Heute morgen wurde ich auf Twitter gefragt, wie denn die heutige Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung so sei und ich antwortete kurz, dass im Feuilleton eine 2. Kampfansage von Elke Heidenreich zu lesen sei. Da hatte ich sie allerdings noch nicht gelesen. Wohl aber jetzt, und obwohl ich kein großer Freund von Elke Heidenreich bin, und ihre Sendung «Lesen!» nicht schaue, gilt ihr mein ganzer Respekt und ich sage: «Bravo Elke!».
Nochmal kurz zur Einordnung: Was war geschehen? Marcel Reich-Ranicki lehnt – wie hier zu sehen – am vergangenen Wochenende den Deutschen Fernsehpreis ab und findet sehr viel Beifall dafür. U.a. auch von Elke Heidenreich, gleich am Tag nach dem Bekanntwerden der Nachricht. Ich hatte ihren 1. Artikel vom 12.10.2008 ja verlinkt: «Reich-Ranickis gerechter Zorn».
Dann folgt letzten Freitag Gottschalks Sendung mit MRR im ZDF, über die wir besser den Mantel des Schweigens hüllen. …
Ich danke Marcel Reich-Ranicki. Es wird zwar nach seiner Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises kein Ruck durch Fernseh-Deutschland gehen, auch wird sich sicher am Programm nichts ändern, aber trotzdem war es eine gute Aktion.
Mann, mann, mann. Dafür liebe ich das Internet. Ich hatte eben das Lied „Verkehr“ von Rainald Grebe (Ihr wisst schon, der Mann mit dem genialen Brandenburg-Lied) auf Twitter vorgespielt. Einer meiner Follower, Matthias aka Mattsches vom numblog, liest diese Meldung und antwortet mit der Information, dass Grebe gestern Abend auf 3sat mit seinem Programm „1968“ zu sehen war:
Ich äußere sofort die Hoffnung, das Programm in der Mediathek des ZDF zu finden, und bin – siehe da – fündig geworden.
Überraschend gut gemachtes Musikvideo-TV. Gefällt mir. Minimalistisches Interface. Zusatzinfos gibt’s auf Mouseover. Weiteres Gefallen hängt natürlich stark und wesentlich vom Musikprogramm ab, aber bis jetzt war ich ganz angetan.
Wenn ein Titel nicht gefällt, einfach auf den Knopf „Neues Video hier“ klicken. Wünschte man sich bei so manchen Musiksendern im TV ja auch manchmal (außer natürlich bei meinem Lieblingssender gotv, wo für meinen Geschmack ausnahmslos gute Musik läuft 😉
Was jeder in seinem Alltag sowieso schon bemerkt hat, wird jetzt auch durch die neueste Onlinestudie von ARD und ZDF belegt. Der Internetkonsum nimmt weiter spürbar zu, die Deutschen verbringen im Schnitt bereits fast eine Stunde pro Tag im Netz. 58 Minuten gegenüber noch 54 Minuten im Vorjahr. Bei den Jugendlichen hat das Internet das Fernsehen schon längst eingeholt:
Ein anderes Bild zeichnet sich bei den 14- bis 19-Jährigen ab: Mit 120 Minuten täglich verbringen sie mehr Zeit im Netz als mit fernsehen (100 Minuten) oder Radio hören (97 Minuten). Besonders attraktiv für Jugendliche sind multimediale Anwendungen und hier vor allem Videos im Netz: 92 Prozent der Jugendlichen rufen Videos ab und schauen live oder zeitversetzt Fernsehsendungen im Netz. Auch in der Gesamtheit der Internet-Anwender ist das Interesse an Bewegtbildern deutlich angestiegen: von 45 Prozent in 2007 auf 55 Prozent in 2008.
Detaillierte Zahlen zu einzelnen Sonderpunkten (etwa zum Thema Web2.0) werden auf den Seiten der Studie präsentiert: ard-zdf-onlinestudie.de.
Insgesamt sollten diese Zahlen äußerst kritisch betrachtet werden, denn teilweise wird von einer zu geringen Zahlenbasis aus hochgerechnet (etwa im Kapitel Web 2.0 basiert das ganze auf nur 1186 befragten Personen ab 14 Jahren), was natürlich die Ergebnisse verfälschen kann. Aber interessante Aufschlüsse ergeben sich trotzdem hier und da.
Was andere Blogs und Websites zu diesem Thema schreiben (und noch schreiben werden), lest ihr wie immer schön zusammengefasst bei Rivva.
Das deutsche Fernsehen könnte sich beim spanischen abschauen, wie man die Blogosphäre und die netzaffine Zuschauerschaft für sich gewinnt. Der staatliche Sender La 2 von TV Española wirbt im Netz mit diesem viralen Video für die heute Nacht auszustrahlende 100. Folge des Programmes Cámara Abierta 2.0.
Cámera Abierta 2.0 hofft mit dieser Aktion, bei der sie alle Blogger bitten, auf das Programm hinzuweisen und es zu schauen, die Zuschauerzahlen von gewöhnlich 300.000 auf 900.000 hochzuschrauben, und damit einen Zuschaueranteil von 8% zu erreichen. Ich werde mir das Programm garantiert anschauen (0:55 Uhr, Dauer: 10 Minuten), auch wenn ich als Zuschauer in Deutschland nicht in die spanische Wertung eingehen werde. Danach kommt übrigens das anarchistische Programm Enjuto Mojamuto, dass Dirk Baranek neulich im eSpanien-Blog vorgestellt hatte, und das ich mir dann wohl auch mal ansehen werde.
Obiges Video zu betrachten, lohnt sich für alle Spanischsprechenden, alleine schon wegen der genialen Straßenumfrage zur Kenntnis von Web 2.0 Begriffen. Ein älterer Herr fragt – nach dem Begriff Wiki gefragt – nach: «¿Whiskey?» ;-)) Wenn Spanier dieses Wort aussprechen, hört es sich in der Tat so ähnlich an.
Genau so können Web 2.0-Dienste den Menschen näher gebracht werden: Jörg Schieb erklärt in der WDR-Sendung «Aktuelle Stunde» in einem vierminütigen Beitrag die Vorteile des Social Bookmarkings. Kurz, knackig und leicht nachvollziehbar. Schön, dass mein Lieblingsbookmarkingdienst Mister Wong dabei im Mittelpunkt steht: Social Bookmarks: Lesezeichen im Web (WDR Mediathek).
Die Lieblingsseiten im Internet kann man sich als Favoriten oder Lesezeichen abspeichern. Man kann seine Favoriten aber auch mit anderen teilen: Beim „Social Bookmarking“. So entstehen Empfehlungen von Usern für User.
Den Beitrag gibt’s auch zum nachlesen. Autor Jörg Schieb hat auch ein Blog.
Eigentlich wollte ich mich heute morgen im spanischen Fernsehen über die dortige Vorberichterstattung zur EM informieren, bin dann aber auf Canal Plus bei der Wiederholung einer der erfolgreichsten Telenovelas aller Zeiten hängen geblieben: «Corazón Salvaje». Eine Viertelstunde hab ich reingeschaut und festgestellt, dass ich diese Folge vor 13 (!) Jahren in Mexiko gesehen habe. Ich brauche hier nicht zu erwähnen, dass solche Telenovelas extrem anspruchslos sind, von (meist) schlechten Schauspielern gespielt und triefend vor schmalziger Romantik und wüstestem Kitsch eine Beleidigung für jedes denkende Hirn sind. Und trotzdem haben sie was. Ich hatte «Corazón Salvaje» in Mexiko sogar des öfteren geschaut und mochte die Titelmelodie immer sehr. Daher war ich regelrecht gerührt, als ich sie nach all den Jahren heute morgen nochmal gehört habe. Die Geschichte ist so ’ne Art «Verbote Liebe» á la méxicana: Nonne verliebt sich in Piraten, ihre Schwester aber auch. Folgenreiches Drama vorprogrammiert. Seht und hört selbst:
Die Telenovela basiert auf dem Roman der mexikanischen Schriftstellerin Caridad Bravo Adams, wurde bereits mehrfach verfilmt (Kino & TV) und als Radionovela inszeniert. Über das Zusammenspiel von Film, Hörspiel und Telenovela schreibt Wiebke Hollersen in der Neuen Zürcher Zeitung im Artikel «Liebesleid aus Mexiko für die ganze Welt»:
…der Rest waren Adaptionen vorher ausgestrahlter Radioserien. Das ist durchaus üblich. Filme werden so zu Telenovelas und umgekehrt, erfolgreiche Fernsehserien einfach von Zeit zu Zeit kopiert, die Drehbücher mit neuen Gesichtern verfilmt. Den Titel behalten sie bei, schliesslich ist der die Marke, die wiedererkannt werden soll. Die Serie «Wildes Herz» («Corazón salvaje») etwa lief vor mehr als fünfzig Jahren zuerst als Radionovela, 1955 wurde die Story fürs Fernsehen verkürzt und 1966 auf Telenovela-Länge gezogen. Zwei weitere TV-Adaptionen folgten.
Des Spanischen Mächtige finden umfangreiche Informationen zu einer der erfolgreichsten Telenovelas aller Zeiten in der Wikipedia oder im Forum von univision.com.