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Festivalbericht San Sebastián 2015

Festivalkino Kursaal 2015 bei NachtEs ist wieder Mal an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Ein paar Zahlen vorneweg, dann komme ich zur Vorstellung der (für mich) besten zehn Filme. Das Internationale Filmfestival San Sebastián hat zum 63. Mal stattgefunden. Als es 1995 zum 43. Mal absolviert wurde, also vor genau 20 Jahren, war ich zum ersten Mal dort. Seither habe ich es nicht einmal verpasst. Dieses Jahr war ich zum 21. Mal dort. Und zum dritten Mal in dieser Zeit habe ich es geschafft, mindestens 50 Filme zu sehen. Kein leichtes Unterfangen in neun Tagen. Doch mit fünf bis sechs Filmen am Tag war es zu schaffen. Genug der Zahlen, dies sind die Filme die ich uneingeschränkt empfehlen kann und von denen ich euch wünsche, ihr bekommt sie in Kinos in Deutschland zu sehen (der Titel verlinkt in den jeweiligen englischsprachigen Eintrag im Festivalkatalog):

1. Truman von Cesc Gay

Einen lebensbejahenderen Film über den Tod hab ich bis dato noch nicht gesehen. Ein Film über den Abschied zweier Freunde: Der Argentinier Julián (Ricardo Darín) weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Sein spanischer Freund Tomás kommt ihn zu einem Abschiedsbesuch aus Kanada für ein paar Tage besuchen. Es werden die letzten Tage sein, die sie zusammen verbringen, weil Julián den nicht mehr zu gewinnenden Kampf gegen den Krebs aufgegeben hat. Zum Titel des Films: Truman, das ist der Name des Hundes von Julián, um dessen Zukunft er sich Sorgen macht. Was nach gefährlich kitschigem Film klingt, ist ein herausragender Beitrag zum Thema Leben und Freundschaft.
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Kino, Spanisch

Zwischenmeldung aus San Sebastián

Puente Kursaal

Ein kurzer Gruß aus San Sebastián mit einem Foto von der Puente Kursaal, der Brücke, die über den Río Urumea hin zum Festivalpalast Kursaal führt. Auch in seiner 63. Ausgabe hat das Internationale Filmfestival von San Sebastián wieder jede Menge gute Filme zu bieten, von denen ich bereits 29 in den ersten fünf Tagen gesehen habe. Die Hälfte des Festivals ist schon vorbei. Wie immer, wird es einen umfassenden Bericht im Anschluß geben. Und, wie immer, gibt’s kurze Eindrücke, erste Filmtipps und Fotos auch schon zwischendurch auf Twitter.

Foto, Kino, Spanisch

Wir sind alle Griechenland

Die spanische Tageszeitung El País berichtet heute in ihrem Blog über den viralen Erfolg des Solidaritätsvideos von Griechen in Spanien: ¡Todos somos Grecia! (Wir sind alle Griechenland). Über 200.000 Aufrufe in einem Monat (auf mehreren Plattformen). Hochgeladen von der Plataforma Auditoría Ciudadana de la Deuda (PACD), mit englischsprachigem Portal unter www.auditamosgrecia.org/en/ erreichbar.
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Politik, Spanisch, Video

Calexico: «Edge Of The Sun», vielleicht ihr mexikanischstes Album

calexico-edgeofthesun Vor neun Jahren, also vor urewigen Zeiten, als dieses Blog noch Artikel mit putzigen, lediglich dreistelligen IDs hervorbrachte, hatte ich mal über Calexico gebloggt, weil ich auf einen interessanten Artikel über die Entstehung des Covers zum damaligen Album «Garden Ruin» gestoßen war. Auch dazwischen war ein paar mal von Calexico die Rede. Und anlässlich ihres neuen Albums möchte ich sie wieder mal erwähnen. «Edge of the sun» ist für mich bisher das beste Album des Jahres und es hat gute Chancen das zu bleiben, so oft höre ich es momentan hoch und runter.

Und ja, es ist was dran an der Aussage der Rezension auf BR, dass die Zusammenarbeit der beiden Calexico-Masterminds Joey Burns und John Convertino eine kongeniale ist:

Man spricht ja dialektischen Konstellationen von jeher etwas Geniales zu wie beispielsweise den Philosophen Marx und Engels oder Horkheimer und Adorno. Aber auch in der Musik gelten und galten Künstlerkombinationen wie die von John Lennon und Paul McCartney oder von Mick Jagger und Keith Richards als zutiefst befruchtend. Bei Freunden der Mariachi-Musik und des Alternative-Country-Rocks betrachtet man die Zusammenarbeit der beiden Calexico-Masterminds Joey Burns und John Convertino als kongenial.

Mein Lieblingslied auf der Platte ist «Volviendo», mit diesem wunderbaren in schönstem mexikanischen gesprochenen Intro (auf Deezer kann man in alle Titel kurz reinhören). Und «Coyoacán», dem man vielleicht wie keinem anderen Stück anmerkt, dass die Platte komplett in Mexiko-Stadt aufgenommen wurde. Für mich ist es jedenfalls ihr mexikanischstes Album bis dato. Zur Entstehung von «Edge Of The Sun» gibt es auch – da sind sie ganz die Marketingprofis – ein nettes und gut gemachtes Making Of:
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Musik, Spanisch, Video

Videokonferenz an der Uni Hamburg zum ‚Verschwinden‘ der 43 Studierenden von Ayotzinapa

Nicht nur in Mexiko wächst der Protest wegen des ‚Verschwindens‘ und der mutmaßlichen Tötung der 43 Lehramtsstudierenden (siehe Artikel Süddeutsche Zeitung) der Hochschule Ayotzinapa in Guerrero (zur Hochschule siehe auch die Fotoreportage auf Vice News). Weltweit finden mittlerweile Gedenk- und Informationsveranstaltungen zu Ayotzinapa statt. In Kürze auch in Hamburg, was ich sehr gut finde. Deshalb hier der frühzeitige Hinweis auf die Veranstaltung:

Videokonferenz an der Uni Hamburg

Mittwoch, 10. Dezember 2014, 18:15 Uhr

„Lebend wurden sie uns genommen, lebend wollen wir sie zurück“

Videokonferenz mit: …

Hamburg, Politik, Spanisch

Städte in Spanien – Was bringt antike Städteforschung für moderne Städte?

Städte in Spanien – Moderne Urbanität seit 2000 Jahren Ist Archäologie nur etwas für die Wissenschaft, oder haben die von Archäologen gewonnenen Erkenntnisse eine Bedeutung für die Kultur der heutigen Zeit? Letzteres ist der Fall, wie ich finde. Und ein Beweis dafür findet sich in dem wunderbaren Buch «Städte in Spanien – Moderne Urbanität seit 2000 Jahren», dessen Konzept im Vorwort erklärt wird:

„Die Steine lesen …” – Spanien ist durch seine privilegierte geographische und klimatische Lage im Mittelmeerraum, der Wiege der westlichen Zivilisation, eines der Länder Europas mit der größten Anzahl von in der Antike bedeutsamen Städten. Phönizische Städte wie Cádiz und Málaga, punische wie Cartagena, griechische wie Ampurias und natürlich römische wie Mérida, Itálica, Clunia, Tarragona und vielerlei andere – schließlich erfuhr die Iberische Halbinsel unter Rom ihre entscheidende Prägung – bieten der Städteforschung mithin gleichsam konzentriert Material erster Güte.

Aber die Städteforschung sollte mehr als nur eine Wissenschaft für einige wenige Wissende sein, die sich auf Kenntnisse der Archäologie, der Alten Geschichte und der Klassischen Philologie stützt und eines Fachdiskurses bedient, der für Laien unverständlich ist. Diese werden ohne sachkundige Führung und ausgenommen die Fälle, in denen sich die Monumente eines hervorragenden Erhaltungszustandes erfreuen, nur kaputte und staubbedeckte Steine verstreut auf dem Boden liegen sehen, deren Bedeutung sie weder entziffern noch wertschätzen können. Deshalb schien uns die Aufgabe, den bedeutsamen antiken Denkmal- bestand der Iberischen Halbinsel durch eine Vortrags- reihe bekannt zu machen, so wichtig – und obwohl die Vorträge von Kennern der Materie, Wissenschaftlern von internationalem Renommee, gehalten wurden, waren sie dennoch für ein allgemeines, deutsches wie spanisches Publikum bestens verständlich. Wenn unser historisches Kulturgut ein Erbe ist, das uns allen gehört und alle bereichert, dann sollte die Kenntnis dieser antiken Überreste und ihre korrekte Deutung auch etwas für uns alle sein; jedenfalls dürfte die Bürger einer Stadt weniges so interessieren wie die Geschichte ihrer Stadt. Zudem ist die Stadtarchäologie in der Lage, Städte, die zuvor auf wenig Interesse stießen, für einen kulturellen Tourismus attraktiv zu machen, sogenannte „heruntergekommene Ecken“ wieder herzurichten und archäologische Ausgrabungsgelände gleichsam so zu urbanisieren, dass die Bürger sie nicht nur genießen, sondern sie ihnen auch beachtliche Einkünfte verschaffen können. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten sich also nicht darauf beschränken, die Überreste auszugraben und sie zu datieren, sondern sie sollten ihren Mitmenschen auch zeigen, wie man sie lesen und – warum nicht – lieben lernen kann.

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Literatur, Spanisch

Festivalbericht San Sebastián 2014

San Sebastián: Filmfestivalpalast Kursaal

Nach den Fotos aus San Sebastián nun der angekündigte Festivalbericht. Ich habe in neun Tagen 51 Filme gesehen. Die zehn Filme, die ich am meisten empfehlen kann (plus zwei lobende Erwähnungen) hier in einer Auflistung, deren Reihenfolge keine Wertung darstellt. Die Filmtitel verlinken jeweils in die englischsprachige Filmbeschreibung mit Inhaltsangaben, weiteren Fotos und Infos zur Besetzung und dem Team der Filme.
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Kino, Spanisch
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