Almodóvar-Reihe auf arte: Alles über meine Mutter

Heute beginnt auf arte eine kleine Almodóvar-Reihe mit vier Filmen des berühmtesten spanischen Regisseurs der Gegenwart, auf die ich natürlich gerne hinweise. Es gab eine Zeit, da konnte ich keine Almodóvar-Filme mehr sehen (vor allem nach meiner Magisterarbeit, die ich zum Abschluss meines Hispanistik-Studiums in Saarbrücken über den Regisseur aus La Mancha geschrieben habe), aber jetzt – nach so vielen Jahren – geht es wieder und «Todo sobre mi madre» (Alles über meine Mutter), mit dem die Reihe heute Abend um 20:40 Uhr startet, ist ja einer seiner besseren. Es gibt ihn in London sogar als Theaterstück zu sehen. Was den Reiz des Films von 1999, also aus der mittleren Schaffensphase von Almodóvar, ausmacht, bringt die arte-Beschreibung ganz gut auf den Punkt:

Pedro Almodóvar, einstiges Enfant terrible des spanischen Films, inszeniert diese verschlungene Geschichte sowohl als Humoreske als auch als Drama und verknüpft ohne Scheu Zitate aus klassischen Hollywood-Dramen wie “All About Eve” (1950) mit beiläufigen sexuellen Tabubrüchen. Aus abgründigen Ereignissen schürft er dabei eine emotionale Wahrheit und Tiefe, die einen zugleich lachen und weinen lässt. Auch dieser warmherzig-exzentrische Film feiert Almodóvars Lieblingsschauspielerinnen – die brillanten Charakterdarstellerinnen Cecilia Roth, Marisa Paredes und Penélope Cruz – und ist einmal mehr eine Hymne an das Leben und die Liebe, vor allem aber an die Stärke der Frauen. Last but not least ist diese Tragikomödie eine Hommage an die Freiheit, an die Toleranz, an die wunderbare Vielfalt der Identitäten.

In den Hauptrollen: die fantastische Marisa Paredes und die von mir hoch verehrte Penélope Cruz. Zu meiner Penélope-Bewunderung hab ich ja hier schon mal etwas geschrieben.

Und wenn ich schon bei den persönlichen Bezügen zur Almodóvar-Reihe auf arte bin: ich habe den Regisseur auch zweimal in meinem Leben getroffen und konnte jeweils kurz mit ihm sprechen. Von dem zufälligen Zusammentreffen auf dem Filmfestival in Cannes 1996 gibt es auch Bilder zu sehen:
Markus trifft Almódovar in Cannes IMarkus trifft Almódovar in Cannes II Die Brüder Agustín und Pedro Almodóvar und der im roten Hemd mit Pferdeschwanz, das bin ich. Almódovar, der seine Filme nach Abdrehen nur noch ungern bespricht, hatte mir sogar eine Frage gestellt, als ich ihm von meiner Examensarbeit erzählte: «La aprobaste?» (Hast du bestanden?). 😉

11 Gedanken zu “Almodóvar-Reihe auf arte: Alles über meine Mutter

  1. Ich freu mich schon auf die Almodovar-Reihe bei Arte! Und Du hast mich mal wieder überrascht mit der Info, dass Du über ihn Deine Magisterarbeit geschrieben hast! Schickes Hemd auf dem Foto übrigens! 🙂

  2. Danke, das Hemd hab ich sogar noch. Und zur Magisterarbeit werde ich vielleicht noch vor dem nächsten Film der Almodóvar-Reihe was schreiben, weil der auch darin vorkam.

  3. Wie schön, das alles hier schwarz auf weiß nachzulesen;-)
    Und diesmal erreicht mich der TV-Tipp rechtzeitig!
    Muchas gracias, como siempre…

  4. Du schriebst, dass du lange Zeit diese Filme nicht mehr sehen konntest, weil du dich in der Zeit deiner Magisterarbeit so intensiv damit auseinandergesetzt hast.

    Bei der Magisterarbeit im Hauptfach seines Studiums handelt es sich ja oft um ein besonderes Steckenpferd, einen besonderen Schwerpunkt, den man sich im Laufe des Studiums aneignet, vertieft und auf den man sich (möglicherweise) ja sogar beruflich spezialisieren wird.

    Insofern ungünstig (aber nach den Mühen der monatelangen Magisterarbeit überaus verständlich), wenn man das Thema erstmal nicht mehr sehen kann.

    Das meinte ich damit. 🙂

  5. Ach so, ja jetzt verstehe ich, was du meintest. Zum Glück ist das nur bedingt vergleichbar: Meinen Studien-Schwerpunkt (Spanisches Kino) hab ich seither auch nie bereut, sondern mit großem Spaß und viel Interesse Spanisches Kino an der Uni unterrichtet und fortlaufend Filmreihen zum Cine Español organisiert.
    Nur ganz konkret, für meinen privaten Filmkonsum – zugeben auch verbunden mit einer etwas nachlassenden Qualität der Filme von Almodóvar – hatte es mir erstmal den Spaß am Meister verdorben, ihn ein halbes Jahr lang intensiv, beinahe Bild für Bild, analysiert zu haben, aber das hat sich bald wieder geändert.

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