Mai 2010

Corny Littmann als Präsident des FC ST. Pauli zurückgetreten

Littmann gibt Rücktritt bekannt:

„Mission impossible completed oder: Der Kapitän verlässt die Brücke aber nicht das Schiff. Konkret heißt das: Ich bleibe Geschäftsführer der FC St. Pauli Service GmbH und trete mit sofortiger Wirkung als Präsident des FC St. Pauli zurück.

Zu diesem Schritt hat mir keiner geraten, geschweige denn hat mich einer dazu gedrängt. Ich habe diese Entscheidung ganz alleine getroffen, es ist sozusagen eine einsame Entscheidung.

Endgültig klar war diese Entscheidung für mich mit dem Schlusspfiff in Fürth. Da war es definitiv: Wir haben den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Und das war der Moment, an dem nicht nur ich gedacht habe: mehr geht nicht!

Mehr auf der Website des FC St. Pauli:
«Der Kapitän verlässt die Brücke, aber nicht das Schiff».

Update 19:20 Uhr: Ausschnitte aus der Pressekonferenz von 13 Uhr, wo Littman seinen Rücktritt bekannt gab, kann man beim NDR sehen: «Littmann als Präsident des FC St. Pauli zurückgetreten».

FC St. Pauli, Fußball

Kathrin Passig: Standardsituationen der Technologiekritik

Kathrin Passig: Standardsituationen der Technologiekritik
Grafik (basierend auf dem vorgestellten Text von Kathrin Passig): Wordle

Kathrin Passig hat wieder Mal einen wunderbaren Text geschrieben. Ein Ritt durch die Kulturgeschichte der Bedenkenträger und Fortschritts-Skeptiker. Das Neue ist ihnen grundsätzlich suspekt. «Früher ging es doch auch ohne» sagen sie, wenn etwas Neues am Horizont der kulturellen Entwicklung auftaucht. Die Schreibmaschine macht das Schreiben zunichte, die Erfindung des Telefons ist eine unnötige, weil die Menschen sich nichts zu sagen haben werden. Computer braucht kein Mensch, und so weiter und so fort. Ihr alle kennt diese Vorurteile und man braucht, um davon genervt zu sein, kein Anhänger eines blinden Fortschrittsglaubens zu sein – der natürlich genau so fehl am Platze ist, wie die sture Technikkritik. Doch lest selbst bei Kathrin Passig:

Das eigentlich Bemerkenswerte am öffentlich geäußerten Missmut über das Neue aber ist, wie stark er vom Lebensalter und wie wenig vom Gegenstand der Kritik abhängt. Dieselben Menschen, die in den Neunzigern das Internet begrüßten, lehnen zehn Jahre später dessen Weiterentwicklungen mit eben jenen damals belächelten Argumenten ab. Es ist leicht, Technologien zu schätzen und zu nutzen, die einem mit 25 oder 30 Status- und Wissensvorsprünge verschaffen. Wenn es einige Jahre später die eigenen Pfründen sind, die gegen den Fortschritt verteidigt werden müssen, wird es schwieriger.

Kathrin Passig – Internetkolumne: Standardsituationen der Technologiekritik.

Internet, Literatur

100 Jahre FC St. Pauli

100 Jahre - Forza St. Pauli

Gestern beim Streifzug durch Hamburg mit liebem Besuch aus dem Saarland hab ich dieses Foto in St. Pauli aufgenommen (auf Posterous komplett zu sehen). Die Leute schmücken allerorten ihre Fenster und Balkone in St. Pauli-Farben, weil der Verein seit gestern hundert Jahre alt ist. Passend zu diesem Ereignis ein Porträt des Kiezes und des Vereins auf Deutschlandradio Kultur: «100 Jahre Freud und Leid»:

Der FC St. Pauli ist nicht unbedingt der Champagner-Verein. Dagegen sprechen der Stadtteil, die Fans und auch die Fieberkurve seines fußballerischen Vermögens. Ganz oben stand der Kiez-Club nie, auch wenn er sich 2002 nach einem überraschenden Sieg gegen die übermächtigen Bayern zum „Weltpokalsiegerbesieger“ ausrief.

[flash]http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/14/drk_20100514_1307_9401c20c.mp3[/flash]

Text & Blog-Leser libuda hat mich auch auf ein Interview mit Hans Apel hingewiesen, der auch ein Fan des Clubs am Millerntor ist – und es schon sehr lange ist, wie er im Interview berichtet: Nachspiel – 100 Jahre unangepasst? Wie sich der Kultclub FC St. Pauli erfand.

[flash]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2010/05/15/drk_20100515_0751_2b122f67.mp3[/flash]

FC St. Pauli, Fußball, Radio

BibCamp³ Hannover: Bibliotheken nehmen Herausforderungen an

Lesesaal TIB/UB Hannover

Über Jahrhunderte waren Bibliotheken „nur“ Aufbewahrungsorte von bedrucktem oder von Hand beschriebenem Papier, recherchiert wurde in Zettelkatalogen und beim Gang durch die RegaleDie Bilder zu Beginn des Blogartikels wurden bei einer unmittelbar vor dem Start des BibCamps extra für die TeilnehmerInnen abgehaltenen Führung durch die TIB/UB Hannover aufgenommen. Die beiden interessiert den Zettelkatalog betrachtenden Damen sind Library Mistress und meine Bürokollegin Anne Christensen aka @xenzen..

links: Library Mistress & Anne betrachten den Zettelkatalog, rechts: Magazin TIB/UB Hannover

Während in den heutigen Bibliotheken weitestgehend elektronisch recherchiert und sowohl digital als auch physisch Kulturgüter und Wissenschaftserzeugnisse aufbewahrt werden, ist das Themenspektrum und sind die zu erfüllenden Aufgaben der öffentlichen und der wissenschaftlichen Bibliotheken im Lauf der Zeit immer komplexer geworden. Moderne Bibliotheken nehmen diese Herausforderungen in einem – für mich als Seiteneinsteiger – immer wieder beeindruckenden Ausmaß an. Doch die Umsetzung des enorm gestiegenen Aufgabenpaketes bei meist gleich bleibenden oder gar rückläufigen Mitteln ist nicht immer einfach. Um sich darüber auszutauschen, wie Bibliotheken dem Ziel nachkommen können, gedruckte und elektronische Literatur und Medien weiter zu bewahren und zur Recherche anzubieten und sich gleichzeitig den in gewaltigem Tempo voran schreitenden Umbrüchen der Informationsgesellschaft zu stellen, haben wir uns vor einer Woche mit ca. 150 Teilnehmern auf dem BibCamp in Hannover getroffen.

In meinem positiven Fazit direkt nach der Rückkehr aus Hannover hatte ich ja angekündigt, noch einmal auf das BibCamp einzugehen. Ich fand alle angebotenen Sessions durchgehend sehr interessant und das an den BarCamps orientierte Konferenzformat bringt es mit sich, dass in der Tat ein reger Austausch statt findet und dass es keine langweiligen Monologsituationen (wie bei Vorträgen sonst üblich) gibt, bei denen eine schweigende Mehrheit kaum zu Wort kommt und wo ein Diskurs so gut wie nicht geführt werden kann.

Einen Überblick über die gehaltenen Sessions findet Ihr im BibCampWiki, die Berichte dazu sind dort direkt im Timetable verlinkt.

Ende der Schlange Sessionvorschläge 2. Tag: Vorne: Lambert Heller

Ich möchte noch kurz auf die von Lambert Heller initierte Session «Die Professionalisierung von Bibliothek 2.0» eingehen (die ich sonst auch vorgeschlagen hätte, und an der ich mich natürlich – da unmittelbar davon betroffen – stark beteiligt hatte). Hier haben wir darüber diskutiert, was es denn bedeute, dass nun einige Bibliotheken extra Stellen zum Thema Social Media einrichten und inwiefern es beurteilt wird, dass vermehrt in Anforderungsprofilen für Stellen im bibliothekarischen Bereich der Punkt Web 2.0-Kompetenz auftaucht. Die in der dankenswerterweise sehr offen geführten Diskussion angedeutete Gefahr, die Kollegen in der Bibliothek könnten sich was dieses wichtige Thema angeht, danach zurück lehnen und sagen «Für das Thema Web 2.0 haben wir ja jetzt einen Experten, da brauche ich mich nicht mehr drum zu kümmern», sehe ich so nicht. Viel mehr finde ich, es gehört zu den Aufgaben des Personenkreises, der – wie ich – eine Social Media-Stelle im Bibliothekswesen inne haben, die Kollegen für dieses Thema weiter zu gewinnen. Keine leichte Aufgabe für beide Seiten, schon klar, aber auch keine, die nicht gestemmt werden könnte.

Thomas Hapke danke ich für die nette Betitelung in seinem BibCamp-Resüme:

«In Erinnerung der Diskussion bleibt mir … die Beschreibung des strategischen Bloggens durch Markus Trapp, der den Begriff Community Technology Stewards für mich mit Leben ausfüllte.»

Weitere Blogartikel zum BibCamp³ hat Dörte auf bibliothekarisch.de zusammengefasst.

Internet, Literatur

Was ist Semantic Web und wozu brauchen wir das?

Web 3.0 from Kate Ray on Vimeo.

Was ist Semantic Web und warum brauchen wir das? Im Video von Kate Ray beantworten prominente Theoretiker und Praktiker des Web 3.0 (u.a. David Weinberger ‘Everything Is Miscellaneous’ und Tim Berners Lee) diese Fragen. Eine informative und doch kurzweilige Auffrischung der vor einem Jahr bereits hier vorgestellten Frage, inwiefern uns das Prinzip der Linked Data hilft: Tim Berners Lee will vernetzte Daten.

[via Mashable]

Internet, Software

BibCamp³ in Hannover war ein voller Erfolg

BibCamp-Tasse

Gestern Abend bin ich aus Hannover zurück gekommen. Hier vorab erst mal nur das schon auf Twitter kommunizierte Resümee, dass das hervorragend organisierte und durch die regen Diskussionen und den ehrlichen fachlichen Austausch sehr inspirierende BibCamp³ ein voller Erfolg war.

Großartig immer auch wieder die Erfahrung, so viele Menschen zum 1. Mal in Person zu treffen, die man schon so lange online kennt. Ausführlicher Bericht folgt noch. Oben zu sehen die BibCamp-Tasse beim sonntäglichen Frühstück. Diese Tasse und die sehr bereichernden Gespräche sind es, die ich aus Hannover mitgebracht habe. More to come.

Ehe ich noch mehr darüber schreiben kann (heute wird ja erst mal mit dem FC St. Pauli in die 1. Liga aufgestiegen), findet ihr zahlreiche Eindrücke aus Hannover in den mit #bib3 getaggten Tweets der Konferenzteilnehmer:


 

Das 1. BibCamp fand in Potsdam statt, das 2. in Stuttgart, das 3. in Hannover und das 4. BibCamp wird 2011 in Hamburg von der HAW ausgerichtet werden.

Informationskompetenz, Internet, Literatur
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