Nachlese zum Max-Ophüls-Preis 2008

29. Max Ophüls Pries 2008

Wer wie ich gestern auf 3sat den Film «Zwischen Bohème und Karriere» verpasst hat, mit dem Sven Rech1 das Max Ophüls Filmfestival 2008 in Saarbrücken zusammenfasst, bekommt heute und in den nächsten Tagen zu folgenden Terminen die Möglichkeit der Nachsicht:

  • 23.01.08, 18.50-19.20: SR Fernsehen (Im Rahmen der Sendung Kulturspiegel Extra wird der komplette Film von Sven Rech wiederholt)
  • 24.01.08, 05.30-06.00: SR Fernsehen
  • 25.01.08, 18.30-19.00: EinsFestival
  • 26.01.08, 13.00-13.30: EinsFestival

Noch ein paar Worte zu den diesjährigen Preisträgern: Weiter lesen

  1. Der 2005 mal ein seltsames Bild von mir in seinem Ophüls-Tagesbuch veröffentlicht hatte (dort unten links auf der Seite bin ich mit aufgerissenen Augen zu sehen), wie ich hier schon einmal berichtete []

Hurensohn von Michael Sturminger

Szenenfoto aus dem Film 'Hurensohn'

Aktueller TV-Tipp mit kurzer Vorgeschichte: Eine meiner letzten Arbeiten als freiberuflicher Webdesigner im Saarland hing 2005 mit dem Film «Hurensohn» von Michael Sturminger zusammen. Der Film wird vom Max-Ophüls-Filmverleih (MOP) vertrieben, für den ich damals eine Webseite erstellt und das Pressematerial für den Film (s. Website) zusammengestellt habe, worauf ich hier im Blog natürlich auch in einem meiner frühen Artikel hingewiesen hatte.

Der Film basiert auf der gleichnamigen literarischen Vorlage (Info und Leseprobe) von Gabriel Loidolt; der Grazer Filmemacher Michael Glawogger (Ophüls-Fans durch «Die Ameisenstraße» bekannt) hat am Drehbuch mitgearbeitet. 2004 wurde der Streifen auf dem Ophüls-Festival mit dem Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet (und nicht mit dem «Max Ophüls Preis», wie die TV Spielfilm irrtümlich schreibt).

Heute Abend zeigt der MDR (Programm-Info) den äußerst sehenswerten Film von 22:55-00:20 Uhr. Hier der Trailer:


Direktlink YouTube

Wer kommt zur Blauen Stunde am Freitag?

Gleich nach dem Ophüls-Artikel von eben noch einer, der sich ganz besonders an die saarländischen Leserinnen und Leser von Text & Blog und an alle meine Freunde und Bekannte im Saarland richtet: Ich bin noch bis zu diesem Wochenende in Saarbrücken, doch die Zeit vergeht ja schneller, als man alle Leute treffen kann, die man gerne treffen möchte. Daher habe ich noch folgendes Angebot an alle, die ich bisher noch nicht sehen konnte: Wie wäre es mit einem gemeinsamen Besuch der traditionellen «Blauen Stunde», dem Vorstellungstermin erster Ophüls-Kurzfilme und dem Beginn des Vorverkaufs? Am Freitag-Abend, 4. Januar um 19 Uhr in der Stadtgalerie am Sankt Johanner Markt 24.

Das Festival kündigt die Blaue Stunde in seiner Pressemitteilung so an:

Bei freiem Ausschank von heißen Getränken können die Gäste sich bei ihrer Filmauswahl beraten lassen, die Kataloge wälzen oder sich mit anderen Festivalfans austauschen.

Würde mich freuen, euch dort zu treffen (oder gar zum ersten Mal zu sehen) und über das Festival und/oder alles andere zu reden. Im Gegensatz zu mir, habt ihr dann auch die Chance später (14.-20.01.08) auf das Festival zu gehen. Das bleibt mir verwehrt, weil ich dann wieder in Hamburg sein werde. Aber ein klein bisschen Ophüls-Luft schnuppern, will ich dann schon. Wenn ich schon mal hier bin, soll es wenigstens die Blaue Stunde sein.

Während deutsches Kino in Spanien (Festival de Cine Alemán in Madrid) per Trailer so angekündigt wird…


Direktlink Dailymotion

…ist dies der aktuelle Ophülstrailer: «Der Nachwuchs kommt» (3 MB als mov-Datei, 45 sek). Regie: Mark Baumann aus Saarlouis, siehe auch SR-Bericht. Hoffe, wir sehen uns am Freitag, bei der Blauen Stunde.

29. Festival Max Ophüls Preis in Saarbrücken

29. Max Ophüls Pries 2008

Ich bedaure es sehr, dieses Jahr schon wieder nicht beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken sein zu können (das war halt von Saarbrücken aus naturgemäß ein bisschen einfacher, damals hatte die Saarbrücker Zeitung mich noch einen «Filmfan, der bei Ophüls zum Marathon-Mann wird», genannt). Zum 29. Mal schon zeigt der deutschsprachige Filmnachwuchs vom 14. bis 20. Januar 2008 seine Arbeiten und verwandelt meine Heimatstadt in die Stadt der blauen Herzen.

Ein Film, den ich mir vor allem ansehen würde, ist «Allein in vier Wänden» von Alexandra Westmeier:
Filmszene aus 'Allein in vier Wänden'
Der Dokumentarfilm über ein Straflager für Jugendliche im Ural wurde mit dem Prädikat «besonders wertvoll» versehen. Inhalt (Quelle: Filmland Hessen):

Im Kindergefängnis von Tscheljabinsk (Ural) sitzen rund 120 Kinder im Alter von 11 bis 16 Jahren ein. Jeder Zehnte von ihnen wurde wegen Mordes oder Totschlag verurteilt. Fast alle Kinder stammen aus Alkoholiker-, Arbeitslosen- oder Obdachlosenfamilien. Gewalt und Verwahrlosung trieben sie aus ihren Familien auf die Straße. Tolja, dessen Schicksal im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht, ist ein 14jähriger Mörder. Alexandra Westmeier hat ihn von der Tat bis kurz vor seine Entlassung begleitet.

Vielleicht auch in Programm-Tipp für die ewig gestrigen Unionspolitiker (allen voran der unsägliche Roland Koch in Hessen), die ob der aktuellen Überfälle von Jugendlichen in den U-Bahnen von Berlin und München Strafcamps für Jugendliche fordern.

Katze im Sack

Katze im Sack «Katze im Sack» von Jungfilmer Florian Schwarz ist für mich einer der ungewöhnlichsten und besten deutschen Filme der letzten Jahre. Heute Abend im TV zu sehen (Debüt im Ersten, ARD, 22:45-00:15 Uhr). Wer ihn verpasst, ist selbst dran Schuld. Ein Liebesfilm für Leute die keine Liebesfilme mögen. Musik u.a. von Zweiraumwohung und grandios gespielt von Jule Böwe und Christoph Bach. Aus dem Inhalt:

Als die Kellnerin Doris zurück in ihr Zugabteil kommt, sitzt dort auf einmal Karl – und stört. Der smarte Draufgänger platzt nicht nur in ihr Abteil und später in ihre Karaokebar, sondern auch in ihre seltsame, voyeuristische Affäre mit dem alternden Sicherheitsfachmann Brockmann. Denn als Doris in Leipzig aussteigt, entscheidet sich Karl spontan ihr zu folgen. Obwohl aneinander interessiert, bleiben Karl und Doris gefangen in ihren unnahbaren Rollen und keiner lässt die Katze aus dem Sack.

Christoph Bach in 'Katze im Sack' Hab den Film 2005 auf dem Ophüls-Festival im Kino gesehen («Gute Entscheidungen beim Ophüls-Festival»), wo er nicht nur das Publikum begeisterte, sondern auch den Drehbuchpreis gewann, und ich freue mich heute Abend auf ein Wiedersehen auf dem Bildschirm.

Muxmäuschenstill


Direktlink YouTube
Sollte es wirklich noch jemanden geben, der diesen fantastischen Film von Markus Mittermeier (Regie) und Jan Henrik Stahlberg (Buch und Hauptrolle) noch nicht gesehen hat, dann empfehle ich ihm oder ihr heute Abend um 23.30 Uhr den Fernsehsender des Bayrischen Rundfunks einzuschalten und Muxmäuschenstill zuzuschauen.

Dieser Film hatte vollkommen zurecht reihenweise Preise beim Max Ophüls-Festival 2004 in Saarbrücken abgeräumt (darunter den Hauptpreis, den Preis für das beste Drehbuch und den Publikumspreis). Die Jury begründete die Vergabe des Hauptpreises des wichtigsten deutschsprachigen Nachwuchsfilmfestivals damals mit den Worten:

“Muxmäuschenstill” wirft sich mit bewundernswertem Mut dem Publikum entgegen. Er wagt eine Gratwanderung und hält uns in Atem. Eine zeitgemäße Geschichte, die sich dem Konsens vorgefertigter Meinungen konsequent entzieht. Auf originelle, witzige und pointierte Weise jongliert der Film mit unseren kulturellen Ikonen. Wir sind davon überzeugt, dass “Muxmäuschenstill” in seiner Komplexität, seinem satirischen Humor und seinem gesellschaftlichen Anspruch Maßstäbe setzen wird.

Nach erneutem Betrachten des Trailers dachte ich eben, der Mux (die Hauptfigur des Filmes) hat so was Schäublesches, aber vielleicht täusche ich mich auch.

Update: 26.07.07, 2:00 Uhr: Auch in Merkel steckt ein Mux. Ich bin vielleicht ein Spielverderber in Zeiten eines Merkel-Umfrage-Hochs dieses Video noch an den TV-Tipp über den Sicherheits- und Ordnungsfanatiker Mux anzuhängen, aber es ist schockierend und beunruhigend genug, die Kanzlerin im Kontext von Videoüberwachung und Innerer Sicherheit im Wahlkampf einen solchen Satz sagen zu hören:

Das sind aber Dinge, über die darf man nicht diskutieren, die muss man einfach machen.

[Update via Rollmops im Kanzlerbunker]

Festivalspot Max Ophüls Festival

Am heutigen Freitag, 5. Januar 2007, findet in Saarbrücken die Blaue Stunde statt. Alle Max-Ophüls-Fans wissen, was das heißt. Allen anderen sei es hier nochmal erklärt:

Zehn Tage vor Beginn des 28. Filmfestivals Max Ophüls Preis startet der Kartenvorverkauf traditionell mit der “Blauen Stunde”. Am 05. Januar 2007 erhalten alle Festivalfreunde die Gelegenheit, ihren Festivalbesuch zu planen und sich die ersten Karten zu sichern. Bei der “Blauen Stunde” werden Kurzfilme aus dem kommenden Programm präsentiert.

Weitere Infos und Termine zum 28. Ophüls-Festivals gibt es auf der Homepage des Max Ophüls Festivals.


Direktlink sevenload

Zur Einstimmung hier der kurze Festivalspot, der zur Zeit im Fernsehprogramm des Südwestfunks und in einigen Kinos gezeigt wird. Regie: Barbara Stepansky (Deutschland 2006, 1:15 min).

Wer in der Geschichte des wichtigsten deutschsprachigen Filmnachwuchs-Festivals stöbern möchte, kann sich die Website zur Geschichte des Max Ophüls-Festivals ansehen, die ich noch in meiner Saarbrücker Zeit als Webgestalter im Auftrag des Kommunalen Filmbüros der Landeshauptstadt Saarbrücken recherchiert und angefertigt hatte.

Max-Ophüls-Festival auf 3sat

Max Ophüls Festival

Die Situation des deutschen Films scheint widersprüchlich. Für die Kinobesitzer war 2005 ein schlechtes Jahr. Andererseits feierten Produktionen made in Germany auf dem internationalen Markt ungeahnte Erfolge. Die beste Gelegenheit, den Zukunftstendenzen des deutschen Films nachzuspüren, ist das Saarbrücker Filmfestival Max-Ophüls-Preis, das im Januar 2006 zum 27. Mal stattgefunden hat.

3sat-Text zur Sendung: kurl.de/3satophuels.
Wer – wie ich – das Max-Ophüls-Festival nicht besuchen konnte, oder sehen möchte ob er oder sie im Festivalgeschehen im Rahmen des Beitrages zu sehen ist, der schalte sein TV heute von 18.30 Uhr bis 19 Uhr auf 3sat (oder zeichne es auf). Wer weder Videorekorder noch Satelliten-, DVBT- oder Kabelfernsehen hat, oder auch keinen Fernseher sein eigen nennt, dem sei zu diesem Zweck der neulich auf netbib vorgestellte Service Onlinetvrecorder empfohlen.

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