Spanisch

Spanischsprachiges

Tony Manero – Travolta in Zeiten der Diktatur

Filmplaket Tony Manero Tony Manero ist ein ganz wunderbarer Film über ein Travolta-Double in Chile zur Zeit der Militärdiktatur. Heute stellt die New York Times den Film von Pablo Larraín zum Start in den Kinos von Manhattan vor:

Talk about self-delusion! The grotesque spectacle of a 52-year-old thug with a graying pompadour, stripped to his briefs in front of a mirror gracelessly imitating John Travolta’s dance moves from “Saturday Night Fever,” haunts Pablo Larraín’s film “Tony Manero” like a nightmare apparition.

Weiter in «Somebody in Chile Worships the Disco-Era Travolta».


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Ich habe den Film letztes Jahr auf dem Internationalen Filmfestival von San Sebastián in der Reihe «Horizontes Latinos» gesehen und war begeistert. Er lief auch im European Film Market auf der Berlinale. Leider ist noch kein deutscher Filmstart bekannt. Wenn Ihr den Film hier mal irgendwo zu sehen bekommt (vielleicht auf einem Latino-Filmfestival), unbedingt reingehen!

Kino, Politik, Spanisch

Hispanics verändern die USA – und umgekehrt

Bienvenidos to the new AmericaDie neuen Bürger werden vereidigt…

Die Mexikaner nennen den zunehmenden Einfluss, den sie durch Zuwanderung und durch eine vergleichsweise hohe Geburtenrate in den USA gewinnen (jedes 4. Kind, das in USA auf die Welt kommt, ist ein Hispanic), gerne Reconquista – also Rückeroberung – der ehemals mexikanischen Gebiete. In diesem Kontext ist mir heute eine interessante Multimedia-Präsentation des New Yorker Magazins FLYPLaut Profilbeschreibung im Twitteraccount «The best of print journalism merged with interactivity, FLYP is a dynamic magazine», siehe: @FLYPMedia aufgefallen, die zeigt, wie die Hispanics die USA verändern und wie die USA die Hispanics verändern: «Bienvenidos to the new America».

Sehr ansprechend illustriert werden zahlreiche Fakten zur am schnellsten wachsenden Community der Vereinigten Staaten vermittelt. Interessant auch zu sehen, dass der Bevölkerungsanteil der Hispanics vermehrt in den weiter von der mexikanischen Grenze entfernten Gegenden zu beobachten ist (siehe rote Punkte auf der Grafik unten). Da werden also nicht nur ehemals mexikanische Territorien „wiedererobert“:

Bevolkerungsdichte und -wachstum der Hispanics in USA

[via @re_visto]

Spanisch

Prof. René Schneider auf Spurensuche in Genf: Jorge Luis Borges

Borges' Grab, Cimetière des Rois Borges und das Web bzw. die Parallele zwischen WWW und Borges‘ Traum der Weltbibliothek waren hier schon des öfteren Thema im Blog. Heute möchte ich Euch einen soeben erschienen Text ans Herz legen, der nur am Rande auf diese Thematik eingeht, der aber dafür mehr Einblick in die Welt Borges‘ gibt und mehr Lust darauf macht, Borges (wieder) zu lesen, als ich das je vermögen würde. Prof. René Schneider von der Fachhochschule Genf hat sich für cibera auf Spurensuche in Genf begeben und als Gastautor im ciberaBlog den wunderbaren Artikel «Jorge Luis Borges und Genf: Eine Spurensuche» veröffentlicht:

Die Vielfalt der Assoziationen, die der Besuch am Grab mit Borges Werk aufkommen lässt, zeigt, wie weitsichtig dieser die Fülle der menschlichen Widersprüche in seinem Werk miteinander verband und wie leicht sie einem selbst nach Jahrzehnten der Lektüre vor Augen fallen: verlässt man die „Cimetière des Rois“ an ihrem einzigen Zugang, fällt der Blick auf die im maurischen Stil gebaute Synagoge, die die Bögen der Mezquita von Córdoba zitiert.

Weiter im ciberaBlog (und bitte dort kommentieren und nicht hier, danke!).

Literatur, Spanisch

Antonio Vega (1957-2009): La chica de ayer

Heute ist in Madrid mit nur 51 Jahren Antonio Vega gestorben. Mit seiner Gruppe Nacha Pop hat er 1980 einen der bekanntesten Pop-Songs Spaniens gesungen, «La chica de ayer»:


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El País zum Tode von Antonio Vega: «Fallece el músico Antonio Vega a los 51 años».

Die SZ verarbeitet die Ticker-Meldung wie folgt: «Spanischer Popstar Antonio Vega gestorben».

Update 13.5.09: Público.es: «Fallece de cáncer de pulmón el músico Antonio Vega».

Update II, 14.5.09: Eine lesenswerte Ergänzung gibt es seit gestern Abend auf Público.es zu lesen, wo es um die Einstufung von Liedermachern bzw. Cantautores als Poeten geht: «Músicos que escriben como poetas»:

Palabra y melodía. Un libro con letras de Antonio Vega ensalza su talla de escritor. Varios poetas debaten sobre la calidad literaria de los cantautores

Update III, 14.5.09: Enrique Bunbury (tributo a Antonio Vega)
«Una Decima de Segundo» – In Memoriam Antonio Vega (1957-2009):


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Musik, Spanisch

Ágora von Alejandro „El Grande“ Amenábar

Alejandro Amenábar und Homayoun Ershadi am Set von Agora

Im Herbst kommt mit Ágora der 5. Film von Alejandro Amenábar in die Kinos (Start in Spanien: 2. September 2009, läuft aber diesen Monat schon auf dem Festival in Cannes). Ich glaube, da kommt ein monumentaler Streifen auf uns zu. Ágora ist die griechische Bezeichnung für den Versammlungsplatz einer Stadt. Der Film spielt im 4. Jahrhundert nach Christus in Alexandrien. 15 Wochen auf Malta gedreht, mehr als 50 Mio. Euro Produktionskosten. Internationale Besetzung des auf englisch gedrehten Werkes: Rachel Weisz, Max Minghella, Homayoun Ershadi, Oscar Isaac, Michael Lonsdale, Rupert Evans u.a.). Natürlich kein Vergleich zu den vier Vorgängern Tesis, Abre los Ojos, The Others und Mar Adentro. Hier der Vorab-Trailer, der bereits im Februar veröffentlicht wurde:


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Wer spanisch kann, findet in der heutigen Ausgabe von El País in der Reihe «REPORTAJE: Vidas al límite» den Artikel eines meiner Lieblingsschriftsteller, Juan José Millás, über einen meiner Lieblingsregisseure: «Alejandro El Grande»:

Cuatro películas le han dado fama mundial. Algo que encara “con frialdad y desapego”. amenábar se ha lanzado a una insólita superproducción. ‘Ágora’ es cine como el de antes. éste es el retrato de un miedoso valiente. Un dócil rebelde. Un tímido que no es tímido. Un cineasta hecho de contrarios.

Natürlich ist das ein ganz wunderbarer Text. Natürlich bin ich nicht ganz unvoreingenommen, zumal ich einen der Beteiligten, den Regisseur, persönlich kenne. Nichtsdestotrotz lohnt die Lektüre des Textes. Und wer kein Spanisch kann, sollte sich wenigstens die beeindruckenden Bilder des Monumentalstreifens anschauen, der vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft immer an Ostern im TV ausgestrahlt werden wird. Könnte eng werden für Ben Hur. 😉

Kino, Spanisch

La vergüenza von David Planell gewinnt in Málaga


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«La vergüenza» (dt.: «Die Schande») von David Planell hat das Filmfestival von Málaga gewonnen. Ein junges Paar adoptiert darin einen verhaltensgestörten 8-jährigen Jungen, der zuvor ganz offensichtlich eine schlimme Zeit durchgemacht hat und der die Beziehung der Eltern auf eine schwere Probe stellt. Schon der Trailer ist sehr bewegend, ich denke mal der Film um so mehr. Ab 30. April 2009 in Spanien und später hoffentlich auch bei uns in Deutschland zu sehen. Es ist der Debutfilm des 41-jährigen David Planell aus Madrid, der zuvor schon mit dem guten Drehbuch zu Siete mesas de billar francés auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Alle Preise im heute erschienenen El País-Artikel: «Málaga premia sin vergüenza al cine más joven». Es freut mich besonders, dass der argentinische Film «El niño pez» (dt.: «Das Fisch-Kind») von Luica Puenzo, der mich auf der Berlinale schon so beeindruckt hatte, mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Auch hier der Trailer, auch hier die Hoffnung, dass er seinen Weg in die deutschen Programm-Kinos finden möge.


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Kino, Spanisch

Gael García Bernal und Diego Luna in ‚Rudo y Cursi‘

Rudo y Cursi Diese Woche startet in den spanischen Kinos der mexikanische Film «Rudo y Cursi». Die beiden genialen Schauspieler Gael García Bernal und Diego Luna sind darin sieben Jahre nach «Y tú mamá también», wo sie sich fürs mexikanische Kino recht freizügig mit sich selbst und mit der bezaubernden Maribel Verdú (Filmausschnitt) beschäftigten, wieder gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Beim Kinoerfolg damals, der ja auch bei uns im Kino lief, führte Alfonso Cuarón Regie, das Drehbuch schrieb er mit seinem Bruder Carlos. Dieses Mal ist Carlos der Regisseur und hat auch wieder das Buch geschrieben, und sein Bruder hat den Film gemeinsam mit Guillermo del Toro und Alejandro Gonzalez Iñárritu (Amores Perros, Babel) produziert.

Ehe Ihr Euch den Trailer zum Film anschaut, müsst Ihr unbedingt einen Blick in diese großartige Parodie der Norteño-Musik, der Musik aus Mexikos Norden, werfen. Zeigt sie doch die große Wandlungsfähigkeit von Gael, der die Transe bei Almodóvar («La mala Eduacción») genau so gut spielen kann wie den Ché bei Walter Salles («Diarios de Motocicleta»). Hier also Gael García Bernal, vom Fußballer zum Norteño-Sänger im schrägen, grellen Outfit mutiert:


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Hier die englischsprachige Film-Info vom Sundance-Festival, wo der Film im Januar lief, und der versprochene Trailer:


Rudo Y Cursy Trailer from manasto jones on Vimeo.

Kino, Spanisch

Stellet Licht: Film über Mennoniten in Mexiko

Stellet Licht Heute möchte ich Euch einen Film vorstellen, der mit zweijähriger Verzögerung in Hamburg und Berlin in die Kinos gekommen ist: «Stellet Licht» des Mexikaners Carlos Reygadas.

Der Film handelt von den zumeist noch in den Traditionen des 19. Jahrhunderts lebenden und auch heute noch plattdeutsch sprechenden Mennoniten im Norden Mexikos, in Cuauhtémoc im Bundesstaat Chihuahua. Doch zuerst ein Bild von mir aus meiner Zeit in Chihuahua, wo ich vor fast 20 Jahren für ein Jahr gelebt habe. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Dazu später mehr.

Markus beim Kofferpacken in Chihuahua

«Stellet Licht» hat in Cannes, Chicago und Cuba Preise abgeräumt. Bei dem Titel würde man zunächst keinen mexikanischen Film vermuten, doch Carlos Reygadas (der schon den genialen Film Japón gedreht hatte) hat seinen Film bewusst nicht «Luz silenciosa», sondern eben mit dem plattdeutschen Titel «Stellet Licht», unschwer erkennbar auf deutsch «Stilles Licht», genannt. Worum es in dem Film geht, samt knapper Zusammenfassung der Auswanderungs-Geschichte der Mennoniten, kann in der arte-Rezension nachgelesen werden. Ich zitiere hier nur die Inhaltsangabe:

Bauer Johan lebt mit Frau und sechs Kindern in einer Mennonitengemeinde in der Provinz Chihuahua, Nordmexiko. Gegen die Gesetze Gottes und der Menschen hat er sich in eine andere Frau verliebt.

Hier der Trailer, dort hört man auch wie die Mennoniten sprechen. Ist schwer zu verstehen, doch es ist tatsächlich plattdeutsch:


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Aktuelle Filmvorstellung in der taz von Christina Nord: Moderne Mennoniten. Sie schwärmt von der großen Schönheit des Films und von der Ergriffenheit, die sich beim Betrachten einstellt.

Und jetzt wieder zurück zu meinem Foto. So sah ich damals mit den langen Haaren tatsächlich aus. Und als ich einmal mit Freunden von Chihuahua aus nach Cuauhtémoc gefahren war, haben wir einen mexikanischen Verwandten besucht, der Kontakte zu den Mennoniten hatte. Er versprach, uns so ein Mennoniten-Dorf zu zeigen und die Leute, die er da kannte, mit uns zu besuchen. Wir sind in ein Dorf namens Gnadental gefahren und was wir dort sahen, war unglaublich. Wie mit der Zeitmaschine 100 Jahre zurück befördert. Die Mennoniten lehnen ja so gut wie jeden Fortschritt ab und leben dort noch wie vor 100 Jahren. Und als ich ihnen von dem mexikanischen Bekannten als Deutscher vorgestellt wurde, wollten sie das nicht glauben. Ein Mann mit langen Haaren soll ein Deutscher sein? Undenkbar! Einer sagt damals zu mir: «Du bisch känn Deitscher, Du bisch e Russ». Warum er mich für einen Russen hielt, hab ich nicht herausbekommen. Aber ein guter Deutscher sieht in den Augen der mennonitischen Tradition (leider eine Kultur mit sehr begrenztem Horizont, um es vorsichtig auszudrücken), nicht so aus wie ich damals. Schade, dass ich die Fotos, die ich damals mit den Mennoniten gemacht habe, gerade nicht finde. … Da kommt mir eine Idee. Moment ich schau mal nach …

Jawoll, in den Briefen, die ich damals an meine Eltern schrieb, hab ich noch ein Mennoniten-Foto gefunden, hier ist:

Markus (mitte) bei den Mennoniten

So sehen die Leute aus, und mittendrin der langhaarige Deutsche. Wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, war ich damals an einem Sonntag dort. Denn alle (außer mir) haben die gute Sonntagskleidung an.

Ich bin sehr gespannt, den Film diese Woche in Hamburg zu sehen, wahrscheinlich gehe ich am Mittwoch rein. Er läuft dort im 3001 Kino im Schanzenviertel, als plautdietsche O.m.U.. Die noch ausstehenden Termine sind: 13.-15.04. um 18.15 Uhr; 17.04. um 16.15 Uhr; 21. & 22.04. um 16.15 Uhr.

Kino, Spanisch
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