Juli 2007

Journalismus 2.0 für Online-ABC-Schützen

Journalism 2.0 Ein unter Creative Commons-Lizenz frei im Netz zur Verfügung gestelltes Buch mit dem Titel «Journalism 2.0 – How To Survive and Thrive» (zu dt. etwa: «Journalismus 2.0 – Überleben und Erfolg haben» 😉 ) führt auf 132 Seiten Journalisten – und solche, die es werden wollen – in die Geheimnisse des Online-Journalismus ein (Download PDF, 2 MB).

Im sympathisch mit «FTP, MB, RSS, oh My!» überschriebenen ersten Kapitel lesen die ABC-Schützen des Online-Journalismus:

To «survive and thrive» in the digital age, you need to know the lay of the land. Here are some concepts and terms to give you the foundation needed to tackle the fun stuff. This chapter will also discuss how to make RSS (Really Simple Syndication) technology work for you while giving you an understanding of what it means for your readers.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis (in ausführlicherer Version auch hier einsehbar) zeigt, was geboten wird. Für Einsteiger in die Thematik, wie sehr das Netz den Journalismus verändern wird, bzw. schon verändert hat, sicher kein schlechter Überblick.

Introduction: A Smooth Sea Never Made a Skilled Sailor
Chapter  1: FTP, MB, RSS, oh My!
Chapter  2: Web 2.0
Chapter  3: Tools and Toys
Chapter  4: New Reporting Methods
Chapter  5: How to Blog
Chapter  6: How to Report News for the Web
Chapter  7: Digital Audio and Podcasting
Chapter  8: Shooting and Managing Digital Photos
Chapter  9: Shooting Video for News and Feature Stories
Chapter  10: Basic Video Editing
Chapter  11: Writing Scripts, Doing Voice-overs
Epilogue: Putting it All Together

[via onlinejournalismus]

Internet, Literatur

Ulrich Mühe – muere un gran actor

Wie gestern morgen erst veröffentlicht wurde, ist am Sonntag Ulrich Mühe seinem Krebsleiden erlegen. Ich war nicht in der Lage gleich nach Erfahren dieser traurigen Nachricht darüber zu schreiben (hab es nur getwittert). Ein ganz Großer ist zu früh gegangen. Klingt so banal, ist aber so wahr.
Heute habe ich auch die große Anteilnahme in Spanien (in den Nachrichtensendungen, Zeitungen und Blogs) beobachten können, wo „Das Leben der Anderen“ einen riesigen Erfolg hatte. Etwa im El País-Artikel «Muere el actor Ulrich Mühe, protagonista de ‚La vida de los otros‘», der auf die Parallele von Stasi in Film und Leben von Ulrich Mühe hinweist:

El propio Mühe pudo revivir en esta película parte de su propia biografía. Al igual que el actor de la película descubre que su mujer se ha „vendido“ a la Stasi, también a Mühe se le reveló que su primera esposa, actriz al igual que él, trabajó para esta policía secreta.

Viele Spanier haben Mühe erst durch «La vida de los otros» als begnadeten Schauspieler kennengelernt. Ich hatte ja im Februar zum Filmstart in Spanien den Trailer hier vorgestellt: «La vida de los otros». Dort kann man Ulrich Mühe spanisch synchronisiert sehen, so wie ihn das spanische und lateinamerikanische Publikum kennengelernt hat.

Das Deutsche Fernsehen ändert aus dem aktuellen traurigen Anlass sein Programm und strahlt mehrere Filme mit Mühe aus, u.a. läuft auf Tele 5 in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 0:15 Uhr der Michael Haneke Film „Funny Games“ mit ihm und seiner nun trauernden Frau Susanne Lothar in den Hauptrollen. Weitere Termine in einer Übersicht bei Digital TV.

Kino, Spanisch, TV, Video

Muxmäuschenstill


Direktlink YouTube
Sollte es wirklich noch jemanden geben, der diesen fantastischen Film von Markus Mittermeier (Regie) und Jan Henrik Stahlberg (Buch und Hauptrolle) noch nicht gesehen hat, dann empfehle ich ihm oder ihr heute Abend um 23.30 Uhr den Fernsehsender des Bayrischen Rundfunks einzuschalten und Muxmäuschenstill zuzuschauen.

Dieser Film hatte vollkommen zurecht reihenweise Preise beim Max Ophüls-Festival 2004 in Saarbrücken abgeräumt (darunter den Hauptpreis, den Preis für das beste Drehbuch und den Publikumspreis). Die Jury begründete die Vergabe des Hauptpreises des wichtigsten deutschsprachigen Nachwuchsfilmfestivals damals mit den Worten:

„Muxmäuschenstill“ wirft sich mit bewundernswertem Mut dem Publikum entgegen. Er wagt eine Gratwanderung und hält uns in Atem. Eine zeitgemäße Geschichte, die sich dem Konsens vorgefertigter Meinungen konsequent entzieht. Auf originelle, witzige und pointierte Weise jongliert der Film mit unseren kulturellen Ikonen. Wir sind davon überzeugt, dass „Muxmäuschenstill“ in seiner Komplexität, seinem satirischen Humor und seinem gesellschaftlichen Anspruch Maßstäbe setzen wird.

Nach erneutem Betrachten des Trailers dachte ich eben, der Mux (die Hauptfigur des Filmes) hat so was Schäublesches, aber vielleicht täusche ich mich auch.

Update: 26.07.07, 2:00 Uhr: Auch in Merkel steckt ein Mux. Ich bin vielleicht ein Spielverderber in Zeiten eines Merkel-Umfrage-Hochs dieses Video noch an den TV-Tipp über den Sicherheits- und Ordnungsfanatiker Mux anzuhängen, aber es ist schockierend und beunruhigend genug, die Kanzlerin im Kontext von Videoüberwachung und Innerer Sicherheit im Wahlkampf einen solchen Satz sagen zu hören:

Das sind aber Dinge, über die darf man nicht diskutieren, die muss man einfach machen.

[Update via Rollmops im Kanzlerbunker]

Kino, Ophüls, Politik, TV, Video

Informationsüberflutung vermeiden mit aideRSS

aideRSS Heute ist ein neuer Service mit Namen aideRSS an den Start gegangen, der dabei helfen kann, die Informationsflut einzudämmen, die in unseren RSS-Readern aufläuft (das Thema hatten wir ja neulich schon: «Wie man es schafft, Hunderte von Feeds zu lesen»). Ob es mit aideRSS funktioniert, weiß ich nicht, muss man halt mal testen. Doch die Idee scheint mir nicht schlecht.

Worum geht es bei dem von findigen Programmierern im kanadischen Ontario ins Leben gerufenen Filterdienst aideRSS? Er ermittelt zu einer eingegebenen Blog- oder Feedadresse einen sogenannten PostRank der letzten Beiträge, sprich: wie wurden die zuletzt veröffentlichten Blogartikel bei del.icio.us, technorati, digg ect. rezipiert. Die Blogartikel werden so mit prozentualen Abstufungen in Good Posts, Great Posts, und Best Posts mit jeweils eigener Feedadresse unterteilt.

Bei Text & Blog sieht die aideRSS-PostRank-Übersicht zum Beispiel so aus:
aideRSS-PostRank fpür Text & Blog
Zu den Best Posts (bei mir 30%) der letzten 10 Postings, also denjenigen, die am meisten wahrgenommen wurden, gehören somit die Artikel zum Riesenmaschine-Buch, zu Gerrits Font-Artikel und zu boschs gebloggten Alltagsbeobachtungen.

Man könnte über diesen Filter die Menge der einzelnen noch zu lesenden Einträge dahingehend reduzieren, dass man von bestimmten Feeds eben nur den Best-Posts-Feed oder den Great-Posts-Feed abonniert, und somit nur die Blogartikel liest, die gemäß dem PostRank nach Veröffentlichung bereits eine gewisse Relevanz erreicht haben. Nachteil: man macht sich von der Bewertung anderer abhängig. Vorteil: Zeitersparnis und man bleibt dem Blog treu, ohne den Feed wegen Information Overload ganz aufzugeben. Ich werde das mal bei einigen Feeds ausprobieren und über meine Erfahrungen berichten.

So oder so kann jeder dieses Tool auch zum eigenen Blogmonitoring ausprobieren und sehen, wie der PostRank-Algorithmus auf das eigene Blog angewandt wird. Schaut’s euch doch mal an: aiderss.com, ein paar nette Screencasts führen die Vorteile anschaulich vor.

[via Read/WriteWeb]

Informationskompetenz, Internet

Riesenmaschine als Buch

Buchcover Riesenmaschine Das Blog Riesenmaschine gibt es jetzt auch als Buch. Über 100 Geschichten, im wunderschönen 50er-Jahre-Layout, erschienen bei Heyne. Das Werk kann auch als PDF kostenlos heruntergeladen werden, die Beiträge gab es ja auch frei im Netz.
Die Riesenmaschine wäre nicht die Riesenmaschine, würde sie diesen Umstand nicht mit folgenden Worten bei der Buchvorstellung im Blog beschreiben:

Preisen wir an dieser Stelle kurz den Heyne Verlag, der der Riesenmaschine nicht nur vollständige Buchgestaltungsfreiheit liess, sondern auch den kostenlosen PDF-Download freudig unterstützt, während andere Verlage noch damit beschäftigt sind, herauszufinden, was dieses Internet eigentlich ist, von dem in letzter Zeit alle reden.

Im Innern der Riesenmaschine: 50er-Jahre-Layout Herrlich. Zieht das PDF (5,24 MB). Und kauft das Buch (8,95 €). Dann wird auch der Verlag (und vielleicht auch ein paar andere, die seltsame Ansichten von Urheberrecht und angeblichen Verletzungen desselbigen haben) merken, dass dies etwas bringt. Nämlich höhere Verkaufszahlen, jawoll!

Internet, Literatur

Frau Jekyllas Lufthansa-Podcast

Kein Mensch hört zu, wenn an Bord eines Flugzeugs die Stewardess die Sicherheitshinweise gibt. Frau Jekylla, treue Leserin und fleißige Kommentatorin auf Text & Blog, hat bereits vor einiger Zeit einen netten Podcast zu diesem Thema veröffentlicht, der beweist, dass es auch Fälle gibt, wo man eben doch zuhören sollte, was das Flugbegleitungspersonal so erzählt. Zum ultrakurzen Premium-Podcast von Frau Jekylla bitte hier entlang:
«Lufthansa kann auch anders».
Bitte hört genau hin, wir werden das stichprobenartig abfragen. 😉

[via rob-log Empfehlungen]

Allgemeines

praegnanz-Essay HTML-Schriften – reloaded

praegnanz-Essay: HTML-Schriften fürs WebFontfachmann Gerrit van Aaken (praegnanz) hat heute seinen Essay «HTML-Schriften unter der Lupe» (erstmals 2004 erschienen) in überarbeiteter Fassung neu veröffentlicht. Mit der Einleitung hat Gerrit schon alles gesagt, weshalb dieser Artikel für alle, die vor der Entscheidung stehen, welche Schriften in Web-Projekten eingesetzt werden sollen, so wichtig und wertvoll ist:

HTML-Gestalter haben es nicht leicht: Das Angebot an verwendbaren Schriften ist klein, und man weiß eigentlich nie, was am Ende beim User ankommt. Dieser Essay wird diese Probleme zwar nicht lösen; Er zeigt aber, worauf man bei der Auswahl einer Schrift für das nächste Web-Projekt achten kann.

[via praegnanz]

Artikel, Webdesign
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