, da seine philosophischen Gedanken nicht in einen Tweet passen. 😉 Dass Twitter sehr wohl auch ein Medium für Philosophen sein kann, haben wir als Twitkrit-Autorenteam ja in unserem beim Pons-Verlag erschienenen Twitterbuch bereits herausgestellt. Ich hatte das letzten Sommer exemplarisch auf Twitkrit im Artikel Twitter ist auch Philosophie herausgearbeitet. In jenem Text hatte ich die philosophischen Begriffe mit den Einträgen im Online-Wörterbuch der Philosophie von UTB verlinkt, um das es aus aktuellem Anlass seiner Neuerscheinung in Print nun wieder gehen soll.

Das Online-Wörterbuch Philosophie – hier auch in der Datenbankbeschreibung der Stabi Hamburg vorgestellt – gab es früher auch schon mal in gedruckter Form, doch die war bis zu diesem Monat vergriffen. Nun ist es wieder in neuer Auflage in gedruckter Form erschienen – auch wenn der UTB-Verlag auf seiner Website behauptet, es sei noch vergriffen. Die brandaktuelle 2012-er Ausgabe präsentiert UTB aufgeteilt in vier Bände als Taschenbücher:

Geschichte der Philosophie - UTB

  1. Geschichte der Philosophie I: Antike und Mittelalter
  2. Geschichte der Philosophie II: 16.-18. Jahrhundert
  3. Geschichte der Philosophie III: 19. Jahrhundert
  4. Geschichte der Philosophie IV: 20. Jahrhundert

Bluesky, Literatur

Das 5. BibCamp in Köln – die etablierte Unkonferenz

Horst (das Original!), vom ersten BibCamp an unser Maskottchen (auf Klick in groß)

Vor einer Woche ging das 5. BibCamp in Köln zu Ende, die bibliothekarische Unkonferenz, die sich im vergangenen halben Jahrzehnt im deutschsprachigen Bibliothekswesen – man traut es kaum zu sagen: – etabliert hat. Zeit, wie auch schon bei den Vorläufern in Berlin (2008), in Hannover (2010), in Hamburg (2011) meinen kurzen Rückblick zu veröffentlichen. Wer aufmerksam liest, entdeckt die Lücke 2009 Stuttgart, dort war ich, wie so viele, nicht dabei. So viel zur jungen BibCamp-Geschichte.
Bib meets Knowledge Camp 2012Nun also ein paar Worte zu Köln 2012, wo das BibCamp dieses Jahr Bib meets Knowledge Camp hieß, da es die örtlichen Veranstalter an der FH Köln zusammen mit den Kölner Informationswissenschaftlern organisierten. Um das Fazit vorweg zu nehmen: es war wieder ein voller Erfolg.

40-köpfiges Orga-Teams BibCamp Köln 2012

250 Teilnehmer, das war neuer Rekord!, davon 40 aus dem Knowledge-Bereich. Alles perfekt organisiert, auch dank des 40-köpfigen Orga-Teams, siehe Foto oben. Aus Veranstaltersicht gut nachzulesen bei Karlheinz Pape: Bib meets Knowledge Camp – ein geglückter Versuch. Und was mich immer wieder freut, dass es den neuen Teilnehmern so geht wie mir damals beim 1. BibCamp in Berlin: man reist etwas ungläubig an, ob das denn funktionieren kann, wenn das Programm der Tagung erst vor Ort entsteht, wenn es keine Vortragenden gibt, sondern alles erst vor Ort durch Vorstellung und Abstimmung entschieden wird. Und alle merken dann: ja, das funktioniert. Es entsteht ein fachlicher Austausch auf hohem Niveau, und dadurch, dass sich alle einbringen, nehmen auch alle so viele Anregungen für die eigene Arbeit mit in ihre Bibliotheken oder verwandte Institutionen zurück.

Foto, Literatur
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