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Zur Bedeutung von Filmblogs und der Ignoranz eines Josef Schnelle

Da hat jemand mit einem ganz offensichtlichen Mitteilungsdrang seinem Namen alle Ehre gemacht und auf die Schnelle was über Filmkritik in Blogs geschrieben. Josef Schnelle heißt der Ignorant, veröffentlicht hat seinen Textausfluß die Berliner Zeitung:
Warum wir Filmkritik brauchen – Die Internet-Blogs zersetzen das informierte und unabhängige Urteil.

An der Kontroverse Blogs vs. Journalismus mag ich mich ja gar nicht beteiligen, die langweilt mich nur noch. Aber wenn jemand so viel dummes Zeug schreibt wie Josef Schnelle (Was bitteschön sind Internet-Blogs? Gibt es auch noch lokale, nicht im Netz zugängliche Blogs?) platzt mir echt der Kragen. Das von ihm gebrauchte Wort zersetzen stammt dazu noch aus der Begriffsschatulle der Nazis und sollte unbedacht nicht eingesetzt werden. Inhaltlich haben ansonsten Thomas Groh im Filmtagebuch (Die Filmkritik braucht Blogs):

Das Bild, das Schnelle zeichnet, könnte verzerrter, falscher nicht sein. Es sagt nichts aus über den wirklichen state of the art der Film-Netzkultur, wohl aber viel über Schnelles mangelnde Befähigung, sich dem noch immer frischen Medium Internet zu nähern. Das Internet ist seinem Wesen nach ausufernd, weitläufig und differenziert sich rapide immer weiter aus. Eine pauschale Zuspitzung wie die Schnelles ist schon deshalb nicht zulässig: Das Internet ist seiner Tendenz nach nicht homogenisierend, wie es auch keine glasklare Repräsentation desselben gibt: Das Internet als Angebotstätte von Inhalten ist nicht einfach etwas, das in seinen Bestandteilen ganz einfach vor einem liegt (etwa wie die Zeitung auf dem Frühstückstisch), sondern ist in diesem Punkt immer vor allem das, was sich der jeweilige Nutzer, im Sinne eines Navigators, daraus er-fährt.

und Ekkehard Knörer (Die Filmkritik überlebt im Netz) im Perlentaucher alles Notwendige dazu entgegnet:

Was für ein paranoides Szenario. In den USA zeigt sich, dass das glatte Gegenteil der Fall ist: Die Blogger sind längst da, wo sich die Print-Kritik den Platz, die Zeit und die Radikalität nicht mehr leisten will oder kann oder darf, die es für eine gründliche Auseinandersetzung so unabdingbar braucht.

Artikel, Kino

Die ZEIT mit dem YouTube-Wort zum Sonntag

Diesem törichten und schlecht informierten ZEIT-Artikel von Marcus Rohwetter «Haltet den Dieb!», der offensichtlich überhaupt nicht versteht, mit welchen Umbrüchen im Mediensystem wir es zu tun haben, kann ich neben der klugen Entgegnung von Markus Beckedahl Philip Steffan «Was “Die Zeit” unter Urheberrecht versteht» nur noch dieses hinzufügen:


Direktlink YouTube

Artikel, Internet, Video

Marias bisher verborgene Flucht in Metropolis

Bisher unbekannte Sequenz aus Fritz Langs  Metropolis
Maria auf der Flucht, in einer bisher unbekannten Sequenz aus Fritz Langs Metropolis.

Thomas hat recht: Filmgeschichte kann spannend sein. Nun sind bisher unbekannte Sequenzen aus Metropolis (1927) in Argentinien aufgetaucht. Alle Infos gibt es in einer Vorabveröffentlichung auf ZEIT online:

Am Dienstag vergangener Woche reiste Paula Félix-Didier in geheimer Mission nach Berlin, um sich dort mit drei Filmgutachtern und mit Redakteuren des ZEIT-Magazins zu treffen. Im Gepäck der Museumschefin aus Buenos Aires: eine Kopie einer Langfassung von Fritz Langs Metropolis, darin Szenen, die seit fast 80 Jahren als verschollen galten.

ZEIT Magazin zum sensationellen Metropolis-Fund «Mehr über diesen Krimi der Filmgeschichte lesen Sie im ZEITmagazin.», wirbt die ZEIT zurecht. Wird morgen gekauft.
[Update 3.7.08:] Ich kann meine heute Nacht spontan ausgesprochene Kaufempfehlung für DIE Zeit nur noch einmal wiederholen. Großartig, was ich auf dem Weg in die Bibliothek schon in der U-Bahn sehen und lesen konnte. Es handelt sich bei dem Fund um eine 16mm-Kopie der damals,1928, in Argentinien gezeigten langen Version mit spanischen Zwischentiteln. Schön auch die Geschichte, wie die Kopie über die Zeit gerettet wurde und wie ein geschiedenes Paar (der Filmkritiker Fernando Peña und die Filmmuseumsleiterin Paula Félix-Didier aus Buenos Aires) weiter seine gemeinsame Liebe zum Film pflegte und die Entdeckung so letztendlich publik machen konnte. Ganz viele Fotos in der Ausgabe des ZEIT-Magazins. Ich bin begeistert, aber sowas von! [Ende Update]

Weitere Infos:

[via Filmtagebuch]

Artikel, Kino

c’t über Twitter: «Die Welt in 140 Zeichen»

Twitter-Screenshot in c't mit Tweet von textundblog

Die neue c’t (14/2008 vom 23.06.2008) stellt in einem ausführlichen Artikel auf zwei Seiten (S. 86 f) Twitter vor. Unter dem Titel «Die Welt in 140 Zeichen» zieht Achim Barczok folgendes Fazit:

Für die einen ist Twitter ein mächtiges Kommunikationsinstrument, für die anderen eine fehlerhafte Plattform für belangloses Geplappere. Fakt ist: Wer nach Informationen und Kontakten im Web 2.0 sucht, findet sie derzeit am besten über Twitter.

Kann man so sehen. Natürlich ist Twitter noch viel mehr, aber der Artikel ist recht ordentlich. Ansonsten gilt: Der «Nutzen von Twitter hängt vom gemeinsamen Interesse ab» und «Twitter versteht nur, wer es nutzt».

Auf dem Screenshot der c’t (S. 87) zur Vorstellung des Twitter-Programmes Twhirl bin ich mit diesem Tweet zu sehen. c’t-Redakteur Achim Barczok, der offensichtlich zu meinen Followern gehört, hat per E-Mail mein Einverständnis zum Abdruck eingeholt.

Artikel, Bluesky, Software

Zeitschrift UNESCO heute: Wissen im Web

Unesco heute - Wissen im Web Die deutsche UNESCO-Kommission widmet die aktuelle Ausgabe (1/2008) ihrer Zeitschrift «UNESCO heute» dem Thema «Wissen im Web». Es sind wohl eher allgemeine Einführungsartikel, die ich mir noch nicht komplett angeschaut habe, aber auf die ich mögliche Interessenten gerne hier hinweisen möchte. Es finden sich dort u.a. Artikel wie:

  • Die Rolle der Bibliotheken im Internetzeitalter (Barbara Lison)
  • Open Access – Den Zugang zu Forschungsergebnissen fördern (Celina Ramjoué)
  • Informationen finden im Netz. Der Einfluss von Suchmaschinen (Dirk Lewandowski)
  • Informelles Lernen im Internet – Perspektiven aus lernpsychologischer Sicht (Friedrich Hesse / Maike Tibus)

Um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Alle Artikel in der Übersicht (wahlweise einzel, oder als komplettes Heft – 72 S., ca. 4 MB – downloadbar).

War dieser Hinweis hilfreich für euch? (Ja oder nein als Kommentar für Kommunikationsminimalisten genügt – Feedback jedoch durchaus erwünscht!)

[via Textdepot]

Artikel, Internet, Literatur

Google-Chef Eric Schmidt im FAZ-Gespräch

Google Womit Google laut Eric Schmidt in Zukunft sein Geld verdienen will (und wohl auch wird): «Die nächste große Welle ist das mobile Internet».

«Die Web-2.0-Architektur ist nicht für Umsatz ausgelegt. Dort ist das Geld nicht», sagt Schmidt.

Damit könnte er recht haben, der Schmidt, der Eric, der Chef von Google. Muss er sich was and’res aussuchen, um Geld zu machen. Aber damit hat Google offensichtlich keine Probleme. Lesenswertes Interview in der FAZ (auch im engl. Wortlaut).

Artikel, Internet
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