8 Jahre Text & Blog

8 Jahre Text & Blog

Die Acht ist meine Glückszahl. Und dieses Blog wird heute acht Jahre alt. Ich muss zugeben: ein besonderer Moment für mich. Als ich am 1. November 2004 meinen ersten Blogartikel schrieb, damals noch in Saarbrücken, ohne richtig zu wissen, was ich da anfange, hätte ich nie gedacht, dass das hier so etwas Ernstes, so etwas Dauerhaftes werden wird.

Auch wenn Zahlen Schall und Rauch sind, steckt in ihnen doch Einiges an Aussagekraft. Da haben wir zum Beispiel die Zahl 3.625. Ich habe in den acht Jahren dreitausendsechshundertfünfundzwanzig Artikel geschrieben. Das macht 1,25 Artikel pro Tag ! Diese wurden im Schnitt mit 5 Kommentaren bedacht, über 17.000 im Laufe der Zeit. Ich danke euch, denn ohne dieses kontinuierlich abgegebene Feedback und die nach wie vor recht guten Aufrufzahlen hätte dieses Blog seinen 8. Geburtstag vielleicht nicht erlebt.

Nun aber genug der Zahlen. Was bleibt, ist der Dank für Euer Interesse. So lange das besteht, wird es hier auch weiter gehen.

Internet, Literatur

E-Book UND Buch – kein entweder oder

Leser von E-Book und Buch in der U1

Gestern und heute habe ich jeweils eine Aufnahme gemacht, die Menschen beim Lesen von Büchern in der U-Bahn zeigt. Die zufällig und willkürlich ausgewählten Fotos sind diesem Artikel vor- und nachgestellt und erheben natürlich keinen Anspruch auf eine repräsentative Erhebung. Was sie aber zeigen, ist, dass es ein paralleles Lesen von Texten, sowohl in gedruckter Form auf Papier, als auch in elektronischer Form im E-Reader, gibt. Ich finde, es wird viel zu viel Bohai darum gemacht, was sich nun durchsetzen wird. Antwort: keines von beiden alleine. Das Stichwort ist die friedliche Koexistenz; wie so oft im Verlaufe der Kulturgeschichte, wo ein neues Medium nicht immer automatisch das alte verdrängt. Ein Dozent hat letzte Woche am IBI bereits das Ende des Papiers ausgerufen. Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Bin heute auf zwei Auseinandersetzungen mit diesem Thema gestoßen, die mich in meiner Einschätzung, dass es auf absehbare Zeit beides geben wird: die stark aufholenden E-Books und die gedruckten Bücher. Manchmal auch – so wie bei mir – von ein und derselben Person gleichzeitig genutzt. Einmal der Artikel «Hurra, wir lesen doch! – Von E-Readern, Printwälzern und Lesegewohnheiten» von Nicole Haase:

Man liest Vergleiche, wie „eBook vs. Printbuch“ und gewinnt bei der Häufung solcher Headlines den Eindruck man müsse sich demnächst entscheiden. Auch wenn der weiterführende Inhalt der Beiträge wunderbar informativ ist und lückenlos Vor- und Nachteile aufführt, so klingt der Titel doch nach den Kontrahenten im Boxring. Hört man dann noch an anderer Stelle Sätze, wie „Die Verdrängung des Papiermodells naht.“, dann ist klar, wofür man sich entscheiden muss. Liegt auf dem Nachttisch noch Gedrucktes, fühlt man sich selbst eventuell etwas angestaubt.

Bitte dort weiter lesen und erfahren, wie entspannt und ohne Entscheidungskämpfe man E-Books und Bücher parallel lesen kann.

Als ich jenen Artikel auf Google+ teilte, war Markus Spath (aka @hackr) so nett, mich auf die (nach-)hörenswerte Diskussion «Die Zukunft des Lesens» hinzuweisen. Dabei handelt es sich um eine Aufzeichnung der öffentlichen Veranstaltung vom 29. Mai 2012 in der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach.

Wie verändert die digitale Evolution das Leseverhalten und das Publizieren? Führt die Demokratisierung des Herausgebens und Rezensierens in eine Epoche des unüberschaubaren Wissens oder des Vergessens? Ist das Ende des linearen Lesens das Ende der Literatur? Wird Gedrucktes zum Luxusobjekt?

Auf dem Podium diskutierten: Siggi Becker (Elektrischer Reporter), Sebastian Oschatz (Meso), Dr. Petra Gropp (S. Fischer Verlag), Prof. Peter Eckart (HfG Offenbach) und Christoph Schröder (Literaturkritiker). Die Gesprächsleitung hatte der hr2-Redakteur Peter Kemper. Die 54-minütige Diskussion kann hier nach gehört werden:

http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_kulturszene/hr2_kulturszene_20121029.mp3

Buch führt 2:1 gegen E-Book (auch in der U1)

E-Book, Foto, Literatur

Open Access erklärt

Letzte Woche wurde weltweit die Internationale Open Access-Woche begangen. Informationen zu diesem immer wichtiger werdenden Thema gab es in Hülle und Fülle. Einen Eindruck von getwitterten OA-Week-Artikeln gibt zum Beispiel eine Abfrage des Hashtags #oaweek. Meine Kollegin Isabella Meinecke hat zum Beispiel in der Stabi in einer kleinen Artikel-Reihe die Open-Access-Initiativen der Stabi vorgestellt. Obiges Video ist wieder einmal eine großartige Arbeit von phdcomics.com und zeigt sehr anschaulich die Bedeutung des freien Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen.

Literatur, Video

Grimm-Zentrum Berlin: Architektur meets Bibliothek

Auf allen Stockwerken lädt das Grimm-Zentrum zum Stöbern in den Beständen ein Heute haben wir im Rahmen unserer Einführung ins Masterstudium am IBI auch das unweit unseres Institutes gelegene Grimm-Zentrum kennen gelernt. Was für ein imposanter Bibliotheksneubau, welch gelungenes Konzept, die Bedürfnisse einer Bibliothek mit anspruchsvoller, ansprechender Architektur zu verbinden. Christine Krätzsch, Fachreferentin für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Bibliothek der HU, und auch IBI-Absolventin hat uns durch mehrere der 9 Stockwerke mit seinen terrassenartig angelegten Lesesälen geführt und uns alle in großes Staunen versetzt. Im Foto-Album auf Google Plus gibt es die Bilder zu sehen, die ich während der Führung aufgenommen habe.

Fotoalbum Grimm-Zentrum auf Google+

Update 5.11.2012: Da in den Kommentaren auf Goggle+ in den vergangenen Tagen noch interessante Standpunkte zum Grimm-Zentrum zu lesen sind, möchte ich hier noch einmal gesondert darauf hinweisen. Sehr interessant, welche Kritikpunkte von Nutzerseite angebracht werden und wie die Bibliothek ausführlich darauf antwortet.

Foto, Literatur

Schultüte zum ersten Studientag am IBI

Meine erste Schultüte - empfangen im Foyer des IBI

Gestern ging es los mit dem Master-Fernstudium an der Humboldt-Uni, am IBI. Kurz ehe der erste der beiden Einführungstage begann, kam eine liebe Bekannte vorbei und überbrachte mir eine mit tollen Dingen (Stifte, Süßes, Stoffmaus…) gefüllte Schultüte. Weil sie sich daran erinnerte, dass ich mal erzählte, als Kind keine Schultüte bekommen zu haben (ich wurde erst später im Jahr eingeschult, als das Schuljahr schon lange begonnen hatte).

Erst der Rucksack von Isa (den ich gestern selbstredend dabei hatte), nun die Schultüte von P.; das Studium geht ja gut los. Zu selbigem wird es natürlich öfter hier Berichte geben. Am Anfang nur so viel: Wir sind etwa 60 Leute im 18. Matrikel (aufgeteilt in 2 Gruppen; ich gehöre der Gruppe 1 an), die Leute kommen aus ganz Deutschland, zum Teil auch aus Österreich, der Schweiz und eine Studentin lebt sogar in Norwegen. Interessant zu sehen, mit welch unterschiedlichen Studienfächern die Kommilitonen „vorbelastet“ sind, und aus welch unterschiedlichen Bibliotheken sie kommen.

Foto, Literatur

Decodeunicode: Zeichensatz am laufenden Band

decodeunicode from Siri Poarangan on Vimeo.

Ein Film, der in geradezu hypnotischer Schönheit (und in biblischer Länge von 2,5 Stunden!) einen Zeichensatz vor dem Auge des Betrachters abspielt. So einfach wie genial. Decodeunicode ist der Film zum gleichnamigen Buch, beschrieben auf typografie.de:

In den Tiefen Ihrer Tastatur schlummern ungeahnte Schriftzeichen-Schätze, aber wo? Unicode setzt dem Turmbau zu Babel die vereinten typografischen Nationen entgegen und verweist jedes Schriftzeichen auf seinen codierten Platz.

[via @AndreasHerzau]

Literatur, Video

Amazon, muss ich meine Paperwhite-Bestellung revidieren?

(Diesen Blockg Artikel schreibe ich testweise mit der Spracherkennung von Mike leihen Mac Lion. Wenn die Spracherkennung ein Wort falsch erkennt, werde ich es durchstreichen und die korrekte Schreibweise nachstellen.)

Neulich habe ich mir den Amazon Peter leid Paperwhite bestellt. Ab Anfang Dezember soll er ausgeliefert werden. Die Nachfrage ist groß, Geduld ist gefragt. Wenn ich aber mitbekomme, wie einfach an Masson Amazon die Bücher einer Nutzerin auf dem kein Geld Kindle löschen kann, wegen angeblichen Missbrauchs, bekomme ich da so meine Bedenken.

Alles Weitere hier:

Martin Bekkelund Outlawed by Amazon DRM:

A couple of days a go, my friend Linn sent me an e-mail, being very frustrated: Amazon just closed her account and wiped her Kindle. Without notice. Without explanation. This is DRM at it’s worst.

Cory Doctorow: Kindle user claims Amazon deleted whole library without explanation

Bekkelund has posted a string of emails that he says were sent to Linn by the company. They are a sort of Kafkaesque dumbshow of bureaucratic non-answering, culminating in the customer service version of „Die in a fire,“ to whit, „We wish you luck in locating a retailer better able to meet your needs and will not be able to offer any additional insight or action on these matters,“ a comment signed by „Michael Murphy, Executive Customer Relations, Amazon.co.uk.“

Computerworld.uk: Rights? You have no right to your eBooks:

Amazon unwittingly mounts a perfect demonstration why you should not trust Kindle as a place to purchase books.

Guardian: Amazon wipes customer’s Kindle and deletes account with no explanation:

Kindle user had her account deleted because it had ties to ‚previous abuses of company policy‘, but the online retailer blanked all follow-up enquiries

Wenn Amazon diesen Vorfall nicht aufklärt, dürfte sich das zum Desaster für den E-Book- und E-Reader-Anbieter ausweiten. Wer vertraut noch einem Händler, der die gekauften Bücher ohne Angaben konkreter Gründe löscht? Amazon, muss ich meine Paperwhite-Bestellung revidieren?

Update 23.10.2012, 12:30 Uhr: Der deutsche Amazon-Kundendienst hat mir mittlerweile geantwortet. Und heise meldet: Amazon: Kindle-Blockade einer Nutzerin beendet.

E-Book, Literatur
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