Nach 20 Jahren wieder im TV: arte zeigt Twin Peaks


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Eine seltsam hohl klingende Musik, ein Vogel auf einem Ast, „Willkommen in Twin Peaks“, der amerikanischen Kleinstadt in den Rocky Mountains: eine zeitlose Welt, in der die Vernunft ins Wanken gerät, Komik und Horror verschmelzen, und das Böse lauert hinterm Sofa. Angesichts der gegenwärtigen Lobgesänge auf das kreative Potenzial der Serien ist es höchste Zeit, sich noch einmal in dieses ebenso reiche wie innovative Werk zu vertiefen. Twin Peaks, vor etwas mehr als 20 Jahren konzipiert, gleicht einer phantastischen Büchse der Pandora und vollbringt etwas Erstaunliches: Die Serie verdichtet alle vorhergehenden und enthält im Keim zugleich alle heute erfolgreichen.

arte zeigt ab heute Abend um 22:00 Uhr eine der wichtigsten TV-Serien aller Zeiten, Twin Peaks von einem der genialsten Regisseure der Neuzeit, David Lynch. Mit Untersuchungen, inwieweit diese Serie alles was danach kam, beeinflusst hat, könnten ganze Schrankwände gefüllt werden. Zur Einstimmung möge obige Szene dienen. Sie zeigt das großartig inszenierte erste Aufeinandertreffen von FBI Special-Agent Dale T. Cooper (Kyle MacLachlan) und meiner Lieblingsfigur, der bezaubernden Audrey Horne (Sherilyn Fenn).

Twin Peaks

Die Serienaufnahme im Festplattenrekorder ist schon programmiert. Alle Infos zur Ausstrahlung auf arte auf deren Website: arte.tv/twinpeaks, einen Überblick über alle Serien des europäischen Kulturkanals gibt es auf arte.tv/serien. Ich freue mich auf ein Wiedersehen nach 20 Jahren mit Cooper, Audrey & Co und auf ein Wiederhören des fantastischen Soundtracks von Angelo Badalamenti. [Update: In diesem Video erklärt Badalamenti, wie er das Love Theme aus Twin Peaks gemeinsam mit Lynch komponiert hatte.]

TV

Der Twitteraccount von @ZDFonline: Die Zwei twittern besser als das Original


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Die Story des Tages: Die Zwei twittern besser als das Original (es getan hätte) und wurden zum Original. Die ganze Geschichte bei Richard Gutjahr:
ZDF: Mit diesen Zwei twittert man besser.

Als der Verdacht aufkam, die Heuteshow werde zensiert (was die beiden im Video auch ansprechen), schrieb ich ja schon:

Da sieht man mal, wie wichtig ein microgebloggter Livesupport ist: @ZDFonline hat prima reagiert, versprach auf Twitter den Hintergrund des plötzlichen Ausblendens aufzuklären und lieferte nach telefonischen Recherchen auch eine Erklärung, die mehr als 100 x geretweetet wurde…

Find‘ ich cool, dass der Sender hier so clever reagiert hat, Marco Bereth (25) und Michael Umlandt (24) aus Schwäbisch Hall als professionelle Betreuer des Accounts @ZDFonline in Öffentlich-Rechtliche Dienste zu nehmen. Durch die späten Uhrzeiten und die häufigen Replies, die ich von @ZDFOnline bekam, war mir schon klar, dass das keine ZDF-Beamte sein können mit Arbeitszeiten 9to5. Aber diese geniale Aufklärung heute, und wie die beiden zu ihrem Job gekommen sind, hat selbst mich überrascht.

Was lernen wir aus der Geschichte? Social Media Support ist nur zu Bürozeiten, und nur Mo-Fr, kaum sinnvoll zu leisten. Ich weiß, wovon ich als Mitautor von @stabiHH spreche. 😉

Bluesky, TV

Bebe gewinnt den Spanischen Vorentscheid zum GSC 2011

Szene aus dem sehenswerten Video: Bebe – Me Fui
Bebe gewinnt mit großem Vorsprung den Spanischen Vorentscheid mit «Me Fui».

Ich finde die Idee, Europas Musik in Form eines Blogcontests vorzustellen, großartig. Gestern um Mitternacht endete der Spanische Vorentscheid zum GSC 2011. Es wurden nur 17 Stimmen abgegeben. Natürlich ist das mehr als enttäuschend. Man darf eben nicht zu viel erwarten, wenn man seine Leser zum Mitmachen zu etwas animieren möchte. Vielen fehlt zugegebenermaßen auch die Zeit, manche wird es auch einfach nicht interessiert haben. Das gilt es zu akzeptieren. Ich danke aber herzlich denen, die abgestimmt haben oder die sich einfach mal in die Songs rein gehört haben, ohne sich für einen Favoriten zu entscheiden. Auf den ersten drei Plätzen landeten:

1. Platz:
Damit morgen Spaniens Vertreterin im GSC: Bebe: Me Fui (35%, 6 Stimmen)

2. Platz:
(einer meiner persönlichen Favoriten) Melocos: Imposible (18%, 3 Stimmen)

3. Platz:
(den teilen sich) die Vorjahressiegerin Lara: Al sur de la razón (12%, 2 St.)
und Konnas Heavy-Metal-Wunschsong Mägo de Oz: Für Immer (12%, 2 St.)

Deren Songs kann man im Vorentscheid nach hören (Bebe dort auch mit neuem Video, da das alte auf Druck von Inhalteanbietern, die das Netz bis heute nicht verstanden haben, gelöscht wurde).

Ich habe heute einen ausführlichen Artikel zur Vorstellung der ganz und gar ungewöhnlichen Sängerin Bebe vorgeschrieben, die morgen mit Startnummer vier für Spanien beim GSC 2011 an den Start geht [Update: Artikel nun online]. Bereits veröffentlicht wurden die Beiträge von Estland (sehr stark: Popidiot mit “Hanging on Friday”) und Portugal.

Spanien ist, wie gesagt, ab morgen zu sehen bei Julia, der Vorjahressiegerin mit Irland und damit der diesjährigen Organisatorin des GSC 2011. Bitte morgen dort meinen Beitrag zu Bebe lesen [Update: Artikel nun online]. Ihr werdet es nicht bereuen. Und einfach nach und nach dort rein schauen und bis zum 30. April weitere Musik aus Europa kennen lernen. Die Abstimmphase erstreckt sich dann – mit hoffentlich gutem Ergebnis für Spanien 😉 – vom 1. bis 13. Mai.

Musik, Spanisch

Danke FC St. Pauli für ein großes Spiel in Wolfsburg

Lächerliche Werbemaßnahmen in Wolfsburg - ein Volksbank-Zeppelin kreist durch die Arena

Wir haben heute ein großes Spiel unserer Mannschaft gesehen, bis zur 88. Minute waren wir dem mehr als verdienten Sieg auch sehr nah. Doch es sollte am Ende nicht sein (2:2). Was ich heute gelernt habe: eine Bundesliga-Atmosphäre wie in Wolfsburg, das geht gar nicht. Da fliegt ein lächerlicher Werbezeppelin durchs Stadion, wirbt für die Volksbank. Sprüche auf dem Weg zum Stadion sollen die Wolfsburg-Fans auf etwas einschwören, wozu man eigentlich Fans gar nicht erst einschwören muss («Wir stehen zusammen»). Davon war dann im Stadion nichts zu spüren. Und diese Fans verhöhnen ihre Mannschaft nach dem Spiel mit Gesängen wie «Wir sind Wölfe und ihr nicht». Nein, so eine Bundesliga braucht kein Mensch. Wolfsburg war extrem schwach. Von ihren Fans angetrieben oder unterstützt wurden sie nicht.

Die Boys in Brown haben dagegen bravourös gekämpft und uns ein Spiel geliefert, bei dem von Anfang an zu spüren war, dass diese Mannschaft lebt. Sollte dieses Leben sich nicht auf die erste Liga beziehen, haben wir heute in der lächerlichen Plastik-Atmosphäre des Wolfsburger Stadions eine eindrückliche Vorführung bekommen, dass dieses Leben auch prima (und vielleicht sogar aufrichtiger) in der Zweiten Liga fortgeführt werden kann. Als das 2:1 fiel, habe ich – total überwältigt von den Gefühlen – geweint. Ich schäme mich meiner Tränen nicht. Diese Mannschaft hat heute ein großartiges Match geliefert. Und dass sie das auch eine Etage tiefer wird tun können, wissen wir. So oder so freue ich mich auf das, was kommen mag. Danke und Forza FC St. Pauli!

FC St. Pauli, Fußball

Glückloser Felix? Die neun Leben des Magath


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Was ist das Geheimnis des Felix Magath? Er hat bereits die halbe Liga trainiert. Hamburg, Nürnberg, Bremen, Frankfurt, Stuttgart, [in Videobeschreibung von DWelle vergessen: Bayern], Schalke und zweimal Wolfsburg stehen in seiner Biographie.

Klasse Kurzporträt der Deutschen Welle über das System Magath. Keiner hat so viele Bundesligaclubs trainiert wie er. 8 Clubs in 16 Jahren. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass er in Wolfsburg grandios scheitern wird. Gegen seinen Ex-Club Schalke hat er ja gerade erst verloren und das morgige Spiel gegen den FC St. Pauli (ich werde mit ein paar wahnsinnigen FCSP-Fans live vor Ort dabei sein) hat der zur Zeit glücklose Felix auch noch nicht gewonnen. 😉

FC St. Pauli, Fußball, Video

Gunter Dueck – Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem


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Der Mathematiker und Philosoph Prof. Gunter Dueck hielt diesen überaus interessanten Vortrag heute um 14 Uhr auf der re:publica: Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem – 48 Minuten, die sich lohnen (in obigem Video fehlen ein paar Minuten vom Anfang ).

Der gute Mann hat nicht nur das Publikum vor Ort im Friedrichstadtpalast begeistert sondern auch die Menschen, wie z. B. mich, zu hause an den Internet-Geräten am Live-Stream. Obwohl ich heute so gut wie keine Zeit hatte, hab ich mir selbige genommen und mir das Zuhören nicht nehmen lassen. Unbedingt anschauen! Auf Twitter ist Dueck übrigens auch: @wilddueck.

Update: Eine Leseempfehlung: Gunter Dueck – Unverantwortlichkeit mit beschränkter Haftung.

Internet, Video

DFB-Willkür gegen den FC St. Pauli verlegt in Saison 2011/12

Es gab doch noch ein Einsehen des DFB-Sportgerichtes. Das überzogene Geisterspiel-Urteil für das Bremen-Spiel an Ostersamstag nach dem Bierbecherwurf (s. mein Artikel Willkür statt Abschreckung) wurde soeben vom DFB-Sportgericht revidiert und in eine Strafe auf die nächste Saison verlegt:

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Bundesligisten FC St. Pauli in mündlicher Verhandlung nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen schuldhaften Herbeiführens eines Spielabbruchs in Tateinheit mit mangelndem Schutz des Schiedsrichter-Assistenten dazu verurteilt, das erste Meisterschafts-Heimspiel der Saison 2011/2012 in einem mindestens 50 Kilometer von Hamburg entfernten Stadion auszutragen (Platzsperre). Ferner dürfen zu diesem Heimspiel nicht mehr als 12.500 Zuschauer zuzüglich eines zehnprozentigen Gästekontingents (1250 Zuschauer) ins Stadion (Teilausschluss der Öffentlichkeit).

Die komplette Meldung auf der Website des DFB:
St. Pauli: Platzsperre und Teilausschluss zu Saisonbeginn

Es bleibt natürlich dabei, dass man darüber streiten kann, ob ein Verein für das Fehlverhalten eines Fans haftbar gemacht werden kann, und wie sinnvoll es ist, den Großteil der Fans für das falsche Verhalten eines Einzelnen zu bestrafen, aber wenigstens ist nun der willkürliche Eingriff in den Abstiegskampf abgewehrt.

FC St. Pauli, Fußball

Tschüss, Stani!

Stanis Abschiedspressekonferenz vom 13.4.2011

Es ist schade, dass er geht. Aber es gilt jetzt – wie bereits getwittert – weder zu jammern, noch mit Häme zu reagieren, sondern mit Dankbarkeit. Für das, was Stani für den FC St. Pauli in den letzten Jahren geleistet hat. Wer seine heutige Pressekonferenz, in der er seinen Abschied zum 30.06.2011 ankündigt und die Gründe dafür nennt, komplett sehen möchte, kann das in der Flimmerkiste tun (Dauer 35 Minuten).

Tschüss, Stani! Danke für Deinen Einsatz in all den Jahren und in den verbleibenden Spielen.

FC St. Pauli, Fußball, Video
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