TV

Doku «In die Welt» von Constantin Wulff auf 3sat

Den Sender 3sat kann man wirklich nur loben. Für ein durchweg gutes TV-Programm im Allgemeinen und für die aktuelle Doku-Reihe im Speziellen. Nachdem ich letzte Woche den Lesern der Stabi schon den Dokumentarfilm «How to Make a Book with Steidl» – einen wirklich grandiosen Film über den leidenschaftlichen Drucker und Verleger Gerhard Steidl – empfohlen hatte, zeigt der deutschsprachige Kulturkanal heute Abend den auf der Diagonale 2009 als besten österreichischen Dokumentarfilm prämierten «In die Welt» von Constantin Wulff:


Direktlink YouTube

Kino, TV

Ohnmacht der Menschen in Mexiko: Drogenterror

Heute Abend habe ich in Zapp den Beitrag Medien und Mafia in Mexiko über den dortigen Drogenkrieg gesehen.

Es ist ein schon fast aussichtsloser Kampf in Mexiko. Kaum hat man den einen Drogenboss verhaftet, ist die Lücke schon vom nächsten wieder besetzt. Gerade erst wieder haben alle 14 Polizisten einer nordmexikanischen Ortschaft ihren Dienst quittiert. Weil sie auf ihrer Wache überfallen wurden. Sie geben einfach auf. Ein Beispiel dafür, wie machtlos der Staat den mächtigen Drogenbossen gegenübersteht. Und zwischen diese Fronten geraten immer öfter Journalisten, die versuchen über die dramatischen Verhältnisse in Mexiko zu berichten.

Die Bilder aus Cd. Juárez zu sehen, die ständigen Berichte über die Morde im Norden Mexikos, in dem Staat Chihuahua, in dem ich vor 20 Jahren mein Auslandsstudium absolviert habe, und wo ich immer noch – sowohl in Juárez als auch in Chihuahua – sehr viele Freunde habe, macht mich traurig und betroffen.

Ein Ende dieser Gewalt ist nicht abzusehen. Der Staat ist machtlos, die Menschen sind verzweifelt. Journalisten, die darüber berichten, bezahlen ihren Mut nicht selten mit dem Leben. In die Ohnmacht mischt sich Wut. Dort und hier.

Der Beitrag Medien und Mafia in Mexiko kann auf den Seiten von Zapp gesehen werden. Die im Film genannten Informationen und weitere Quellen sind in der rechten Seitenspalte unter Links angegeben. Sehr vorbildlich vom meist gut gemachten Medienmagazin des NDR.

Politik, Spanisch, TV

Pizza Globale von Paul Trummer: Was ist drin und woher kommt’s?

Pizza Globale von Paul Trummer Gerade in ttt einen interessanten Beitrag gesehen über ein Buch, das die Globalisierung anhand der Tiefkühlpizza erklärt: Pizza Globale von Paul Trummer. Der Autor geht darin der Frage nach, welche Bestandteile in den industriell gefertigten Pizzen sind, von denen alleine in Deutschland 800 Millionen pro Jahr gegessen werden.

Wenn man eine Pizza selber macht, dann ist da Mehl drin, Wasser, Hefe, bisschen Öl und eben der Belag – Tomaten, Käse, Fleisch. Wenn man sich jetzt eine Tiefkühlpizza hernimmt, dann braucht die Industrie einige zusätzliche chemische Zutaten“, so Trummer. „Modifizierte Stärke sorgt dafür, dass die Pizza von den Maschinen leichter verarbeitet werden kann. Laktose lässt den Pizzaboden schön braun werden und erhöht die Backgeschwindigkeit.

ttt: „Pizza Globale“ – Ein Lieblingsessen erklärt die Weltwirtschaft

Deutschlandradio Kultur hat das Buch auch vorgestellt: Mit der Pizza um die Welt. Der Beitrag (5 Min.) kann auf deren Seiten oder hier nachgehört werden:

[flash]http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/10/17/drk_20101017_1133_8dab2096.mp3[/flash]

In diesem Kontext möchte ich auf die Themenwoche der ARD verweisen, in der sich in zahlreichen TV- und Radiobeiträgen noch bis zum 29. Oktober alles um das Thema Essen dreht: Essen ist Leben.

Literatur, Radio, TV

Ganz großes Kino im TV: Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens


Direktlink YouTube

Mit das Beste, was es in diesem Jahr im Kino (auf der Berlinale) und im TV (auf arte) zu sehen gab, kommt ab heute Abend in der ARD. Die erste Doppelfolge wird ab 21.45 Uhr ausgestrahlt. Wer’s noch nicht gesehen hat, unbedingt anschauen. Alle Ausstrahlungstermine der 10-teiligen Serie in ARD und Einsfestival.

Ausführliche Infos zum TV-Highlight des Jahres habe ich ja hier schon im April anlässlich der Ausstrahlung auf arte vorgestellt: Dominik Graf: Im Angesicht des Verbrechens.

Kino, TV

Ich schaue eigentlich keine Serien…: Mad Men

Don Draper und Peggy Olson, Szenefoto aus der 1. Episode von Mad Men
Don Draper (Jon Hamm) & Peggy Olson (Elis. Moss) in 1. Episode „Smoke Gets In Your Eyes“. Foto: AMC

Dass aus mir noch ein Seriengucker wird, hätte ich ja auch nicht gedacht. Vor allem, weil ich nicht die Zeit habe ganze Serien zu schauen, habe ich mich davon bisher eher fern gehalten. Aber: für das, was einen wirklich interessiert, macht man sich eben die Zeit. Und für diese Serie lohnt es sich. Letzten Mittwoch wurde die deutsche Ausstrahlung der Erfolgsserie auf ZDFneo gestartet, heute Abend kommt der 2. Teil (Wdhlg. morgen, Donnerstag-Abend, 23:25 Uhr). Solltet Ihr die erste Folge letzte Woche verpasst haben, lohnt sich das Reinschauen in Folge 2 trotzdem noch, da kommt Ihr sicher noch rein.

Worum geht’s? ZDFneo über die Serie:

TV

Blick aus der Schweiz auf Stuttgart 21

Rundschau vom 06.10.2010

Der „neutrale“ Blick des Schweizer Fernsehen (SF) auf das ungeheuerliche Vorgehen der CDU-Landesregierung in Stuttgart.

Eigentlich wollte ich zu #S21 gar nichts im Blog schreiben (ich behandele das Thema ja schon, wie viele andere auch, auf Twitter). Doch momentan platzt mir der Kragen, wenn ich solche Verhöhnungen (Karin Maag verhöhnt blinden Demonstrant, Link) und Aufrufe von amtlicher Seite zur Denunziation sehe (Regierungspräsidium ruft Schulen zur Denunziation von Lehrer_innen auf, Link). Man kann das alles gar nicht glauben.

Was sind das für Menschen und warum reagieren auch so wenige Christdemokraten auf dieses ungeheuerliche Vorgehen des Staates gegen seine Bürger? Ausnahmen wie der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) bestätigen die Regel: Krawallpolitik in Schwaben #S21. Das eine Eskalation geradezu heraufbeschwörende Verhalten der Polizei bei #s21 und die Versuche im Nachhinein die Wahrheit zu verbiegen, sind eine ungeheuerliche Diskreditierung der Menschen, die ihre demokratischen Grundrechte wahrnehmen. Eine Diskreditierung angeführt vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Mappus und dessen Innenminister Rech, verteidigt von Bundeskanzlerin Merkel. Es geht längst nicht mehr um einen Bahnhof.

Den „neutralen“ Blick aus der Schweiz haben wir oben gesehen. – Ich frage mich, wo bleiben die entsprechenden Reaktionen in Deutschland? Weshalb dürfen Mappus, Rech, die CDU-Abgeordnete Maag, Johannes Schmalzl (Regierungspräsident Stuttgart) ect. ungestraft so agieren, wie sie es tun?

Politik, TV

Lobbykratie – Die inoffizielle Macht


Direktlink YouTube

Zur Wirklichkeit jeder Demokratie gehören ihre nicht gewählten, außerparlamentarischen Interessenvertreter. Sie sind es, die als Lobbyisten auf die vom Volk gewählten Repräsentanten Einfluss nehmen, indem sie deren politische Meinungs- und Willensbildung zu steuern versuchen. Wir wollen die Licht- und Schattenseiten des Lobbyismus diskutieren.

3sat – Scobel: Lobbyismus in Deutschland.

Dieses System wäre höchstens tragbar, wenn alle Interessensgruppen eine Lobby hätten. So lange weite Teile der Gesellschaft keine – oder nur eine kaum wahrgenommene – Lobby haben, hat das System eine Schieflage, die – so zumindest mein subjektiver Eindruck – zur Zeit ganz besonders deutlich wird.

[via Too much Information]

Politik, TV

«Der lange Weg der Hoffnung» auf arte

«Der lange Weg der Hoffnung» - Abspann mit Nennung der Übersetzer

Wie Christian Hauschke mir gestern Abend in den Kommentaren mitteilte, lief der von mir übersetzte Film «Der lange Weg der Hoffnung» auf arte. Die Wiederholung ist zu sehen am Donnerstag, den 30.09.2010 um 10:50 Uhr oder in der arte Mediathek. Drei kurze Videoausschnitte gibt es auch bei arte.

Ich empfehle Euch diesen Film nicht, weil ich ihn übersetzt habe, sondern weil er wirklich gut ist. Er wurde mittlerweile auch auf dem Internationalen Latino-Filmfestival in New York (NYILFF) mit dem Preis des besten Dokumentarfilms im Jahr 2010 ausgezeichnet. Ein sehr harter Dokumentarfilm, der zeigt, was eine junge Frau alles riskiert und auf sich nimmt, die Mann und vier Kinder in Ecuador zurück lässt und den mehr als beschwerlichen Weg quer durch Süd-, Mittel- und Nordamerika in die USA auf sich nimmt, wo sie versucht, das Überleben der Familie zu sichern. Mehr zum Inhalt des Films in meinem Artikel Aktuelle Übersetzung: Der lange Weg der Hoffnung. Hatte damals versprochen, dass ich Euch drauf hinweise, wenn er im Fernsehen läuft, aber dadurch dass es nun so lange dauerte, bis er ausgestrahlt wurde und ich so kurz vor der morgigen Abreise nach Spanien sehr wenig Zeit habe, wusste ich es selbst nicht, dass er kam. Gut, dass im Abspann mein Name angezeigt wurde (siehe Screenshot) und sowohl Blogleser als auch Twitterer entsprechende Hinweise gaben. 😉

Spanisch, TV, Übersetzen
Buchseite 21 von 52
1 19 20 21 22 23 52