Kino

Secuestrados – Panik der Entführung in 12 Einstellungen


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Sieht man sich den Trailer dieses Filmes an – den könnt ihr auch gucken, wenn ich kein Spanisch könnt -, wird einem schon klar, warum Secuestrados (Entführt) auf dem Festival von Sitges momentan für viel Furore sorgt. Rochus Wolff, der den Film des jungen spanischen Regisseurs Miguel Ángel Vivas gestern in Sitges sah, und dem während des Festivals auch sonst nichts erspart bleibt, ist auch recht angetan und fasst den Inhalt und den formalen Eindruck von Secuestrados wie folgt zusammen:

Eine Kleinfamilie (Mama, Papa, Teenagertochter) wird von drei Männern in ihrem frisch bezogenen Haus überfallen. Der Film ist unglaublich dicht und mit vergleichsweise wenigen Schnitten gemacht – die meisten Sequenzen sind offenbar mit einer Steadycam und minutenlang ohne Cut entstanden. Das saugt in die Story hinein, und das macht alles nur noch schlimmer.

Rochus wird den Film noch ausführlich rezensieren. Bin schon gespannt darauf. Und natürlich darauf, den Film irgendwann zu sehen. Dass Rochus es auf seinem wunderbaren Filmblog Butt-kicking Babes schafft, trotz der vielen Filme, die er in Sitges sieht, auch noch kurz drüber zu bloggen, dafür zolle ich ihm ausdrücklich Respekt. Ich schaff das ja, wie ihr wisst, immer erst im Nachhinein. 😉

Spanische Artikel zum Film:

Kino, Spanisch

San Sebastián 2010 – mein Festivalbericht

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Die Frau auf dem Festivalplakat, deren Foto in Donostia omnipräsent war, ist die Berliner Designstudentin Charlotte. Ein Geheimnis, welches das Festival erst am letzten Tag lüftete.

Wie schön es in San Sebastián ist, macht dieses Video deutlich, das ihr euch getrost auch anschauen könnt, wenn ihr kein Spanisch könnt. Der Film mit dem Titel «San Sebastián, La Ciudad del Mar» (Die Stadt am Meer) zeigt in wunderschönen Bildern den Reiz dieser außergewöhnlichen Stadt im Norden Spaniens:


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Ich war, wie berichtet, zum 16. Mal in Folge dort, wegen des Filmfestivals. Hier nun endlich, eine Woche nach Rückkehr, mein Bericht. Ehe ich zum Festival selbst komme, hier meine Bilder:

San Sebastián gehört neben Cannes, Venedig und Berlin zu den wichtigsten europäischen Festivals. Für mich ist und bleibt es das schönste, auch wenn dieses Jahr der Wettbewerb eher schwach besetzt war (wie überall zu lesen war, zum Beispiel in der Süddeutschen). Doch ein Festival besteht nicht nur aus dem Wettbewerb; Donostia (so nennen die Basken ihre Stadt) überzeugt gerade in den Nebenreihen. Einen Überblick über das aktuellste spanische Kino liefert «Made in Spain», den Blick nach Lateinamerika richtet «Horizontes Latinos». Zabaltegi (Perlen) zeigt aktuelle Filme, die bereits auf anderen Festivals liefen. Und nicht zuletzt überzeugt San Sebastián auch durch die beiden perfekt komponierten Retros (dieses Jahr Don Siegel und unter dem Titel «.doc – New paths of non-fiction» den Dokumentarfilmen gewidmet). Dem Sparzwang geschuldet soll es in Zukunft wohl nur noch eine Retro geben. Das ist zwar schade, doch wenn schon auf eine der Reihen verzichtet werden muss, dann ist mir die Reduktion auf eine Retro immer noch lieber als der Ausfall einer der anderen aktuellen Sektionen.

Ich habe in 9 Tagen 49 Filme gesehen. 5-6 Filme pro Tag. Das hört sich nach viel an, ist aber – Disziplin, Durchhaltewillen und Organisation vorausgesetzt – durchaus machbar. 2 am Vormittag zwischen 9 und 13 Uhr, dann wieder 3-4 Filme zwischen 16 Uhr und 1 Uhr nachts. Keine Angst, ich werde jetzt hier nicht von allen Filmen berichten, ich wähle nur ein paar wenige aus. Im Laufe des Jahres gehe ich ja immer mal wieder auf weitere Filme ein, vor allem wenn es die Chance gibt, einen davon in Deutschland zu sehen. Die Stammleser hier kennen das ja. …

Kino, Spanisch

In San Sebastián angekommen

Der Atlantik bei bedecktem Himmel Das Wetter ist exakt zu unserer Ankunft in San Sebastián schlechter geworden. Doch das ändert sich erfahrungsgemäss schnell in Donostia. Und wir sind ja wegen des Kinos hier, nicht wegen des Wetters. Die Sonne darf aber trotzdem bald wieder raus kommen.

Nachdem mir gestern morgen das Missgeschick passierte (siehe mein Morgen-Tweet vom Airport), mit der falschen Tasche aus dem Haus Richtung Flughafen aufzubrechen, dachte ich: diesen Flug kriegst Du nie mehr. Wie blöd kann man sein: Ich schnappte mir morgens (nach nur 3 Stunden Schlaf!) meinen Koffer und meine Reisetasche, sowie (so dachte ich noch beim Verlassen des Hauses) die als Handgepäck vorgesehene Berlinale-Festivaltasche, mit den wichtigsten Dokumenten für die Reise (Flugticket, Festivalunterlagen, Akkus für iPad & iPhone, Reiselektüre etc.). Um 5:50 Uhr wäre meine S-Bahn am Flughafen angekomen, um 6:50 war Abflug. Um 5:45, kurz vor Ankunft am Flughafen, merke ich, dass ich die falsche Berlinale-Festivaltasche mitnahm (ich habe eine vielfältige Sammlung an Festivaltaschen). Statt meiner Reisedokumente hatte ich die Tasche mit den Unterlagen der Stabi dabei, die ich jeden Tag mit auf die Arbeit in der Bibliothek nehme. Marketing-Konzepte für Social Media, Unterlagen zu Raum- und Funktionsplanung in Bibliotheken sind aber wenig hilfreich, wenn Du deine Akkus und Reisedokumente brauchst. Als ich mit grossem Schrecken den Irrtum in der S-Bahn bemerkte, stieg ich sofort aus, nahm die Bahn zurück, hetzte im Dauerlauf zum Haus, tauschte die Tasche aus, lief weiter wie ein Wahnsinniger zum Taxistand an Wandsbek Markt und habe in der Tat das Wunder vollbracht noch das Gepäck aufzugeben, durch den Sicherheistcheck zu kommen und 5 Minuten (!) vor Abflug noch den Flieger zu erreichen.

Festivalgebäude Kursaal Jetzt startet gleich das Festival in diesem wunderschönen Festivalgebäude Kursaal. Los geht es mit dem mexikanischen Eröffnungsfilm Chicogrande. Möge mein 16. Filmfestiaval in San Sebastián ein gutes werden. Ich freu mich drauf.

Kino, Spanisch

Doku zu Kubricks 2001: Beyond the Infinite – The Making of A Masterpiece


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A documentary that really tells the story of the making of 2001, not just the technical story but the human story, the personal story, the experiences of people who interacted with Kubrick that is really true to the style and look of 2001: A Space Odyssey.

Niemand Geringeres als Douglas Trumbull, der US-amerikanische Regisseur und „special effects supervisor“ von Kubricks «2001: A Space Odyssey», führt bei diesem Dokumentarfilm Regie. «Beyond the Infinite – The Making of A Masterpiece» ist der Titel des Films, an dem Trumbull zusammen mit David Larson arbeitet. Letzterer hat jahrelang im Kubrick Archive in London für den Streifen recherchiert. Auf das Ergebnis dieser umfangreichen Arbeit darf man gespannt sein und ich vermute mal, das wird ein sehenswerter Dokumentarfilm. Der Trailer ist jedenfalls schon mal viel versprechend.

Weitere Infos: First trailer for Douglas Trumbull’s insanely detailed 2001: A Space Odyssey documentary.

[via ALT1040]

Kino, Video

La Soledad im 3001 Kino in Hamburg


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La soledad - Filmposter Ich habe hier im Blog schon mehrfach den spanischen Film La Soledad (Die Einsamkeit) von Jaime Rosales empfohlen. Für mich einer der besten spanischen Filme der vergangenen 10 Jahre. Um mich nicht selbst zu zitieren, lasse ich einen Text & BlogKommentator zu Wort kommen, den in Barcelona lebenden Übersetzer Peter Schwaar:

…was für ein grossartiger Streifen, aus all den auf dieser Site aufgeführten Gründen. Was für grossartige SchauspielerInnen, was für innige Momente, was für ein geringer Aufwand an explizit dargestellten Emotionen.

Solche Filme auch einmal in Deutschland im Kino sehen zu können, außerhalb von Filmfestivals, ist nicht einfach. Wer in Hamburg und Umgebung lebt, hat Glück und kann ihn diese Woche sehen. Das 3001-Kino zeigt ihn in Kooperation mit dem Cervantes-Institut Hamburg am kommenden Mittwoch, den 8.9.10, um 21 Uhr in der spanischen Originalfassung.

Hamburg, Kino, Spanisch

Drehbeginn des neuen Almodóvars: Thriller ‚La piel que habito‘

Pedro Almodóvar und Antonio Banderas, Foto: El Deseo
Foto: El Deseo

Heute haben in Santiago de Compostela die Dreharbeiten zu Almodóvars 18. Film begonnen. Der Regisseur, über den ich zum Abschluss des Spanischstudiums meine Magisterarbeit geschrieben hatte, wird die nächsten 11 Wochen «La piel que habito» (Die Haut, in der ich wohne) drehen. Der Film basiert auf dem Thriller «Tarántula» des im vergangenen Jahr gestorbenen französischen Krimiautoren Thierry Jonquet (siehe auch die englische Übersetzung Mygale auf Google Books). Eine abgefahrene Geschichte, wie sie auch Almodóvar hätte erfinden können; kein Wunder, dass er sie unbedingt verfilmen wollte. Almodóvar betont, dass es sich bei seinem Drehbuch um eine freie Adaption handele. Wir dürfen also gespannt sein, was er daraus macht. Die Story ist etwa jene, ich zitiere aus der Amazon-Beschreibung:

Da ist der Schönheitschirurg Richard Lafargue, der seine Partnerin Éve in einer Villa gefangen hält und sie zur Prostitution zwingt, um sie beim Sex mit den Freiern beobachten zu können. Da ist Alex, der bei einem Banküberfall zum Polizistenmörder wird. Zwar gelingt ihm die Flucht mitsamt der Beute, doch am nächsten Tag prangt sein Gesicht auf der Titelseite jeder Zeitung. Und Abiturient Vincent wird von einem mysteriösen Mann verschleppt und mehrere Jahre lang mit grausamen Psychospielen gefoltert. Erst nach und nach führt der französische Krimiautor Thierry Jonquet seine zwar stark konstruierten, aber keinesfalls unglaubwürdigen Geschichten zusammen. Mit ständigem Perspektivwechsel und schmuckloser Sprache zeichnet er in „Die Haut, in der ich wohne“ zerstörende Psychogramme.

Nach fast zwanzig Jahren (seit Átame/Fessle mich) arbeitet Almodóvar zum ersten Mal wieder mit Antonio Banderas zusammen. Der spielt natürlich den Schönheitschirurgen. Auch wieder im Team des Regisseurs: Marisa Paredes (wunderbar in Todo sobre mi madre/Alles über meine Mutter). Man darf gespannt sein. Zum weiteren Cast gehören Elena Anaya und Eduard Fernández. In Spanien soll der Film nächsten März ins Kino Kommen, bei uns ist er dann wohl ab Sommer 2011 zu sehen. Weitere Drehorte nach dem heutigen Start in Santiago werden Madrid und Toledo sein. Bloggen, wie bei seinen Filmen zuvor (siehe Drehtagebuch zu ‘Volver’ von Pedro Almodóvar), wird Almodóvar offenbar dieses Mal nicht. Das Blog ist seit 2009 verwaist. Nun denn. An laufenden Nachrichten zu den Dreharbeiten von «La piel que habito» wird es trotzdem keinen Mangel geben.

[via Extracine]

Kino, Spanisch
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