NZZ-Folio öffnet sein Archiv

NZZ Folio

NZZ Folio, die monatlich erscheinende Zeitschrift der NZZ öffnet ihr Archiv, anläßlich ihres 15. Geburtstages (sie ist damit so alt wie das www).
Noch sind nicht alle Hefte online, aber man arbeitet an der Komplettierung der zurückliegenden Jahrgänge. Es gibt eine Suchmaske und die Möglichkeit einzelne Hefte zu bestellen. Mögen viele Bestellungen getätigt werden, damit man in Zürich sieht, dass es sich lohnt, sich nicht mit seinem Content zu verstecken, sondern diesen preis zu geben und so auch dafür belohnt zu werden.

Vorstellung des aktuellen Folio-Heftes (08/2006) zum Thema «Lügen» auf Charming Quark: «Pseudologia phantastica». Das hört sich sehr interessant an, und ich habe es mir gleich mal bestellt 😉

[via Recherchen Blog]

Internet, Literatur

Spanische Krimis auf arte und auf Text & Blog

arte: Tatort MittelmeerAlicia Giménez Bartlett
In seiner dreiteiligen Serie zum Krimi im Mittelmeerraum kommt arte heute auf der Iberischen Halbinsel an und stabreimt: «Tödliche Tapas» (arte 22:15 Uhr – 00:50 Uhr). Im Mittelpunkt steht Manuel Vázquez Montalbáns kochender Kriminalist ( 😉 ) Pepe Carvalho.

Schriftsteller, Journalist, Dichter, Essayist und Gastronom… Manuel Vázquez Montalbán ist in der Küche wie am Schreibtisch ein Multitalent. Er spielt mit diversen literarischen Genres wie er mit den Rezepten seiner katalanischen Heimat experimentiert. Geboren 1939 in Barcelona, in dem sozial marginalen Barrio Chino, dem chinesischen Viertel, schien ihm kein anderes Schicksal vorbestimmt als das eines Verlierers. Doch er selbst, ebenso wie seine im selben Viertel geborenen Schriftstellerkollegen Maruja Torres und Terenci Moix, wollten es anders.

Letzte Woche war ja auf arte Italien dran: den Faden von Italien nach Spanien knüpft dabei der Camilleri-Kommissar Montalbano, dessen Name eine Reminiszenz an den leider viel zu früh verstorbenen Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán ist. Die Italien-Doku «Mord und Pasta» (kein Stabreim, aber auch ein schöner Titel!) schlummert noch ungesehen auf meinem Festplattenreceiver.

Ich empfehle ja immer gern die spanische Krimiautorin Alicia Giménez Bartlett, die ich vor drei Jahren schon im «Hispanistischen Literaturcafé» bei Prof. Neuschäfer an meiner Heimatuni Saarbrücken vorgestellt habe. Alicias Pepe Carvalho heißt Petra Delicado, kocht nicht, geht aber auch in Barcelona auf Täterjagd. Sie bringt eine psychologische Variante in die Kriminalistik ein, hat es als junge Chefin aber mit einem alten, noch in der Franco-Zeit verhafteten, Asissten zu tun, der natürlich gleich mal davon ausgeht, dass eine Frau als Kriminalistin scheitern muß. Aus anfänglichem Haß und gegenseitiger Abneigung wird ein liebevolles, eigenwilliges Gespann, das den Krimis von Alicia den besonderen Reiz verleiht. Durch die Brigitte-Rezensionen ist Alicia mittlerweile in Deutschland erfolgreicher als in Spanien. Ihre deutsche Übersetzerin ist meine Kollegin Sybille Martin. Zum Einstieg empfiehlt sich natürlich der erste Fall von Petra Delicado: Gefährliche Riten oder im spanischen Original Ritos de muerte.

Literatur, Spanisch, TV

Parteiübergreifender Fotoeinsatz

Bildung statt Schulsterben (CDU)Bildung und Gerechtigkeit (SPD)

Die einen (CDU) sagen: «Bildung statt Schulsterben», die anderen (SPD) sagen: «Bildung und Gerechtigkeit» und beide nutzen dieses Foto des Fotografen René Schulte alias typowerk aus der Fotocommunity Photocase.com (wo Fotos zur kostenlosen Weiterverwendung angeboten werden).
Irgendwie erinnert mich die parteiübergreifende Liebe zum gleichen Bild – und was sie daraus machen – an den genialen Loriot-Sketch «Das Wahlkampf Interview», wo Loriot in bewährter Doppelrolle als SPD- und als CDU-Vertreter dem Wahlvolk die Phrasen nur so um die Ohren haut.
«Bildung statt Schulsterben» hin, «Bildung und Gerechtigkeit» her, das unbephraste Foto von typowerk mit dem schönen Titel «Lesen, lesen, lesen» ist klasse:
Lesen, lesen, lesen (typowerk)

Update 20.08.06, 11:15 Uhr: Wie ich gerade dem Kommentar von typowerk auf seiner photocase-Site entnehme, hat der NDR mittlerweile den Vorfall auch in einen TV-Bericht über den Wahlkampf in MVP mitaufgenommen.
[via MVweblog]

Foto, Politik

web 2.0 Anwendungen aus Spanien

Top Spanish Web 2.0 Apps - Read/WriteWeb

Richard MacManus führt auf Read/WriteWeb eine interessante Serie fort: nachdem er bereits web 2.0 Sites aus Deutschland, Holland, Polen, Korea, Großbritannien und Russland vorgestellt hatte, veröffentlicht er in seiner neuesten Ausgabe wichtige web 2.0-Portale aus Spanien: «Top Spanish Web 2.0 Apps».
Eine gute Idee auf diese Weise einen internationalen Überblick zu aktuellen Entwicklungen im Netz zu geben. Meist gut recherchiert und oft durch sinnvolle Kommentare der breitgestreuten Leserschaft ergänzt.
So habe ich gleich mal für den spanischen Bildungsbereich die Seite docencia.es in den Kommentaren angehängt, eine Art Digg-Klon für den Erziehungssektor, aus dem ich schon wertvolle Quellen schöpfen konnte.
Update 22:50 Uhr:
Weitere Übersicht (aus den Kommentaren von R/WW): «Web 2.0 Hispana»

Internet, Spanisch

Vertrauen ist gut, Schützen ist besser

Das aktuelle AOL-Debakel mit den versehentlich veröffentlichten Suchdaten seiner Kunden (siehe Meldung dazu bei Golem) macht einmal mehr deutlich, wie sehr wir uns alle dem Großen Bruder nähern, wenn wir uns im Netz bewegen.

Da kommt ein Tipp gerade recht, den die EFF zum Schutz der Privatsphäre im Internet gibt: «How To Keep Your Search History Private».
Eine der dort vorgestellten Schutzmaßnahmen ist eine einfache und doch sehr wirksame Methode für alle, die Google-Dienste wie «Google Mail» nutzen: Durch die hier vor einem Jahr schon vorgestellte (und wirklich überaus praktische) Firefox-Erweiterung CustomizeGoogle läßt sich mit einem Klick in den persönlichen Einstellungen das Google-seach-cookie anonymisieren. So können bei eingeloggtem Googlemail-Account die Suchanfragen nicht mit personenbezogenen Informationen verknüpft werden.

[via Battelle’s Searchblog]

Internet

gotv – be part of it

gotv - Senderlogo

Die Zeiten als man MTV (oder phasenweise Viva 2) nach Mitternacht bedenkenlos einschalten konnte und meist interessante Musik gespielt wurde, sind ja schon lange vorbei. Gut dagegen ist immer noch gotv. Infos zum österreichischen Musiksender siehe auch in der Wikipedia.
Sehr positiv: keine nervende Klingeltonwerbung. Was da so gespielt wird, zeigt die Playlist, praktisch auch die auf der Website stets angezeigten Titel des aktuellen und des kommenden Videos. Auch gut: die Specials, zum Beispiel aktuell über «The Streets».
Empfang über digitalen Satelliten-Receiver: Transponder 115 auf Astra 1H, Frequenz: 12.662,75 MHz Horizontal Code Rate 5/6, Symbol Rate 22.000.
Etwas mehr Abwechslung würde dem Programm zwar gut tun (es wiederholt sich doch Einiges), aber zum ab und an reinhören und -sehen finde ich gotv immer noch recht empfehlenswert.

Musik, TV

Sir Peter beeindruckt den Rest der Welt

Peter setzt die Brille auf

Peter aus Nordengland ist 78 Jahre alt und hat sich – nachdem er monatelang Videos auf YouTube gesehen hat – am 5. August ein Herz gefasst und selbst mal was auf YouTube hochgeladen: First Try. Unter dem Nutzernamen geriatric1927, der gleich auch sein Geburtsjahr verrät, stellt er nun täglich Videos ein. Das erste Video haben mittlerweile über eine Million Menschen gesehen, nachdem er von dem Videohoster auf der YouTube-Startseite empfohlen wurde.
Rührend: Der Witwer, der seine Videos gerne mit Bluesmusik unterlegt, schaut fast nie direkt in die Kamera, setzt aber ab und an seine Brille auf und schaut kurz auf den Monitor, um zu sehen wieviel Zeit ihm im aktuellen Video noch bleibt. Zum Beispiel bei seinem heutigen Video: «Telling it all Part 5» (bei 5min35sec).
Rührend II.: Der 22-jährige YouTube-Nutzer kappuru hält eine flammende Verteidigungsrede für Peter, und erklärt, warum es töricht ist, Peter ob seines Alters nicht ernst nehmen zu wollen. Schön zu sehen, wie kappuru den Kids zu erklären versucht, welches Potential in den Erfahrungen eines älteren Menschen steckt, der sich so bewundernswert einem neuen Medium bedient und ganz unverhofft eine sicher nie erwartete Aufmerksamkeit erfährt.
Geschichten, die das Netz schreibt: wie so oft: von Spreeblick aufgespürt, von Spiegel Online einem breiteren Publikum vorgestellt und von «Text & Blog» für den Rest nochmal nachserviert.

Wer erfahren möchte, was Peter noch weiter zu erzählen hat, der kann sich seine YouTube-Seite in die Lesezeichen legen, oder – sofern bei YouTube als Nutzer angemeldet – seine Videos subskribieren.

Update 17.08.06: Die BBC hat Peter vor drei Tagen bereits einen 2-minütigen TV-Bericht gewidmet.

Internet, Video
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