Meine Großmutter Adelheid (1895-1984) war gelernte Köchin. Im zarten Alter von 7 (!) Jahren durfte ich bei ihr lernen, wie man eine Grießklößchensuppe kocht. Das war das erste Gericht, das ich kochen konnte und in der Folge durfte und wollte ich das des öfteren tun. Zum Leidwesen mancher Familienmitglieder. So kommentierte meine Schwester vor etwas mehr als zwei Jahren hier im Blog, als ich den Vertrag zur Aufstockung auf eine ganze Stelle in der Stabi Hamburg unterschrieb:
Hallo kleiner Bruder,
habe mich sehr gefreut zu lesen, dass es jetzt für dich weiter geht in Hamburg.
Ich weiß, dass du auch das schaffst wie so vieles im Leben.
Aber auch aus einem Grießklößchen Koch kann was werden.
Ich sehe dich heute noch an Mamas Küchenschrank stehen und die Suppe vorbereiten die wir Großen dann essen mussten.
Kann bis heute noch keine mehr essen.
Ciao
Deine Schwester
Liebe Schwester, wenn Du das nächste mal nach Hamburg kommst, werde ich die Suppe mal wieder kochen. Du darfst dann probieren, musst sie aber nicht essen, falls die traumatischen Erinnerungen an Deine Jugend Dich davon abhalten. Das Rezept, das deinen kleinen Bruder nach all der Zeit wieder als Grießklößchen-Koch an den Herd getrieben hat, stammt übrigens von Herrn Grün: «Sonntagssuppe mit selbst gemachten Grießklößchen». Die Zubereitung dieser schmackhaften Suppe nach dem Grün’schen Rezept weicht ein bisschen von dem ab, was ich vor über 40 Jahren von unserer Oma Adelheid gelernt habe, die Grießklößchen-Suppe war aber auch so sehr köstlich.