Spanisch

Spanischsprachiges

Literaturnachrichten widmet sich Lateinamerika

Literaturnachrichten: Literatur aus Lateinamerika Die aktuelle Ausgabe der LiteraturnachrichtenZeitschrift der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.. Ziel die Gesellschaft ist die Förderung der Literatur-Kontakte zwischen den Buchmärkten in Afrika, Asien und Lateinamerika und dem deutschsprachigen Raum. Näheres hier. widmet sich dem Thema der lateinamerikanischen Literatur:

Thema: Literaturkontinent Lateinamerika – der Boom ist vorbei oder Wo liegt eigentlich Macondo?

Magischer Realismus, in Ehren ergraute Väter, erfolgreiche Töchter, Exotik, beste Unterhaltung und Solidarität mit den Unterdrückten der Diktaturen, das verbinden wir mit lateinamerikanischer Literatur, aber eher auch mit „gestern“ oder „vorgestern“. Eva Karnofsky hat sich für uns in der deutschen Verlagslandschaft umgehört, wie es heute mit neuen, jüngeren Autorinnen und Autoren aus Lateinamerika aussieht.

Ich habe schon mal in das Heft reingeschaut. Es bietet einige spannende Artikel rund um die Literatur aus América Latina. Neben der Vorstellung vieler junger Autoren und ihrer Werke geht es auch um die Frage, was ist eigentlich eine lateinamerikanische Literatur und ist dieser Begriff überhaupt korrekt?

Die komplette Nr. 95/2007 kann als PDF (1,5 MB, 52 S.) kostenlos heruntergeladen oder als Probeexemplar bestellt werden. Alle Informationen gibt auf den Seiten der Literaturnachrichten.

Literatur, Spanisch

Spannender Robert Capa Fund – Die Odyssee eines Fotokoffers

Robert Capa - 1937 im Spanischen Bürgerkrieg

Auf diesem Foto ist Robert Capa zu sehen. 1937 im Spanischen Bürgerkrieg von seiner deutschen Lebensgefährtin Gerda Taro fotografiert. 1940 beim Einmarsch der Deutschen in Paris hatte Robert Capa die Bilder aus dem Spanischen Bürgerkrieg in einen Koffer gepackt. Man spricht von 127 Negativrollen mit etwa 3000 Fotos. Der Koffer galt als verschwunden. Jetzt ist er wieder aufgetaucht, fast siebzig Jahre später: in New York.

Die New York Times berichtet von dem spannenden Fund. Irgendwie war der Koffer wohl von Paris nach Marseille gekommen. Ein mexikanischer General und Diplomat hat ihn von dort aus nach Mexiko-Stadt mitgenommen: «The Capa Cache».

Auch Spiegel Online veröffentlicht die Nachricht: «Tausende Negative von Robert Capa aufgetaucht». Y por supuesto berichtet auch die spanische Tageszeitung El País: «Recuperadas 3.000 fotos inéditas de Robert Capa». Auch wenn noch nicht klar ist, ob alle Fotos in dem Koffer von Robert Capa sind, oder ob nicht auch Aufnahmen von Gerda Taro und Capas Kollegen David Seymour darunter sind, bin ich schon gespannt auf die Auswertung des Kofferinhaltes.

Artikel, Foto, Spanisch

Hat Borges das Web 2.0 vorausgesehen?

Borges 2.0 - From Text to Virtual Worlds Ich habe ja schon des öfterenVgl. meine Artikel Borges’ Traum der Weltbibliothek… und
Jorge Luis Borges: Die Bibliothek von Babel
hier betont, wie nahe die vernetzten Strukturen des Internet der Schaffung einer Weltbibliothek kommen, die Jorge Luis Borges sich immer gewünscht hatte. Nun war er weiß Gott kein Science-Fiction-Autor, man würde damit auch der Bedeutung dieses genialen argentinischen Schriftstellers, der mit seinen Texten längst in die Weltliteratur eingegangen ist, nicht gerecht werden. Aber interessant mutet der Vergleich schon an, den die us-amerikanische Wissenschaftlerin Perla Sassón-HenryAus den Verlagsangaben zur Autorin:
Perla Sassón-Henry is Associate Professor at the United States Naval Academy, where she teaches Spanish language, literature, and culture. She holds a doctorate in humanistic studies from the State University of New York at Albany. Her research interests include the works of Jorge Luis Borges and Latin American digital literature from the perspective of comparative studies, science, electronic literature, video games, and net-art.
in ihrem Buch «Borges 2.0: From text to virtual worlds» anstellt. Ich habe mir den Text gleich bestelltUnd zwar nicht über amazon, wo es 48.50 € gekostet hätte, sondern über Eurobuch, wo es für 11.50 € (inkl. Porto!) zu haben ist. Edit: Leider ist der Titel dort schon verkauft. und werde nach Lektüre berichten.

Darauf gestoßen bin ich in dem heute morgen auf El País veröffentlichten Artikel «Desde su anticuado punto de vista, Borges tuvo una visión del futuro» von Noam Cohen, der bereits Anfang des Monats in der New York Times unter dem Titel «Borges and the Foreseeable Future» erschienen war. Dort werden einzelne Phänomene des Web 2.0 (Wikipedia, Blogs, Weltbibliothek) auszugsweise mit Textpassagen aus der Feder des Argentiniers verglichen, der 1955 noch, als er schon fast erblindet war, zum Direktor der argentinischen Nationalbibliothek berufen wurde.

Weiterer Artikel zum Buch (die Autorin im Interview mit ABC-Korrespondentin Anna Grau): «Perla Sassón-Henry: ‚Hemos logrado que leer ‚La intrusa‘ de Borges sea pasar por diez videojuegos‘».

Internet, Literatur, Spanisch

DIGITAL.CSIC: Zugang zur spanischen Wissenschaft

DIGITAL.CSIC - freier Zugang zur Wissenschaft
Wieder einmal gibt es eine erfreuliche Open Access-Initiative zu vermelden, und wieder einmal kommen die guten Nachrichten aus Spanien: Die größte öffentliche Wissenschaftsinstitution der Iberischen Halbinsel, der Consejo Superior de Investigaciones Científicas (deutsch: Höherer Rat für Wissenschaftliche Forschung), kurz CSIC, hat am vergangenen Freitag in Madrid einen neuen Zugang zu wissenschaftlicher Information in Spanien vorgestellt: DIGITAL.CSIC, eine Datenbank die kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur bietet.

Auch wenn diese Datenbank erst im Aufbau befindlich ist (und sich etwa in den Geistes- und Sozialwissenschaften erst 590 Dokumente aufrufen lassen), ist dies eine gute Nachricht für den breiten Zugang zur Forschungsliteratur, ist doch der CSIC für etwa 20 Prozent der wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Spanien verantwortlich. …

Informationskompetenz, Literatur, Spanisch

Luz Casal ist zurück: ‚Piensa en mi‘ und ‚Vida tóxica‘


Direktlink YouTube

Luz Casal, Einigen sicher durch den hier zu hörenden Song «Piensa en mi» (dt.: «Denk an mich») aus dem Almodóvar-Film «Tacones Lejanos» («High Heels») bekannt, hat nach einer Operation Anfang letzten Jahres den Brustkrebs besiegt und gestern in Spanien (Alicante) ihr erstes Konzert seit Langem gegeben.
El País berichtet:

Labios de rojo intenso, mirada brillante, pelo corto y con un elegante frac. Así apareció ayer Luz Casal sobre el escenario del Teatro Castelar de Elda (Alicante). Pero no pudo ponerse a cantar enseguida. Las 700 personas que llenaron el concierto la recibieron en pie y con una emotiva ovación de dos minutos.

Weiter in El País: «La luz que vuelve a brillar».

Ich mag die Musik von Luz Casal sehr gerne. Das Lied «Piensa en mi» finde ich sehr ergreifend. Jedes mal, wenn ich es höre. Und schön, zu erfahren, dass die 49-jährige Sängerin den Krebs erfolgreich bekämpft hat. Ihre neueste Platte hat sie «Vida tóxica» (Giftiges Leben) genannt.

Musik, Spanisch, Video

Wikilengua – Auf dem Weg zur Spanischen Sprache

Wikilengua Gestern wurde in Spanien ein ambitioniertes Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt: Wikilengua, ein Wiki zur Spanischen Sprache. Weltweit sollen alle an der Spanischen Sprache Interessierten mithelfen, Informationen zu Grammatik, Orthographie und Aussprache des Spanischen zusammen zu tragen.
Bleibt zu hoffen, dass es bei dem Projekt nicht bei der männlichen Dominanz bleibt, die bei der gestrigen Vorstellung in der Casa América in Madrid überdeutlich wurde (auf den Pressefotos sind nur Männer zu sehen!), worauf Montserrat Boix in ihrem Blog zurecht hinweist. Durch vermehrte weibliche Partizipation im Wiki, die auch in der Liste der letzten Aktualisierungen schon zu erkennen ist, kann dies ja leicht ausgeglichen werden.

Wie so ein Wikilengua-Artikel aussehen kann, zeigt zum Beispiel der Artikel zu Porque (dt.: warum, weil) und seinen unterschiedlichen Schreibweisen und den entsprechenden Erklärungen wann und warum porque (auch por que oder por qué) zusammen oder auseinander, mal mit und mal ohne Akzent geschrieben wird.
Interessant auch die national unterschiedliche Schreibweisen von Eigennamen. Hier zum Beispiel die spanischen Schreibweisen deutscher Städte- und Ländernamen: Topónimos de Europa /Alemania. Mein Lieblingsbundesland im spanischen Idiom ist übrigens Mecklemburgo-Antepomerania.

Was sagen die anderen?
El País-Artikel zum Thema: «Nace la Wikilengua para resolver dudas sobre el uso del español». Terra.es berichtet: «Wikilengua reunirá por primera vez los conocimientos del español en Internet». Was andere Online-Medien sagen, zeigt wie immer Google-News. Weitere aktuelle Besprechungen der Wikilengua in der Blogosphäre finden sich über die Blogsuchmaschine Technorati.

Auf dem Weg zur Spanischen Sprache
Álex Grijelmo, der Präsident der Pesseagentur EFE, und gleichzeitig Vizepräsident der Stiftung Fundéu sagte bei der Präsentation von Wikilengua:

La Wikilengua no es un lugar de llegada, sino de salida, y aquí emprendemos el camino‘Zitiert aus der Meldung von terra.es vom 10.01.2008
dt.: Die Wikilengua ist kein Ort der Ankunft, sondern einer des Aufbruchs, und hier beginnen wir unseren Weg.

Wie sagte schon Antonio Machado: Caminante, no hay camino, se hace camino al andar.
In diesem Sinne wünsche ich der Wikilengua einen guten Weg und werde die weitere Streckenführung aufmerksam beobachten. Für Spanischlehrende und -Lernende, für Übersetzer und prinzipiell für alle Freundinnen und Freunde der Spanischen Sprache kann dies ein guter Ausgangspunkt zur Recherche nach Varianten im Spanischen werden. El camino se hace wikiando ;-).

Internet, Spanisch

Manuel Castells über den Umgang mit dem Internet

Der spanische Soziologe Manuel Castells ist ein profunder Kenner des Internets und des Umgangs mit selbigem. El País veröffentlicht dieser Tage ein äußerst lesenswertes Interview mit ihm: «El poder tiene miedo de Internet» («Die Mächtigen fürchten das Internet»). Dort sagt er zum Beispiel:

Ahora bien, en la sociedad de Internet, lo complicado no es saber navegar, sino saber dónde ir, dónde buscar lo que se quiere encontrar y qué hacer con lo que se encuentra. Y esto requiere educación.
dt.: In der Internetgesellschaft liegt die Schwierigkeit nicht im Surfen, sondern darin zu wissen, wo man suchen soll, und was man mit dem Gefundenen anfangen soll. Und das muss gelernt werden.

Im Artikel wird auch eine der letzten Untersuchungen von Castells, der lange Zeit in Berkeley unterichtete und forschte, erwähnt: Das Proyecto Internet Cataluña, in dem sechs Jahre lang 15.000 persönliche und 40.000 Online-Interviews geführt wurden, um die Veränderungen zu beschreiben, die das Internet für unsere Kultur und unser gesellschaftliches Verhalten bedeuten. Die Grundaussage dieser Studie bestätigt das, was ich auch persönlich erfahren habe: Die Menschen, die viel im Internet unterwegs sind und sich gerne auch online mit Menschen austauschen, sind auch im realen Leben stark an sozialen Kontakten interessiert und kommunizieren gerne mit ihrem Umfeld.

Die meisten Werke Castells Auch auf deutsch erschienen ist Manuel Castells Trilogie «Das Informationszeitalter», siehe Rezension von Ulrich Siebgeber in IABLIS (Jahrbuch für europäische Prozesse). sind auch auf deutsch erschienen (siehe Amazon, oder Campus-Katalog Hamburg).

[via eCuaderno]

Artikel, Internet, Literatur, Spanisch

Für Goyas nominiert: La Soledad von Jaime Rosales

La soledad - Filmposter Heute wurden in Spanien die Nominierungen für die Goya-Verleihung am 3. Februar 2008 bekannt gegeben. Die Goyas sind die nationalen spanischen Filmpreise. Ich freue mich, dass einer der besten Filme, die ich in diesem Jahr überhaupt gesehen habe, dazu gehört: «La Soledad» (dt.: Die Einsamkeit) von Jaime Rosales.

Ein schwieriger Film. Ein langsamer Film. Ein auf die Qualität der Schauspieler und Dialoge vertrauender Film, der durch seine Polivisión-Technik auf der Leinwand mit gewohnten Sichtweisen bricht (häufige Splitscreens – etwa während 30% des Films – zeigen die gleiche Szene aus zwei Blickwinkeln, oder gestatten einen gleichzeitigen Blick in zwei Zimmer einer Wohnung). Mit zu den eindrücklichsten Szenen, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe, gehört diese: Eine Frau hängt auf der Terrasse Wäsche auf. Sie fühlt sich unwohl, geht ins nebenan liegende Schlafzimmer und stirbt dort. Während die Kamera minutenlang auf dem leblosen Körper der Frau verharrt, tropft in der anderen Bildhälfte die eben noch von ihr aufgehängte nasse Wäsche von der Leine.

«La soledad» wird als Autorenfilm wenig Chancen haben bei der Goya-Verleihung, aber schon seine Nominierung ist eine beachtliche Auszeichnung. Nominiert ist er in drei Kategorien: bester Film, bester Regisseur (Jaime Rosales, hat 2003 den genialen «Las horas del día» gedreht) und beste Schauspielentdeckung (José Luis Torrijo).

Der Trailer vermittelt nur einen Bruchteil dessen, was einen im Kino erwartet, immerhin ist aber die sehenswerte Umsetzung der Splitscreen-Technik zu erahnen:


Direktlink Dailymotion

Hier noch ein Bericht des katalanischen Fernsehens mit Interviews mit Regisseur und Schauspielern während des diesjährigen Filmfestivals in Cannes, wo «La soledad» mit großem Erfolg gezeigt wurde. Weitere Bilder aus dem Film – auch mit einigen Splitscreen-Beispielen – zeigt diese Fotogalerie auf notodo:

Geteilter Bildschirm in 'La Soledad'

Alle Nominierungen zu den Goyas in 2008 führt der heutige El País-Artikel auf: «‚El Orfanato‘ y ‚Las 13 rosas‘, favoritas a los Goya».

Internet, Kino, Spanisch, Video
Buchseite 32 von 70
1 … 30 31 32 33 34 … 70