Corporate Design Reihe der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd

Farben-Broschüre der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd

Die Form eines guten Logos
ist so einfach, dass man
sie mit dem Fuß in den Sand
zeichnen kann.
Kurt Weidemann

Über Formen und Farben und in der Folge über noch viel mehr aus dem Bereich des Corporate Design kann man in einer ausgezeichneten Broschüren-Serie erfahren, die Studierende des 7. Semesters Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd entwickelt haben. Es werden Fragen beantwortet, die nicht nur für Gestalter von großem Interesse sind: Woraus bestehen Logos? Welchen Erinnerungswert haben Logos? Warum ist Blau als Business-Farbe so beliebt?

Nehmt eure Beine unter die Arme und rennt zur Download-Seite. Die ersten beiden Broschüren (Form, Farbe) warten dort auf den Download. Es lohnt sich.
[via Fontblog]

Webdesign

Schirrmacher verteufelt das Internet

FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher hat wieder einmal zugeschlagen. Vor zwei Tagen – wie, als hätte ich es geahnt – hab ich noch über ihn geschrieben:

…vielleicht ein bisschen dick aufgetragen von Schirrmacher; aber der trägt ja gerne mal dick auf.

Und er hat wieder dick aufgetragen. Das Internet sei an allem Schuld: am Verfall der Werte, an der Verrohung der Menschheit, an der Pornographie, an der Kriminalität. Schnelle, unseriöse Texte verbreite das Netz und dagegen stünde die gute alte Zeitung mit ihren qualitativ hochwertigen Angeboten.

Würde man sich auf dieses niedere argumentative Niveau herablassen, müsste man Schirrmacher entgegnen, die Bild-Zeitung sei schließlich auch eine gedruckte Zeitung, die hochmanipulativ die teilweise dreistesten Lügen und Fehlinformationen verbreite, welche daraufhin im Internet, im Bildblog, tagtäglich von gut informierten Journalisten und Lesern recherchiert und richtig gestellt würden. Deshalb per se das Internet über die Zeitung zu stellen, wäre mit der gleichen Einfalt zurückgepoltert und würde der Sache selbstverständlich auch nicht gerecht.

Tut Schirrmacher nur so dumm oder ist er tatsächlich so einfältig zu glauben, bei seinem Denkanstoß Inhalt und Medium verwechseln zu können? «Wir brauchen eine Debatte» Im Rahmen seiner in Kassel am vergangenen Samstag gehaltenen Dankesrede, wo er mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache 2007 geehrt wurde. Die Süddeutsche Zeitung hat die Rede heute in Auszügen veröffentlicht., meint Schirrmacher. Ich glaube, da hat er recht. Eine so einseitige, wie er sie anstößt, brauchen wir aber nicht.

Christian Stöcker hat auf Spiegel Online unter dem Titel «Das Internet ist an allem schuld» eine lesenswerte Entgegnung auf Schirrmacher veröffentlicht. Dort schreibt er treffend:

Die Wahrheit ist: Das Internet ist als Überbringer von Nachrichten und Analysen wie geschaffen. Es ist das aufregendste journalistische Medium, das uns derzeit zur Verfügung steht. Weil es schnell sein kann, aber nicht muss. Weil es Querverweise und Verknüpfungen zu Originalquellen ermöglicht. Weil es Lesern einen schnellen Rückkanal bietet, über den sie Meinung äußern, auf Fehler hinweisen oder Fachwissen teilen können.

Und nur um das klar zu stellen: ich finde schon, dass Tageszeitungen ihre Berechtigung haben und dass sie auf absehbare Zeit überleben werden. Mir fiele es nur im Traum nicht ein, so einen wenig reflektierten Unsinn über das Medium Internet zu verbreiten, wie Schirrmacher es am Wochenende getan hat.

Artikel, Internet

Bertha Probst de Linga: When all was young

Bertha Probst: When all was young Für die Ausstellung über die Geschichte der Linga-Bibliothek, die letzte Woche in der Stabi Hamburg eröffnet wurde, ist auch das Leben der beiden Gründer der Bibliothek, Carlos und Bertha Linga, untersucht worden. Es gibt dort auch zahlreiche, sehr persönliche Dokumente der beiden zu sehen. Ein sehr bewegendes, wie ich finde, ist dieses Foto von Bertha aus dem Jahr 1914, aus ihrer Zeit in Chicago, wo sie als Gouvernante bei einer Familie gearbeitet hatte, und das sie nachträglich mit den Worten «When all was young» beschriftet hat. Klar Pathos hoch drei, aber sehr anrührend. Die leicht zittrige Handschrift zeugt auf ein hohes Alter hin, aber was für eine Aussage: «When all was young».

Mehr Infos und weitere persönliche Dokumente von der Frau an der Seite des Büchersammlers Carlos Linga (hier schon als Siebzehnjähriger vorgestellt) gibt es in der ihr gewidmeten Ausstellungssektion: Bertha Probst de Linga.

Foto, Hamburg, Literatur

Zweimal Pauli, Off-Kultur und ein Plausch mit Hannelore Hoger

Corny Littmann, Hannelore Hoger, Millerntorstadion, Marion Gräfin Dönhoff, Gerd Bucerius
Das Wochenende ist noch nicht vorbei – i wo, bei allem, was ich noch vorhabe, reicht auch die heute Nacht geschenkte – oder besser gesagt zurückgegebene – Stunde, wie Herr Quintus logisch korrigiert hat, nicht aus. Aber ehe ich den Überblick verliere, gibt es hier schon mal ein kleines Zwischenresumée eines kontrastreichen Wochenend-Kulturprogramms, bei dem zwei mal der FC St. Pauli eine Rolle spielte, es um Off-Kultur in der Hansestadt ging und mir klar wurde, obwohl ich es schon immer geahnt hatte, dass Hannelore Hoger mehr kann, als die Rolle der Kommissarin «Bella Block» zu spielen. …

FC St. Pauli, Fußball, Literatur, Saarland, Übersetzen

Zeitumstellung: Geschenkte Stunde in der Stabi

Uhrwerk: heute Nacht heißt es wieder: Wer hat an der Uhr gedreht?
Foto: Photocase

Heute Nacht wird wieder mal die Zeit umgestellt. Für alle, die wie ich jedesmal überlegen müssen, in welche Richtung eigentlich? sei nochmal betont: von drei auf zwei Uhr werden die Zeiger zurückgedreht. Das heißt wir kriegen eine Stunde geschenkt (aber freut euch nicht zu früh, im Frühjahr wird sie uns ja wieder weggenommen).
Übrigens, von den in der Wikipedia genannten Eselsbrücken, wie man sich die Richtung der Uhrzeigerbewegungen am besten merken kann, scheint mir diese noch am eingängigsten: Man merkt sich, …

… dass die Uhren immer Richtung Sommer gestellt werden, d.h. im Frühling vor und im Herbst zurück.

Wie dem auch sei. Man schenkt uns eine Stunde. Ich lass mir meine in der Stabi Hamburg schenken, dort gibt es ein interessantes und proppevolles Programm, das – oh wie passend – mit «Die Geschenkte Stunde» betitelt wurde und im einzelnen so aussieht:

19.45 Uhr: „Jazz in the Box“
20.00 Uhr: „Ein wenig betrübt, Ihre Marion“ – Bibliotheksdirektorin Gabriele Beger und ZEIT-Herausgeber Theo Sommer lesen aus dem Briefwechsel von Marion Gräfin Dönhoff und Gerd Bucerius.
21.00 Uhr: Hannelore Hoger liest aus «Inés meines Herzens» von Isabel Allende (ins Deutsche übertragen von Svenja Becker).
22.00 Uhr: Die Vergangenheit endet nie – Kriminalautorin Carmen Korn liest aus ihren Werken.
23.00 Uhr: Talkrunde „Kiezkultur für Kreative in Hamburg“ mit Amelie Deuflhard (Kampnagel), Corny Littmann (Schmidt Theater), Peter Wippermann (Trendbüro), Moderation: Jens Meyer-Odewald (Hamburger Abendblatt).
24.00 Uhr: „Dinner for one“ – The Hamburg Players
ab 0.45 Uhr: „Jazz in the Box“ – Lemon Party zur Zeitumstellung

Die Geschenkte Stunde
Collage aus einem Foto des Innenhofs der Stabi von Otto Danwerth und der Graphik zur Zeitumstellung aus der Wikipedia.

Hamburg, Literatur

Robert Redford: Von Löwen und Lämmern

Lions for Lambs - Ausschnitt Filmplakat

Wenn Robert Redford einen neuen Film macht, ist das schon mal eine gute Nachricht. Wenn er dann auch noch einen Film macht, in dem die meist unverschämt gut spielende Meryl Streep eine Hauptrolle hat, ist das noch eine bessere. Wenn er dann auch noch mit der katastrophalen und menschenverachtenden Politik der aktuellen US-Regierung (das Kind beim Namen zu nennen-vermeidender O-Ton-Redford: «the current president») abrechnet, ist das ein Must See (dt.: Musse guggen):


Direktlink Movieweb

Deutscher Trailer

In der übernächsten Woche (8.11.07) läuft Robert Redfords neuer Film «Von Löwen und Lämmern» (O: «Lions for Lambs») in Deutschland an. Nach Schirrmachers Einschätzung in der Faz vielleicht der «Antikriegsfilm unserer Zeit», mhm, vielleicht ein bisschen dick aufgetragen von Schirrmacher; aber der trägt ja gerne mal dick auf.

Ich werde mir den Film nächsten Dienstag auf der Pressevorführung in Hamburg anschauen und euch berichten, wie er mir gefiel. [Update 1.11.07: Das ist mittlerweile geschehen: «Redfords gefilmtes Statement zum Antiterrorkampf».] Das Thema ist ja leider aktueller denn je: der verantwortungslos einen dritten Weltkrieg herbeifaselnde Vollidiotblutpolitiker, dem ich eines meiner allerersten Postings auf T&B gewidmet hatte, macht es ja gerade wieder eindrücklichst deutlich.

As usual, ein paar Links vorneweg:

Meryll Streep, Robert Redford und Tom Cruise, Szene aus 'Lions for Lambs'
Meryll Streep, Robert Redford und Tom Cruise in einer Szene aus ‚Lions for Lambs‘

Kino, Politik

Stabi Hamburg kämpft gegen Buchverfall

Gestern war auf arte bereits eindrucksvoll zu sehen (s. TV-Tipp), welche unwiederbringlichen Schäden an wertvollem historischem Buchbestand das fruchtbare furchtbare (Update: danke Matthias für den Hinweis!) Feuer in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar angerichtet hatte und was akribisch arbeitende Buchrestaurateure tun, um Schäden an den aus dem Feuer geretteten Büchern wieder zu reparieren. Doch nicht nur Feuer bedroht den Erhalt unwiederbringlicher Kulturschätze, auch der schleichende Papierfraß, über den ich ja schon im letzten Jahr im Rahmen der Aktion «Hamburg ohne Worte» berichtet hatte.

Auftaktbild aus dem Hamburg1-Beitrag 'Die Staatsbibliothek sucht Buchpaten' Auch die Stabi Hamburg kämpft – wie viele andere Bibliotheken – gegen diesen Verfall (und damit den unwiederbringlichen Verlust) unseres gedruckten kulturellen Gedächtnisses. Ein kurzer Film von «Hamburg 1», in dem gestern meine ehemaligen Stabi-Kollegen Marlene Grau und Jürgen Neubacher zu Wort kamen, zeigt, was die Stabi zum Thema Bücherrettung beizutragen hat und was man tun kann, um dabei zu helfen:

Direktlink Hamburg 1

Sicherlich wird die Stabi bald auf ihrer Homepage und im Stabi-Blog näher informieren, wie man Buchpate werden kann. Einen entsprechenden Hinweis wird es dann auch hier geben. [Update 26.10.07: Nun weist die Stabi auch im Stabi-Blog auf die Aktion hin: Sie wird unter dem Titel «Edlen Büchern Pate stehen» am 28. November starten.]

Hamburg, Literatur, TV, Video
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