Michael Stephens: Bibliotheksangebote nutz(bar mach)en

Im Rahmen einer Mitarbeiter-Fortbildung hatten wir vor zwei Tagen Michael Stephens an der Stabi Hamburg zu Gast. Michael ist nicht nur ein brillanter Redner (selten so eine gute Kombi aus Information & Entertainment gesehen), sondern ein ausgewiesener Experte für modernes Bibliothekswesen, das im Web mehr als ein notwendiges Übel sieht, welches es irgendwie in die Angebote einzubeziehen gilt. Michael ist u.a. Dozent an der Graduate School of Library and Information Science an der Dominican University in Illinois. In seinem empfehlenswerten Blog Tame The Web (“Das Netz zähmen”) informiert er über seine Arbeit und auch aktuell über seine Vortragsreise. Er ist letzte Woche gerade erst aus Australien zurückgekommen, und kam nach einem Kurzaufenthalt in der Schweiz zu uns nach Deutschland, nachzulesen natürlich auch in seinem Twitter-Account: @mstephens7.

Michael Stephens beim Vortrag in der Stabi Hamburg: Connect. Collaborate. Create.

Michael Stephens hat uns einen wunderbaren Vortrag gehalten über die sogenannte Hyperlinked Library. Das Ziel, dass er dort für die Bibliotheksarbeit vorgibt (welches übrigens kein neues in der jahrhundertealten Tradition der Bibliotheken ist, welches aber unbedingt auf die neuen Nutzungsszenarien in der modernen Informationsgesellschaft angepasst werden muss), lautet: «Library resources are for use». Deshalb hab ich auch die etwas schräge Überschrift für diesen Artikel gewählt, die zwei Lesarten anbietet:

1. Bibliotheksangebote nutzbar machen: Es ist die Aufgabe der Bibliotheken, die von ihr bereit gehaltenen Informationsmittel den interessierten Nutzern zu vermitteln. Was längst viel mehr als die Bücher sind, die vielen natürlich zu erst in den Sinn kommen, wenn sie an Bibliotheken denken, sondern eben auch die ganzen elektronischen Informationen (Datenbanken, elektronische Volltexte, Virtuelle Fachbibliotheken und sonstige Informationsportale und Webdienste).

2. Bibliotheksangebote nutzen: Gleichzeitig ist dies eben ein Angebot an die Nutzer, und jeder kann sich selbst einmal fragen, ob er die ganzen Informationsangebote seiner Bibliothek kennt.

Ich glaube, hier gibt es noch viel zu tun in der Zukunft. Das Netz hilft uns ganz wunderbar, diesen Job zu erledigen und den Menschen zu zeigen, was Bibliotheken mittlerweile alles anbieten und wie auch die Bibliotheken davon lernen können, ihren Nutzern zuzuhören und diesen Dialog auch im Interesse beider Seiten in ihre Arbeit einzubinden. Auch in diesem Sinne war der Vortrag von Michael Stephens sehr inspirierend.

Ich kann nur alle Bibliotheks-KollegInnen, die auf dem am Montag beginnenden Bibliothekskongress in Leipzig sein werden, empfehlen, sich Michael Stephens’ Vortrag The Hyperlinked Community Library (Trends, Tools & Transparency) anzuhören: Montag, Saal 2, 11-12 Uhr. Berliner mit Interesse an Themen wie Digital Natives, Kultur- und Wissensvermittlung, Web.2.0 ect. haben die Chance Michael heute Abend auf dem Web2.0-Stammtisch der Zukunftswerkstatt (@zw09) um 19:30 Uhr im Newthinking-Store kennenzulernen. Ein Glücksfall, dass der Kenner der Library 2.0-Thematik auf dem Rückweg von Australien nach USA einen für uns alle erhellenden Zwischenstopp in Deutschland eingelegt hat.

Und ganz nebenbei bemerkt, ist Michael auch ein super netter Typ, dem – wie auf Posterous bereits gezeigt – meine Kollegin Anne eine Stella-Tasse als kleines Andenken an die Stabi geschenkt hat. Stella, die virtuelle Informationsassistentin, die den Besuchern auf der Stabi-Website Rede und Antwort steht, und die Herr R|ob neulich einer kritischen Prüfung unterzogen hat (W|ie ich die Informationsassistentin der Hamburger Staats – und Universitätsbibliothek geärgert habe), gehört ja auch zu unseren Strategien, Bibliotheksangebote besser nutzbar zu machen. Dies ist jetzt auch Teil meiner spannenden Aufgaben in der Stabi (feste Stelle für den Bereich Social Media seit 1.3.) daran mitzuarbeiten, dass da noch mehr passiert. Und das wird es auch. 😉

Update:

Infoscreen im Foyer der Stabi weist auf Twitter-Account der Stabi hin
Etwas, was Michael gefiel: Der Infoscreen der Stabi informiert unsere Besucher darüber, dass die Stabi auch auf Twitter und auf Facebook vertreten ist und sich auf den Dialog mit den Nutzern auch in den Social Media Diensten freut.

4 Gedanken zu “Michael Stephens: Bibliotheksangebote nutz(bar mach)en

  1. ich kann auch nur bestätigen, den Vortrag gestern in der US Botschaft war auch großartig! Nur die Diskussion war etwas langweilig, geht wieder um Datensicherheit:-(

    Ich bin sehr gespannt auf heute Abend, dann haben wir mehr Zeit zu unterhalten.

    p.s. sehr schade, dass du nicht nach Leipzig kommst.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Jin

  2. @jintan: Hab auf Twitter bereits gelesen, dass Michael Euch gestern auch schon begeistert hat. Viel Spaß und gute Gespräche heute Abend.

    Ja, dass ich nicht nach Leipzig kommen kann, ist schade. Aber meine neue Stelle in der Stabi hat sich leider erst zu kurzfristig vor dem Bibliothekskongress ergeben, so dass ich keinen sinnvollen Aufenthalt in Leipzig mehr einplanen konnte. Wir sehen uns spätestens auf dem BibCamp im Mai in Hannover.

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