Oliver Welke – Ist Politik die bessere Comedy?

Oliver Welke – Spiegel-Gespräch: „Ist Politik die bessere Comedy?“ from Markus Trapp on Vimeo.

Als ich in der Vorwoche beim Spiegel-Gespräch mit Oliver Welke an der Uni Hamburg war, überraschte der Moderator der heute show mich und die anderen 500 (!) Zuschauer durch seine Schlagfertigkeit in der Unterhaltung. Eines ist es ja, gestützt auf eine gute Redaktion und teilweise selbst die Moderationstexte im Vorfeld schreibend, flott im Fernsehen daher zu reden, und wiederum etwas anderes spontan humor- und gehaltvoll über Politik und Comedy vor Livepublikum zu sprechen. Oli Welke war dies perfekt gelungen. Schade, dass es nur eine dreieinhalbminütige Zusammenfassung des von SPIEGEL-Redakteur Markus Brauck am 16.01.2013 (18-19:30 h) geführten Gespräches Ist Politik die bessere Comedy? gibt. Aber auch der kurze Ausschnitt gibt schon einen guten Eindruck davon, wie schlagfertig Welke ist und wie intelligent er die heute show mit seinem hervorragenden Team auf konstant hohem Niveau hält.

In der anschließenden Fragerunde nutzte ein Vertreter von Die Liste Hamburg, des studentischen Ablegers der Partei, die Gunst der Stunde (es waren ja gerade StuPa-Wahlen), und fragte den Gast, ob er für den Fall der Umsetzung des Wahlzieles seiner Partei, die Stabi in ein Schwimmbad umzuwandeln, seinen Namen hergeben würde. Die von Studier- zur Schwimmstätte umgewandelte Bibliothek – bei der ich, wie ihr wisst, arbeite – solle dann Oliver-Welke-Wellnessbad heißen. Oli schien nicht abgeneigt, mit Wellness würde er gerne in Verbindung gebracht. 😉

Hamburg, Literatur, Politik, TV

INDECT – Die größte Bedrohung bist DU

Hab ja neulich schon geschrieben, Orwell ist aktueller denn je. Von daher bin ich Anonymous dankbar für dieses Aufklärungsvideo. Verglichen mit dem, was Orwell an Schreckensprojektionen des Überwachungsstaates der Zukunft vorausgesehen hat, ist INDECT («Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Erfassung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung», siehe Wikipedia) ein nochmals potenzierter Horror.

Am Montag schaue ich mir an der Uni Hamburg die Aufführung «GEORGE ORWELL’S 1984» von University Players an. Werde dabei auch die Bilder von INDECT im Kopf haben.

[via Piratenpartei auf G+]

Politik, Video

Tweet der Woche: Politisches persönlich erfahren

Tweet der Woche Politische oder historische Prozesse kann man immer von zwei Seiten betrachten: von der offiziellen, staatlichen Seite aus, oder aus der privaten Realität derer, die diese Politik oder Geschichte ganz real erleben. In dieser Woche ist das wieder deutlich geworden, durch die Divergenz von staatlichen Erinnerungsfeiern zu 50 Jahre Elysée-Vertrag und privatem Blick auf das Verhältnis zu unseren französischen Nachbarn. Am besten ausgedrückt – und deshalb ist dieser auch mein klarer Tweet der Woche – wurde das in diesen Tagen durch @manumelm:

Tweet der Woche von @manumelm

Die vergangenen Tweets der Woche findet ihr hier.

Bluesky, Literatur

Pelzig weiß sich (und uns) zu helfen – Wasser ist ein öffentliches Gut

Pelzig ist einfach großartig. Das ZDF verbietet ihm – angeblich aus juristischen Gründen – private Webadressen in der Sendung einzublenden. Dann löst er diese „Werbung“ ganz geschickt über einen alten Renault, den er im Studio aufgebaut hat, denn Autowerbung sei ja beim ZDF kein Problem. Köstlich.

Und nicht vergessen, nach Betrachten des Videos hier vorbei zu schauen und bei Interesse die private Aktion, die gar nicht so privat, sondern viel mehr im Sinne der Gemeinschaft ist, zu unterstützen:

www.right2water.eu/de

[via onlineaktivisten]

Update 26.01.2013: Guter Bericht zum Thema «EU will Wassermarkt öffnen» in der Sendung quer (BR vom 24.01.2013)

Politik, Video

Metropole Saarbrücken – gelebte deutsch-französische Kultur

Ein guter Beitrag über meine Heimatstadt Saarbrücken auf ARTE. Metropolis hat im Metropolenreport: Saarbrücken genau hingeschaut und zeigt sehr gut, warum Saarbrücken eine ganz besondere Stadt ist und wieso sie beispielhaft für die Symbiose aus französischer und deutscher Kultur steht. Wir haben ja gestern 50 Jahre Elysée-Vertrag gedacht. Saarbrücken ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die beiden Kulturen ganz real, nicht nur nebeneinander, sondern tatsächlich zusammen leben.

Ein Grenzort im Herzen Europas: In Saarbrücken sorgte die geographische Lage für eine wechselhafte Geschichte: Mal stand Saarbrücken unter französischer Herrschaft – dann gehörte die Stadt wieder zu Deutschland.
Metropolis schaut bei den Vorbereitungen des Max Ophüls Festival zu, lässt sich von der Choreographin des Saarländischen Staatstheaters Marguerite Donlon ihr Saarbrücken zeigen, stärkt sich im Restaurant des Sterne-Koch Jens Jakob, der mit der französischen Küche wie selbstverständlich aufgewachsen ist…

Teil 1:

Teil 2:

Ich danke Michael Schmidt, der so freundlich war, mich auf Twitter auf diesen Metropolis-Beitrag hinzuweisen.

Ophüls, Saarland, TV

Abmahnfalle oder ‚Ein Mensch wie Dr. Michael Fuchs‘

Hintergrund meiner Überlegungen ist das Abmahnverhalten von Dr. Michael Fuchs. Nachzulesen sowohl in Telepolis: Ein Quantum Hakluyt („CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs lässt weiteren Kritiker abmahnen“), als auch beim betroffenen Blogger, Markus Beckedahl von netzpolitik.org:

Vor zwei Wochen berichtete Abgeordnetenwatch über Nebeneinkünfte von Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs. Gegen einen Aspekt der Berichterstattung ging Fuchs mit einem Anwalt vor und verpflichtete Abgeordnetenwatch zu einer Gegendarstellung, worüber wir hier berichteten. Daraufhin erhielten auch wir Post von dessen Anwälten, eine Unterlassungserklärung und eine Aufforderung zur Gegendarstellung. Am späten Freitag Nachmittag, mit einer Frist bis Montag 12:00 Uhr.

Weiter bei Markus: Wie ich einmal auf eine Abmahn-Stolperfalle reinfiel.

Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Wenn ich mich heute Abend zu Bett begebe, werde ich mir sagen: „Wie gut, dass ich nicht so ein Mensch geworden bin, wie Dr. Michael Fuchs.“

Update 24.01.2013: Heute weist Abgeordnetenwatch auf den gestrigen ZAPP-Bericht zum Vorgehen von Michael Fuchs hin:

Internet, Politik

Bertram Gugel zur Zukunft des Fernsehens

Bertram Gugel

Bertram Gugel ist für mich seit Jahren DER Experte, wenn es darum geht, Phänomene wie Video im Internet zu verstehen und einzuordnen. Sein lesenwertes Blog Digitaler Film – mit dem schönen Untertitel Film und Fernsehen im digitalen Rauschen – kann ich genau so empfehlen, wie seinen Twitter-Account @digitalerfilm. Für Spiegel.TV hat er letztes Jahr mit Philip Banse 45 Minuten über die Zukunft des Fernsehens gesprochen. Hab den Beitrag erst jetzt gesehen und möchte ihn allen empfehlen, die gerne verstehen möchten, worin der Erfolg von YouTube-Communities liegt, wieso einzelne (teilweise sehr junge) Menschen es schaffen, ganz leicht zum eigenen Produzenten – häufig mit unglaublich hohen Zuschauerzahlen – zu werden und wie die Zukunft des Fernsehens aussieht:

TV, Video

Studium mit iPad und visionäre Zeichnung ‚Drahtlose Telephonie‘ von Karl Arnold

Aus der Vorlesung «Digitalität, Codierung, Signale» von Prof. Coy habe ich am Wochenende diesen Tweet abgesetzt:

Dies hatte erst mal den netten Nebeneffekt, dass sich mit @___Dagger___ unmittelbar darauf einer meiner Twitter-Follower meldete, der auch bei Coy einige Semester lang Vorlesungen besucht hatte und von diesen ebenso angetan war, wie ich es im Rahmen meines Masterstudiums Bibliotheks- und Informationswissenschaften an der Humboldt Uni bin. Das iPad ist mir übrigens eine große Hilfe im Studium, weil ich die Folien aus der Lernmanagementumgebung Moodle immer live im iPad ansehen kann und unabhängig von den gerade im Veranstaltungsraum angezeigten Folien selbst hin- und herblättern kann. Weiterer Vorteil: digitale Portale, die wir im Studium besprechen, kann ich mir direkt in den Vorlesungen anschauen bzw. zum späteren Anschauen abspeichern. Erleichtert das Studium jedenfalls enorm.

Karl Arnold: Berlin – Drahtlose Telephonie Wolfgang Coy hat auch eine Folie mit einer genialen Zeichnung «Berlin – Drahtlose Telefonie» von Karl Arnold präsentiert, mit einer unglaublichen Vision, die ich euch gerne zeigen möchte: Arnold hat bereits 1926 das mobile Telefon vorausgesehen, und zwar in der Simplicissimus-Ausgabe (Jg 31, Heft 38). Schaut euch die Zeichnung bitte in groß an – dazu aufs Bild, oder hier klicken –, die ist wirklich sehr gelungen.

Zu Karl Arnold gab es übrigens im vergangenen Jahr eine Ausstellung in der Pinakothek der Moderne München (BR, kultur-vollzug.de).

Foto, Literatur
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