Keine EU-Visumsfreiheit für Bosnien-Herzegowina

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Menschen in d. Fußgängerzone von Sarajevo aus meinem Flickr-Album Sarajevo

Da ich erst kürzlich in Sarajevo war (siehe mein Bericht über die Dienstreise), hat mich folgende Meldung sehr getroffen: Der Hohe Repräsentant für Bosnien-Herzegowina, der Österreicher Valentin Inzko, legte heute Morgen im kurzen Interview auf DLF (9″43) beredtes Zeugnis darüber ab, wie wenig sensibel Brüsseler Bürokraten sein können. Auch wenn es offenbar die Schuld bosnischer Regierungsvertreter ist, dass zwar Serbien, Montenegro und Mazedonien ab sofort die Vorteile der EU-Visumsfreiheit genießen, aber Bosnien-Herzegowina nicht, hätte man sich aus historischen Gründen doch eine andere Lösung gewünscht.

Ausgerechnet Bosnien, ausgerechnet Sarajevo: Das vom Krieg in den 90ern geschundene Land unterliegt noch immer der Visumspflicht in der EU – Serbien dagegen nicht. Bis Juli soll es soweit sein, sagt Valentin Inzko – auch wenn das politische Klima im Land eher diskriminierend als demokratisch ist.

[flash]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2010/01/04/dlf_20100104_0811_f917f704.mp3[/flash]

DLF: «Die Bosnier verdienen das Gleiche»

Politik, Radio

Die Stabi Hamburg twittert unter @stabihh

Infoscreen-Folie 'Die Stabi twittert'

Infoscreen im Foyer der Stabi Im Foyer der Stabi Hamburg hängt ein Infoscreen (siehe Foto rechts), auf dem wir unsere Nutzer darüber informieren, was es Neues in der Stabi gibt. Da die Stabi unter dem Account @stabihh auch twittert, wurde heute eine entsprechende Folie in diesem Screen (dessen Dezember-Version man sich auch online anschauen kann) freigeschaltet. Alle Hamburger und Hamburgerinnen, die gerne über Bibliotheks- und Literaturcontent aus der Hansestadt informiert werden möchten, sind herzlich eingeladen, dem Stabi-Gezwitscher zu folgen. 😉

Hamburg, Informationskompetenz, Literatur

Kathrin Hartmann: Ende der Märchenstunde

Kathrin Hartmann: 'Ende der Märchenstunde' Heute Abend habe ich aufgrund eines Twitter-Hinweises von Matthias Zellmer die SR-Sendung «Fragen an den Autor» (in dem Fall an die Autorin) vom 13.12.2009 als Podcast gehört. Thema der Sendung: Lifestyle-Ökos. Die Journalistin Kathrin Hartmann hat unter dem Titel «Ende der Märchenstunde» ein im Blessing-Verlag erschienenes Buch geschrieben, mit dem sie die trügerische Täuschung der Verbraucher offen legt, die glauben, alleine dadurch, dass sie Bioprodukte kaufen, retteten sie die Umwelt. Sie kritisiert damit nicht dieses Verhalten als solches, sondern sie klärt darüber auf, wie große Konzerne mit lächerlichen Aktionen (Bier kaufen, Regenwald retten ect.) den Kunden ein falsches Wohlgefühl zu vermitteln suchen. Hartmann rechnet mit dem Konzept des «Lifestyle of Health and Sustainability» (LOHAS) ab und bezeichnet dieses als modernen Ablasshandel, den die Konsumgüterindustrie lediglich zur Konsumförderung erdacht hat. Christian Schlüter beschreibt das sehr gut in seiner positiven Rezension des Buches in der Frankfurter Rundschau – Moderner Ablasshandel:

Hartmann beschreibt all dies in einem nüchternen Ton. Vorhaltungen sind ihre Sache nicht. Das liest sich angenehm – immerhin kommt man sich mit seinem vermurksten Konsumverhalten nicht wie der letzte Depp vor. Hartmann, früher Redakteurin der FR und beim Lohas-Fachblatt Neon, hält sich an die Fakten. Und die sprechen für sich: Es irrt gewaltig, wer glaubt, ohne politisches Engagement und schmerzfrei die Welt verändern zu können.

«Ende der Märchenstunde» ist für mich eine Pflichtlektüre im Jahr 2010. Die Autorin hat auch ein Blog: ende-der-maerchenstunde.de.

[via @Zellmi]

Literatur, Politik

Marlene Jaschke im Wartezimmer

Marle Jaschke im Setting ihrer neuen Comedy-Serie 'Das Wartezimmer'
Foto: Studio Hamburg

Marlene Jaschke hab ich früher immer gern gesehen. Für mich war sie der Höhepunkt jeder Mitternachtsshow aus dem Schmidt-Theater am Tivoli. Die Grimme-Preisträgerin und Kabarettistin Jutta Wübbe alias Marlene Jaschke ist jetzt wieder im TV zu sehen. Ab morgen Abend in einer Mini-Reihe im NDR.

Wenn Marlene die Praxis ihres Hausarztes Dr. Kilian betritt, um sich einem Schilddrüsen-Check zu unterziehen oder an einer Aktionswoche teilzunehmen, betritt sie gleichzeitig einen Kontakthof. Im Wartezimmer findet die kommunikative Dame im beigen Kostüm für ihr drängendes Mitteilungsbedürfnis die idealen Bedingungen vor…

Sendetermine: Mo., 4.1. – Mi., 6.1.2010, jeweils von 22:10 – 22:35 Uhr.
Weitere Infos und Videoauschnitte beim NDR: Das Wartezimmer.
Und sollte jemand Marlene Jaschke, die Frau, die mit ihrem Wellensittich Waltraud zusammenlebt, wirklich nicht kennen, so mag er sich dieses YouTube-Fundstück aus alten Zeiten anschauen.

[via Songtosiren]

Hamburg, TV

David Planell: La vergüenza


Direktlink YouTube

La vergüenza (Die Schande) ist der Debutfilm des jungen Spaniers David Planell, und vielleicht einer der besten spanischen Filme des Jahres 2009. Ein junges Ehepaar adoptiert einen als schwierig geltenden 8-jährigen Jungen und droht an dieser Aufgabe zu scheitern. Der Konflikt kulminiert in der Frage das Kind oder die Beziehung zu retten. Oder gelingt doch beides? Großartig gespielt von Alberto San Juan und Natalia Mateo. Mehrfach Goya-preisverächtig. Der gleichen Meinung ist auch Alberto Santaella auf Extracine:

Se que aún no se conocen ni siquiera las nominaciones, pero apostaría por Guión Original, Actriz Revelación y Director Novel casi seguro.

Ich habe diesen Film im September auf dem Filmfestival in San Sebastián gesehen und kann nur jedem empfehlen, der diesen Streifen zu sehen bekommt, ihn sich anzuschauen.

Kino, Spanisch

Für mich Deutschlands miesester Politiker: Roland Koch

Klaus Walter hat in der Taz einen hervorragenden Artikel veröffentlicht über einen der unsäglichsten Politiker, die zur Zeit in Deutschland agieren. Ich frage mich immer, wie es möglich ist, dass er mit seinem korrupten und verlogenen Handeln überhaupt noch ungestraft politisch agieren kann, aber der Artikel deutet an, wie ihm das gelingt (er versucht immer die Mehrheit anzusprechen und Minderheiten zu diffamieren oder zumindest zu ignorieren). Es geht um Roland Koch:

In demokratischen Ländern würde man von einem Herbst der Skandale sprechen. In demokratischen Ländern hätten die Verantwortlichen zurücktreten müssen. In Hessen gilt: Was uns nicht umbringt … In zehn Jahren Amtszeit hat Ministerpräsident Roland Koch Hessen zu einem CDU-Staat umgebaut. „Ich bin Sprecher der schweigenden Mehrheit“, hat er mal gesagt. Da muss was dran sein, sonst hätten sie ihn längst in die Wüste geschickt. Der hessliche Herbst in fünf Folgen.

taz.de: System Koch – Der Hessen-Berlusconi

[via @zeitonline]
(Finde ich übrigens klasse, dass ZEITonline auf Twitter auf den taz-Artikel hinweist.)

Artikel, Politik

Saarbrücken liebt Kunst & Kultur

Alte Feuerwache, Saarbrücken

Heute Vormittag wieder in Saarbrücken gewesen. Die saarländische Landeshauptstadt ist einfach eine großartige Stadt, die selbst bei Regen ihren Reiz nicht verliert. Am Landwehrplatz habe ich diese Aufnahme der Alten Feuerwache gemacht, wo auf die Ballett-Inszenierung Casa Azul von Marguerite Donlon im Saarbrücker Staatstheater hingewiesen wird.

Dass die Saarbrigger Kunst & Kultur nicht als maniriertes Beiwerk verstehen, sondern die Kultur lieben und leben (was sich übrigens weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus ‚rumgesprochen hat), deutet sich auch an der Plakatierung des Max-Ophüls-Festivals an. Das Festival des deutschsprachigen Nachwuchsfilmes, zu dessen Geschichte ich 2004 zum 25-jährigen Bestehen im Auftrag des Kommunalen Filmamtes der Stadt Saarbrücken eine Website recherchiert und erstellt hatte, findet im Januar zum 31. Mal statt.

Ophüls-Plakat am Gerberplatz

Foto, Ophüls, Saarland
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