Kino

Minutentexte: The Night of the Hunter


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Präsentation von Filmbildern aus «The Night of the Hunter» (dt: Die Nacht des Jägers).

Tolle Idee, auf die ich bei (dem heute wieder mal in der FASZ in „Worte der Woche“, S.76, geadelten) malorama gestossen bin:

Man nehme den Film «The Night of the Hunter» von 1955, die einzige Regiearbeit des Schauspielers Charles Laughton, und teile seine 93 Minuten in eben diese 93 Einheiten ein. Alsdann suche man sich 93 Menschen, teile ihnen jeweils eine Minute des Films zu und lasse sie nach freien Stücken darüber schreiben. Man nenne das Ganze «Minutentexte» und präsentiere es als Buch auf 288 Seiten. So geschehen und hier beschrieben: Minutentexte.

Wer dies noch zeitnah in der Umgebung von Köln liest, kann sogar heute noch ab 17 Uhr im «Kölner Filmforum NRW» in den Genuss des Films und einer anschließenden Buchpräsentation kommen; nähere Infos bei malorama.

Kino, Literatur, Video

Von der Kunst die Sprache im Untertitel zu übersetzen

Schön, wenn man seine handwerkliche Arbeit in einer Dissertation gut umschrieben vorfindet. Dabei beziehe ich mich auf meine Arbeit als Übersetzer aus dem Spanischen, wo ich vor allem Filme übersetze und dies meist per Untertitelung.
Das ist bei einer äußerst schnell gesprochenen Sprache wie dem Spanischen gar nicht so einfach, denn der Text muss natürlich gekürzt werden, da das Lesen mehr Zeit als das Hören beansprucht und die Bilder ja auch noch wahrgenommen werden wollen.

Und jetzt zum Zitat der besagten Doktorarbeit «Das Sprechen der Filme – Über verbale Sprache im Spielfilm» (Download als pdf, 1,5 MB, 297 S., Infos bei DDB) von Christoph Wahl, welches die Problematik der Untertitelung (auf S. 149) recht gut beschreibt:

Auch die Untertitelung ist ein Ergänzungsverfahren, bei dem allerdings der Originaltext seine Dominanz behält, und die Übersetzung mit weitgehenden Kürzungen arbeiten muß. Diese Kürzungen resultieren aus der Problematik, gesprochene Sprache in Schriftsprache transponieren zu müssen: Der Mensch kann in einem bestimmten Zeitraum wesentlich mehr Text auditiv als visuell verarbeiten. Henrik Gottlieb nennt die Untertitelung deshalb einen diagonalen Typ: Zu der vertikalen Ebene der herkömmlichen Übersetzungsverfahren, die einfach eine Sprache in eine andere übertragen, gesellt sich die horizontale Ebene, auf der verbale Sprache in Schriftsprache wechselt. Die Kunst des Untertitelns besteht somit darin, aus einer verbalen Äußerung den komprimierten Sinn herauszufiltern, und ihn so in einen geschriebenen Text zu verwandeln, daß er stilistisch ungefähr dem Ton der ursprünglichen Äußerung entspricht.

Im Zitat angesprochener Aufsatz:
Henrik Gottlieb: Subtitling: Diagonal Translation. In: Perspectives: Studies in Translatology Nr. 1 (1994), S. 104 (nicht online verfügbar).

Kino, Literatur, Spanisch, Übersetzen

Almodóvar, der Smoking und der Prinzenpreis

Was haben Paul Auster, das spanische Basketballteam, die National Geographic Society und Pedro Almodóvar gemeinsam? Sie werden – neben anderen – am kommenden Donnerstag (19.10.2006) mit dem renommierten «Premio Príncipe de Asturias» (dt.: «Prinz-von-Asturien-Preis») ausgezeichnet.
Almodóvar erzählt heute in «El País» wie es ihm erging, als er im Mai, einen Tag vor Abreise nach Cannes, von seiner Nominierung erfuhr. Er las gerade Philip Roth, machte sich Gedanken über den Satz „Das Alter ist kein Kampf; das Alter ist ein Massaker“ aus dessen neuestem Roman Jedermann und musste beim Kofferpacken feststellen, dass ihm – passend zum Thema Alter – sein Smoking, den er bereits zwei Jahre vorher nach Cannes mitgenommen hatte, nicht mehr passte. Und mitten in diese Gedanken hinein kam der Anruf seines Bruders Agustín, der ihm die gute Nachricht der anstehenden Auszeichnung mitteilte:

Mientras leía, profundamente impresionado por las palabras de Philip Roth (suelo hacer al menos dos cosas a la vez; hubo una época en que era capaz de hacer tres o cuatro), yo estaba haciendo las maletas para volar al día siguiente al Festival de Cannes. Y tenía un problema con el esmoquin, por una de esas traiciones de nuestro propio cuerpo: el esmoquin que había utilizado dos años antes no me entraba.

Weiterlesen bei «El País»: «El día en que me anunciaron» (dt.: «Der Tag, als sie meinen Preis bekanntgaben»).

Artikel, Kino, Spanisch

Lo que sé de Lola: Von voyeuristischen Blicken

Lo que sé de Lola «Lo que sé de Lola» ist einer der Filme, die mir von den 49 in San Sebastián gesehenen Filmen stark im Gedächtnis geblieben ist. Javier Rebollo hat ihn gedreht (bisher hatte er durch mehrere Kurzfilme auf sich aufmerksam gemacht), und Lola Dueñas spielt die Titelrolle und hätte durchaus den Preis der besten Schauspielerin in San Sebastián für diese extrem überzeugende Darstellung verdient (obwohl die Preisträgerin Nathalie Baye in «Mon fils à moi» auch großartig ist).

In dem wunderbar ruhigen Film «Lo que sé de Lola» lernen wir den ohne jeden Sozialkontakt lebenden Franzosen León kennen, der beschließt die spanische Nachbarin Lola – stets auf Distanz und von dieser unbemerkt – zu beobachten und ihr zu folgen.

Wahre Worte zur Parallelität von isoliertem Blick des Einzelgängers León und unserem voyeuristischen Blick als Kinozuschauer findet María González Montero in ihrer Rezension in Deriva:

Por tanto, estamos hablando de un homenaje al cine, un elogio a la mirada cinematográfica, a la contemplación de la vida en el celuloide, a la necesidad de vivir otras vidas sin hacer el más mínimo esfuerzo por interrelacionarnos. Así es León y así es el espectador de cine.

Weitere Infos:

Kino, Spanisch

Semantic Web – Zusammenarbeit Mensch-Maschine

Semantic Web
Zur Zeit lese ich mit großer Begeisterung das Buch «Semantic Web. Wege zur vernetzten Wissensgesellschaft», herausgegeben von: Tassilo Pellegrini und Andreas Blumauer (Springer Verlag, Berlin 2006), vorgestellt von Mitautor Mark Buzinkay im MBI Blog und ausführlich rezensiert vom Romanisten Heiner Wittmann.
Im Kapitel «Personalisierbare Informationssysteme im Semantic Web» (Zusammenfassung des Kapitels beim Springerverlag, pdf) schreibt Nicola Henze:

Die Entwicklung des Semantic Web zielt darauf ab, die Bedeutung von Informationen im World Wide Web maschinenlesbar und vor allen Dingen maschinenverarbeitbar darzustellen, so dass Applikationen den Benutzer im Umgang mit Informationen im Web unterstützen können […] also Benutzer besser beim Umgang mit Informationen im Web zu unterstützen, weist noch einmal darauf hin, dass es die Benutzer sind, die von den entwickelten Technologien profitieren sollen.

Weitere Infos zu Semantic Web:

Internet, Kino, Politik

Manuel Huerga mit Salvador in Hamburg

Filmplakat SalvadorDaniel Brühl, Ingrid Rubio: Filmszene aus 'Salvador'
Über den spanischen Film «Salvador» mit Daniel Brühl in der Hauptrolle habe ich seit über einem Jahr schon mehrfach berichtet.
Gestartet ist der Film am 15. September in Spanien, leider lief er nicht auf dem Festival in San Sebastián. In ein kommerzielles Kino außerhalb des Festivals habe ich es zeitlich während meiners Aufenthaltes in Spanien nicht geschafft. Um so mehr freut es mich, dass ich den Film nun heute in Hamburg sehen kann, sogar in Anwesenheit des Regisseurs Manuel Huerga. ¡Muy bien!

Das Filmfest Hamburg macht’s möglich: muchas gracias an das Team vom Filmfest.
Heute läuft «Salvador» im Grindel um 18:45 Uhr (der Regisseur wird da sein), übermorgen, am Sonntag um 18:30 Uhr im Abaton, jeweils im spanischen Original mit englischen Untertiteln.

Hamburg, Kino, Spanisch

ECOS mit Almodóvar-Titelstory

ECOS - Titelcover Almodóvar Für alle Fans des spanischen Kinos und der spanischen Sprache gibt es diesen Monat einen doppelten Grund das Sprachlernmagazin ECOS zu kaufen: die Oktoberausgabe (seit 27.09. im Handel) widmet sich in der Titelstory «Pedro Almodóvar. El genio del cine español» von Juan Ramón García Ober dem spanischen Kultregisseur.
(Juan Ramón: ¡te felicito por el texto!)

Die weiteren Themen von ECOS gibt es in der Monatsübersicht auf ecos-online.de.

Kino, Spanisch

Roger Gual und Alex Brendemühl in San Sebastián

Roger Gual und Alex Brendemühl
Regisseur Roger Gual (li.) und Schauspieler Alex Brendemühl (re.) gestern im Cine Príncipe bei der Vorstellung des Films «Remake».
In «Remake» muss eine Gruppe von in die Jahre gekommenen 68ern erkennen, dass ihre Kinder sich genauso gegen ihre Eltern auflehnen, wie sie es damals gegenüber ihren Eltern getan haben. Keine neue Erkenntnis, aber ein guter Film von Roger Gual mit starken Schauspielern. Unter anderem eben der hier auf dem Foto zu sehende Alex Brendemühl, der mich schon vor ein paar Jahren in «Las horas del día» überzeugt hatte.
Meine Fotos (darunter auch einige weitere des Regisseurs mit seinem Hauptdarsteller) lade ich täglich auf der Foto- und Videoplattform sevenload hoch. Sie sind dort im Album «San Sebastián» abgelegt.
Jetzt geht’s weiter, auf zum mittlerweile 31. Film («Lo que sé de Lola» von Javier Rebollo). Meine Augen haben schon den Cinemascope-Blick und zwischen den Filmen lauf‘ ich als lebende Kamera durch das Festivaltreiben.

Foto, Kino, Spanisch
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