Moon Soleil, alias Conny Liegl, die ein wunderschönes Fotoblog hat und dort beinahe täglich ein Foto von Saarbrücken einstellt, ist den regelmäßigen Lesern von Text & Blog natürlich ein Begriff, genau heute vor einem Jahr hab ich sie hier vorgestellt: «Golden Graffiti – Foto aus Saarbrücken».
Der Saarländische Rundfunk hat sie neulich, als ich noch in Spanien war (und es deshalb verpasst habe), in einem netten Fernsehportrait dem Publikum des regionalen Nachrichtenprogramms «Aktueller Bericht» präsentiert. Schöner Bericht. Tolles Blog, sowieso. Unbedingt mal reinschauen, wer’s noch nicht kennt: «Saarbrücken Daily Photo».
Gleich geht’s los, der 1. FC Saarbrücken spielt gegen Roßbach/Wied, eine Art Favoritenschreck in der Oberliga Südwest: die Dorfmannschaft hat nämlich schon gegen Worms, Homburg und Pirmasens gewonnen. Oder, wie Carsten vom FCS-Blog so schön in seinem wie immer lesenswerten Vorbericht zum Spiel schreibt:
Wenn am Samstag um 14.30 Uhr der ehrwürdige Rasen des Ludwigsparks darauf wartet, von holzenden Oberligafußballern und den (gefühlten) Brasilianern der Saar-Lor-Lux Region betreten zu werden, steht vielleicht eine der bisher größten Herausforderungen der ersten Saison der Post-Ostermann-Ära an: Der FCS wird sich an seiner Selbsteinschätzung messen lassen müssen.
Das FCS-Fan-Radio hab ich schon eingeschaltet, es moderieren Sandra und Thorsten. Das Spiel wird komplett online im Netz übertragen.
Endstand 1:1, die Roßbacher haben erfolgreich beim hohen Favoriten 1.FC Saarbrücken gemauert. Das rheinl-pfälz. Dorf bleibt Favoritenschreck
Wir waren ja gewarnt. Aber in einem absolut einseitigen Spiel mit den größten Spielanteilen für den FCS hat es trotzdem nur zu einem 1:1 gereicht, weil die Roßbacher mit Mann und Maus hinten drin gestanden haben.
In Saarbrücken startet in dieser Woche eine sehenswerte spanische Filmreihe: im Rahmen des Hispanistischen Literaturcafés zeigt Prof. Neuschäfer im Filmhaus vier Filme aus Spanien. Am Donnerstag, den 8.11.07, geht es los mit «Deprisa, deprisa», dem Klassiker von Carlos Saura aus dem Jahr 1980 über Jugendkriminalität im Madrid. Hier die Auftaktszene mit dem Autodiebstahl:
Beide Filme fasst Prof. Neuschäfer wie folgt zusammen:
In beiden Filmen spiegelt sich ein Problem der transición (des Übergangs von der klerikal-faschistischen Diktatur zur scheinbar unbegrenzten Freiheit der Demokratie): die Frage nämlich, wo die Grenzen des Rechts auf Selbstverwirklichung liegen.
Der nächste Film der Reihe ist »Flores de otro mundo« von Iciar Bollain (2000), ein spanisches Dorf voller Solteros (Singles) auf Brautschau, die Bräute werden mit dem Bus rangekarrt.
Ultramini-Kurztrailer:
Den Block der beiden letzten Filme beinhaltet laut Prof. Neuschäfer:
…Filme zur Migrationsproblematik, die in Spanien noch stärker im Vordergrund steht als bei uns, nachdem die Bevölkerungszahl des Landes innerhalb weniger Jahre um mehr als 12 Prozent von 40 auf 45 Millionen angewachsen ist, vor allem durch Zuzug aus Lateinamerika, aus dem Maghreb und aus Osteuropa.
Ich kann nur jedem empfehlen, der in der Nähe von Saarbrücken wohnt, sich einen oder mehrere dieser durch die Bank sehenswerten Filme im Filmhaus in der Mainzer Straße anzuschauen. Spanisch sollte man schon können, denn sie laufen alle im Original. Den letzten in der Reihe, «Un Franco, 14 Pesetas» gibt es auch mit deutschen Untertiteln. Ich bedaure es ausdrücklich zur Zeit nicht in Saarbrücken zu sein, sonst wär ich bei allen vieren dabei.
Das Wochenende ist noch nicht vorbei – i wo, bei allem, was ich noch vorhabe, reicht auch die heute Nacht geschenkte – oder besser gesagt zurückgegebene – Stunde, wie Herr Quintus logisch korrigiert hat, nicht aus. Aber ehe ich den Überblick verliere, gibt es hier schon mal ein kleines Zwischenresumée eines kontrastreichen Wochenend-Kulturprogramms, bei dem zwei mal der FC St. Pauli eine Rolle spielte, es um Off-Kultur in der Hansestadt ging und mir klar wurde, obwohl ich es schon immer geahnt hatte, dass Hannelore Hoger mehr kann, als die Rolle der Kommissarin «Bella Block» zu spielen. …
[Update 18.08.10: Auf Bitte des Vereins habe ich den direkten Link auf das Fanradio durch einen Link auf die Fanradio-Seite des FCS ersetzt, wo man sich zum Hören des Radios registrieren kann.]
[Update 19.08.10, 11:15 Uhr: Auf Wunsch des 1. FCS habe ich das hier abgebildete Logo der Aktion „Liebe kennt keine Liga“ entfernt.]
[Update 25.08.10, 22:20 Uhr: Der 1. FCS hat auf meine Nachfrage hin der Abbildung des Logos doch wieder zugestimmt.]
Ein guter Service für alle Fans des 1. FC Saarbrücken. Seit dieser Saison gibt es ein Fanradio, das die Auswärts- (und manchmal auch die Heim-) Partien der Blau-Schwarzen live im Radio überträgt. Vor allem natürlich genial für alle Fans des Saarbrücker Traditionsclubs, die auch in der Ferne (zum Beispiel in Hamburg 😉 ihrer Mannschaft die Treue halten:
Die Live-Übertragung beginnt jeweils 20 Minuten vor Anpiff des Spiels. So auch heute mit der Übertragung der Oberliga-Partie SC Hauenstein – 1. FC Saarbrücken (in Pirmasens), Samstag ab 15h10 live im Internet-Fanradio.
Mit einem «Aus-wärts-Sieg !» können die Jungs heute auf Platz drei klettern, vor die Eintracht aus Trier. Und viel wichtiger: den Vorsprung auf Platz fünf ausbauen (denn die ersten vier kommen ja am Ende der Saison weiter, siehe Tabelle Oberliga Süd-West). Vorberichterstattung wie immer bei Carsten im FCSBlog: «Haue in Pirmasens».
Update 17:20 Uhr: Schade, hat nicht geklappt, der FCS hat 1:3 gegen Hauenstein verloren. Die Radio-Übertragung war ok, Wolfgang Seel war der Gast zum Pauseninterview.
Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU), der im kleinsten Flächenstaat der Bundesrepublik mit absoluter Mehrheit regiert, hat zu Monatsbeginn einige Umstrukturierungen im Saarländischen Kabinett vorgenommen. Die bedeutendste ist wohl die Zusammenlegung von Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium zu einem neuen Super-Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaften. (Am Rande bemerkt: Die damit verbundene personelle Umbesetzung erspart dem Saarland schon mal ein gravierendes Problem.) Neuer Minister für Wirtschaft und Wissenschaften ist der ehemalige Homburger Bürgermeister Joachim Rippel (CDU), der sich im Deutschlandfunk zu Befürchtungen äußerte, die Geisteswissenschaften könnten hinter dem wirtschaftlichen Fokus zu kurz kommen:
Der Minister für Wirtschaft und Wissenschaften garantiert in seiner Person, dass die Geisteswissenschaften auch an der Universität des Saarlandes, auch in den anderen Bereichen unseres Hochschulwesens, nicht zu kurz kommen, weil er die Geisteswissenschaften zu sehr schätzt, weil er sie selbst studiert hat, weil er weiß, dass zu einem attraktiven Standort mehr gehört, als nur eine erfolgreiche Wirtschaft, sondern dass ein Gesamtbild eines erfolgreichen Wirtschaftsstandortes sehr viel Kulturgut, sehr viel Geisteswissenschaft einschließen muss.
Bleibt zu hoffen, dass den heeren Worten Taten folgen werden. Allzu oft wird in den Sonntagsreden das Hohe Lied der Geisteswissenschaft angestimmt und unter der Woche knallhart gekürzt. Das war auch in den vergangenen Jahren im Saarland so. Als Geisteswissenschaftler, der das Saarland aus beruflichen Gründen gen Norden verlassen musste, weiß ich, wovon ich rede.
Die Hammer-Nachricht erreicht mich gerade von Carmen per E-Mail:
Saarbrücken ist die teuerste Stadt Deutschlands – auf monopoly.de:
Mit über 10 Prozent der 550.000 Wahlstimmen wird das Saarbrücker Schloss zum Top-Grundstück und Schlossallee «Nachfolger»
Sehr schön. Gerade heute morgen konnte noch das Schloss im Portrait bei Herrn Exit bewundert werden, und nun diese schöne Nachricht. Saarbrücken hat sich bei der Abstimmung gegen 40 andere deutsche Städte durchgesetzt.
Die Wirtschaftswoche schreibt: Saarbrücken ist die neue «Schlossallee».
Die weiteren gewählten Städte führt die Wikipedia auf [via Würzblog]:
Herr Exit hat seinen kürzlich absolvierten Saarbrücken-Aufenthalt nachträglich im Blog zu einem wundervollen Portrait über meine Heimatstadt verarbeitet: «Saarbrücken: Erfahrungen eines Reisenden».
Saarbrücken ist eine gemütliche Stadt.
Das ist nur eine seiner schmeichelnden Aussagen über die saarländische Landeshauptstadt. Wenn man als Saarländer in der Ferne diesen Text samt der bezaubernden Fotos sieht, kann man nur eines empfinden: Hemmweh.