Kino

Zum 15. Mal nach San Sebastián

Offizielles Festivalplaket San Sebastián 2009 Ich bin dann mal weg. Morgen früh geht’s wieder ins Baskenland. Zum 15. Mal in Folge, ununterbrochen seit 1995 (!) bin ich auf dem Internationalen Filmfestival in San Sebastián. Am Abend der Bundestagswahl komm‘ ich wieder zurück. Bis dahin wird es hier ruhiger werden, ein bisschen getwittert, das ein oder andere Foto hoch geladen und ansonsten werde ich so viele Filme wie möglich sehen.
¡Nos vemos!

Kino, Spanisch

Warum ich das Internet liebe: Der Amphibienmensch

Wenn ich gefragt werde, warum ich das Internet so liebe, nenne ich gerne solch glückliche Begebenheiten wie diese:

Vor ein paar Wochen habe ich im Über-Setzer-Logbuch, dem Blog der Übersetzerin Gabriele Zöttl, einen recht ausführlichen Blogartikel über den sowjetischen Fantasiefilm «Der Amphiebienmensch» gelesen und war auf Anhieb begeistert von den gleichsam eigenartigen und faszinierenden Bildern, die ich dort sah. Die Unterwasseraufnahmen, die 1962 auch tatsächlich unter Wasser, und nicht im Studio, aufgenommen wurden, hatten es mir sofort angetan:


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Damit Ihr meine Faszination für diesen Film nachvollziehen könnt, unbedingt auch bei Gabriele Zöttl reinschauen, die den Film wunderbar präsentiert und – neben einigen Film-Bildern – auch noch einen weiteren, englisch untertitelten Trailer dazu parat hat.

Nun fragte ich mich natürlich sofort, wo man diesen Film in Deutschland bekommen könnte. Ich fand zwar eine DVD bei amazon, doch die bot nur die deutsche Synchronfassung. Ich hätte aber viel lieber den Film im russischen Original mit deutschen oder englischen Untertiteln gesehen.

Filmversand Petershop Tja, und meine Enttäuschung hielt nicht lange an, denn die Blogautorin war so nett für mich zu recherchieren und fand flugs den Film im Angebot des Filmhändlers Petershop in Lengerich. Gabriele meinte, sie habe gute Erfahrungen mit diesem Filmversand gemacht und so hab ich mir sofort den Film bestellt. Auch ich war sehr zufrieden (angenehmer Mail-Kontakt, unmittelbare Reaktion auf Nachfrage) und gebe diese Erfahrung deshalb gerne hier weiter. Wer also außergewöhnliches Filmmaterial sucht und bei André Peters fündig wird, kann unbesorgt dort eine Bestellung aufgeben. Die DVD ist wirklich ihre 15 Euro wert, denn man bekommt einen Film zu sehen, der nicht (mehr) im TV ausgestrahlt wird, und der auch eine gute Doku über die beeindruckende Entstehungsgeschichte des ungewöhnlichen Streifens als Zugabe liefert.

Über-Setzer-Logbuch: Der Amphibienmensch Und wer sich für russische Filme interessiert, der sollte auch nochmal das tolle Blog von Gabriele Zöttl in Augenschein nehmen, die genau darüber in ihrer Serie »Russischer Film« berichtet. Wie gesagt, dafür liebe ich das Internet: Menschen die ihr Wissen teilen und so zur Erweiterung des Horizontes ihrer Leser beitragen. I love it.

Internet, Kino, Literatur

100 Jahre Spezialeffekte

Gerade in dieser Woche haben wir uns während der Frühstückspause in der Bibliothek darüber unterhalten, wie toll es doch war, sich in alten Filmen oder Star-Trek-Episoden von den visuellen Tricks – trotz deren offensichtlicher Erkennbarkeit – in die Irre führen zu lassen. Während die heutigen, ob des technischen Fortschritts viel realistischeren Täuschungen, oft nicht die gleiche Wirkung auf uns entfalten. Sehr schön deutlich wird das meiner Meinung nach beim Betrachten dieser 5-minütigen Zusammenstellung von YouTube-Nutzer bengraphics, der diese für den Unterricht vorbereitet hat: «Visual Effects: 100 Years of Inspiration» zeigt auszugsweise, wie im Lauf der Kinogeschichte in Filmen mit visuellen Tricks gearbeitet wurde:


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Kino, Video

David Polonsky, der Zeichner von ‚Waltz with Bashir‘

David Polonsky-Taschenbuch Der Zeichner eines der besten Filme des vergangenen Jahres, Waltz with BashirWer den Film noch nicht gesehen hat, unbedingt anschauen und zumindest zum besseren Verständnis des Interviews in den hier verlinkten Trailer schauen, im FR-Interview: Der 1973 in Kiew geborene israelische Comic-Zeichner David Polonsky spricht dort darüber, wie er den Libanon-Konflikt für den Film von Ari Folman in einer Bildergeschichte verarbeitete und beantwortet die Frage, ob es den berühmten jüdischen Humor wirklich gebe:

Oh ja! Und ich hoffe inständig, dass er in meinen Zeichnungen steckt. Ich will die Einsicht rüberbringen, dass wir alle kleine, ärmliche Wesen sind, die nicht alles können oder wissen. Das ist das typisch jüdische Humorverständnis. Und Humor ist für meine Arbeit das Allerwichtigste! Aber ich mag keinen Holzhammer-Humor, ich bin eher subtil.

Weiter in der Frankfurter Rundschau: Comic-Zeichner David Polonsky – „Wir hatten so viele Kriege“.

Thomas Wörtche ist im Titel-Magazin nicht besonders angetan von dem Comic-Buch. Er sieht darin «Schulfunk in Bildern» und urteilt weiter:

Waltz with Bashir hat einen massiven moralischen Akzent, eine massive didaktische Last, die für eine künstlerische Auseinandersetzung mit einem brisanten Thema zu erdrückend sind.

Weiter im Titel-Magazin: Waltz with Bashir – der Comic.

[via Cadoe auf Twitter]

Kino, Literatur

Quentin Tarantinos TOP 20-Filme seit 1992

Quentin Tarantino (46) hat seit 1992 sieben Filme als Regisseur auf die Leinwand gebracht: 1992: Reservoir Dogs, 1994: Pulp Fiction, 1997: Jackie Brown, 2003: Kill Bill – Vol. 1, 2004: Kill Bill – Vol. 2, 2007: Death Proof und in diesem Jahr Inglourious Basterds. In diesem Video verrät er seine persönlichen TOP 20-Filme (die eigenen selbstredend ausgenommen), die seit er selbst Filme macht, veröffentlicht wurden:


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Sein absoluter Liebling ist der japanische Film Battle Royal (Trailer) von Kinji Fukasaku. Auf den folgenden Plätzen nennt er – ohne weitere Abstufung – in alphabetischer Reihenfolge:

Anything Else
Audition
Blade
Boogie Nights
Dazed & Confused
Dogville
Fight Club
Fridays
The Host
The Insider
Joint Security Area
Lost In Translation
The Matrix
Memories of Murder
Police Story 3
Shaun of the Dead
Speed
Team America
Unbreakable

Die Hälfte davon hab ich gesehen, bei einigen war ich verwundert, dass sie in Tarantinos Reihe auftauchen (etwa Dogville, den ich selbst auch großartig finde, oder Lost in Translation und Speed haben mich hier überrascht). Von Tarantinos Filmen bin ich ja – wie so viele – begeistert. Gleich seinen ersten fand ich großartig, und schließe diesen Artikel deshalb mit dem Trailer zu Reservoir Dogs von 1992 ab:


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[via ALT1040]

Kino, Video

«Der zweite Atem» von Jean-Pierre Melville auf arte

Heute Abend ist auf arte wieder Mal großes Kino angesagt. Erstmals ungekürzt zeigt der deutsch-französische Kultursender zum Ende seiner Lino-Ventura-Reihe einen Klassiker des französischen Gangsterfilmes: «Der zweite Atem» (Le deuxième souffle) von Jean-Pierre Melville aus dem Jahr 1966.


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Der berüchtigte Gangster Gu entkommt aus dem Gefängnis. Als er einen Doppelmord begeht, nimmt der erfahrene Kommissar Blot seine Spur auf.

Mehr Infos bei arte (wo es auch einen weiteren Filmausschnitt zu sehen und eine Menge Fakten rund um diesen wichtigen Film zu lesen gibt) und in dem guten Übersichtstext von Jens-Christian Pohl «Der französische Kriminalfilm der Sechziger Jahre». Dort schreibt er:

Melvilles Gangsterdramen gehören zu den absoluten Meisterwerken, sowohl in der Geschichte des französischen Gangsterfilms als auch des internationalen Gangsterfilms.

Wie gesagt, erstmals in der Film komplett zu sehen. Bisher fehlten 25 Minuten, die wurden nun nachsynchronisiert. Unbedingt anschauen (oder wie ich – da parallel St. Pauli in Aachen spielt – aufzeichnen): arte, 17.8.09, 21:00-23:25 Uhr.

Kino, TV

Tony Manero – Travolta in Zeiten der Diktatur

Filmplaket Tony Manero Tony Manero ist ein ganz wunderbarer Film über ein Travolta-Double in Chile zur Zeit der Militärdiktatur. Heute stellt die New York Times den Film von Pablo Larraín zum Start in den Kinos von Manhattan vor:

Talk about self-delusion! The grotesque spectacle of a 52-year-old thug with a graying pompadour, stripped to his briefs in front of a mirror gracelessly imitating John Travolta’s dance moves from “Saturday Night Fever,” haunts Pablo Larraín’s film “Tony Manero” like a nightmare apparition.

Weiter in «Somebody in Chile Worships the Disco-Era Travolta».


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Ich habe den Film letztes Jahr auf dem Internationalen Filmfestival von San Sebastián in der Reihe «Horizontes Latinos» gesehen und war begeistert. Er lief auch im European Film Market auf der Berlinale. Leider ist noch kein deutscher Filmstart bekannt. Wenn Ihr den Film hier mal irgendwo zu sehen bekommt (vielleicht auf einem Latino-Filmfestival), unbedingt reingehen!

Kino, Politik, Spanisch
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