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Concha im Patio

Ein Wiedersehen mit Concha

Auch auf die Gefahr hin, dass die Artikel während meines Mexiko-Aufenthaltes alle etwas sehr nostalgisch und gefühlsduselig werden, aber: wenn man nach so langer Zeit wieder an einen Ort zurück kommt, freut man sich natürlich über das ein oder andere Wiedersehen. Und heute ist es in Chihuahua zu einem ganz besonderen Wiedersehen gekommen:

Ich habe Concha im Patio des Hauses (wieder)entdeckt: eine Schildkröte, die ich schon vor über 20 Jahren kennengelernt und damals oft mit Bananen gefüttert hatte. Concha hat sich überhaupt nicht verändert, sie ist ganz die Alte. Unbedingt auch die Nahaufnahme ihres Konterfeis in groß betrachten, da strahlt sie in ihrer jugendlichen Schönheit:

Concha - zeitlos schön

Allerdings haben sich Conchas Lebensumstände entscheidend geändert, sie hat jetzt einen Lebensgefährten: Camilo. Ich habe die beiden auch schon im innigen Liebesspiel gesehen, will aber die Privatsphäre des jungen Glückes respektieren und veröffentliche deshalb hier keine pornographischen Schildkrötenaufnahmen. Aber ein Bild von Camilo, dem Mann an Conchas Seite, will ich euch nicht vorenthalten:

Camilo - Der Mann an Conchas Seite

Update 11.10.11, 22:00 (Ortszeit Mexiko 14:00): Habe Concha gerade mit ihrer Leibspeise Bananen gefüttert. Bei zur Zeit brüllender Hitze hat sie sich ein schattiges Plätzchen im Patio gesucht:

Concha isst für ihr Leben gerne Bananen

Foto, Spanisch

Bilder aus einer anderen Welt – Ein Tag in Chihuahua

Fotoalbum Chihuahua

Hier schon mal ein paar Bilder von meinem ersten Tag in Chihuahua, weitere gibt’s im Fotoalbum auf Google Plus.

Feria del libro - Zur Zeit ist Buchmesse in Chihuahua

Gestern waren wir u.a. auf der Buchmesse von Chihuahua (Feria del Libro) und im Zentrum unterwegs. Wie habe ich das genossen, wieder durch die Fußgängerszone zu schlendern, über den Markt zu gehen (auf dem die Händler immer riefen „Viene la guera, la guera“ – die Blonde kommt, als ich dort mit meiner hellblonden Kommilitonin drüber ging), mit dem Bus durch die Stadt zu fahren. Es ist schon krass, wenn man wieder an einen weit entfernt liegenden Ort zurück kommt, an dem man mal vor über 20 Jahren gelebt hat.

Hier noch ein Bild, dem ich gerne den Titel «Dos Mundos» (Zwei Welten) geben möchte: Eine Tarahumara-Frau – das sind die in und um Chihuahua lebenden Indios – sitzt auf dem Boden neben einer Schaufensterauslage mit einer modern – wenn auch nicht unbedingt mit dem letzten Schrei – gekleideten Schaufensterpuppe, aufgenommen in der Calle Libertad (hier im Video zu sehen) im Zentrum Chihuahuas.

Dos Mundos - zwei Welten in der Fußgängerszone von Chihuahua

Alle weiteren Fotos wie gesagt in einem Album zusammengestellt. Bei den Bildern aus dem Bus aufgenommen sieht man im Hintergrund den Cerro Coronel, einen der Chihuahua umgebenden Berge. Chihuahua liegt mitten in der Wüste, der Name kommt aus der Nahuatl-Sprache und bedeutet so was wie «trockener und sandiger Ort», siehe Wikipedia. Und zur Zeit ist es mit 28° ein sehr trockener und immer noch heißer Ort.

Foto, Spanisch

Festivalbericht San Sebastián 2011

Teatro Principal: Festival-Kino in der Altstadt von Donostia
Foto in groß. Alle Fotos im Album San Sebastián 2011 auf Google+.

Hatte ich es im Vorjahr auf dem Filmfestival von San Sebastián noch auf 49 Filme gebracht, waren es dieses Jahr nur 48. Jeweils in 9 Tagen. Ich schwächelte also dieses Mal leicht, das Wetter war einfach zu gut! 😉 – Und ich habe doch wieder wahnsinnig viele Filme gesehen. 5-6 pro Tag, wie in den Vorjahren auch. 2 vormittags, 4 nachmittags, abends und nachts. Und wenn ich nicht die besten davon in einem Festivalbericht hier im Blog vorstelle, weiß ich nächstes Jahr schon nicht mehr, was ich an gutem Kino gesehen habe. Dieser Bericht ist natürlich für alle am Festival und an gutem Kino Interessierten, aber er ist auch eine Erinnerungsstütze für mich.

1. Intouchables

Ich fange gleich mal an mit einem der besten Filme aus dem Wettbewerb von San Sebastián: «Intouchables» (Kurzinfo & 2. Trailer auf kinozeit.de) von Eric Toledano und Olivier Nakache. Auf diesen Film darf man sich freuen (bei uns erst ab 5.1.2012 zu sehen). Ein Clash der Kulturen basierend auf einer wahren Geschichte. Dabei geht es um mehr als den mitleidlosen Umgang mit Behinderten. Wunderbar umgesetzt, großartig gespielt. Ein Filmausschnitt:

2. Tralas luces (Behind the Lights)

Aus Galizien wurde mit «Tralas luces» ein Dokumentarfilm gezeigt, der sowohl von der Kritik (z.B. Nuria Vidal in Fotogramas) als auch von den Zuschauern sehr positiv aufgenommen wurde. Regisseurin Sandra Sánchez hat 9 Monate lang eine junge Familie mit 4 Kindern begleitet, die ein Kirmes-Fahrgeschäft (Autoscooter) betreibt und den Norden Spaniens bereist, wo sie im Wohnwagen leben und – von Dorf zu Dorf fahrend – immer wieder ihren Autoscooter aufbauen. Anfangs nicht so geplant, wie uns die Regisseurin erzählte, ist aus der Langzeitbeobachtung der ganzen Familie immer mehr vor allem ein Porträt der jungen Mutter geworden. Ein unspektakuläres, stille Juwel kam dabei heraus – wie Fiktion wirkend und doch den Alltag unerschütterlich und nie langweilig dokumentierend. Dank kleinem Team (nur die Regisseuren, der Ton- und der Kameramann), immer sehr dicht dran an der Familie. Beängstigend nah dran, die Porträtierten haben die Kamera aber irgendwann nicht mehr wahr genommen, wodurch ein sehr authentischer Film entstehen konnte. Wer ihn gesehen hat, wird ihn so schnell nicht vergessen. Im Trailer wird die stille Melancholie des Filmes – stilsicher von Sánchez komponiert – schon spürbar:
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Kino, Spanisch

Argentinisches Roadmovie «Las Acacias» und «Nacht des Wissens» in der Stabi

Regisseur Pablo Giorgelli letzte Woche in San Sebastián bei der Präsentation von 'Las Acacias'

Ich bin wegen meines pickepackevollen Arbeitsprogrammes zwischen meiner Spanien- und Mexikoreise immer noch nicht dazu gekommen, meinen Festivalbericht zu San Sebastián zu schreiben. Der kommt aber am Wochenende, versprochen. Vorab möchte ich aber schon mal auf einen guten Film hinweisen, bei dessen Vorführung ich obiges Foto gemacht habe und der in ein paar Tagen gleich zwei Mal in Hamburg gezeigt wird. Links auf dem Foto seht ihr den spanischen Präsentator aus dem Kursaal 2, dem zweitgrößten Festivalkino aus San Sebastián, rechts mit dem Mikro den argentinischen Regisseur Pablo Giorgelli. Er wurde mit seinem argentinischen Roadmovie Las Acacias (Die Akazien) in San Sebastián als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet. In der fotografierten Szene berichtete er, wie es war, die Dreharbeiten zu organisieren, die sich komplett um ein 5 Monate (!) junges Baby drehten, das im Film mit einer unglaublichen, geradezu oscarreifen Darstellungsleistung aufwartet. Und das Beste für die Leser in und um Hamburg: man kann diesen Film (mit Untertiteln) auf dem Filmfest in Hamburg sehen. Kommenden Sonntag-Abend um 21:45 im Abaton, oder kommenden Mittwoch um 21:00 im Passage-Kino.

Der Trailer, in dem die heimliche Hauptdarstellerin des Films mit ihrer einzigartigen Mimik zu bewundern ist, und alle Infos zu den weiteren 12 spanischen- und lateinamerikanischen Filmen auf dem Filmfest Hamburg (30.9.-8.10.2011) im ciberaBlog.

Nacht des Wissens - Hamburg im Netz: 29.10.2011 Und wenn ich schon beim Verweis auf meine Arbeit bin: alle Hamburger, die die Stabi mal gerne hinter den Kulissen kennen lernen möchten und die sich für die Hamburg-Sammlungen der Bibliothek oder für das gerade bei uns entstehende Portal HamburgWissen Digital (Internetressourcen zu Hamburgs Geschichte und Landeskunde) interessieren, sollten am Samstag, den 29. Oktober, in der Nacht des Wissens bei uns rein schauen, da wird neben einer Kinderführung durch den Bücherturm unter dem Motto «Fischzüge durch die digitalen Hamburg-Sammlungen der Stabi» Einiges geboten: Stabi präsentiert “Hamburg im Netz”.

Hamburg, Kino, Literatur, Spanisch

‚Real Academia Española‘ versteht das Internet nicht

Screenshot elcastellano.org Wieder Mal ein trauriges Beispiel, dass auch im 21. Jahrhundert Verlage das Internet immer noch nicht verstanden haben und das Urheberrecht gegen das Gemeinwohl einsetzen wollen: Der Verlag Grupo Planeta (Info Wikipedia), in dem das Wörterbuch der Real Academia Española (RAE, Info hier im Blog) herausgegeben wird, verbietet Ricardo Soca — dem Autor des uruguayischen Blogs elcastellano.org — das Wörterbuch zu verlinken bzw. von seinem Blog aus abfragbar zu machen. Siehe dazu den Artikel auf elcastellano.org: La RAE nos obliga a retirar servicios del portal.

Das muss man sich mal vorstellen: Anstatt froh zu sein, dass auf diesem Weg der Wert des Angebotes der RAE geschätzt und weiter verbreitet wird – was letztlich auch dem ökonomischen Erfolg des Verlages dienen kann –, fordern sie Soca in restriktiver und an Arroganz nicht mehr zu überbietender Ignoranz auf, binnen 78 Stunden alle Links zu entfernen.

ALT 1040 hat alle Informationen und Links zu dem Vorfall. Wer des Spanischen mächtig ist, lese bitte hier und betrachte auch das gute Video der Initiative Derechos Digitales (dt: Digitale Rechte): Enlazar es bueno (dt: Verlinken ist gut): La Real Academia Española no sabe que enlazar es bueno (dt: Die RAE weiß nicht, dass verlinken gut ist).

Die Kollegen von ALT 1040 haben aber recht, dass sich das lesenswerte Blog elcastellano.org immerhin durch diesen ansonsten bedauerlichen Vorfall über jede Menge neue interessierte Leser freuen darf. 😉 RAE mag für die Sprachregeln zuständig und beinahe unerlässlich sein. Die Regeln des Netzes haben sie, bzw. ihr sie publizierender Verlag Grupo Planeta, weder verstanden noch zu bestimmen.

Internet, Literatur, Spanisch

Neue Fotos aus Donostia

Eidechsen auf dem Monte Urgull

(Klick aufs Bild führt zum Album; Foto in gross)

Es gibt ein neues Fotoalbum mit Fotos der vergangenen Tage aus San Sebstián. Falls mir das Hochladen vor dem Start des nächsten Filmes gelingt, verlinke ich das Google-Plus-Album hier. Wenn nicht, trage ich den Link nach (Upddate: geschafft). Ansonsten geht es mir bestens. Trotz 5-6 Filmen pro Tag, aber deshalb sind wir ja hier. Donostia erweist sich wieder einmal als grossartige Festivalstadt. Gestern bin ich Catherine Deneuve fast in die Arme gelaufen. Zu den Flmen wie immer nach dem Festival mehr.

Foto, Kino, Spanisch

Dauerregen im August: Animationsfilm «En Agosto»

En agosto from Andres Barrientos on Vimeo.

Strömender Regen im August? Ihr meint, das gibt es doch gar nicht? Mhmm… ok, stimmt, sehr unwahrscheinlich. Aber mit den Mitteln des Animationsfilmes könnte man sich ja vorstellen, wie es wohl wäre, wenn es im August ständig regnen würde. Und wenn die Welt unter zu gehen schiene. Schiene?

Seht selbst: Andrés Barrientos und Carlos Andrés Reyes haben in zwei Jahren liebevoller Detailarbeit mit «En Agosto» (Kolumbien, 2008) einen wunderschön gezeichneten Film geschaffen, dessen wie Aquarelle anmutende Szenenbilder teilweise von atemberaubender Schönheit sind. Deshalb das kleine Kunstwerk mit der großen Ausdruckskraft bitte unbedingt im Vollbildschirmmodus betrachten. Und keine Angst vor der spanischen Sprache: die wenigen Dialoge des knapp 15-minütigen Filmes sind englisch untertitelt.

Aus der Inhaltsbeschreibung der Produktion dia fragma:

It is the distant future, and Verónica, a young indigenous shaman woman, walks across a bridge in a diluvian world, and has a powerful premonition that something cataclysmic is about to happen. In the present time, Pedro, an old man, is anticipating the end of the world on a day prophesized by Isabel, his late wife, and he remembers other predictions that she foresaw and later came true. Pedro reflects on Isabel’s premonitions and takes comfort from events that never occurred, yet he is overcome with a sense of impending doom. Returning to the future, Verónica performs an ancestral ceremony, during which, a gigantic wave engulfs the city. In the present, Pedro remembers that his wife had mentioned a precise hour and as he looks at the clock he sees there’s less than a minute for her prediction to become a reality…

En Agosto

Kino, Spanisch
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