Artikel

Forscher auf Verdacht in Untersuchungshaft

Stacheldraht
Foto: sxc.hu

Um es gleich vorneweg zu sagen: ich lehne jegliche Form von gewaltvollem Protest ab. Wenn also in Berlin Vereinigungen meinen, sie müssten gegen wie auch immer geartete Ungerechtigkeiten im Staat gewaltvoll, etwa mit Brandsätzen, protestieren, so lehne ich dies ausdrücklich ab und ich finde, es sollten immer die Mittel des friedlichen Protestes gesucht werden.

Doch genauso lehne ich es ab, dass ein Wissenschaftler der Berliner Humboldt-Universität in Untersuchungshaft genommen wird, weil eine Gruppe von Aktivisten sich offenbar seiner Texte bedient hat und weil er sich mit ihnen getroffen haben soll. Ein unfassbarer Vorgang, auf den gestern bereits im Hauptstadtblog und bei The Exit hingewiesen wurde und den man auch auf Spiegel Online («Wissenschaftler im Visier der Linksterror-Fahnder») und in der taz («Forschen ist strafbar») nachlesen kann. …

Artikel, Literatur, Politik

Zum Abschied von Arena

Arena TV
Das Schlusskapitel des Senders mit dem Motto «Aus Liebe zum Spiel» wird zur Zeit allerorten geschrieben und wurde hier bereits auf Text & Blog thematisiert. Kai Pahl sagt heute auf 11Freunde.de zum Abschied von Arena leise Servus:

Es war abzusehen: Der Bezahlsender ARENA hat nach ein paar Monaten durchwachsener Existenz den letzten Atemzug getan und wird nur noch als bürokratisches Gespenst dahinwandeln.

Weiterlesen: «Nach kurzer schwerer Krankheit».

Artikel, Fußball, TV

Triebesnester: Topografien anonymer Leidenschaft

Bildausschnitt - Foto: © Holger Stöhrmann
Im Dienste der Wissenschaft hat sich Holger Stöhrmann für seine Diplomarbeit drei Monate lange Orte angesehen und fotografiert, an denen Menschen sich zum anonymen Sex treffen. Parallel zur Vorstellung der Bilder samt kurzer Beschreibungen gibt es auf ZEIT Campus auch ein Interview mit Stöhrmann. Dort heißt es etwa:

ZEIT Campus: Sie haben in Ihrer Diplomarbeit Orte fotografiert, an denen Menschen anonym Sex haben. Wie sind Sie darauf gekommen?

Holger Stöhrmann: Ich habe zufällig in einer Zeitung gelesen, dass solche Treffpunkte immer beliebter werden. Das fand ich spannend. Hinter der öffentlichen Welt, die wir alle gut zu kennen glauben, liegt ein ganzes Paralleluniversum verborgen.

Vom Bordellwagen an der A7 bei Hannover, über den Darkroom in St. Pauli, den Berliner Tiergarten und dem Gebüsch hinter der Raststätte Romohr, dem Swinger-Club in Hamburg-Bramfeld bis zum Pärchentreff auf einem Dortmunder Parkplatz ist alles dabei. Gelungener Titel der Arbeit, wie ich finde: Triebesnester.

Artikel, Foto

praegnanz-Essay HTML-Schriften – reloaded

praegnanz-Essay: HTML-Schriften fürs WebFontfachmann Gerrit van Aaken (praegnanz) hat heute seinen Essay «HTML-Schriften unter der Lupe» (erstmals 2004 erschienen) in überarbeiteter Fassung neu veröffentlicht. Mit der Einleitung hat Gerrit schon alles gesagt, weshalb dieser Artikel für alle, die vor der Entscheidung stehen, welche Schriften in Web-Projekten eingesetzt werden sollen, so wichtig und wertvoll ist:

HTML-Gestalter haben es nicht leicht: Das Angebot an verwendbaren Schriften ist klein, und man weiß eigentlich nie, was am Ende beim User ankommt. Dieser Essay wird diese Probleme zwar nicht lösen; Er zeigt aber, worauf man bei der Auswahl einer Schrift für das nächste Web-Projekt achten kann.

[via praegnanz]

Artikel, Webdesign

Wie man es schafft, Hunderte von Feeds zu lesen

Nachdem ich vor ein paar Tagen auf die Übersetzung des Artikels «Zu viel anzuschauen in zu wenig Zeit» von Enrique Dans hingewiesen hatte, der das Problem der Oberflächlichkeit in Zeiten des Informationsüberflusses recht gut beschreibt, gibt es heute einen Lesetipp zum Thema: „Wie man es schafft, Hunderte von RSS-Feeds zu lesen“:

Marcel Weiß erläutert dies sehr gut nachvollziehbar und mit einer bewundernswerten Systematik in seinem Blogartikel «Wie ich über 300 Feeds lese».

Gut und nachahmenswert finde ich sein Verfahren im Lauf der Zeit Feeds in unterschiedliche Ordner, die unterschiedlichen Prioritäten entsprechen, zu verschieben, falls sich die Inhalte des Blogs oder die eigenen Prioritäten ändern, in Bezug auf eigene Qualitätsansprüche oder inhaltliche Interessen. Werde darüber nachdenken, was ich von seinem System übernehmen kann, da ich momentan immerhin auch ca. 430 Feeds (mit Bloglines) verfolge und so langsam an der Obergrenze der informationellen Belastbarkeit angelangt bin. Ich sehe das aber auch ganz entspannt und lese natürlich viel quer oder markiere Überfälliges als gelesen, wenn ich zu lange Zeit nicht dazugekommen bin, in den unterpriorisierten Ordnern den Feed-Stau abzubauen. Und rate mir jetzt bitte niemand, einfach Feeds zu löschen, das tue ich ja! Es kommen aber immer auch wieder neue dazu. Heute zum Beispiel der von Marcel Weiß ;-).

Wie geht ihr mit euren Feeds um bzw. wie kommt ihr mit der Organisation der selbigen klar?

[via mister-wong.de/user/Kossatsch/ (RSS-Feed!)]

Artikel, Informationskompetenz, Internet

Enrique Dans: Geteilte Aufmerksamkeit

Was symbolisiert die Zeit besser als ein Uhrwerk?
Foto: xtrapink

Enrique Dans hat auf Libertad Digital einen ganz hervorragenden Artikel über das Phänomen der geteilten Aufmerksamkeit veröffentlicht. Wir alle sehen uns immer stärker einem ständig wachsenden Informationsfluss gegenüber, wollen alles aufnehmen, müssen zwangsweise selektieren und ertappen uns doch dabei, wichtige Themen nur an der Oberfläche begleiten zu können. Kurzum: «Zu viel anzuschauen in zu wenig Zeit».

So lautet auch der Titel meiner Übersetzung des Artikels «Demasiado que ver y muy poco tiempo» zu diesem Thema. Ich habe Enrique gebeten, diesen wichtigen Text, der vor ein paar Tagen auf Libertad Digital erschienen ist, ins Deutsche übersetzen zu dürfen und ihn hier zu präsentieren. Er hat zugestimmt und ich habe mich gleich an die Arbeit gemacht.

Obwohl ich mir natürlich alle Mühe gegeben habe, diesen Artikel korrekt und unter weitestgehender Wahrung des lesenswerten Stils des spanischen Informationsexperten zu übersetzen (schließlich ist das mein Beruf), empfehle ich denen, die Spanisch können, ausdrücklich die Lektüre des spanischen Originals. Allen anderen lege ich die deutsche Übersetzung ans Herz, die gerne auch hier als PDF (2 S., 49 KB) heruntergeladen werden kann.

Ein Zitat zur Einstimmung auf den interessanten Text:

In Blogs und Zeitungen wird jeder Artikel entweder in vergleichbarer Zeit gelesen oder durch schnelles Überfliegen quergelesen, um den Inhalt gerade soweit zu erfassen, dass man mitbekommt „um was es geht“. Auf meiner Website geben Besucher oft Kommentare ab, die deutlich zeigen, dass sie den Text nicht vollständig gelesen haben, dass sie einen schnellen, oberflächlichen Blick auf den Text geworfen haben, ohne den Text in seiner Gänze zu erfassen.

Der komplette Text auf spanisch bei Libertad Digital oder hier im Blog nach dem Klick auf (Mehr…) …

Artikel, Bluesky, Informationskompetenz, Internet, Spanisch

Bloomsday ohne Hans Wollschläger

einseitig.info - Nachruf Hans WollschlägerDer 16. Juni ist Bloomsday, der Tag an dem „Ulysses“ von James Joyce spielt. Vier Wochen zuvor, am 19. Mai 2007, ist der deutsche Ulysses-Übersetzer und Schriftsteller Hans Wollschläger gestorben. Ein passender Tag um einen weiteren Nachruf auf ihn zu veröffentlichen. Matthias Bickenbach schreibt auf Einseitig.Info zum Tode von Hans Wollschläger:

Er war keiner, der Zeitgeschichte mitschrieb oder auf literarische Moden surfte. Hans Wollschläger hat wenig mit „Gegenwartsliteratur“ zu tun. Sein Werk umfasst ebenfalls Fragmente, Bücher zu und über höchst unterschiedliche Stoffe. So stehen Mann und Werk wie ein radikaler Gegenentwurf zu dem da, was heute unter Literatur läuft. Hans Wollschläger schrieb anders, war und dachte anders, als die herrschende Meinung, als die Öffentlichkeit, der Literaturbetrieb.

Matthias Bickenbach: «Zum Tode von Hans Wollschläger oder Literatur²»

Alle bisher online zugänglichen Nachrufe stellt Giesbert Damaschke laufend aktualisiert auf ASml-News zusammen.

Artikel, Literatur, Übersetzen

Bibliothek 2.0 in BIBLIOTHEK. Forschung und Praxis

Bibliothek 2.0In der Zeitschrift «BIBLIOTHEK. Forschung und Praxis» im K. G. Saur Verlag erscheint dieses Jahr ein Themenheft Bibliothek 2.0 [Jg. 31 (2007) Nr. 2]. Seit heute sind die Preprints der einzelnen Beiträge schon online gestellt. Das gedruckte Heft erscheint dann in einigen Wochen.
Die Google-Gesellschaft
Lambert Heller und Patrick Danowski haben die Zusammenstellung der Beiträge koordiniert und natürlich selbst mit interessanten Artikeln zu diesem wichtigen und spannenden Thema im modernen Bibliothekswesen beigetragen. Von mir stammt die Rezension zu dem empfehlenswerten Buch «Die Google-Gesellschaft», auf das mich Steffen Büffel im Rahmen des Web 2.0-Workshops letztes Jahr auf der InetBib-Tagung in Münster aufmerksam gemacht hatte.
Die Beiträge im Einzelnen nach Klick auf (Mehr…) …

Artikel, Internet, Literatur
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