Artikel

Berlinale-Blog der besonderen Art

Solange es Menschen gibt
… kann man froh sein, wenn sie solche Texte schreiben und solche Bilder zeigen. Ein außergewöhnlich gutes Berlinale-Blog. Geschmackssache, klar.

Eine Kostprobe gefällig? So schreibt Aljoscha Weskott über den im Forum laufenden Film «Village People Radio Show» des malaysischen Regisseurs Amir Muhammad:

Auch in seinem aktuellen Berlinalebeitrag Village People Radio Show ist der konzeptuelle Eifer umwerfend, versteht es Muhammad doch, Bilder der Geschichte in den Leerstellen der Gegenwart auszuspüren, dem Frieden von heute zu misstrauen und mit poetischen Bildern zu konterkarieren. Das ist keine elegante Sehnsuchtsprosa, sondern ein politisches Fabulieren in Radiowellen, Shakespeareadaptionen und Ausschnitten der Alltagswelt an der malaysisch-thailändischen Grenze; immer tragisch, verlustreich, verspielt und alltäglich verregnet.

aus Aljoscha Weskott: «Regen, Wasser, Dunst und Tränen: Muhammad, Warhol, Smith und Lady Chatterley»

[via malorama]

Artikel, Kino

Osborne-Stier: 50 Jahre als Werbe-Ikone

Toro de Osborne, El País
Foto: El País

Wer kennt ihn nicht, den Stier von Osborne? Der in Spanien als Werbe-Ikone allgegenwärtige Toro feiert heute seinen 50. Geburtstag. El País widmet dem Stier zum Ehrentag einen Artikel:
«El toro de Osborne cumple 50 años»

El toro de Osborne afronta su madurez con una salud envidiable. Uno de los iconos españoles más importantes cumple en 2007 nada más y nada menos que 50 años. Fue allá por el año 1956 cuando las famosas bodegas del mismo nombre encargaron a la agencia de publicidad Azor un logotipo que identificara a su brandy Veterano en las carreteras de todo el país.

Krystian Woznicki ist in Telepolis vor einiger Zeit einmal dem Stier-Phänomen in der spanischen Marketingwelt auf den Grund gegangen: «Reinrassige Identitätsprothese».

Artikel, Spanisch

Was sind uns literarische Übersetzungen wert?

Craig Moris in Telepolis: «Der „Übersetzerstreit“ ums liebe Geld»

Anstatt ständig die Übersetzer für schlechte Texte und schlechte Margen schuldig zu machen, sollten wir einsehen, wie viel wir von Übersetzungen haben. […] Man verpasst erst recht viel, wenn man sich auf keine guten Übersetzer verlassen kann, denn wer lernt eine zweite Sprache so gut, dass er deren Belletristik wie ein Muttersprachler verstehen kann? Höchstens ein Übersetzer. Wer keiner werden kann, muss wissen, ob er sich einen leisten möchte.

Craig Morris bezieht eindeutig Stellung und macht am Ende seines Artikels klar, dass er als technischer Übersetzer und Konsument von literarischen Übersetzungen ins Deutsche den Streit zwischen Verlagen und Literaturübersetzern zwar mit Interesse betrachtet, aber ohne Eigeninteresse.

Der Verband der deutschsprachigen Übersetzer (VdÜ) dokumentiert seine Sicht der Dinge auf der Homepage literaturuebersetzer.de. Deshalb sage ich es hier nochmals, obwohl schon mehrfach betont: Ich verfolge den beschriebenen Streit als literarischer Übersetzer, als VdÜ-Mitglied und als für die Homepage verantwortlicher Webmaster. Und nicht zuletzt auch als Rezipient literarischer Übersetzungen. Momentan lese ich «Alles ist erleuchtet» von Jonathan Safran Foer. Mein Englisch ist nicht gut genug, um dieses Buch im Original zu lesen und ich bin dankbar, dass ich es in guter Übersetzung von Dirk van Gunsteren lesen kann.

Artikel, Literatur, Übersetzen

Das Comeback des Mikrofilms

Mikrofilm
Foto: Wikipedia

Wer hätte das gedacht?

Im Rahmen der Archiving Community wurde ein Langzeitarchivierungssystem entwickelt, das wichtige Dokumente und Zeichnungen in einem Schritt digitalisiert und auf Mikrofilm archiviert. Damit rückt das Archivmedium Mikrofilm wieder in den Fokus der Datensicherung. Im Gegensatz zu digitalen Daten bietet der Datenträger eine Datensicherheit für über 500 Jahre und eignet sich damit bestens für Unternehmen und Organisationen, die Unterlagen für 20 Jahre und länger lesbar halten müssen.

Weiter im Standard: «Langzeitarchiv für 500 Jahre – Rückkehr des Mikrofilms».

Artikel, Internet, Literatur

Medienecho zu gerechter Übersetzungshonorierung

Das Medienecho zur Frage gerechter Übersetzungshonorierung geht weiter: Heute schreibt auch die NZZ darüber (Artikel von Joachim Güntner: «Notwendige Unterbezahlung?»).
Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht auf S. 16 eine Reaktion meiner Übersetzer-Kollegin Brigitte Grosse «Zum Lohn einer Putzfrau – Übersetzer und ihre Honorare» (Artikel online nur für Abonnenten zugänglich).

Und gleich, kurz nach 11 Uhr, berichtet Deutschland Radio Kultur live:

Murakami und Pamuk nur noch im Original? – Warum werden weniger Bücher ins Deutsche übersetzt?
Ein Streitgespräch zwischen Verleger und Übersetzer – Marcel Hartges, Verlagsleiter DuMont vs. Hinrich Schmidt-Henkel, Übersetzer.

Update 11:30 Uhr: Der DLR-Beitrag (12 min.) ist hier nachzuhören:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/02/07/dkultur_200702071109.mp3
Update II – 13:45 Uhr: Nur ganz kurz (habe gerade wenig Zeit, nur damit hier kein falscher Eindruck entsteht, weil ich die Links unkommentiert ins Blog gesetzt habe):
Wie Hinrich Schmidt-Henkel die Position der Übersetzer im Live-Interview vertreten hat, finde ich klasse.
Der Angriff auf Burkhart Kroeber im NZZ-Artikel ist natürlich nicht nur peinlich, sondern zeigt auch, dass selbst die NZZ, konkret Joachim Güntner, hier nicht sauber recherchiert hat, was man doch eigentlich von einem erfahrenen Journalisten erwarten dürfte.

Artikel, Literatur, Radio, Übersetzen

Burkhart Kroeber reagiert auf Artikel von Thomas Steinfeld

Blick in die Buch-Kristallkugel
Foto: photocase.com

Thomas Steinfeld hat gestern in der Süddeutschen einen Artikel veröffentlicht, den ich nur mit Unverständnis und fassungslosem Kopfschütteln zu Ende lesen konnte. Es geht darin um den Streit zwischen Verlegern und Übersetzern (siehe dazu auch «Berliner Erklärung der Literaturübersetzer»).
Steinfeld sieht in diesem Konflikt die Übersetzer in der Schuld, weil sie ein angeblich gutes Angebot der Verlage nicht annehmen. Der Artikel «Ein Haus für Rechthaber – Übersetzer und Sprachpfleger: Wer verfügt über Kultur?» ist online nur Abonnenten zugänglich.
Heute hat Burkhart Kroeber, unter anderem Übersetzer der Werke von Umberto Eco und Italo Calvino, im Perlentaucher die passenden Worte gefunden, um auf den einseitigen Artikel von Steinfeld zu reagieren:

Anders steht es bei kulturpolitischen Themen wie dem sog. „Übersetzerstreit“. Hier kann jeder Nachrichtenredakteur oder Kommentator ungeprüfte Behauptungen in die Welt setzen, abenteuerliche Zusammenhänge konstruieren und das Ganze zu apodiktischen Meinungen kondensieren, ohne auch nur im Ansatz irgend etwas zu recherchieren. So hat es der frischgebackene Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung, Thomas Steinfeld, gerade wieder mal exemplarisch vorgeführt. Ihm zufolge ist die Tatsache, dass die Zahl der ins Deutsche übersetzten Titel im vergangenen Jahr um fast dreißig Prozent zurückgegangen ist, auf den hartnäckigen Wunsch der Übersetzer nach besseren Honoraren zurückzuführen.

Weiter im Perlentaucher: «Zum sogenannten neuen Übersetzerstreit».
Danke Burkhart für diese Replik. Herrn Steinfeld und die Süddeutsche Zeitung möchte ich fragen: Brauchen wir von nun an auch ein SZ-Blog, das dem Beispiel des Bildblogs folgend (dort werden die Fehler der Bildzeitung recherchiert und korrigiert), die journalistischen Fehlgriffe der SZ „aufarbeitet“?

Update 14:40 Uhr: Ich bin begeistert, wie die Literaturübersetzer sich so eine Behandlung keineswegs gefallen lassen und nicht nur mit obigem Artikel, sondern auch mit der Veröffentlichung ihrer Leserbriefe an Thomas Steinfeld reagieren. Als Webmaster unserer VdÜ-Seite habe ich eben die Leserbriefe der Kolleginnen und Kollegen, die der Veröffentlichung zugestimmt haben, auf die Homepage gesetzt. Mit folgendem Text werden sie dort unter Aktuell angekündigt:

Ein Artikel von Thomas Steinfeld, Feuilletonchef der „Süddeutschen Zeitung“, in der SZ vom 2.2.07 (Titel: „Ein Haus für Rechthaber“) hat unter den Literaturübersetzern große Empörung ausgelöst;
Steinfeld behauptet darin, die Literaturübersetzer vergäßen die kulturelle Dimension ihrer Tätigkeit; ihr Wunsch nach einer angemessenen Honorierung, wie sie das Urhebervertragsrecht vorsieht, sei
„pedantisch“ und „phantastisch“. Reaktionen der Literaturübersetzer finden Sie [hier].

Artikel, Literatur, Übersetzen

Penélope Cruz im neuen Woody Allen

Penélope Cruz wird die Hauptrolle im nächsten Woody Allen-Film spielen, der im Sommer in Barcelona gedreht werden wird. Das vermeldet El País im Artikel «Woody Allen ficha a Pe para su próxima película»:

La actriz española Penélope Cruz protagonizará la próxima película del director estadounidense Woody Allen, según publica la cadena Fox en su página web y según ha confirmado a ELPAIS.com el representante de la intérprete en España. El film, que aún no tiene nombre, se rodará el próximo verano en Barcelona […]

Das freut mich als Fan von Penélope Cruz, und als jemand, der die letzten Woody Allen Filme wieder besser fand, als seine vorherigen, ganz besonders.

Artikel, Kino, Spanisch

Webstandards verinnerlichen

Grafik: Kevin Cornell (A List Apart) Wieder einmal ein großartiger Artikel zum Thema Webdesign in Zeiten von Webstandards: Der in der Nähe von San Francisco lebende Webdesigner Craig Cook erklärt in «A List Apart», was Webdesigner, die vom Gestalterischen her kommen, beachten müssen, wenn sie Webseiten konzipieren und umsetzen:
«How to Grok Web Standards».
In den Absatzüberschriften findet sich bereits die Grundaussage des Artikels:

  • Think like a writer
  • Think like an engineer
  • Think like an artist
  • Merging mentalities

Wie ein Autor, ein Techniker und ein Künstler denken, und all diese Mentalitäten in einen Stil zusammenfließen lassen. Stefan David, Webgestalter aus der Nähe von Osnabrück, hat sich dankenswerterweise die Mühe gemacht, den Artikel ins Deutsche zu übertragen: «Webstandards verinnerlichen».

Artikel, Webdesign
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