TV

Rückblick auf Ausblick von 1967 auf das Jahr 2000


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Als Kind hab ich mal – das muss so 1976/77 gewesen sein – in der TV Hören und Sehen gelesen, wie unsere Haushalte im Jahr 1988 aussehen werden. Von Robotern sollten die meisten Aufgaben übernommen werden. Am stärksten beeindruckt hat mich die Vorstellung, dass es Staubsauger geben werde, die von alleine die Wohnung saugen. Als es die dann 1988 nicht gab, zumindest nicht in normalen privaten Haushalten, war ich etwas enttäuscht. Mittlerweile gibt es so was ja (z.B. iRobot Roomba).

Finde solche Rückschauen auf Ausblicke in die Zukunft immer faszinierend. Deshalb ist der Filmbeitrag aus der NDR-Reihe «Auf der Suche nach der Welt von Morgen», in dem 1967 dreiunddreißig Jahre voraus geschaut wurde auf das Jahr 2000, sehr sehenswert. Auch und gerade als zeitgeschichtliches Dokument. Viel Spaß beim Betrachten!

[via @twitgeridoo]

TV, Video

ARD-Morgenmagazin zu Gast beim FC St. Pauli

ARD-Morgenmagazin zu Gast beim FC St. Pauli

In dieser Woche lohnt es sich für Fans des Magischen FCs von Montag bis Freitag morgens um 8:25 Uhr das ARD-Morgenmagazin (oder ab 11 Uhr den jeweiligen Beitrag in der ARD-Mediathek) zu schauen. Die MoMa-Redaktion ist beim FC St. Pauli zu Gast.

Heute gab’s zum Auftakt der Reihe ein Interview mit Pressesprecher und Team-Manager Christian Bönig (hier nach zu schauen), morgen wird Stani vor’s frühe Morgen-Mikrofon von Sportredakteur Peter Großmann treten. Herausgestellt wird die Tatsache, dass es sich beim FC um einen Stadtteilclub handelt. Zum Glück wird gegen den Begriff Kultclub von Bönig opponiert. Weiteres Thema unter der Woche: Kritik der Fans und deren Protest gegen den Kommerz. Man darf gespannt sein…

Update 4.1.11: Die heutige Folge: FC St. Pauli – ein Kult-Klub im Portrait

FC St. Pauli, Fußball, TV

WikiLeaks: WikiRebels – The Documentary & 3sat-extra

Das schwedischen Fernsehen SVT hat eine Dokumentation über Wikileaks gezeigt, bei der die Journalisten Bosse Lindquist und Jesper Huor Julian Assange und sein Team für 6 Monate begleitet hatten. Die knapp einstündige interessante Doku WikiRebels – The Documentary kann, wie in den Kommentaren von Netzpolitik zu lesen ist, auf YouTube gesehen werden:

[Update 26.12.10: Den Film gibt es – dank der Ausstrahlung am 19.12.10 auf ORF – auch auf deutsch: WikiLeaks – Rebellen im Netz.]


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Heute Abend beschäftigt sich auch 3sat Extra unter dem Titel Jagd auf Wikileaks – Freies Netz oder Datenterror? mit dem Thema:

Der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, ist hinter Gittern, die Internetplattform vom Vermieter Amazon gekündigt, der Geldverkehr teilweise gestoppt. Der Fall vom gefeierten Aufklärer zur Persona non grata ist tief.

3sat, 10.12.2010, 21:30 – 22:00 Uhr. Zu Gast in der Sendung sind u.a. Ossi Urchs und Wolf von Lojewski.

Politik, TV, Video

blu:boks: Jugendarbeit, die Selbstwert produziert

Torsten Hebel erklärt leidenschaftlich die Ziele von blu:boks

Wenn Torsten Hebel sagt «Wir produzieren Selbstwert», dann ist das ein Satz, der erst mal sitzt. Der Kabarettist und Theologe hat für benachteiligte Jugendliche in Berlin-Lichtenberg ein wunderbares Projekt ins Leben gerufen, das ganz anders als der TV-Schrott um «Deutschland sucht des Superstar» und ähnlich unwürdige Casting-Shows die Jugendlichen tatsächlich ernst nimmt und ihnen durch gemeinsame Aktionen wie Tanz, Gesang und Schauspiel etwas gibt, was sie ansonsten in ihrer Umgebung nur sehr schwer vermittelt bekommen: Selbstwertgefühl.

Das Projekt „blu:boks“ ist benannt nach dem filmischen Blue-Box-Verfahren. Genialer Name für eine Initiative, die Menschen vor einem neuen Hintergrund in einem anderen Licht erscheinen lässt. Der 15-minütige Filmbeitrag kann auf ZDFinfo nachgeschaut werden: Wir sind die Zukunft (für’s iPad auch in der HTML-Version).

Daniel ist dankbar für blu:boks

Kinder aus sozial schwachen Familien haben meist keine Chance, ihre Talente zu entdecken und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Die Einrichtung „blu:boks“ in Berlin will ihnen diese Möglichkeit geben.

Weitere Informationen: Jugendprojekt blu:boks – Applaus für das Leben (BR).

Politik, TV, Video

ARD talkt sich zu Tode, auf der Strecke bleibt die Dokumentation

Interessante Dokumentationen in der ARD: nur noch was für Nachteulen Die ARD verseicht zusehends. Weil ab Herbst 2011 Jauch nun auch im Ersten talkt und Maischberger, Will, Plasberg und Beckmann mit ihren Rederunden im Programmschema versorgt werden müssen, fallen wichtige und informative Dokumentationen weg oder werden ins nächtliche Abseits (statt 21 Uhr auf 22:45 Uhr) geschoben.

Bernd Gäbler bringt es im Stern-Artikel «Das Erste im Talkshow-Wahn» auf den Punkt:

Von Jauch bis Beckmann – die ARD bietet von Herbst 2011 an fünf Talker auf. Geopfert wird die TV-Dokumentation. Es ist das Werk kulturloser Macher, die nur auf eines schielen: die Quote.

Auf DRadio Wissen erklärt der Dokumentarfilmer Florian Opitz (Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm AG DOK) was diese Reform sowohl für die Branche der Dokumentarfilmer als auch für den Zuschauer bedeutet. Interview DRadio Wissen (8 min 43 sec) – Versteckt im Nachtprogramm:

[flash]http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/drw_201012020832_ard-_dokumentationen_bleiben_auf_97d1a2eb.mp3[/flash]

Gerade weil die Programmdirektoren den Fehler machen immer stärker auf die schnöde Quote zu schielen und das Niveau des Programms zusehends zu senken, ist der engagierte Zuschauer aufgefordert, diesem Trend entgegen zu steuern und die wertvollen Programme aufzuzeichnen und – wie etwa im Artikel «TV-Programme aus Mediatheken abspeichern» beschrieben – selbstbestimmt und unabhängig vom unvernünftigen Sendeschema der Öffentlich-Rechtlichen Anstalten zu verfolgen.

Foto: sandmännchen von kallejipp auf photocase.com

Politik, TV

TV-Programme aus Mediatheken abspeichern

Mediathek - Mac-Software zum Abspeichern von TV-Programmen aus Mediatheken der ÖR-Sender

Jeder kennt das: es gibt ausgerechnet dann etwas im Fernsehen zu sehen, wenn man keine Zeit hat oder der Sendeplan offenbar für Nachteulen gemacht wurde. Oder man hört und liest von guten Sendungen oder Filmen, deren Ausstrahlung man verpasst hat. Gut, dass es da die Mediatheken gibt – zumindest bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern. Die meist unsäglich schlechten Privatsender schau ich sowieso kaum. ARD, ZDF, Arte, 3Sat oder die dritten Programme stellen einen Großteil ihres Programmes in Mediatheken zur Verfügung. Leider und – wie hier behandelt – unsinnigerweise nur für eine beschränkte Zeit.

Doch auch für dieses Problem gibt es eine praktische Lösung. Wer einen Mac sein eigen nennt (zum Glück bin ich diesen Sommer endlich von Windows auf Mac umgestiegen), lädt sich einfach das kostenlose Programm mit dem passenden Namen Mediathek (aktuelle Version 1.3.3, wiegt nur locker-leichte 698 kb). Es gibt dort eine Suche über alle Mediatheken und es gibt Vorschläge zum Stöbern in diversen Rubriken (Dokumentation, Spielfilme, Serien, Krimi, Wissen, Magazin, Ratgeber etc.). Kinderleicht: gefundenes Programm einfach anklicken und schwups wird es auf den Rechner geladen. Anschauen kann man sich die flv-Dateien dann in dem sowieso weltbesten Filmebetrachter VLC-Player, den es als Opensource-Software nicht nur für Mac, sondern auch für Windows und Linux gibt.

Doch wie speichert man Mediatheken-Beiträge, wenn man keinen Mac hat? Auch hier gibt es einen Trost für Windows- oder Linux-Nutzer: in diesen Betriebssystemen ist es zwar etwas schwieriger, aber auch hier können Programme aus den Mediatheken auf den heimischen PC geladen werden. Wie das geht, wird in der zweiten Hälfte dieses Loadblog-Artikels beschrieben.

Momentan eignet sich zum Beispiel die herausragend besetzte Programm-Reihe Arte Filmfestival, mit der mein Lieblingssender sein 20-jähriges Bestehen feiert, zum fleißigen Aufnehmen. Da laufen viele Filme, die in der Vergangenheit hier im Blog vorgestellt wurden: Waltz with Bashir, oder gerade gestern Abend der wunderbare Mexikaner Stellet Licht. Wer nicht warten möchte bis Arte den gestern hier im Blog vorgestellten Dokumentarfilm El Sicario (über einen ehemaligen Auftragskiller) am 16. Dezember – um 3:00 Uhr morgens! – wiederholt, dem sei auch das Ansehen in oder Abspeichern aus der Mediathek empfohlen.

Übrigens, wie man Online-Videos (von YouTube & Co) abspeichert, hab ich vor 2 Jahren bereits gezeigt: Online-Videos abspeichern: Free FLV Converter.

Software, TV, Video

El Sicaro / Der Auftragskiller – Zimmer 164


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[Update 17.3.2011: Leider ist der vormals hier eingebundene arte-Film nicht mehr online. Zur Zeit kann er noch in vier Teilen auf YouTube (1234) gesehen werden. Gesamtdauer der Doku: 80 Min.]

Ein ehemaliger Auftragskiller des mexikanischen Drogenkartells berichtet über die letzten 20 Jahre seines Lebens: Er hat Hunderte von Menschen getötet, entführt und gefoltert, war Polizist im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua und hat sich vom FBI ausbilden lassen. Von seinem Wohnort Juárez aus konnte er sich frei zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten bewegen. Jetzt ist er auf der Flucht, auf seinen Kopf sind 250.000 Dollar ausgesetzt. Der Film wurde an der amerikanisch-mexikanischen Grenze in einem Motelzimmer, das die Nummer 164 trägt, gedreht.

«El Sicario» ist ein sehr harter Film des italienischen Dokumentarfilmers Gianfranco Rosi, den es aber lohnt anzuschauen, wenn man verstehen möchte, wie der wahnsinnige Drogenkrieg in Mexiko funktioniert. Ein Aussteiger, ein ehemaliger Auftragskiller, berichtet: Wie wurde er angeworben. Weshalb durchlaufen Killer eine Polizeiausbildung. Wie werden Entführungen und Morde geplant. Es kostet sehr viel Energie den bewusst schlicht gehaltenen Bildern zu folgen, wenn der maskierte Mann im Motelzimmer auf seinem Block schematische Zeichnungen macht und dabei von geradezu ungeheuerlichen Machenschaften berichtet. Die grausamen Bilder entstehen dabei im Kopf der Zuschauer. Der Dokumentarfilm hat den FIPRESCI-Preis bei der diesjährigen Mostra in Venedig gewonnen.

Kino, Spanisch, TV
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