Artikel

Der Journalist als Informationskonsument

Symbolbild digitale Ressourcen
Foto: photocase.com

Prof. Margarethe Steinberger von der brasilianischen Universität «Pontifícia Universidade Católica de São Paulo» hat einen lesenswerten spanischsprachigen Artikel über den modernen Journalismus veröffentlicht: «El periodista como consumidor de información en la economía de las representaciónes digitales» (dt: Der Journalist als Informationskonsument in Zeiten digitaler Wissensressourcen). Dort heißt es etwa über die auch durch soziale Netzwerke geprägten journalistisch zu verarbeitenden Informationen:

El trabajo social realizado por medio de las intervenciones de los usuarios y de sus lecturas/intervenciones del/ no noticiario periodístico en la web es tan sólo complementado por el trabajo social del periodista. En el medio digital, ese trabajo del periodista es menos el de un productor de información, y más el de un consumidor de información.

Veröffentlicht in: Eptic On Line, v. VIII, n. 2, Mayo-ago./2006. «Revista de Economía Política de las Tecnologías de la Información y Comunicación».
Ich habe den Artikel in die Volltextdatenbank der Virtuellen Fachbibliothek cibera aufgenommen. Dort findet sich auch eine Zusammenfassung (Abstract) und der direkte Link zum Artikel als pdf.
Weitere Artikel zum Thema Journalismus gibt es auch in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Eptic On Line» mit dem Themenschwerpunkt «Digitaler Journalismus».

Artikel, Informationskompetenz, Spanisch

Freundlicher Patriotismus

Sehr guter Artikel von Markus Hesselmann im Tagesspiegel: «Die neue Lust am Erfolg».

Mit der Mannschaft hat das Land gewonnen, denn es ist mit ihr aufgebrochen. Ein weltoffenes Deutschland, ein gastfreundliches Deutschland, ein selbstbewusstes Deutschland, ein neues Deutschland – viel gehörte und geschriebene Attribute in diesen Tagen. Dem einen oder anderen Feingeist gehen sie schon auf die Nerven. Das macht sie nicht falsch. Das Land staunt über sich selbst, es hat einen freundlichen Patriotismus entdeckt, es hat bei seinen schwarz-rot-goldenen Fußballfeiern auf eine liebevolle Weise zu sich gefunden. Dieses Ergebnis ist großartig, doch die Gründe dafür liegen im Kleinen.

Artikel, Fußball, Politik

Wissen im kulturellen Netzwerk


Wir leben in einer Wissensgesellschaft, die nicht sehr viel über sich weiß. Wie lassen sich kulturelle Netzwerke gestalten? Reicht es, den amerikanischen Hyperknoten Amazon und Google einen europäischen hinzuzufügen?

Natürlich nicht. Und das weiß auch der Autor dieser hier zitierten Zeilen, Rüdiger Wischenbart. Im Virtualienmarkt des Perlentauchers ist seine Eröffnungsrede zur Konferenz «An Expedition to European Digital Cultural Heritage» vollständig nachzulesen: «Das Wissen und sein Preis».

Hier geht es um gigantische wachsende Informationsvolumina, die Dominanz des Englischen (im Wissenssektor und im Bereich der Übersetzung der Kultur und des Wissens), um Netzwerktheorien und kulturelle Verknüpfungen.

Viel häufiger findet ein dynamisches Neben- und Durcheinander unterschiedlicher Sprachen nicht in den klassischen kulturellen Bezirken wie etwa beim Buch statt, sondern in hoch spezialisierten Nischen, in der Bildenden Kunst, der Technologie (in der Open Source Bewegung), oder unter politischen oder sozialen Aktivisten, und fast immer handelt es sich um hoch vernetzte Communities, die über das World Wide Web kommunizieren, und nicht über das Buch.

Ein hochinteressanter Text voller Denkanstösse, der es verdient hat ausgedruckt und – auch das gehört zum kulturellen Netzwerk – gelesen und diskutiert zu werden.

Artikel, Internet, Literatur

Netzwerkeffekt als Erfolgsfaktor bei Web-2.0

Computerzeitschrift c't 14/2006
Die c’t aus dem heise-Verlag ist für mich persönlich die mit Abstand beste Computer-Zeitschrift. Gerade auch für Geiseswissenschaftler ohne Informatik-Studium stellt dieses Magazin immer wieder komplexe informatorische Sachverhalte so dar, daß sie sich leicht in die Praxis umsetzen lassen.
In der aktuellen Ausgabe 14/2006 gibt es einen guten Artikel von Herbert Braun und Volker Weber über die Möglichkeiten des WEB 2.0: «Mehr als ein Hype». Dort heißt es in der Einleitung:

Web 2.0 gründet auf der Idee des Mitmachens. Das gilt nicht nur für die vielen Blog- und Wiki-Beiträger, die fremde Websites mit oft hochwertigen Inhalten bereichern, sondern auch für Entwickler, Hobbyprogrammierer und ambitionierte Website-Betreiber.

Die Bedeutung, die das Web-2.0-System für Anbieter von Inhalten im Netz (egal ob privat oder institutionell) haben kann, wird deutlich aus diesem Gedanken:

Die wichtigste Datenquelle für einen erfolgreichen Web-2.0-Dienst sind jedoch nicht externe Dienstleister, sondern die eigenen Besucher. Angetrieben von natürlichem Schaffensdrang und dem Streben nach Aufmerksamkeit steuern diese gern wertvolle Inhalte bei – vorausgesetzt, es gibt auf der Site genügend Leser für ihre Beiträge. Vor allem Blogs und Wikis stellen den dafür geeigneten Rahmen.

Dieser Netzwerkeffekt ist der entscheidende Erfolgsfaktor bei Web-2.0-Anwendungen: Ein Service wird umso attraktiver, je mehr daran mitwirken. Die große Zahl von Benutzern bildet im Idealfall eine Community, die mehr gewinnt, als sie hineinsteckt. In diesem Fall greift das „LOW-Prinzip“: Let others work.

Der komplette Artikel zum Web 2.0 ist online zugänglich. Ein Abonnement der c’t kann ich nur jedem und jeder empfehlen.

Artikel, Informationskompetenz, Internet

Michael Krüger: Literatur ist ein soziales Gut

Michael Krüger
Der Akzente-Herausgeber und Verlagsleiter im Carl Hanser Verlag, Michael Krüger, weilt zur Zeit in Spanien und hat der spanischen Tageszeitung El País seine Gedanken zur Bedrohung der Verlagswelt durch die Konzentration im Buchhandel dargestellt. Im heute erschienenen Artikel «El editor Michael Krüger aboga por la pervivencia de las librerías tradicionales» verteidigt er die Buchpreisbindung und erklärt die Literatur zum sozialen Gut.

¿Soluciones? No ceder ante el capitalismo salvaje. „Soy un furibundo defensor del precio fijo del libro. Sólo con el precio fijo se pueden combinar las grandes tiradas de éxitos seguros y las pequeñas de obras minoritarias. En Europa tenemos una posibilidad real de defenderlo, porque pensamos que la literatura es un bien social.

Wer des Spanischen nicht mächtig ist und sich für dieses spannende Thema interessiert, kann eine Idee des Artikels über die automatische Google-Übersetzung ins Englische bekommen.

Artikel, Literatur, Spanisch

Respekt und Dank an Mexiko

Gracias, México
Ich müßte am Boden zerstört sein, ist doch meine Mannschaft, Mexiko, gestern im Achtelfinale gegen Argentinien ausgeschieden. Natürlich bin ich traurig, aber auch stolz auf die Leistung der Mexikaner. Kaum jemand (außer mir?) hatte sie auf der Rechnung, und beinahe wäre ihnen die erhoffte Sensation gelungen. Klar: Knapp vorbei ist auch verloren, aber sie haben ein starkes Spiel abgeliefert und sich einen großen Respekt zum Abschied verdient. Die TRI hat mich durch die unglückliche Niederlage davor bewahrt, mich nächsten Freitag im Achtelfinale entscheiden zu müssen, wem ich beihalte. Ist ja auch nicht ganz einfach, wenn man als Deutscher bei der WM im eigenen Land ein Fan von Mexiko ist.
Nun denn, Adiós México, han jugado super-bien, y de despedida ahí les va una pequeña «Presseschau» en alemán y español:
Zum Abschied eine kleine deutsch-spanische Presseschau zum Spiel Argentinien-Mexiko:

Artikel, Fußball

Angela Merkel: Der Schrei

Was sagt uns der Schrei Angela Merkels beim Sieg gegen Polen? Eine sehr lesenswerte ikonographische Exegese von Peter Richter (FAS/Feuilleton):
«Und am nächsten Tag dann dieses Merkel-Foto beim Torjubel. Sie sah aus, als habe ihr Lech Kaczynski eine tote Maus auf den Stuhl gelegt. Es war, als sei Edvard Munchs gestohlenes Meisterwerk ‚Der Schrei‘ plötzlich wieder aufgetaucht. Noch nie hat man einen lebendigen Menschen derart gepeinigt aufschreien sehen. Es war das pure Entsetzen, das aus diesem schreienden Kanzlerinnengesicht sprach.»

Mein besonderer Dank für diese Zeilen gilt neben Peter Richter, dem Autor des zitierten Artikels, vor allem auch der genialen Presseschau für den kritischen Fußballfreund indirekter-freistoss.de. Euer Zitat aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu dem Merkelfoto aus dem Polenspiel führt dazu, daß ich heute abend endlich die noch halb ungelesen auf meiner Couch liegende FAS zuende lesen werde.

Artikel, Fußball
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