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40 spanischsprachige Blogempfehlungen für 2008

40 spanischsprachige Blogempfehlungen für 2008 Jahresrückblicke sind out. Da sie jedes Jahr früher beginnen, kann man sie Mitte Dezember kaum noch ertragen. Viel besser ist es da, sich mit Jahresvorausschauen zu beschäftigen. Für die vielfältige spanischsprachige Blogosphäre machen dies auf eCuaderno jedes Jahr José Luís Orihuela und sein Experten-Team bestehend aus Manólo von «Mangas Verdes», Guillermo von «La Brújula Verde» und Antonio von «Blogpocket». Auch für 2008 gibt es wieder gute Blogvorstellungen: «40 Blogs a seguir en 2008». Für alle Spanisch-Lernende und -Lehrende ist in dem breit gestreuten Themenspektrum der vorgestellten Blogs aus Lateinamerika und Spanien sicher etwas dabei.

Internet, Literatur, Spanisch

Mit dem Dewey-Browser Literatur weltweit visuell abfragen

Die Dewey-Kategorien sind die Schubladen, in denen im Bibliothekswesen gerne Bücher und andere Medien abgelegt werden. Wer sich – wie ich – ins bibliothekarische Arbeiten reindenken darf und/oder muss, kommt um Dewey – genauer gesagt um die Dewey Decimal Classification (DDC) – nicht herum. Während Herr Dewey, mit Vornamen Melvil, schon seit über einem Dreiviertel Jahrhundert nicht mehr unter den Lebenden weilt, wird das von ihm entwickelte Katalogisierungssystem auch noch heute weltweit angewandt. In USA arbeiten etwa 85 Prozent der Bibliotheken damit.

OCLC hat eine nette visualisierte Erschließung von Beständen mittels Dewey-Kategorien gebastelt und arbeitet noch betamäßig daran, um sie weiter zu entwickeln: Gemeint ist der Dewey-Browser. Mit ihm lassen sich über Tag-Clouds (sogenannte Schlagwortwolken) momentan 2,5 Mio. (!) DDC-klassifizierte Datensätze aus dem Online-Bibliothekskatalog WorldCat abfragen. Die DDC gibt es in unterschiedlichen Sprachen, neben der englischen auch in deutsch oder spanisch. Auch diese sind, neben den weiteren Sprachen Französisch, Norwegisch und Schwedisch, abfragbar. So sieht etwa die deutsche Dewey-Kategorie «Spanische und portugiesische Literatur» aus:

Dewey-Broser: Wortwolke zu Spanischer und Portugiesischer Literatur

In der linken Spalte lässt sich die Treffermenge dann weiter einengen (entweder nach Medientypen, Sprachen oder eigenen Suchbegriffen).
Wer’s mit wolkigen Visualisierungen nicht so hat und lieber eine „trockene“ Dewey-Übersicht sehen möchte, kann sich «Die tausend Klassen der dritten Ebene der DDC» im Überblick anschauen.

[via netbib]

Informationskompetenz, Internet, Literatur, Spanisch

Miguel Delibes: Interview auf El País

Miguel Delibes. Foto: Daniel Mordzinski, veröffentlicht auf elpais.es

Miguel Delibes ist ein clásico vivo de la literatura española, ein bereits zu Lebzeiten klassischer Autor der spanischen Literatur. Unzählige Literaturpreise und zahlreiche Ehrendoktorwürden (unter anderem trägt er den Ehrendoktortitel meiner Heimatuni, der Universität des Saarlandes) sind ihm im Laufe seines 60-jährigen literarischen Schaffens zuteil geworden. Am 17. Oktober ist Miguel Delibes 87 Jahre alt geworden, sein Gesamtwerk wurde in diesem Herbst bei Destino veröffentlicht und parallel dazu ein Kongress zu seinem Werk abgehalten (dazu später mehr).

Heute veröffentlicht die spanische Tageszeitung El País ein von Juan Cruz mit einem der bedeutendsten Schriftsteller Spaniens geführtes Interview, das aufgrund des Gesundheitszustandes von Delibes in einer besonderen Weise, nämlich teilweise schriftlich, geführt wurde und dessen Lektüre sicher jedem nahe geht, der sich für spanische Literatur interessiert:
«ENTREVISTA: Miguel Delibes:’Me cansa pensarme‘».

Obras Completas, auf Cover rechts : Delibes mit seiner späteren Frau Ángeles Wenn er, etwa angesprochen auf nebenstehendes Foto aus der Jugendzeit, nach seiner Frau Ángeles gefragt wird, die bereits vor 34 Jahren gestorben ist, antwortet Delibes:

Han aparecido sus obras completas, y en la portada aparecen ustedes dos, su novia y usted. ¿Qué memoria viene primero a su mente cuando vuelve a verse en unas fotografías así? De la foto de Ángeles quinceañera que abre mis obras completas volví a enamorarme cada vez que la veía. Así pasó este verano. Esperando que amaneciera para mirar su fotografía. Siempre fue bella, pero, cuando la conocí, era tan bonita, inteligente y atractiva que tenía alrededor un centenar de moscones. Yo tenía un par de años más que ella, pero nos enamoramos, en el 46 nos casamos y en el 73 la perdí. Eso duró mi historia sentimental.

Das Interview kann bei El País weitergelesen werden.

Auch an dem oben bereits erwähnten Kongress zu seiner Person und seinem Werk («Cruzando Fronteras: Miguel Delibes, entre lo local y lo universal», Valladolid 16.-18.10.07) kann er aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Delibes setzt jedoch in Form einer per Video aufgezeichneten Grußbotschaft an die Congresistas moderne Technologien ein (Delibes : «… que tanto me asustan …», dt.:«… die ich so beängstigend finde …») und verliest den von überall her angereisten Kongressteilnehmern seine Grußworte am heimischen Schreibtisch. Das Video ist auf den Seiten des Artikels «El ministro de Cultura inaugura el Congreso de Miguel Delibes» auf Norte Castilla zu finden, doch da der Server dort sehr langsam ist, habe ich es bei Sevenload hochgeladen, wo man es besser betrachten kann: Nach dem Klick auf den roten Pfeil kann man also die Worte, die Delibes im Oktober an die Kongressteilnehmer gerichtet hat, nochmals hören und sehen:


Direktlink sevenload

Weitere Links zu Miguel Delibes:

Literatur, Spanisch, Video

Martin Scorseses Hitchcock-Hommage für Freixenet

Ein Hinweis für alle an spanischer Kultur Interessierten, zumal es auch den hier gerne gesehenen Bereich Kino abdeckt:
Martin Scorseses Hitchcock-Hommage für Freixenet ist in der Videotheke zu sehen.
(Ausnahmsweise mal ein Hinweis auf ein Videotheken-Posting von mir, da es ja auch in der Abfolge zu der im Vorjahr hier vorgestellten Tradition der Weihnachtswerbespots der katalanischen Cava-Marke steht.)

Kino, Spanisch, TV

Spanische Nationalbibliothek zeigt Kunst in der Typographie

Ausstellungsbeispiel 'Arte y Tipografía' Die Spanische Nationalbibliothek zeigt eine Ausstellung über Kunst in der Typographie und über künstlerische Typographie. Kandinsky, Joan Miró, Man Ray, Andy Warhol, Antoni Tapiès und Eduardo Chillida gehören zu den 40 Künstlern, deren Werke unter dem Titel «Arte en la Tipografía y Tipografía en el Arte» zu sehen sind. Die Biblioteca Nacional zeigt die Buchstabenschau, die noch unter der Direktion von Rosa Regàs konzipiert wurde, bis zum 27. Januar 2008. Fontfreunde, die bis dahin nach Madrid kommen, sollten sich das unbedingt anschauen.

Ausstellungsbeispiel 'Arte y Tipografía' Da die Website zur Ausstellung vornehm formuliert wenig inspirierend ist, man könnte auch sagen, dass sie trotz des optisch ansprechenden Sujets grottenhässlich ist (warum kann so eine große Institution wie die Spanische Nationalbibliothek keine anständige Website zu so einer wichtigen Ausstellung präsentieren? Geringfügig besser macht es das spanische Kulturministerium mit seinem Webhinweis auf die Ausstellung), verweise ich auf den El País-Artikel «La letra, elevada a rango de arte» (dt: «Die Schrift in den Rang der Kunst erhoben») und dort im besonderen auf die gut gemachte Bildpräsentation mit neun Ausstellungsbeispielen, die sich auch aufzurufen lohnt, wenn man kein Spanisch kann.

Literatur, Spanisch

Spanisches Literaturmagazin in Web & TV: página 2

página 2 - Spanisches Literaturmagazin

Sonntagsabends um 20:15 Uhr kommt seit diesem Monat im 2. spanischen Programm, TVE 2, eine neue, gute Literatursendung, die man auch online sehen kann und die ich den Freundinnen und Freunden der spanischen Sprache und Literatur hier gerne kurz vorstellen möchte: página 2 (Seite 2) wird von Óscar López moderiert und ist auch nachträglich komplett (oder wahlweise in einzelnen Passagen) im Netz zu sehen. Dauer einer Sendung: 30 Minuten.

In jeder Folge wird ein Autor ausführlich vorgestellt, Berichte zu seinem Werk und ein langes Interview ziehen sich durch die ganze Sendung. Die bisher portraitierten Schriftsteller sind auch ins Deutsche übersetzt worden und dürften so hier bei uns auch den Liebhabern der Literatur aus spanischsprachigen Ländern ein Begriff sein. In den ersten vier Folgen standen folgende escritores im Mittelpunkt (in Klammern als Beispiel je ein ins Deutsche übersetzter bekannter Titel):

Darüber hinaus gibt es nett gemachte Reportagen, regelmäßig auch zum Thema Bookcrossing (auch in Spanien sehr beliebt!), einen Kurzgeschichtenwettbewerb (Micro(r)relatos), Filmvorstellungen, Lektüreempfehlungen (libros recomendados) und Einblicke in die aktuellen Bestsellerlisten von Belletristik und Sachbuch (libros más vendidos).

Página 2 ist insgesamt eine gut gemachte Literatursendung und dank Internet auch ohne spanischen TV-Zugang weltweit zu sehen. Wo und wann ihr wollt! Den hier mitlesenden Spanisch-Lehrern und -Dozenten brauche ich ja nicht extra zu betonen, wie gut sich so ein Programm zur Anreicherung und Ergänzung des Spanischunterrichtes eignet.

Literatur, Spanisch, TV, Übersetzen

Reality-Mord nach spanischer Talkshow

Wann hört dieser Dreck endlich auf? Wann streichen die Sender diese unsäglichen Reality-Shows, die ganz bewusst mit der telegenen Zurschaustellung menschlicher Gefühle spielen und wann hören die Leute auf diesen Dreck anzuschauen? Ich fürchte nie.


Direktlink YouTube

Er (der sie mehrfach misshandelt hat), fragt sie ob sie ihn heiraten will. Sie sagt nein. Vier Tage später ist sie tot. Vermutlich umgebracht von ihm. Wie schlampig recherchieren die Fernsehsender (hier der spanische Sender Antena 3 für sein Trash-Programm ‚El diario de Patricia‘), wenn sie schon Menschen auf diese Art zusammenführen? Denn nach zwei Anzeigen von ihr, wurde er zu elf Monaten Haft verurteilt. Er war lediglich auf freiem Fuß, weil das Urteil noch nicht rechtskräftig war.

Die einzige Hoffnung, die man nur noch haben kann, ist, dass jetzt wenigstens Einige erkennen, dass die Ansprache ihrer niedersten Instinkte so billig und beschämend ist, dass sie vielleicht doch noch von diesem Dreck wegkommen, und folglich solche Sendungen nicht mehr oder zumindest mit einem Minimum an Humanität realisiert werden.

Artikel zum Hintergrund:
FAZ: «Spanische Heiratsshow – Tödlicher Fernsehauftritt»
El País: «Aluvión de críticas contra el programa de Antena 3»

Spanisch, TV

Prämierter Comic-Zeichner Max im El País-Chat

Bardín, der Superrealist Der spanische Comic-Zeichner Francesc Capdevila aus Barcelona, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Max, ist letzte Woche mit dem spanischen Comic-Preis ausgezeichnet worden. Der mit 15.000 Euro dotierte Premio Nacional de Cómic ist eine große Auszeichnung für den in Spanien sehr beliebten Comic-Zeichner. Und dass es so einen Preis, erstmals vergeben vom Spanischen Kulturministerium, überhaupt gibt, zeigt, dass das lange zu Unrecht unterschätze Genre des Comic immer ernster genommen wird. Mehr dazu im El País-Artikel «El barcelonés Max gana la primera edición del Premio Nacional de Cómic».

‚Bardín, el surrealista‘ ist auch in Deutschland erschienen. Ich zitiere aus der Beschreibung des Verlages:
dreiäuige Micky Maus

Willkommen im Reich des Superrealismus: Hier begegnet Bardin, der stets korrekt gekleidete Mann mit dem Wasserkopf, bei seinen täglichen Ausflügen dem andalusischen Hund, erkundet das kosmologische System der superrealistischen Gottheiten, in dessen Zentrum eine dreiäuige Micky Maus sitzt, und zieht als einsamer Ritter aus, um die eigenen Albträume zu besiegen.

In einer schwindelerregenden Mischung aus surrealistischen Bilderwelten, in denen die Logik außer Kraft gesetzt ist, Zitaten aus der Kunstgeschichte von Breughel und Füssli bis zu Magritte und Dali, Chris Wares klarer Linie und einer Hauptfigur, die mit ihren Neurosen und Ängsten an einen erwachsen gewordenen Charlie Brown erinnert, hat der spanische Comiczeichner Max („Der lange Traum des Herrn T.“) eine moderne Version von Winsor McCays legendärem Traumbuch „The Rarebit Fiend“ veröffentlicht. Dafür gab es beim Comic-Festival in Barcelona drei Hauptpreise, unter anderem als „Bestes Album des Jahres 2006“!

Die deutsche Ausgabe von «Bardín el Superrealista» ist im Oktober unter dem Titel «Bardín, der Superrealist» im Reprodukt-Verlag erschienen und kann im Buch- und Comichandel, beim Verlag selbst oder bei amazon bestellt werden und kostet 18 Euro. Auf den Verlagsseiten unbedingt mal in die Leseprobe reinschauen, der ist richtig gut. Zuvor ist bei Reprodukt bereits «Der lange Traum des Herrn T.» erschienen.

Francesc Capdevila alias Max Heute zwischen 17-18 Uhr steht Max im Chat von El País Rede und Antwort. Wer es verpasst: die Chat-Protokolle werden auch immer nachträglich publiziert.

In der NZZ begeistert sich Christian Gasser für den Chronisten der Subkultur und lobt «Bardín der Superrealist» als graphisches Juwel: «Der Superheld als Gotteslästerer».
Weitere Infos zu Max mit zahlreichen Bildbeispielen im Guía del Cómic und in der Galerie auf EP3.

Internet, Literatur, Spanisch
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