Kino

‚Auf der anderen Seite‘ von Fatih Akin ist Oskar-Kandidat

'Auf der anderen Seite' von Fatih Akin
«Auf der anderen Seite» des Hamburger Regisseurs Fatih Akin ist der deutsche Beitrag im Rennen um den Oskar für den besten nicht-englischen Film im nächsten Jahr.
Hier eine Szene aus dem Film mit der wunderbaren Hanna Schygulla und mit der Entdeckung Nurgül Yesilçay:


Direktlink YouTube

Der neue Akin-Film ist nach «Gegen die Wand» (den man komplett online sehen kann) der zweite Teil seiner Trilogie «Liebe, Tod und Teufel». Er wurde bereits in Cannes mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnet und kommt am 27. September 2007 in die deutschen Kinos.

[Update 15:30 Uhr: Wie ich gerade aus dem zeise-Newsletter erfahre, kommt der Film schon morgen in die Kinos und läuft bereits heute Abend um 22:30 Uhr als Preview. Zudem kommt der in Ottensen aufgewachsene und immer noch dort lebende Regisseur am 24. September 2007 zum Start der Türkischen Filmreihe «Fatih Akin zeigt: Türkisches Kino» ins zeise-Kino. Weitere Infos auf zeise.de.]

[via netzeitung]

Hamburg, Kino, Video

Daniel Brühl über Salvador im spanischen TV

Daniel Brühl hat zum Filmstart von Salvador in Spanien keine schlechte Figur gemacht. Der deutsche Schauspieler mit katalanischer Mutter ist hier in der in Spanien sehr beliebten TV-Sendung Noche Hache zu sehen. Moderatorin Eva Hache empfängt nachts um ein Uhr in ihrer Show auf Canal Cuatro, die ich auch manchmal schaue, Gäste zum Interview. Nebenstehendes Video zeigt den ersten Teil von insgesamt 13 Minuten des Auftritts von Daniel Brühl, der nach den Anfangsminuten der etwas angespannten Aufregung seine Scheu ablegt und nach ersten beiderseitigen Plattheiten munter mit Eva drauflos plaudert und unter anderem seine Rolle im Film über den katalanischen Anarchisten Salvador Puig Antich erklärt, aber auch seinen Eindruck schildert, dass die Jugend immer unpolitischer wird, und selbstkritisch einräumt, dass dies auch schon bei ihm der Fall ist. Teil 2 und 3 der TV-Ausstrahlung vom 12.09.06 ebenso auf YouTube.

Daniel Brühl als Salvador Puig Antich
Der Film, über den ich schon seit mehr als zwei Jahren (!) hier im Blog berichtet habe, ist in dieser Woche endlich in Deutschland gestartet (deutsches, 16-seitiges Presseheft als PDF, 200kb).
Meine bisherigen Artikel über die Realisierung des Filmes von Manuel Huerga:
06.10.06: Manuel Huerga mit Salvador in Hamburg
16.09.06: Daniel Brühl in ‘Salvador’ (Infos mit Trailer)
11.09.06: Dilemma des europäischen Kinos (Daniel im Chat bei El País)
06.07.05: Daniel Brühl spielt Salvador Puig Antich (zu den Dreharbeiten)

Kino, Spanisch, TV

Almodóvar: Das Gesetz der Begierde

La Ley del Deseo - Das Gesetz der Begierde Ich habe vorgestern schon auf die Almodóvar-Reihe auf arte hingewiesen. Heute Nacht (23:10 Uhr) läuft ein weiterer Streifen des spanischen Regisseurs, «Das Gesetz der Begierde» (1986), auf dem deutsch-französischen Kulturkanal, der viel zu wenig Zuschauer hat, weil viele lieber seichte Kost auf den anderen TV-Stationen konsumieren. Auch ich werde das mit ein paar Blogartikeln nicht ändern können, aber ich kann zumindest die Menschen, die bei mir mitlesen, auf gute Programmangebote hinweisen, was ich ja auch ab und an tue.

Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich auf diesen Film noch besonders hinweisen würde, da er auch in meiner Magisterarbeit behandelt wurde. Meine Arbeit, von der es weiter unten einen Auszug zu lesen geben wird und mit der ich mein Studium der Hispanistik, Germanistik und Komparatistik an der Uni Saarbrücken 1993 beendet hatte, drehte sich um das Thema Film im Film bei Almodóvar, also inwieweit das Filmeschaffen in den Filmen selbst behandelt wird. Dazu passte natürlich ganz hervorragend der Film «Das Gesetz der Begierde», denn die Hauptperson des Films, Pablo Quintero (gespielt von Eusebio Poncela) ist ein Regisseur.
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Kino, Spanisch, TV

Von Menschen und Mäusen


Ob das Leben als Maus spannender ist als das Leben eines Menschen – diese Frage ist ein zweischneidiges Schwert. Wir Mäuse fressen selten spannende Bücher, und wenn wir uns ins Kino verirren, verstehen wir die Filme nicht. Auf der anderen Seite langweilen wir uns nicht mit Steuererklärungen und langwierigen Beziehungsdiskussionen. Sondern wir gehen einfach raus, um Futter zu holen. Manchmal gehen wir ganz ordentlich ins Restaurant – aber wir sind dort nicht unbedingt gern gesehene Gäste.


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Wer bei der Lektüre obiger Zeilen so wie ich unweigerlich an den Film Ratatouille denken muss, liegt zwar nicht ganz falsch, doch es kommt noch viel besser, denn sie sind der Anfang einer wunderbaren Geschichte von Thilo Baum, die man in seinem Blog unter dem Titel «Mouse Hunt» zu Ende lesen kann.

Kino, Literatur, Video

Almodóvar-Reihe auf arte: Alles über meine Mutter

Heute beginnt auf arte eine kleine Almodóvar-Reihe mit vier Filmen des berühmtesten spanischen Regisseurs der Gegenwart, auf die ich natürlich gerne hinweise. Es gab eine Zeit, da konnte ich keine Almodóvar-Filme mehr sehen (vor allem nach meiner Magisterarbeit, die ich zum Abschluss meines Hispanistik-Studiums in Saarbrücken über den Regisseur aus La Mancha geschrieben habe), aber jetzt – nach so vielen Jahren – geht es wieder und «Todo sobre mi madre» (Alles über meine Mutter), mit dem die Reihe heute Abend um 20:40 Uhr startet, ist ja einer seiner besseren. Es gibt ihn in London sogar als Theaterstück zu sehen. Was den Reiz des Films von 1999, also aus der mittleren Schaffensphase von Almodóvar, ausmacht, bringt die arte-Beschreibung ganz gut auf den Punkt:

Pedro Almodóvar, einstiges Enfant terrible des spanischen Films, inszeniert diese verschlungene Geschichte sowohl als Humoreske als auch als Drama und verknüpft ohne Scheu Zitate aus klassischen Hollywood-Dramen wie „All About Eve“ (1950) mit beiläufigen sexuellen Tabubrüchen. Aus abgründigen Ereignissen schürft er dabei eine emotionale Wahrheit und Tiefe, die einen zugleich lachen und weinen lässt. Auch dieser warmherzig-exzentrische Film feiert Almodóvars Lieblingsschauspielerinnen – die brillanten Charakterdarstellerinnen Cecilia Roth, Marisa Paredes und Penélope Cruz – und ist einmal mehr eine Hymne an das Leben und die Liebe, vor allem aber an die Stärke der Frauen. Last but not least ist diese Tragikomödie eine Hommage an die Freiheit, an die Toleranz, an die wunderbare Vielfalt der Identitäten.

In den Hauptrollen: die fantastische Marisa Paredes und die von mir hoch verehrte Penélope Cruz. Zu meiner Penélope-Bewunderung hab ich ja hier schon mal etwas geschrieben.

Und wenn ich schon bei den persönlichen Bezügen zur Almodóvar-Reihe auf arte bin: ich habe den Regisseur auch zweimal in meinem Leben getroffen und konnte jeweils kurz mit ihm sprechen. Von dem zufälligen Zusammentreffen auf dem Filmfestival in Cannes 1996 gibt es auch Bilder zu sehen:
Markus trifft Almódovar in Cannes IMarkus trifft Almódovar in Cannes II Die Brüder Agustín und Pedro Almodóvar und der im roten Hemd mit Pferdeschwanz, das bin ich. Almódovar, der seine Filme nach Abdrehen nur noch ungern bespricht, hatte mir sogar eine Frage gestellt, als ich ihm von meiner Examensarbeit erzählte: «La aprobaste?» (Hast du bestanden?). 😉

Kino, Spanisch, TV

Soundtrack Princesas: ‚Me llaman Calle‘ von Manu Chao

Am Sonntag hab ich ein paar Freunde zum Essen und Filmegucken eingeladen. Wir schauen Princesas, den wunderbaren Film von Fernando León de Aranoa. Parallel dazu erreicht mich die Mail einer T&B-Leserin, mit der ich letztes Jahr im Kino den Film zusammen gesehen habe, mit einer Frage nach der Filmmusik. Für alle Beteiligten und für jene, die den Film in Spanien oder auch in Deutschland, wo er überraschend lange lief, gesehen haben, hier das Video eines der Lieder aus dem Film: «Me llaman Calle» von Manu Chao.

Leider gibt es keinen Soundtrack zum Film. «Me llaman calle» findet man auf dem neuen Manu Chao-Album La Radiolina. Das zweite wichtige Lied aus dem Film „Si la vida te da cinco razones“ kann man – leider in schlechter Tonqualität – zum Beispiel hier hören.
Einige zentrale Szenen aus dem Film, die man sich aber nur anschauen sollte, wenn man Princesas schon gesehen hat, sind hier zusammengestellt: «Los mejores momentos de la película», ein englisch untertitelter Trailer ist hier zu bestaunen. Update: Leider wurde das Video auf YouTube gelöscht. Ein Trailer zum Film ist hier zu sehen.

Update 3.09.07: Mittlerweile gibt es auch ein Interview mit Manu Chao zu seinem neuen Album «La Radiolina» auf El País: «Ya no le tengo miedo a la tijera».
Update 4.09.07: In der Süddeutschen wird das Album in den höchsten Tönen gelobt: «Manu Chao: „La Radiolina“ Ikone wider Willen».

Kino, Musik, Spanisch, Video

Lynsey De Paul: Sugar Me

In einer Szene der schwarzen österreichischen Komödie «Fräulein Phyllis» (Sophie Rois wohnt mit 40 noch bei Muddi und fährt gefährlich mit Muddis Volvo durch die Wiener Gegend) habe ich ein Lied gehört, dass mir schon ewig nicht mehr zu Ohren gekommen war, und das mich nach Ende des eben auf arte gesehenen Films auf Videojagd in die Soundwelten von YouTube trieb: Sugar Me von Lynsey De Paul.


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Grand-Prix-Fans kennen Lynsey de Paul auch von Ihrem Eurovision-Duett mit Mike Moran «Rock bottom». Und wer den Film «Fräulein Phyllis» mit der wie immer großartigen Sophie Rois samt dem hier gezeigten zuckersüßen Pop-Song sehen möchte: arte bietet noch zwei Wiederholungstermine: 29.08.2007 um 03:00 Uhr (also noch in dieser Nacht, Mi. auf Do.) oder am 06.09.2007 um 01:30 Uhr.

Kino, Musik, TV, Video

Katze im Sack

Katze im Sack «Katze im Sack» von Jungfilmer Florian Schwarz ist für mich einer der ungewöhnlichsten und besten deutschen Filme der letzten Jahre. Heute Abend im TV zu sehen (Debüt im Ersten, ARD, 22:45-00:15 Uhr). Wer ihn verpasst, ist selbst dran Schuld. Ein Liebesfilm für Leute die keine Liebesfilme mögen. Musik u.a. von Zweiraumwohung und grandios gespielt von Jule Böwe und Christoph Bach. Aus dem Inhalt:

Als die Kellnerin Doris zurück in ihr Zugabteil kommt, sitzt dort auf einmal Karl – und stört. Der smarte Draufgänger platzt nicht nur in ihr Abteil und später in ihre Karaokebar, sondern auch in ihre seltsame, voyeuristische Affäre mit dem alternden Sicherheitsfachmann Brockmann. Denn als Doris in Leipzig aussteigt, entscheidet sich Karl spontan ihr zu folgen. Obwohl aneinander interessiert, bleiben Karl und Doris gefangen in ihren unnahbaren Rollen und keiner lässt die Katze aus dem Sack.

Christoph Bach in 'Katze im Sack' Hab den Film 2005 auf dem Ophüls-Festival im Kino gesehen («Gute Entscheidungen beim Ophüls-Festival»), wo er nicht nur das Publikum begeisterte, sondern auch den Drehbuchpreis gewann, und ich freue mich heute Abend auf ein Wiedersehen auf dem Bildschirm.

Kino, Ophüls, TV
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