Papier vs E-Lektüre – Was ist besser fürs Gedächtnis?

Papier vs E-Lektüre

Gestern wies ich auf Twitter auf eine Studie hin, nach der Texte eher behalten werden, die auf gedrucktem Papier statt elektronisch gelesen werden. Und ich habe meine Timeline auf Twitter gefragt, ob sie diese Erfahrung bestätigen können:

Ich versprach die Antworten zu bündeln. Wenn es auch nur eine zufällige Zahl von Antworten ist, ohne jeglichen empirischen Anspruch, ist es dennoch interessant, was zum Thema “Papier versus E-Lektüre” geschrieben wurde:
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Das Netz 2014 / 2015 – Jahresrückblick Netzpolitik

Das Netz 2014 / 2015 – Jahresrückblick Netzpolitik

Eine gute Sache für alle, die noch ein wirklich sinnvolles Weihnachtsgeschenk suchen, aber auch für alle an Netzpolitik Interessierten eine wertvolle Empfehlung:
«Das Netz 2014/2015 – Jahresrückblick Netzpolitik» als Print und elektronisch jetzt verfügbar.

Für mich ist es eine Ehre, dass ich in der Rubrik «Gefragt: Vierzehn Netzköpfe antworten» ein Statement abgeben durfte, was ich mir aus netzpolitischer Sicht für 2015 wünsche:

Vierzehn Netzköpfe antworten – Mein Statement

Wider die Resignation: Möge es 2015 gelingen, die Menschen besser über Gefahren für unsere Demokratie aufzuklären. Wem die anlasslose Überwachung durch NSA und BND gleichgültig ist, oder wer keine Probleme mit dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP hat, braucht Informationen – im Netz und im Gespräch.

Alle Informationen zum Buch, das man (am besten!) günstig kaufen (Print: EUR 14,90, E-Book: EUR 4,99) oder auch kostenlos online lesen kann, findet ihr auf der Bestellseite zum Buch.

Book Sprint CoScience – Gemeinsam forschen und publizieren mit dem Netz

CoScience Book Sprint

Kann man mit wenigen Menschen in 3-5 Tagen gemeinsam ein Buch schreiben? Klingt unmöglich, geht aber. Das System nennt sich Book Sprint, die neueste Ausgabe eines solchen Buches, das noch weiter ausgebaut werden wird, stellt das Team vom Open Science Lab der TIB Hannover gemeinsam mit einigen Mitautoren gerade auf der CeBit vor. Titel des Buches: «CoScience – Gemeinsam forschen und publizieren mit dem Netz».

Wikipedia-Artikel Book Sprint Hatte ja schon berichtet, dass ich im Dezember im Rahmen meines Masterstudiums ein Praktikum beim Open Science Lab absolviert hatte. In dieser Zeit war ich auch in die Vorbereitungen involviert. Unter anderem mündete mein – zugegeben sehr winziger – Anteil am Projekt darin, dass ich einen Wikipedia-Artikel zum Book Sprint angelegt hatte. Spannende Sache, einen Wikipedia-Artikel mal ganz neu anzulegen. Macht man ja auch nicht alle Tage. Und es war höchst interessant, zu sehen, wie der Artikel durch kundige Menschen gleich ausgebaut wurde. Wikipedia ist eben doch in den meisten Fällen eine gute Möglichkeit, Wissen gemeinsam festzuhalten und auszubauen.
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Das Entscheidende beim Lesen bleibt das Lesen, nicht das Buch.

«Mit dem iPad die Angebote der Stabi nutzen»
Visualisierung meines Artikels «Mit dem iPad die Angebote der Stabi nutzen»

«Das Entscheidende beim Lesen bleibt das Lesen, nicht das Buch.» (Marcel Proust). Und auch sonst so wahr, was Malte Herwig auf DRadioKultur sagt zum Thema «Die Bücherrevolution hat begonnen» – Wie E-Books, Kindle & Co. unser Lesen verändern:

Wo Kulturpessimisten den Untergang des Abendlandes befürchten, singt unser Autor Malte Herwig ein Loblied auf die Digitalisierung der Bücher: “Meine Bibliothek habe ich immer dabei – und dazu noch tausend andere, von denen ein Jorge Luis Borges nur hätte träumen können. Das ist nicht Zerstreuung, das ist das wahre Leseglück”.

Wer verstehen will, wie sich unsere Buchkultur verändert, dem empfehle ich das Nachlesen oder Nachhören des Beitrages:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/04/04/drk_20130404_0721_589065dc.mp3

E-Books in der Hand – Amazon Paperwhite ist da

Der Amazon Paperwhite liegt in der Hand

Der angekündigte Amazon Paperwhite kam gestern bei mir an – zwei Tage vor dem für die frühen Vorbesteller avisierten Termin 22.11.2012. Eine ausführlichere Rezension folgt nächste Woche. Aber, da die Neugierde schon groß ist, hier ein paar Bilder und erste schnelle Eindrücke.

Das Ding heißt nicht umsonst Paperwhite, die Papieranmutung ist durchaus gegeben. Obwohl es ein E-Reader ist, kann man beim Lesen schnell vergessen, dass man die Texte elektronisch rezipiert. Könnte hilfreich sein für jene, denen der Übergang vom gedruckten Buch zum E-Reader aus nostalgischen Gründen schwer fällt. Das beleuchte Lesen – im Gegensatz zu seinen Vorgängern hat der Paperwhite ja eine eigene Leuchtquelle – empfinde ich als angenehm. Selbstverständlich kann man die Helligkeit anpassen (“Wählen Sie eine niedrige Einstellung für dunkle Räume”, rät der entsprechende Kindle-Tooltipp).

Hier weitere Bilder und Kurzbeschreibungen, die Bilder gibt’s auf Klick auch jeweils in groß:

Paperwhite - briefkastengerecht schmal verpacktRadierung aus "Zwei Jahre Ferien" von Jules Verne

Links: Paperwhite – briefkastengerecht schmal verpackt – Logistik können die bei Amazon. Rechts: Als Beispiel für die graphische Darstellung auf dem Paperwhite: eine Radierung aus “Zwei Jahre Ferien” von Jules Verne. Farbe is’ nicht, aber hier ist das ja kein Verlust. Sieht richtig gut aus.
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An E-Books führt (auch hier im Blog) kein Weg mehr vorbei

E-Book- vs. Buch-Lesen in der U-Bahn

Seit heute hat mein Blog eine neue Kategorie: E-Book. E-Book schreibt man übrigens wie E-Mail. Großes E, Bindestrich dann Book. Hatte ja neulich schon berichtet, dass ich ein sehr entspanntes Verhältnis zu diesem spannenden Thema habe (E-Book UND Buch – kein entweder oder). Die Aufregung um das Aufkommen der E-Books ist mir unverständlich. So oder so führt kein Weg dran vorbei. Es wird das gedruckte Buch nicht ersetzen, aber wir werden uns daran gewöhnen müssen – oder dürfen – je nach Einstellung zur Rezeption elektronischer Texte. Dass E-Books rasch an Bedeutung gewinnen werden, ist ein Fakt.

Ich war ja zunächst selbst sehr skeptisch bei diesem Thema (dachte fälschlicherweise, dass ich das Lesen auf E-Readern nicht mögen würde), habe mich aber Dank meines iPads – und entsprechender Apps, wie z. B. der Kindle-App – rasch von den Vorteilen des Lesens von Büchern auf einem E-Book-Reader (bzw. in meinem konkreten Fall auf einem Tablet) überzeugen können.

Heute hat Amazon meinen Kindle Paperwhite verschickt, spätestens am Donnerstag wird er eintreffen und auch über dieses Gerät – wie über das Thema E-Book im Allgemeinen, sowie über Bezugsmöglichkeiten von E-Books (ich freue mich zum Beispiel auf den raschen Zugang zum spanischsprachigen Literaturmarkt – werde ich hier im Blog in Zukunft berichten.

Text & Blog wäre nicht das freundliche Dienstleistungsblog am Rande des schnelllebigen Datenhighways (hust), wenn ich nicht gleich eine gute Netz-Empfehlung zum Thema für euch bereit hätte. Am Samstag war eines der Themen beim c’t-Online-Talk auf DRadioWissen – na was wohl? – richtig: E-Books. Wer nicht die ganze Folge «Von E-Books und Musik-Wolken» hören (oder sehen) möchte, kann sich auf die 15 Minuten zwischen 14:15 und 29:15 konzentrieren, mit besonderem Augenmerk auf den ab 22:40 angesprochenen Punkt des Nutzungsrechtes (beim E-Book) vs. Eigentum (beim Buch), den ich ja auch schon bei oben zitiertem Artikel angesprochen hatte:

Lange Zeit sah es so aus, als ob der Boom, den E-Books in den USA erleben, an Deutschland vorbeigehen würde. Aber weit gefehlt – mittlerweile verbreitet sich die elektronische Lektüre auch hierzulande. Im Schnitt gegeben die Nutzer über 50 Euro pro Jahr für E-Books aus, jeder zehnte Deutsche liest mittlerweile Bücher (auch) elektronisch. Mit der Auslieferung des Kindle Paperwhite erhofft sich vor allem Amazon einen weiteren Schub für die E-Books im Weihnachtsgeschäft. Alles prima also? Keineswegs.

Probleme bei E-Books
Abhängigkeit vom DRM des jeweiligen Anbieters, kein Archiv ohne Zugriff auf die Cloud, bewusster oder unabsichtlicher Ausschluss von den gekauften Büchern durch Schließung des Accounts, Fragen zur Langlebigkeit des E-Book-Speichers in der Cloud: Manche Ereignisse in den vergangenen Wochen verunsichern die User – und illustrieren, welche technischen, rechtlichen und politischen Probleme wir uns mit den E-Books möglicherweise einhandeln.

E-Book UND Buch – kein entweder oder

Leser von E-Book und Buch in der U1

Gestern und heute habe ich jeweils eine Aufnahme gemacht, die Menschen beim Lesen von Büchern in der U-Bahn zeigt. Die zufällig und willkürlich ausgewählten Fotos sind diesem Artikel vor- und nachgestellt und erheben natürlich keinen Anspruch auf eine repräsentative Erhebung. Was sie aber zeigen, ist, dass es ein paralleles Lesen von Texten, sowohl in gedruckter Form auf Papier, als auch in elektronischer Form im E-Reader, gibt. Ich finde, es wird viel zu viel Bohai darum gemacht, was sich nun durchsetzen wird. Antwort: keines von beiden alleine. Das Stichwort ist die friedliche Koexistenz; wie so oft im Verlaufe der Kulturgeschichte, wo ein neues Medium nicht immer automatisch das alte verdrängt. Ein Dozent hat letzte Woche am IBI bereits das Ende des Papiers ausgerufen. Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Bin heute auf zwei Auseinandersetzungen mit diesem Thema gestoßen, die mich in meiner Einschätzung, dass es auf absehbare Zeit beides geben wird: die stark aufholenden E-Books und die gedruckten Bücher. Manchmal auch – so wie bei mir – von ein und derselben Person gleichzeitig genutzt. Einmal der Artikel «Hurra, wir lesen doch! – Von E-Readern, Printwälzern und Lesegewohnheiten» von Nicole Haase:

Man liest Vergleiche, wie „eBook vs. Printbuch“ und gewinnt bei der Häufung solcher Headlines den Eindruck man müsse sich demnächst entscheiden. Auch wenn der weiterführende Inhalt der Beiträge wunderbar informativ ist und lückenlos Vor- und Nachteile aufführt, so klingt der Titel doch nach den Kontrahenten im Boxring. Hört man dann noch an anderer Stelle Sätze, wie „Die Verdrängung des Papiermodells naht.“, dann ist klar, wofür man sich entscheiden muss. Liegt auf dem Nachttisch noch Gedrucktes, fühlt man sich selbst eventuell etwas angestaubt.

Bitte dort weiter lesen und erfahren, wie entspannt und ohne Entscheidungskämpfe man E-Books und Bücher parallel lesen kann.

Als ich jenen Artikel auf Google+ teilte, war Markus Spath (aka @hackr) so nett, mich auf die (nach-)hörenswerte Diskussion «Die Zukunft des Lesens» hinzuweisen. Dabei handelt es sich um eine Aufzeichnung der öffentlichen Veranstaltung vom 29. Mai 2012 in der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach.

Wie verändert die digitale Evolution das Leseverhalten und das Publizieren? Führt die Demokratisierung des Herausgebens und Rezensierens in eine Epoche des unüberschaubaren Wissens oder des Vergessens? Ist das Ende des linearen Lesens das Ende der Literatur? Wird Gedrucktes zum Luxusobjekt?

Auf dem Podium diskutierten: Siggi Becker (Elektrischer Reporter), Sebastian Oschatz (Meso), Dr. Petra Gropp (S. Fischer Verlag), Prof. Peter Eckart (HfG Offenbach) und Christoph Schröder (Literaturkritiker). Die Gesprächsleitung hatte der hr2-Redakteur Peter Kemper. Die 54-minütige Diskussion kann hier nach gehört werden:

http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_kulturszene/hr2_kulturszene_20121029.mp3

Buch führt 2:1 gegen E-Book (auch in der U1)

Amazon, muss ich meine Paperwhite-Bestellung revidieren?

(Diesen Blockg Artikel schreibe ich testweise mit der Spracherkennung von Mike leihen Mac Lion. Wenn die Spracherkennung ein Wort falsch erkennt, werde ich es durchstreichen und die korrekte Schreibweise nachstellen.)

Neulich habe ich mir den Amazon Peter leid Paperwhite bestellt. Ab Anfang Dezember soll er ausgeliefert werden. Die Nachfrage ist groß, Geduld ist gefragt. Wenn ich aber mitbekomme, wie einfach an Masson Amazon die Bücher einer Nutzerin auf dem kein Geld Kindle löschen kann, wegen angeblichen Missbrauchs, bekomme ich da so meine Bedenken.

Alles Weitere hier:

Martin Bekkelund Outlawed by Amazon DRM:

A couple of days a go, my friend Linn sent me an e-mail, being very frustrated: Amazon just closed her account and wiped her Kindle. Without notice. Without explanation. This is DRM at it’s worst.

Cory Doctorow: Kindle user claims Amazon deleted whole library without explanation

Bekkelund has posted a string of emails that he says were sent to Linn by the company. They are a sort of Kafkaesque dumbshow of bureaucratic non-answering, culminating in the customer service version of “Die in a fire,” to whit, “We wish you luck in locating a retailer better able to meet your needs and will not be able to offer any additional insight or action on these matters,” a comment signed by “Michael Murphy, Executive Customer Relations, Amazon.co.uk.”

Computerworld.uk: Rights? You have no right to your eBooks:

Amazon unwittingly mounts a perfect demonstration why you should not trust Kindle as a place to purchase books.

Guardian: Amazon wipes customer’s Kindle and deletes account with no explanation:

Kindle user had her account deleted because it had ties to ‘previous abuses of company policy’, but the online retailer blanked all follow-up enquiries

Wenn Amazon diesen Vorfall nicht aufklärt, dürfte sich das zum Desaster für den E-Book- und E-Reader-Anbieter ausweiten. Wer vertraut noch einem Händler, der die gekauften Bücher ohne Angaben konkreter Gründe löscht? Amazon, muss ich meine Paperwhite-Bestellung revidieren?

Update 23.10.2012, 12:30 Uhr: Der deutsche Amazon-Kundendienst hat mir mittlerweile geantwortet. Und heise meldet: Amazon: Kindle-Blockade einer Nutzerin beendet.

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