Kino

David Polonsky, der Zeichner von ‚Waltz with Bashir‘

David Polonsky-Taschenbuch Der Zeichner eines der besten Filme des vergangenen Jahres, Waltz with BashirWer den Film noch nicht gesehen hat, unbedingt anschauen und zumindest zum besseren Verständnis des Interviews in den hier verlinkten Trailer schauen, im FR-Interview: Der 1973 in Kiew geborene israelische Comic-Zeichner David Polonsky spricht dort darüber, wie er den Libanon-Konflikt für den Film von Ari Folman in einer Bildergeschichte verarbeitete und beantwortet die Frage, ob es den berühmten jüdischen Humor wirklich gebe:

Oh ja! Und ich hoffe inständig, dass er in meinen Zeichnungen steckt. Ich will die Einsicht rüberbringen, dass wir alle kleine, ärmliche Wesen sind, die nicht alles können oder wissen. Das ist das typisch jüdische Humorverständnis. Und Humor ist für meine Arbeit das Allerwichtigste! Aber ich mag keinen Holzhammer-Humor, ich bin eher subtil.

Weiter in der Frankfurter Rundschau: Comic-Zeichner David Polonsky – „Wir hatten so viele Kriege“.

Thomas Wörtche ist im Titel-Magazin nicht besonders angetan von dem Comic-Buch. Er sieht darin «Schulfunk in Bildern» und urteilt weiter:

Waltz with Bashir hat einen massiven moralischen Akzent, eine massive didaktische Last, die für eine künstlerische Auseinandersetzung mit einem brisanten Thema zu erdrückend sind.

Weiter im Titel-Magazin: Waltz with Bashir – der Comic.

[via Cadoe auf Twitter]

Kino, Literatur

Quentin Tarantinos TOP 20-Filme seit 1992

Quentin Tarantino (46) hat seit 1992 sieben Filme als Regisseur auf die Leinwand gebracht: 1992: Reservoir Dogs, 1994: Pulp Fiction, 1997: Jackie Brown, 2003: Kill Bill – Vol. 1, 2004: Kill Bill – Vol. 2, 2007: Death Proof und in diesem Jahr Inglourious Basterds. In diesem Video verrät er seine persönlichen TOP 20-Filme (die eigenen selbstredend ausgenommen), die seit er selbst Filme macht, veröffentlicht wurden:


Direktlink YouTube

Sein absoluter Liebling ist der japanische Film Battle Royal (Trailer) von Kinji Fukasaku. Auf den folgenden Plätzen nennt er – ohne weitere Abstufung – in alphabetischer Reihenfolge:

Anything Else
Audition
Blade
Boogie Nights
Dazed & Confused
Dogville
Fight Club
Fridays
The Host
The Insider
Joint Security Area
Lost In Translation
The Matrix
Memories of Murder
Police Story 3
Shaun of the Dead
Speed
Team America
Unbreakable

Die Hälfte davon hab ich gesehen, bei einigen war ich verwundert, dass sie in Tarantinos Reihe auftauchen (etwa Dogville, den ich selbst auch großartig finde, oder Lost in Translation und Speed haben mich hier überrascht). Von Tarantinos Filmen bin ich ja – wie so viele – begeistert. Gleich seinen ersten fand ich großartig, und schließe diesen Artikel deshalb mit dem Trailer zu Reservoir Dogs von 1992 ab:


Direktlink YouTube

[via ALT1040]

Kino, Video

«Der zweite Atem» von Jean-Pierre Melville auf arte

Heute Abend ist auf arte wieder Mal großes Kino angesagt. Erstmals ungekürzt zeigt der deutsch-französische Kultursender zum Ende seiner Lino-Ventura-Reihe einen Klassiker des französischen Gangsterfilmes: «Der zweite Atem» (Le deuxième souffle) von Jean-Pierre Melville aus dem Jahr 1966.


Direktlink YouTube

Der berüchtigte Gangster Gu entkommt aus dem Gefängnis. Als er einen Doppelmord begeht, nimmt der erfahrene Kommissar Blot seine Spur auf.

Mehr Infos bei arte (wo es auch einen weiteren Filmausschnitt zu sehen und eine Menge Fakten rund um diesen wichtigen Film zu lesen gibt) und in dem guten Übersichtstext von Jens-Christian Pohl «Der französische Kriminalfilm der Sechziger Jahre». Dort schreibt er:

Melvilles Gangsterdramen gehören zu den absoluten Meisterwerken, sowohl in der Geschichte des französischen Gangsterfilms als auch des internationalen Gangsterfilms.

Wie gesagt, erstmals in der Film komplett zu sehen. Bisher fehlten 25 Minuten, die wurden nun nachsynchronisiert. Unbedingt anschauen (oder wie ich – da parallel St. Pauli in Aachen spielt – aufzeichnen): arte, 17.8.09, 21:00-23:25 Uhr.

Kino, TV

Tony Manero – Travolta in Zeiten der Diktatur

Filmplaket Tony Manero Tony Manero ist ein ganz wunderbarer Film über ein Travolta-Double in Chile zur Zeit der Militärdiktatur. Heute stellt die New York Times den Film von Pablo Larraín zum Start in den Kinos von Manhattan vor:

Talk about self-delusion! The grotesque spectacle of a 52-year-old thug with a graying pompadour, stripped to his briefs in front of a mirror gracelessly imitating John Travolta’s dance moves from “Saturday Night Fever,” haunts Pablo Larraín’s film “Tony Manero” like a nightmare apparition.

Weiter in «Somebody in Chile Worships the Disco-Era Travolta».


Direktlink YouTube

Ich habe den Film letztes Jahr auf dem Internationalen Filmfestival von San Sebastián in der Reihe «Horizontes Latinos» gesehen und war begeistert. Er lief auch im European Film Market auf der Berlinale. Leider ist noch kein deutscher Filmstart bekannt. Wenn Ihr den Film hier mal irgendwo zu sehen bekommt (vielleicht auf einem Latino-Filmfestival), unbedingt reingehen!

Kino, Politik, Spanisch

Maren Ade: «Alle Anderen» mit genialer Birgit Minichmayr


Direktlink YouTube

Einer der besten Filme, den ich dieses Jahr auf der Berlinale gesehen habe, ist am Donnerstag in Deutschland in die Kinos gekommen: «Alle Anderen» von Maren Ade (32), die auch das Drehbuch geschrieben hat. Unbedingt reingehen, dieser Film ist großartig.

Birgit Minichmayr hat für ihre geniale Leistung vollkommen zurecht den Goldenen Silbernen Bären als beste Schauspielerin bekommen: ihr gelingt das, was das höchste Lob für eine Schauspielerin ist: man vergisst beim ihr Zuschauen, dass sie spielt. Man glaubt, sie IST die Figur, die sie SPIELT. Unglaubliche Präsenz, sehr gute Dialoge.

Lars EidingerLars Eidinger hat leider noch keinen Wikipedia-Artikel, dafür nur eine grottige Myspace-Site. 😉, der seit 10 Jahren fest zum Ensemble der Schaubühne gehört, hat es zwar schwer an ihrer Seite noch zu brillieren, doch auch er spielt die Rolle des zweifelnden, introvertierten Chris an der Seite der impulsiven Gitti sehr glaubwürdig und nachvollziehbar.

Filmplakat: Alle Anderen

Die große Leistung des Filmes: trotz ernstem Thema (Beziehungs- und Lebenskrise eines Mitte-Dreißiger-Pärchens) ist der Film zu keinem Moment langweilig. «Alle Anderen» ist kein Betroffenheitskino einer bräsigen Autorenkino-Schule, sondern unterhaltsames, kluges und nachdenklich stimmendes Porträt einer (un)möglichen Beziehung. Wie gesagt: reingehen!

Weitere Infos:

Kino

62. Filmfestival in Cannes

Wie eine Fliege einen verändert - ich in Cannes ;-) Wieder mal ein Jahr in dem ich leider schreiben muss: «Kann nicht nach Cannes». Wenn ich sehe, wie die Leute von Radio France sich in Cannes installieren und wenn ich zu Beginn des Spots die Melodie des großartigen Festivaltrailers höre, der vor jedem Film im Palais du Festival gespielt wird, bekomme ich ganz großes Heimweh nach dem wunderbaren Filmfestival an der Croisette, auf dem ich regelmäßig von 1995-2003 war:


Direktlink Dailymotion

Wie bereits getwittert, wäre ich jetzt auch gerne in Cannes, weil dort mit Almodóvar, Coixet & Amenábar 3 Spanier an den Start gehen: La Costa Azul es española.

Auf dem Zwitscherkanal zur schnellen Verbreitung wichtiger Informationen habe ich ebenfalls kommuniziert, dass es einen Trost für uns Daheimgebliebene gibt: die hervorragende Berichterstattung des deutsch-französischen Kulturkanals arte: via Twitter, Web und TV (jeden Abend von 20-20:15 Uhr im arte Spezial Cannes) können wir das heute beginnende Festival bis nächsten Sonntag, den 24. Mai 2009, verfolgen.

Kino, TV, Video

Empire St. Pauli – von Perlenketten und Platzverweisen


Direktlink YouTube

Der Dokumentarfilm „Empire St. Pauli – von Perlenketten und Platzverweisen“ von Irene Bude und Olaf Sobczak hat den Hamburger Dokumentarfilmpreis gewonnen.

Aus der Beschreibung:

Mit zahlreichen Großprojekten wird Hamburgs berühmtester Stadtteil umgebaut – eine der letzten Lücken in der „Perlenkette an der Elbe geschlossen. Die touristische Vermarktung läuft auf Hochtouren. Immer mehr Gut- und Bestverdienende leben und arbeiten nun im ehemals armen St. Pauli. „Die Leute raus Mieten hoch bumm – ganz normal Kapitalismus oder wie sagt man -so beschreibt ein Interwiewter im Film diese Entwicklung.

Wo bleiben die Menschen, die in den günstigen Wohnungen lebten und die in den Kneipen für 1,50 Euro ein Bier trinken konnten? Was passiert mit denen, die nicht mehr in das neue Bild passen oder sich wehren?

Im Film kommen viele St. PaulianerInnen zu Wort und bilden jenseits von Rotlicht, Kleinkriminellen und Arme-Leute-Klischee ein vielfältiges Meinungsspektrum ab.

Alle Infos unter www.empire-stpauli.de

FC St. Pauli, Hamburg, Kino
Buchseite 26 von 57
1 24 25 26 27 28 57