Aus der Reihe seltsame Sportarten. Heute: Wandsbeker Bürgerschießen. Also mich haben sie zum Glück nicht erwischt. Mal im Ernst: was ist das denn für eine missverständliche Bezeichnung: «Wandsbeker Bürgerschießen»?
Damit mir niemand nachsagen kann, ich hätte einen spanischen EM-Sieg nicht auch schon VOR dem ersten Auftritt der Rojos (der Roten, wie die spanische Nationalmannschaft ob ihrer Trikotfarbe genannt wird) in den Bereich des Möglichen gerückt, tue ich es nochmal hier: Spanien ist mein Turnierfavorit. Auf Deutschland, Holland oder Italien zu setzen ist ja langweilig. Mal sehen, ob ich Recht behalten werde.
Den Spaniern wird ja gerne nachgesagt, sie machten ein paar gute Spiele und schieden dann im Viertelfinale aus. Ist ja auch in der Vergangenheit zur Genüge geschehen. Doch dieses Mal wird ihnen das nicht passieren. Es ist die letzte Chance für Luis Aragonés (69) einen Titel zu holen und die werden er und sein Equipo nutzen. Von Anfang an, also heute Abend ab 18 Uhr, im auf der Iberischen Halbinsel heiß erwarteten Auftaktmatch gegen Russland.
Hier noch ein paar spanische Quellen zur Information über die Eurocopa 2008:
1. Eben getwittert (finde es wirklich erstaunlich, dass SO viele gestern dem deutschem Team bei ihrem ersten EM-Spiel gegen Polen zugeschaut haben):
Hammerquote bei deutschem EM-Auftakt: Bis zu 25,99 Mio Zuschauer. Marktanteil: 69,6 Prozent!!! DigiTV: http://tinyurl.com/4gdcbs #em08 #tv
2. Auch wenn ich davon ausgehe, dass Spanien die EM gewinnen wird (nach ’64 sind sie mal wieder dran, glaube ich), hab ich für Donnerstag auf die Deutschen gewettet, bei Robert Basic. Sollten die Deutschen (und somit ich) verlieren, wird dieses Blog ab Donnerstag- bis Freitagabend in kroatische Farben getaucht werden. Aber keine Angst, liebe Leserinnen und Leser von Text & Blog, ich denke, das wird nicht passieren. Wie Robs Blog in deutschen Farben aussieht, könnt ihr dann ab Do.-Abend bei ihm bewundern. 😉 So oder so, klasse Aktion, Rob!
Psst, Frau Indica verrät das Rezept Ihrer sensationellen Erdbeerknuspertorte. Bitte unauffällig dem Link folgen (aber nicht weitersagen!). Psst.
Ich bin ja ein großer Fan dieses originellen Backwerks und werde mich auch am Nachbacken versuchen, obwohl ich gar nicht backen kann. Doch es hört sich machbar an und ich bin wild entschlossen, das mal zu testen, solange wir noch in der Erdbeerzeit sind. 😉
Hatte ich eigentlich schon gesagt, wie genial das hier angekündigteDort auch weitere Links und Informationen zur Sängerin aus New York Cat Power-Konzert in der Laeiszhalle am Freitag war? Einer der Titel, den sie spielte, war «New York», ein großartiges Cover des Sinatra-Songs:
Beinahe zwei Stunden lang verzauberte Cat Power die Laeiszhalle – und wie durch ihre zahlreichen Ausrufe «What a wonderful place!» deutlich wurde, war dies wohl auch umgekehrt so. Unglaublich, diese Stimme von Chan Marshall. Das war echt ein großes Konzert. Und die Band, die sie auf ihrer Jukebox 2008-Tour begleitet, ist großartig. Was für ein satter Sound erklang am Freitag in der ehrwürdigen Laeiszhalle.
Ich weiß, unscharfe Handy-Fotos sind nicht so der Hit, ich poste hier aber trotzdem mal eines, weil es doch ganz gut die Stimmung zeigt, die beim Konzert in Hamburg herrschte:
Danke F., dass du mich überhaupt erst auf Cat Power gebracht hast und danke für den wunderschönen Abend.
Eigentlich wollte ich mich heute morgen im spanischen Fernsehen über die dortige Vorberichterstattung zur EM informieren, bin dann aber auf Canal Plus bei der Wiederholung einer der erfolgreichsten Telenovelas aller Zeiten hängen geblieben: «Corazón Salvaje». Eine Viertelstunde hab ich reingeschaut und festgestellt, dass ich diese Folge vor 13 (!) Jahren in Mexiko gesehen habe. Ich brauche hier nicht zu erwähnen, dass solche Telenovelas extrem anspruchslos sind, von (meist) schlechten Schauspielern gespielt und triefend vor schmalziger Romantik und wüstestem Kitsch eine Beleidigung für jedes denkende Hirn sind. Und trotzdem haben sie was. Ich hatte «Corazón Salvaje» in Mexiko sogar des öfteren geschaut und mochte die Titelmelodie immer sehr. Daher war ich regelrecht gerührt, als ich sie nach all den Jahren heute morgen nochmal gehört habe. Die Geschichte ist so ’ne Art «Verbote Liebe» á la méxicana: Nonne verliebt sich in Piraten, ihre Schwester aber auch. Folgenreiches Drama vorprogrammiert. Seht und hört selbst:
Die Telenovela basiert auf dem Roman der mexikanischen Schriftstellerin Caridad Bravo Adams, wurde bereits mehrfach verfilmt (Kino & TV) und als Radionovela inszeniert. Über das Zusammenspiel von Film, Hörspiel und Telenovela schreibt Wiebke Hollersen in der Neuen Zürcher Zeitung im Artikel «Liebesleid aus Mexiko für die ganze Welt»:
…der Rest waren Adaptionen vorher ausgestrahlter Radioserien. Das ist durchaus üblich. Filme werden so zu Telenovelas und umgekehrt, erfolgreiche Fernsehserien einfach von Zeit zu Zeit kopiert, die Drehbücher mit neuen Gesichtern verfilmt. Den Titel behalten sie bei, schliesslich ist der die Marke, die wiedererkannt werden soll. Die Serie «Wildes Herz» («Corazón salvaje») etwa lief vor mehr als fünfzig Jahren zuerst als Radionovela, 1955 wurde die Story fürs Fernsehen verkürzt und 1966 auf Telenovela-Länge gezogen. Zwei weitere TV-Adaptionen folgten.
Des Spanischen Mächtige finden umfangreiche Informationen zu einer der erfolgreichsten Telenovelas aller Zeiten in der Wikipedia oder im Forum von univision.com.
Und für ganz Mutige noch dieser Link. (You have been warned!)
[Update 23.4.09: Dieses 2., hier in der Textzeile verlinkte, Video wurde bei YouTube entfernt. Herr Quintus hat als Alternative folgende Bewegtbildaufzeichnung ausfindig gemacht.]
Eines vorneweg: ich mag die manchmal mutigen, meist originellen und oft witzigen taz-Titelseiten. Die taz sorgt aktuell mit ihrem Titelbild vom gestrigen Tag (5.6.08) wieder einmal für Diskussionen. Nachdem Barack Obama nun der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten ist, zeigte die taz gestern auf Seite 1 eine Aufnahme des Weißen Hauses und titelte dazu: «Onkel Baracks Hütte». Prompt wurde der Vorwurf des Rassismus laut. Für mich vollkommen unverständlich. Was soll den bitteschön daran rassistisch sein? …