Sofa-Interview & WebWatching

«Kiemenatmung auf dem Sofa» ist der Titel eines Telepolis-Interviews von Carolin Wiedemann mit dem bloggenden Journalisten Peter Praschl (Blog: sofa).

Frage: Ist es denn nicht grundsätzlich eine Gefahr von Weblogs, dass sich Fiktives und Reales vermischen, dass ein Realitätsverlust entstehen kann und hierbei vor allem reale Kontakte vernachlässigt werden?
Praschl: […] In der Blogosphäre entstehen Freundschaften zwischen Menschen, die einander durch Wörter, Texte näher kommen als viele Körper, die sich aufeinander einlassen. Ich komme mit Menschen zusammen, weil sie ähnliche Weltbilder und Psychen haben wie ich, und nicht nur, weil sie einfach in derselben Straße in Bahrenfeld wohnen.

Am Ende des Interviews entdecke ich einen interessanten Hinweis auf das am 1. Februar 2006 startende Netz-Magazin «WebWatching»:

Das Interview ist eine Vorveröffentlichung aus dem neuen Netz-Magazin WebWatching (ab 01.02.2006: www.webwatching.info), das Studierende des Hamburger Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft entwickelt haben. Herausgeber: Bernhard Pörksen, Universität Hamburg.

Infos auch auf einer Veranstaltungsseite des Instituts.
In dem Zusammenhang habe ich auch ein anderes (auf politik-digital.de vorveröffentlichtes) Interview entdeckt: «Die Edit-Wars der Wikipedia – Teil 1»(& Teil 2). Ada von der Decken interviewt den Wikinews-Mitbegründer Erik Möller:

Frage: Herr Möller, in Ihrem Buch Die heimliche Medienrevolution zitieren Sie an vielen Stellen Wikipedia als Quelle. Ist das überhaupt eine zitierfähige Enzyklopädie? Wenn man da ein Stichwort aufruft, weiß man doch nie, ob der Eintrag von heute nicht morgen schon komplett verändert ist.
Möller: Die Wikipedia ist in mancherlei Hinsicht zitierfähiger als andere Enzyklopädien, die in der Regel keine Quellen benennen, wo häufig nur der Autorenname unter dem Artikel steht und nur im besten Fall eine Bibliographie enthalten ist.

Man darf gespannt sein: also, ab 01.02.2006 auf webwatching.info vorbeisurfen. (Da weder Webseite noch RSS-Feed erreichbar, steht der Termin schon in meinem Palm.)

Artikel, Hamburg, Internet

Historia de la Literatura Española

Szene aus 'Historia de una escalera' (Szene aus „Historia de una escalera„, einem meiner Lieblingstheaterstücke von Antonio Buero Vallejo)
Übelstes Webdesign, nutzerunfreundliche Seitennavigation, aber gut(versteckt)e Inhalte findet man auf: «HISTORIA DE LA LITERATURA ESPAÑOLA» von José Juan Berbel Rodríguez, einem Spanischlehrer aus Almería. Die Website zur spanischen Literaturgeschichte richtet sich sowohl an Lehrer als auch an Schüler.
Zur deutschsprachigen Lektüre über die Spanische Literaturgeschichte empfehle in natürlich die Literaturgeschichte meines Doktorvaters, Prof. Hans-Jörg Neuschäfer.
[via Newsletter Stylus]

Literatur, Spanisch

Französische Blogzeitschrift Netizen

Netizen
Unsere französischen Nachbarn (und die, die sich für selbige interessieren) haben seit gestern auch eine Zeitschrift, die die französische Blogosphäre vorstellt: «Netizen». Das als Herausgeber fungierende Blog Pointblog schreibt hierzu:

Le premier numéro de Netizen est en kiosques à partir d’aujourd’hui. Comme nous l’avions annoncé il y a un peu plus d’un mois, c’est le premier magazine mensuel consacré aux blogs, et plus généralement à la prise de parole des individus sur le Web. Il est édité par les Editions Astrolabe et produit par SARL Pointblog.

Ce premier numéro comporte notamment :
. un dossier consacré au sujet „blogs et politique“, incluant une interview de Jack Lang et une dizaine d’autres interviews d’élus et de politiciens-blogueurs ;
. une interview de Jean-Jacques Beineix (à qui nous souhaitons nos meilleurs voeux de réussite pour sa 2e BD, qui sort aujourd’hui même) ;
. une trentaine de pages destinées à laisser la parole à des individus qui s’expriment via les blogs, et à montrer des exemples de ce qui compose la blogosphère ; en particulier, les cartes blanches et autres autoportraits de ce numéro sont le fait de Romuald, Marie, Pascal Mercier, Hubert Guillaud, Cali Rezo, Versac ou Pierre Chappaz (ce dernier présentant lui-même et pour la première fois sa nouvelle entreprise, Wikio).

Auflage – laut «Le Monde» – 85.000, die ersten 84 Seiten gibt’s zu 4,99 Öro. Mensch, würd‘ ich jetzt noch in Saarbrücken wohnen, würd ich mal kurz über die Grenze fahren und das Heft besorgen. Ich befürchte in der Weltstadt Hamburg krieg ich das nicht.
Update 21.30 Uhr: Auch in Spanien wünscht man sich so ein schönes Blogmagazin und erfindet kurzerhand «La Blogocosa». ¡Buena idea!, Tecnorantes.
[via eCuaderno]

Internet

Das Netz für Journalisten

Der britische Journalist Martin Huckerby (The Times, The Observer) hat im Auftrag der Unesco einen Internetguide für Journalisten aus Entwicklungsländern verfasst:
«The Net for Journalists. A practical guide to the internet for journalists in developing countries». Das 141 Seiten starke pdf-Handbuch kann hier heruntergeladen werden.
Vielleicht wieder was für die Redakteure von Spiegel-online, die es ja mit Quellenangaben bei Netzrecherchen manchmal nicht so genau nehmen.
Und, liebe Freunde des Blogwesens, es steht auch einigermaßen Vernünftiges über Blogs drin:

Blogs are seen by some as important for empowering individuals, giving them the ability (potentially, at least) to let their voices be heard anywhere, without any control by editors.
But the networking aspect seems especially valuable – enabling conversations, arguments
and co-operation across the web; blogs also score in sharing ideas, at passing the word about
matters and materials regarded as interesting, important or useful.

[via Sriptor.org]

Internet, Literatur
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