Spanisch

Spanischsprachiges

«Nostalgia de la Luz» von Patricio Guzmán


Direktlink YouTube

Die Lateinamerika-Filmtage in Hamburg (Start war – wie berichtet – am 2.12.) gehen am Mittwoch mit einem absoluten Film-Highlight zu Ende. In Anwesenheit von Patrico Guzmán, einem der wichtigsten chilenischen Dokumentarfilmer (Salvador Allende, Der Fall Pinochet) wird am Mittwoch, den 15.12., um 19 Uhr Nostalgia de la Luz – Nostalgie des Lichts (als OmU) gezeigt.

Hamburg, Kino, Spanisch

21. Lateinamerika Filmtage Hamburg


Direktlink YouTube

Nora und José waren einmal ein verliebtes Paar. Nun sind sie ins Alter gekommen und seit 20 Jahren geschieden, wohnen aber gegenüber in derselben Strasse in Mexico City. Eines Tages findet José seine Ex-Frau tot in ihrem Bett: Ihr fünfzehnter Selbstmordversuch war erfolgreich. Vorher aber hat Nora noch alles für das anstehende Pessach-Fest vorbereitet und Verfügungen getroffen. So soll José ihre Beerdigung organisieren. Das ist leichter gesagt als getan, denn während des Pessach-Fests und am drauffolgenden Sabbat dürfen keine Beerdigungen stattfinden, und außerdem befindet sich der gemeinsame Sohn Rubén gerade im Ausland.

Also muss José fünf Tage im Appartement seiner Frau durchhalten, während der Rabbi-Schüler Moisés neben der unter Trockeneis gelegten Toten betet.

21. Lateinamerika Filmtage 2.-15.12.2010 Wer in Hamburg und Umgebung lebt und Kino aus Lateinamerika mag bzw. kennen lernen möchte, hat Glück. Einen Überblick über aktuelle Produktionen aus América Latina gibt es bei den 21. Lateinamerika Filmtagen im 3001 Kino zu entdecken. Los geht es am Donnerstag, 2.12. um 21 Uhr, mit dem in obigem Trailer zu sehenden Fünf Tage ohne Nora (Cinco días sin Nora) von Mariana Chenillo. Ich finde ja, das sieht schon mal sehr viel versprechend aus. Der Film läuft in der spanischsprachigen Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Das komplette Programm vom 2.-15.12. gibt es auf der Website des 3001 zu sehen. Oder im praktischen PDF-Flyer zum Ausdrucken (liegt auch im Kino aus). Vielleicht sieht man sich ja im 3001…

Hamburg, Kino, Spanisch

El Sicaro / Der Auftragskiller – Zimmer 164


Direktlink YouTube

[Update 17.3.2011: Leider ist der vormals hier eingebundene arte-Film nicht mehr online. Zur Zeit kann er noch in vier Teilen auf YouTube (1234) gesehen werden. Gesamtdauer der Doku: 80 Min.]

Ein ehemaliger Auftragskiller des mexikanischen Drogenkartells berichtet über die letzten 20 Jahre seines Lebens: Er hat Hunderte von Menschen getötet, entführt und gefoltert, war Polizist im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua und hat sich vom FBI ausbilden lassen. Von seinem Wohnort Juárez aus konnte er sich frei zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten bewegen. Jetzt ist er auf der Flucht, auf seinen Kopf sind 250.000 Dollar ausgesetzt. Der Film wurde an der amerikanisch-mexikanischen Grenze in einem Motelzimmer, das die Nummer 164 trägt, gedreht.

«El Sicario» ist ein sehr harter Film des italienischen Dokumentarfilmers Gianfranco Rosi, den es aber lohnt anzuschauen, wenn man verstehen möchte, wie der wahnsinnige Drogenkrieg in Mexiko funktioniert. Ein Aussteiger, ein ehemaliger Auftragskiller, berichtet: Wie wurde er angeworben. Weshalb durchlaufen Killer eine Polizeiausbildung. Wie werden Entführungen und Morde geplant. Es kostet sehr viel Energie den bewusst schlicht gehaltenen Bildern zu folgen, wenn der maskierte Mann im Motelzimmer auf seinem Block schematische Zeichnungen macht und dabei von geradezu ungeheuerlichen Machenschaften berichtet. Die grausamen Bilder entstehen dabei im Kopf der Zuschauer. Der Dokumentarfilm hat den FIPRESCI-Preis bei der diesjährigen Mostra in Venedig gewonnen.

Kino, Spanisch, TV

Neues von Nortec Panoptica – Tweetwechsel mit LovRecs

Nortec Panoptica Orchestra auf dem Plattenlabel LovRecs

Heute Nacht bzw. heute Morgen hatte ich einen sehr netten Tweetaustausch mit dem mexikanischen Plattenlabel LovRecs. Nachdem ich hier neulich schon im Blog auf diese großartige Band aus dem Norden Mexikos hinwies (im Artikel Nortec Panoptica Orchestra – Complejo de Amor), twitterte ich heute Nacht, dass Nortec Panoptica das komplette Album „Panoptica Tijuana Remixes“ (aufgen. 2002 in London) zum freien Download anbiete.

Panoptica Tijuana Remixes by Nortec panoptica

Prompt bedankte sich @erickcc dafür und retweetete mich. Doch damit nicht genug, es schloss sich auch noch ein Tipp an, den ich mit der ausdrücklichen Erlaubnis von @erickcc gerne an Euch weiter gebe:

@textundblog Aquí un mixtape de Panoptica, ojalá te guste!

„Ámonos pal Dancing Vol 1“ by @Nortec_NPO

http://tinyurl.com/2dxbd33less than a minute ago via Tweetie for Mac

Hier kann man also in das Album Amonos Pal Dancing vol. 1 von Nortec Panoptica Orchestra reinhören, oder es komplett als MP3 downloaden.

Ich finde, wer soviel frei anbietet, soll auch was verdienen dürfen. Also bei Gefallen bitte auch das kommende Album käuflich erwerben. Ich werde mir das Mixtape «Ámonos pal Dancing Vol. 2» jedenfalls zulegen. Bei Interesse @Nortec_NPO folgen. Bis dahin obige Alben genießen oder in dem reichhaltigen Fundus in Roberta Mendozas (das ist der Gründer von Nortec Panoptica) Soundcloud stöbern.

Update 17.11.2010: Wie mich lovrecs heute morgen auf Twitter informierte, steht das hier angekündigte 2. Mixtape nun auch zum kostenlosen Download bereit: Amonos Pal’ Dancing Vol. 2.

Musik, Spanisch

Ohnmacht der Menschen in Mexiko: Drogenterror

Heute Abend habe ich in Zapp den Beitrag Medien und Mafia in Mexiko über den dortigen Drogenkrieg gesehen.

Es ist ein schon fast aussichtsloser Kampf in Mexiko. Kaum hat man den einen Drogenboss verhaftet, ist die Lücke schon vom nächsten wieder besetzt. Gerade erst wieder haben alle 14 Polizisten einer nordmexikanischen Ortschaft ihren Dienst quittiert. Weil sie auf ihrer Wache überfallen wurden. Sie geben einfach auf. Ein Beispiel dafür, wie machtlos der Staat den mächtigen Drogenbossen gegenübersteht. Und zwischen diese Fronten geraten immer öfter Journalisten, die versuchen über die dramatischen Verhältnisse in Mexiko zu berichten.

Die Bilder aus Cd. Juárez zu sehen, die ständigen Berichte über die Morde im Norden Mexikos, in dem Staat Chihuahua, in dem ich vor 20 Jahren mein Auslandsstudium absolviert habe, und wo ich immer noch – sowohl in Juárez als auch in Chihuahua – sehr viele Freunde habe, macht mich traurig und betroffen.

Ein Ende dieser Gewalt ist nicht abzusehen. Der Staat ist machtlos, die Menschen sind verzweifelt. Journalisten, die darüber berichten, bezahlen ihren Mut nicht selten mit dem Leben. In die Ohnmacht mischt sich Wut. Dort und hier.

Der Beitrag Medien und Mafia in Mexiko kann auf den Seiten von Zapp gesehen werden. Die im Film genannten Informationen und weitere Quellen sind in der rechten Seitenspalte unter Links angegeben. Sehr vorbildlich vom meist gut gemachten Medienmagazin des NDR.

Politik, Spanisch, TV

Buenos Aires – Die Stadt der 800 Buchhandlungen


Direktlink YouTube

Hier war ja neulich schon von Traumhaften Argentinischen Buchhandlungen die Rede. In diesem gut gemachten Beitrag von Deutsche Welle TV sind sie auch im Bewegtbild zu erleben: Buenos Aires, die Stadt der 8oo Buchhandlungen. Es kommen auch Vertreter der argentinischen Literatur darin zu Wort, es geht um Fußball, Kino und Vergangenheitsbewältigung.

Einen Zeitschriftentipp habe ich noch für alle an Argentinischer Literatur Interessierten:

Matices: Argentinische Literatur & Comics in der Gesellschaft

Die neueste Ausgabe Nr. 64 von Matices widmet sich der Argentinischen Literaturszene. Diese Woche kam die Bestellung der letzten beiden Hefte an (die Vor-Nr. 63 dreht sich um die Bedeutung der Comics in der Gesellschaft). Die beiden Hefte warten noch auf ihre Lektüre, aber schon nach dem ersten Durchblättern – und die Qualität der Zeitschrift kennend – kann ich beide empfehlen.

Literatur, Spanisch

Secuestrados – Panik der Entführung in 12 Einstellungen


Direktlink YouTube

Sieht man sich den Trailer dieses Filmes an – den könnt ihr auch gucken, wenn ich kein Spanisch könnt -, wird einem schon klar, warum Secuestrados (Entführt) auf dem Festival von Sitges momentan für viel Furore sorgt. Rochus Wolff, der den Film des jungen spanischen Regisseurs Miguel Ángel Vivas gestern in Sitges sah, und dem während des Festivals auch sonst nichts erspart bleibt, ist auch recht angetan und fasst den Inhalt und den formalen Eindruck von Secuestrados wie folgt zusammen:

Eine Kleinfamilie (Mama, Papa, Teenagertochter) wird von drei Männern in ihrem frisch bezogenen Haus überfallen. Der Film ist unglaublich dicht und mit vergleichsweise wenigen Schnitten gemacht – die meisten Sequenzen sind offenbar mit einer Steadycam und minutenlang ohne Cut entstanden. Das saugt in die Story hinein, und das macht alles nur noch schlimmer.

Rochus wird den Film noch ausführlich rezensieren. Bin schon gespannt darauf. Und natürlich darauf, den Film irgendwann zu sehen. Dass Rochus es auf seinem wunderbaren Filmblog Butt-kicking Babes schafft, trotz der vielen Filme, die er in Sitges sieht, auch noch kurz drüber zu bloggen, dafür zolle ich ihm ausdrücklich Respekt. Ich schaff das ja, wie ihr wisst, immer erst im Nachhinein. 😉

Spanische Artikel zum Film:

Kino, Spanisch

San Sebastián 2010 – mein Festivalbericht

IMG_0866
Die Frau auf dem Festivalplakat, deren Foto in Donostia omnipräsent war, ist die Berliner Designstudentin Charlotte. Ein Geheimnis, welches das Festival erst am letzten Tag lüftete.

Wie schön es in San Sebastián ist, macht dieses Video deutlich, das ihr euch getrost auch anschauen könnt, wenn ihr kein Spanisch könnt. Der Film mit dem Titel «San Sebastián, La Ciudad del Mar» (Die Stadt am Meer) zeigt in wunderschönen Bildern den Reiz dieser außergewöhnlichen Stadt im Norden Spaniens:


Direktlink YouTube

Ich war, wie berichtet, zum 16. Mal in Folge dort, wegen des Filmfestivals. Hier nun endlich, eine Woche nach Rückkehr, mein Bericht. Ehe ich zum Festival selbst komme, hier meine Bilder:

San Sebastián gehört neben Cannes, Venedig und Berlin zu den wichtigsten europäischen Festivals. Für mich ist und bleibt es das schönste, auch wenn dieses Jahr der Wettbewerb eher schwach besetzt war (wie überall zu lesen war, zum Beispiel in der Süddeutschen). Doch ein Festival besteht nicht nur aus dem Wettbewerb; Donostia (so nennen die Basken ihre Stadt) überzeugt gerade in den Nebenreihen. Einen Überblick über das aktuellste spanische Kino liefert «Made in Spain», den Blick nach Lateinamerika richtet «Horizontes Latinos». Zabaltegi (Perlen) zeigt aktuelle Filme, die bereits auf anderen Festivals liefen. Und nicht zuletzt überzeugt San Sebastián auch durch die beiden perfekt komponierten Retros (dieses Jahr Don Siegel und unter dem Titel «.doc – New paths of non-fiction» den Dokumentarfilmen gewidmet). Dem Sparzwang geschuldet soll es in Zukunft wohl nur noch eine Retro geben. Das ist zwar schade, doch wenn schon auf eine der Reihen verzichtet werden muss, dann ist mir die Reduktion auf eine Retro immer noch lieber als der Ausfall einer der anderen aktuellen Sektionen.

Ich habe in 9 Tagen 49 Filme gesehen. 5-6 Filme pro Tag. Das hört sich nach viel an, ist aber – Disziplin, Durchhaltewillen und Organisation vorausgesetzt – durchaus machbar. 2 am Vormittag zwischen 9 und 13 Uhr, dann wieder 3-4 Filme zwischen 16 Uhr und 1 Uhr nachts. Keine Angst, ich werde jetzt hier nicht von allen Filmen berichten, ich wähle nur ein paar wenige aus. Im Laufe des Jahres gehe ich ja immer mal wieder auf weitere Filme ein, vor allem wenn es die Chance gibt, einen davon in Deutschland zu sehen. Die Stammleser hier kennen das ja. …

Kino, Spanisch
Buchseite 16 von 69
1 14 15 16 17 18 69