Mai 2010

Jahresbericht 2009 der Stabi Hamburg

Titelblatt des Jahresberichtes 2009 der Stabi Hamburg

Meine Kollegin Marlene Grau hat gestern im Stabi-Blog den in dieser Woche ganz frisch fertig gewordenen Jahresbericht 2009 der Stabi Hamburg vorgestellt. Man kann ihn sich auch als PDF (3 MB) herunterladen.

Social Media im Jahresbericht: Stabi auch auf Facebook & Twitter Als Mitarbeiter der Bibliothek bin ich natürlich mächtig stolz auf das, was meine Kollegen da im Vorjahr alles erreicht haben. Die Zahlen, die unsere Referentin für die Öffentlichkeitsarbeit nennt, sind schon mal sehr beeindruckend und überraschen vielleicht den ein oder anderen:

…hätten Sie gedacht, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2009

  • 3,2 Millionen Euro für Neuanschaffungen ausgaben
  • 65.000 Bücher und 21.500 elektronische Medien einarbeiteten
  • 723.500 Bücher über den Ausgabetresen schoben
  • 85.000 Auskünfte gaben
  • und 52.000 Bücher an auswärtige Bibliotheken verliehen?

Natürlich freut man sich auch über den bescheidenen eigenen Anteil am Wirken des ganzen Hauses im vergangenen Jahr. Dort, wo ich habe mithelfen dürfen, hab ich natürlich auch mit Interesse geschaut, wie sich die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit den Kollegen im Jahresbericht lesen: Zum Beispiel auf Seite 7 zu Social Media (v.a. Facebook & Twitter, siehe Abb. oben) und auf der Doppelseite 20/21 zu den Virtuellen Fachbibliotheken und Wikis der Bibliothek (cibera, v.a. unser ForscherWiki, siehe Abb. unten).

Die Doppelseite zu den ViFas und Wikis der Bibliothek

Bei der Liste der Vortragsreisen und Veröffentlichungen auf S. 26 + S. 29) ist mir wieder klar geworden, dass ich im Vorjahr auch in dem Bereich nicht ganz untätig war. Wie so viele meiner umtriebigen tollen Kollegen übrigens auch. Highlight meiner Reisen war natürlich – nach meiner Konferenzteilnahme 2008 in Havanna – mein Vortrag über cibera in Sarajevo. Meine nächste Dienstreise steht nun an: morgen geht’s für 2 Tage zum Bibcamp nach Hannover. Dazu hab ich ja heute schon getwittert:

Bin ab morgen 2 Tage auf dem BibCamp³ http://bibcamp.de in Hannover & freue mich auf den Austausch mit >150 TeilnehmerInnen. @bibcamp #bib3Thu May 06 12:49:30 via TweetDeck

Also, wenn Ihr Lust habt, werft doch mal einen Blick in den Jahresbericht der Stabi. Dann wird auch schnell klar, wie groß das Spektrum der Aufgaben einer modernen Bibliothek heute ist und was unsere Nutzer alles davon haben. Daran auch in den kommenden Jahren mit zu arbeiten, wird mir – wie auch in den vergangenen mittlerweile fünf Jahren hier in Hamburg – eine große Freude sein.

Hamburg, Literatur

Noch’n Tweet-Embed-Tool: Blackbird-Bookmarklet

Hoffe doch sehr, dass es in der nächsten Saison wieder heißt: Weltpokalsiegerbesieger.Sun May 02 17:20:22 via web

Es gibt – neben dem gestern gezeigten Blackbird Pie – noch ein schnelleres Verfahren zum Einbinden von Tweets: Blackbird-Bookmarklet.

Vorteile:

  • Weniger Klicks zum Quellcodeschnipsel (3 statt 9 bei Blackbird Pie)
  • Tweet zeigt die Zeit seiner Veröffentlichung (statt x minutes/days ago)
  • Ruft man das Profil eines Twitterers auf, werden nach Klick aufs Bookmarklet Embed-Codes für alle Tweets des Nutzers angeboten.
  • Funktioniert auch bei wordpress.com-gehosteten Blogs

[via TechCrunch]

Bluesky, Software

Kater bei bewegendem Rettungsversuch einer Katze


Direktlink YouTube

Die Aufnahmen dieser beiden Katzen sind wirklich das Bewegendste, was ich seit Langem im Netz gesehen habe. Im Bezirk Kizilsaray in Antalya (Türkei) versucht der weiße Kater die zuvor angefahrene schwarze Katze – wie mit einer Art Herzmassage – zu retten. Er ließ zunächst auch niemanden an sie heran. Ein herbeigeeilter Tierarzt konnte die Gefährtin des in tiefer Trauer versinkenden Katers nicht mehr retten. Sie starb.
(Update 17:45 Uhr: Bitte beachtet auch die wichtige Erläuterung im Kommentar von Liisa.)

Es gibt eben nicht nur LOL-Cats im Web.

[via newsecho retweeted by @MajorWest]

Video

Kathrin Passig über Empfehlungssysteme

Zum zweiten Mal in dieser Woche verweise ich auf einen Text von Kathrin Passig. Nach vorgestern 139 Zeichen – eines von 140 möglichen hat sie lässig ausgelassen – sind es heute in ihrer Internetkolumne im Merkur 16.668 Zeichen. Es geht um Empfehlungssysteme. Und um die pauschalen Fehlurteile gegenüber Twitter oder Facebook, die Nichtnutzer dieser Dienste aus Unkenntnis treffen. Jedes Zeichen ist seine Lektüre wert, vom Anfang…

»Das meiste, was auf Twitter kursiert, ist belangloses Geschnatter von zweifelhaftem Erkenntniswert«, konstatierte ein Spiegel-Online-Journalist 2009 im Gespräch mit Twitter-Gründer Evan Williams. Dass das richtig, aber nicht weiter erkenntnisbefördernd ist, hatte der Science-Fiction-Autor Theodore Sturgeon schon 1958 erkannt: »Neunzig Prozent von allem sind Unfug«, lautet das nach ihm benannte »Sturgeon’s Law«. Hier aber geht das Argument zweifach ins Leere, denn über die Qualität von Twitter lässt sich so wenig Allgemeingültiges aussagen wie über den Inhalt von Bücherregalen. Twitter existiert in so vielen Varianten, wie es Nutzer hat, eine gemeinsame Basis gibt es nicht. Wer bei Twitter belangloses Geschnatter liest, der hat es sich so ausgesucht.

… bis zum Ende:

Die beliebte Facebook-Option »Hide Farmville« bedeutet in anderen Worten: »Du und ich, wir sind weiterhin Freunde, aber ich möchte von deinen Erfolgen bei der Aufzucht virtueller Wassermelonen und Kälbchen nichts wissen.« Vielleicht verbirgt sich darin ja der bescheidene Keim einer Innovation.

Leseempfehlung: «Abschied vom Besten» von Kathrin Passig.

Artikel, Bluesky, Internet, Software

de:bug – Die Zukunft des Print

de:bug 140 'Die Zukunft des Print' de:bug ist ein Magazin, das ich sehr mag. Gibt’s seit über 10 Jahren und bietet immer wieder einen gelungenen Mix aus interessanten Themen und guter Aufmachung (auch wenn man über das hier abgebildete Cover streiten kann, dazu später mehr). Die Ausgabe 140, die sich dem spannenden Thema «Die Zukunft des Print» widmet, kann ab sofort komplett als PDF (26 MB) heruntergeladen werden.

UNTER DRUCK – DIE ZUKUNFT DES PRINT

Bücher und Zeitungen haben sich überraschend lange gegen ihre Digitalisierung gesträubt, während im Web ein Paralleluniversum heranwuchs, in dem Print-Inhalte keine unwichtige Rolle spielen. Jetzt kommt Bewegung in die Affaire, E-Book-Reader und Tablets werden zu Massenprodukten, gleichzeitig wird mehr Papier bedruckt als je zuvor, allerdings mit individuell angepassten Inhalten und in Kleinstauflagen. Im Hintergrund wird derweil an Techniken gearbeitet, die Papier und Screen endgültig verschmelzen.

Inhaltsübersicht der Märzausgabe bei de:bug. Man beachte auch die dortigen Kommentare zum Cover und zum ausgepeitschten Grafiker. 😉

[via @marco_DLR]

Internet, Literatur

Diözese Regensburg mahnt auch Stefan Niggemeier ab

Unfassbar: „Jetzt hat die Diözese Regensburg auch Stefan Niggemeier abgemahnt http://bit.ly/ahsF3y “ /via @ennomaneless than a minute ago via Tweetie

Man mag es nicht glauben, doch die Diözese Regensburg mahnt auch Stefan Niggemeier ab. Gerne nutze ich meinen eben abgesetzten Tweet mit dem neuen Embed-Code von Twitter, den man – wie gestern angekündigt – zum Zitieren von Tweets auf der Seite blackbird pie erzeugen kann, um Euch auf den Artikel von Stefan Niggemeier hinzuweisen. Nun wird auch Regensburg den Streisand-Effekt erst richtig kennen lernen: Diözese Regensburg ./. Niggemeier.

Update 23:10 Uhr: Die Reaktionen in Blogs und auf Twitter kann man – minütlich wachsend – auf Rivva verfolgen.

Internet, Politik

Von einem Tweet, zwei Texten und dem Einbinden von Twitter

Dieser Artikel handelt von einem wunderbaren Tweet, einem schlechten und einem guten Text aus der FAZ und von der Zukunft des Einbindens von Twitter in andere Websites. Los geht’s mit dem Tweet:

Tweet von Kathrin Passig

Diesen wunderbaren Tweet von @kathrinpassig las ich eben und dachte dabei sofort an die Lektüre jenes ärgerlichen und von einem extrem fehlinformierten Autoren, Bazon Brock, verfassten FAZ-Artikel («Das Netz ist die Hölle der neuen Welt»). Zur Ehrenrettung der FAZ sei gleich angemerkt, das am heutigen Tag auch ein sehr guter Artikel im FAZ-Blog Netzökonom erschienen ist: «Der menschliche Algorithmus – wie Relevanz im Social Web gemessen wird». Holger Schmidt berichtet darin über die Herausforderung, die das Sortieren von Inhalten aus Sozialen Medien für die Suchmaschinen darstellen und wie sie versuchen, diese Aufgabe zu lösen.

Zurück zum Negativ-Beispiel von Bazon Brock: Selten etwas dümmeres über die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Kommunikation im Web gelesen, als das. In jedem Satz merkt man dem Autor an, dass er das Netz nicht verstanden hat. Aber er lässt sich mit maßlos übertriebenen Warnungen darüber aus. Wissenschaft basiere auf Vertrauen und das könne im Netz nicht geschaffen werden. So als gäbe es keine Verknüpfungsmöglichkeiten von Online und Offline. Der Autor fabuliert ahnungslos vollkommen vorbei an der Praxis des Netzes. Und es ist eben nur ein Beispiel von zahlreichen unqualifizierten Bemerkungen zu den Chancen des Internet, so dass ich den Vorschlag aus dem oben zitierten Tweet von Kathrin Passig so verlockend finde: Sollen sie doch alles in ihre Zeitschrift schreiben und sich dran erfreuen, wie sinnlos das Internet doch ist.

Die Nachricht des Abends – und das könnte das Einbauen von Tweets an anderer Stelle enorm vereinfachen – ist für mich die Ankündigung von Twitter, dass ab morgen einen Embed-Code (Quellcodeschnipsel) zum Einbau von Tweets in andere Websites angeboten werden soll. Dienste wie embedtweet.com bieten so etwas ja schon länger an, doch wenn es direkt von Twitter selbst angeboten wird, hätte das natürlich eine ganz andere Durchschlagskraft und könnte die Popularität des Dienstes Twitter (durch schnellere Verbreitung in anderen Webpublikatonen) enorm erhöhen. Mehr dazu, wo man auch sieht, wie so etwas ausschaut, bei TechCrunch: Embeddable Tweets Will Start Dominating Blog Posts Tomorrow.

Artikel, Bluesky, Internet
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