Kino

Kurzer erster Berlinale-Bericht

Szene aus 'Él' (Mexio, 1952) von Luis Buñuel Heute habe ich die ersten beiden Buñuel-Filme auf der Berlinale gesehen. Vor allem bei «Él», den ich ja durch die Arbeit an der Diss in- und auswendig kenne, war es für mich ein besonderes Erlebnis ihn auf der großen Leinwand zu sehen, und gleichzeitig faszinierend zu beobachten, wie ein über 50 Jahre alter Film immer noch das Publikum begeistert.

Nach der Vorstellung von «Lemon Tree» ist einer der Schauspieler, die zur Panorama-Eröffnung heute Abend im Zoo-Palast waren, auf der Bühne umgekippt. Einfach so, nach hinten weggekippt. Welche Dramatik. Sofort wurde ins Publikum gefragt, ob ein Arzt anwesend wäre und es sind auch gleich zwei zur Hilfe geeilt. Doch dem Schauspieler, der in dem Film einen Leibwächter spielt, ging es gleich wieder besser. War wohl nur ein kurzer Schwächeanfall in der Aufregung der Filmpremiere. «Lemon Tree» ist trotz des ernsten Themas eine witzige Parabel auf die schwierigen Beziehungen im Grenzgebiet von Palästina und Israel.

Dann bleibt mir noch dem ePlus-Team in der Kurfürstenstrasse zu danken, die sich heute eine Stunde Zeit genommen hatten sich meines Problems anzunehmen, dass ich zwar jetzt eine tolle UMTS-Card fürs Notebook habe, die mir in Verbindung mit meiner Internetflatrate überall, wo es UMTS-Empfang gibt, auch Netzzugang mit dem Notebook verspricht, doch bei mir hat es trotz korrekter Installation von Gerät und Software nicht funktioniert. Das Problem konnte zwar auch im ePlus-Laden noch nicht komplett behoben werden (ich musste weg zur oben erwähnten Panorama-Eröffnung im Zoo-Palast), aber man gab mir nach Installation einer besseren Zugangssoftware einen Ausdruck mit einer kurzen Anleitung und ein paar Daten zur Netzzugangskonfiguration mit, anhand deren ich eben die UMTS-Karte erfolgreich zum Laufen brachte. Nun brauche ich auch nicht mehr zwischen den Filmen erfolglos die sowieso nicht (oder nur gegen teuer Geld) funktionierenden Wlan-Hotspots der Berlinale anzusteuern.

Kino

Schlaflose Blog- und Filmzeiten: Berlinale 2008

«Wie soll man da ruhig schlafen?» sagt Berlinale-Chef Dieter Kosslick im Tagesspiegel-Interview zu seinem Festival. Schlaf ist das, was ich am wenigsten bekomme auf der Berlinale. Ab morgen werde ich wieder dort sein. Filme im Wettbewerb, im Panaroma und im Forum schauen, so viel wie möglich spanischsprachiges Kino und natürlich einige Buñuel-Filme. Es ist das erste Mal, seit ich in Hamburg lebe, dass ich wieder auf die Berlinale fahre, zuvor war ich von 1995-2005 durchgehend dort. Ich freue mich, wieder im «Berlinale-Planetensystem zu verschwinden», wie ich 2005 in meinem ersten Blogartikel zur Berlinale geschrieben hatte. Wieweit ich hier im Blog und auf twitter berichte, weiß ich noch nicht, kommt auch ein bisschen drauf an, ob ich meine heute erst angekommene UMTS-Card fürs Notebook zum laufen kriege. Ich könnte ja auch nachts bloggen, doch «Wie soll man da ruhig schlafen?». 😉

Kino

Jeanne Moreau zum Achtzigsten

'IMG_4769' von textundblog

Die wunderbare Jeanne Moreau ist heute 80 Jahre alt geworden. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich auf dem Filmfestival in San Sebastián dieses verschwommene Foto von ihr aufgenommen. Sie war damals Jurypräsidentin, und war der rote Schatten auf dem Foto, der die Treppe hochhuscht. Zuvor hatte ich sie im Zwischenraum des großen Festivalpalastes (Kursaal) beim vorzeitigen Verlassen des Kinos getroffen und ihr die schwere Holztüre aufgehalten, doch sie hat mich durchgewunken und nur leise gemeint «I’m waiting». Ich war viel zu aufgeregt, um noch irgendetwas zu ihr zu sagen, ihr etwa zu erzählen, wie oft ich ihre Filme schon gesehen habe, oder dass ich meine Doktorarbeit über Luis Buñuel schreibe, mit dem sie ja auch gearbeitet hat, ect. War wahrscheinlich auch gut so, denn hätte sie das wirklich hören wollen? Wohl eher nicht. Egal, heute hat sie jedenfalls Geburtstag und ich gratuliere ihr von Herzen. Andere tun das auch, etwa in diesen Minuten arte oder Peter Mohr mit seinem Artikel «Der Durchbruch im Fahrstuhl» im Titel-Magazin.

Foto, Kino

Nachlese zum Max-Ophüls-Preis 2008

29. Max Ophüls Pries 2008

Wer wie ich gestern auf 3sat den Film «Zwischen Bohème und Karriere» verpasst hat, mit dem Sven RechDer 2005 mal ein seltsames Bild von mir in seinem Ophüls-Tagesbuch veröffentlicht hatte (dort unten links auf der Seite bin ich mit aufgerissenen Augen zu sehen), wie ich hier schon einmal berichtete das Max Ophüls Filmfestival 2008 in Saarbrücken zusammenfasst, bekommt heute und in den nächsten Tagen zu folgenden Terminen die Möglichkeit der Nachsicht:

  • 23.01.08, 18.50-19.20: SR Fernsehen (Im Rahmen der Sendung Kulturspiegel Extra wird der komplette Film von Sven Rech wiederholt)
  • 24.01.08, 05.30-06.00: SR Fernsehen
  • 25.01.08, 18.30-19.00: EinsFestival
  • 26.01.08, 13.00-13.30: EinsFestival

Noch ein paar Worte zu den diesjährigen Preisträgern: …

Kino, Ophüls, Saarland, TV

Hurensohn von Michael Sturminger

Szenenfoto aus dem Film 'Hurensohn'

Aktueller TV-Tipp mit kurzer Vorgeschichte: Eine meiner letzten Arbeiten als freiberuflicher Webdesigner im Saarland hing 2005 mit dem Film «Hurensohn» von Michael Sturminger zusammen. Der Film wird vom Max-Ophüls-Filmverleih (MOP) vertrieben, für den ich damals eine Webseite erstellt und das Pressematerial für den Film (s. Website) zusammengestellt habe, worauf ich hier im Blog natürlich auch in einem meiner frühen Artikel hingewiesen hatte.

Der Film basiert auf der gleichnamigen literarischen Vorlage (Info und Leseprobe) von Gabriel Loidolt; der Grazer Filmemacher Michael Glawogger (Ophüls-Fans durch «Die Ameisenstraße» bekannt) hat am Drehbuch mitgearbeitet. 2004 wurde der Streifen auf dem Ophüls-Festival mit dem Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet (und nicht mit dem «Max Ophüls Preis», wie die TV Spielfilm irrtümlich schreibt).

Heute Abend zeigt der MDR (Programm-Info) den äußerst sehenswerten Film von 22:55-00:20 Uhr. Hier der Trailer:


Direktlink YouTube

Kino, Ophüls, TV, Video

Wer kommt zur Blauen Stunde am Freitag?

Gleich nach dem Ophüls-Artikel von eben noch einer, der sich ganz besonders an die saarländischen Leserinnen und Leser von Text & Blog und an alle meine Freunde und Bekannte im Saarland richtet: Ich bin noch bis zu diesem Wochenende in Saarbrücken, doch die Zeit vergeht ja schneller, als man alle Leute treffen kann, die man gerne treffen möchte. Daher habe ich noch folgendes Angebot an alle, die ich bisher noch nicht sehen konnte: Wie wäre es mit einem gemeinsamen Besuch der traditionellen «Blauen Stunde», dem Vorstellungstermin erster Ophüls-Kurzfilme und dem Beginn des Vorverkaufs? Am Freitag-Abend, 4. Januar um 19 Uhr in der Stadtgalerie am Sankt Johanner Markt 24.

Das Festival kündigt die Blaue Stunde in seiner Pressemitteilung so an:

Bei freiem Ausschank von heißen Getränken können die Gäste sich bei ihrer Filmauswahl beraten lassen, die Kataloge wälzen oder sich mit anderen Festivalfans austauschen.

Würde mich freuen, euch dort zu treffen (oder gar zum ersten Mal zu sehen) und über das Festival und/oder alles andere zu reden. Im Gegensatz zu mir, habt ihr dann auch die Chance später (14.-20.01.08) auf das Festival zu gehen. Das bleibt mir verwehrt, weil ich dann wieder in Hamburg sein werde. Aber ein klein bisschen Ophüls-Luft schnuppern, will ich dann schon. Wenn ich schon mal hier bin, soll es wenigstens die Blaue Stunde sein.

Während deutsches Kino in Spanien (Festival de Cine Alemán in Madrid) per Trailer so angekündigt wird…


Direktlink Dailymotion

…ist dies der aktuelle Ophülstrailer: «Der Nachwuchs kommt» (3 MB als mov-Datei, 45 sek). Regie: Mark Baumann aus Saarlouis, siehe auch SR-Bericht. Hoffe, wir sehen uns am Freitag, bei der Blauen Stunde.

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29. Festival Max Ophüls Preis in Saarbrücken

29. Max Ophüls Pries 2008

Ich bedaure es sehr, dieses Jahr schon wieder nicht beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken sein zu können (das war halt von Saarbrücken aus naturgemäß ein bisschen einfacher, damals hatte die Saarbrücker Zeitung mich noch einen «Filmfan, der bei Ophüls zum Marathon-Mann wird», genannt). Zum 29. Mal schon zeigt der deutschsprachige Filmnachwuchs vom 14. bis 20. Januar 2008 seine Arbeiten und verwandelt meine Heimatstadt in die Stadt der blauen Herzen.

Ein Film, den ich mir vor allem ansehen würde, ist «Allein in vier Wänden» von Alexandra Westmeier:
Filmszene aus 'Allein in vier Wänden'
Der Dokumentarfilm über ein Straflager für Jugendliche im Ural wurde mit dem Prädikat «besonders wertvoll» versehen. Inhalt (Quelle: Filmland Hessen):

Im Kindergefängnis von Tscheljabinsk (Ural) sitzen rund 120 Kinder im Alter von 11 bis 16 Jahren ein. Jeder Zehnte von ihnen wurde wegen Mordes oder Totschlag verurteilt. Fast alle Kinder stammen aus Alkoholiker-, Arbeitslosen- oder Obdachlosenfamilien. Gewalt und Verwahrlosung trieben sie aus ihren Familien auf die Straße. Tolja, dessen Schicksal im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht, ist ein 14jähriger Mörder. Alexandra Westmeier hat ihn von der Tat bis kurz vor seine Entlassung begleitet.

Vielleicht auch in Programm-Tipp für die ewig gestrigen Unionspolitiker (allen voran der unsägliche Roland Koch in Hessen), die ob der aktuellen Überfälle von Jugendlichen in den U-Bahnen von Berlin und München Strafcamps für Jugendliche fordern.

Kino, Ophüls, Saarland
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